Oppositionelle Kolesnikowa will Diplomatie mit Belarus
BERLIN (dpa-AFX) - Die prominente belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa hat sich für eine diplomatische Initiative der EU-Staaten in Richtung Belarus ausgesprochen. US-Präsident Donald Trump habe damit begonnen, sagte sie in der ARD-Sendung "Maischberger". Das Ergebnis sitze nun hier, ergänzte sie mit Blick auf sich selbst. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte auf US-Druck im Dezember mehr als 120 politische Gefangene freigelassen, darunter Kolesnikowa.
Ziele der Diplomatie-Initiative müssten die Befreiung der politischen Gefangenen und ein Ende der Repressionen in Belarus sein, sagte die Oppositionelle. Die Sanktionen gegen das Land sieht sie kritisch. Diese treffen Kolesnikowa zufolge normale Menschen, auch sie selbst, nicht aber Lukaschenko.
Kolesnikowa gehörte zu den Anführerinnen der Massenproteste in Belarus nach der von beispiellosen Manipulationsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl 2020. Sie wurde im September 2020 festgenommen.
Trotz jahrelanger Haft bleibt Optimismus
Mehr als fünf Jahre war Kolesnikowa inhaftiert, fast zweieinhalb davon komplett isoliert, wie sie sagte - ohne Briefe und ohne Anrufe. Allein habe sie sich aber nie gefühlt. Sie habe in der Zeit hunderte Bücher gelesen. Mit Autoren wie Shakespeare, Schiller und Goethe habe man "immer einen guten Freundeskreis". Ihre Lebenseinstellung habe sich trotz der schrecklichen Erfahrung nicht geändert, sagte Kolesnikowa. Sie bleibe optimistisch.
Kolesnikowa, die inzwischen in Berlin lebt, will dort bleiben und Ideen für den Kulturbereich verfolgen, die Brücken bauen, wie sie sagte./ksr/DP/mis
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