ausserdem: Warum sollte ich das Verlangen haben, Dir eins auszuwischen ?
Verfolgungswahn ?
Problem ist soch, daß bei der aktuellen Medienlandschaft die Sachthemen
in Hintergrund geraten, dabei ist die aktuelle Regierung doch gerade
mit Argumenten zu schlagen..
Stoiber im TV: Vereinstrainer-Niveau
Es sollte der große TV-Start des Kanzlerkandidaten werden. Doch Edmund Stoibers Auftritt bei Sabine Christiansen hat Anhänger wie Gegner des Bayern enttäuscht. Er war fahrig, verhedderte sich in komplizierten Sachfragen. Kein Witz, kein Charme, nicht einmal Power und Angriffslust. Kein Wunder, dass Gerhard Schröder trotz schlechter Noten im TV immer noch besser rüberkommt.
Berlin - Was dem Kanzler recht ist, muss dem Kandidaten billig sein: Also verlangte auch Stoiber ein "Solo" bei Sabine Christiansen (ARD, Sonntagabend), nachdem Amtsinhaber Gerhard Schröder letzte Woche bei Maybritt Illner (ZDF) angetreten war. Allerdings hatte sich Sabine Christiansen Schützenhilfe beim Wirtschaftsweisen Bert Rürup und dem Parteienforscher Jürgen Falter geholt - und die machten Stoiber das Leben schwer.
Offensiv sein Einstieg: Stoiber nennt Schröder einen "hervorragenden Darsteller". Er dagegen setze "auf sehr viel Sachkompetenz, auf offene, sachliche Diskussionen". Und die SPD mache einen großen Fehler, wenn sie ihn, Stoiber, in die rechte Ecke stelle. Im Unterschied dazu Schröders Spaß-Auftritt bei "Berlin Mitte": Stoiber müsse, da Schröder durch Heirat mit Doris Köpf jetzt bayerischer Staatsbürger sei, "eine Fürsorgepflicht für mich entwickeln".
"Er ist immer mit den Akten gekommen", erinnert sich Schröder an frühere Ministerpräsidenten-Treffen mit Kollegen Stoiber. Und genau so tritt der auf. Die Akten zwar nicht unterm Arm, aber im Kopf. Bei Christiansen doziert er, wie schlecht der Mittelstand bei der Steuerreform weg gekommen sei. Da fällt ihm Rürup ins Wort: "Das stimmt nicht!" Und rechnet ihm das Gegenteil vor. Stoiber gerät aus dem Konzept. Das fällt ihm zwar noch der Name "British Telecom" ein, aber nicht "Deutsche Telekom". Diese "Gesellschaft von Ron Sommer" jedenfalls. Noch im letzten Augenblick merkt er, dass er Schröder mit Kohl verwechselt. Und als ihm Sabine Christiansen vor hält, dass gerade Bayern vom Anstieg der Arbeitslosigkeit übermäßig betroffen sei, spricht er sie mit "Frau Merkel" an. Eine "Freudsche Fehlleistung" nennen das Psychologen - Ausdruck unbewusster Wünsche. Schnell hat er die Erklärung bei der Hand: Da sehe man die enge Zusammenarbeit.
Der Bayer, der sich bis zuletzt gegen den Solidarpakt II gestemmt hatte - auf einmal will er doch mehr für den Osten tun. Wie will er diesen Richtungswandel erklären? "Ob ich Vereinstrainer bin einer Mannschaft oder ob ich Nationaltrainer bin, ist ein großer Unterschied." Aber nach den ersten Ankündigungen, die - wie die SPD vorrechnet - 70 Milliarden Euro kosten würden, ist er auf einmal ganz vorsichtig geworden: "Ob wir dann langfristig die Dinge wieder verändern, da muss ich Ihnen ganz offen sagen, da müssen wir in Ruhe die Dinge erörtern und behandeln." Und zwischendurch begehrt er schon mal mit spitzer Stimme auf: "Das werde ich dem Herrn Kanzler nicht durchgehen lassen."
Na, das wird Schröder tief beeindrucken. Bei den 5,3 Millionen Zuschauern blieb ein diffuses Bild zurück. Klare, einfache Botschaften, wie Schröder sie beherrscht - Fehlanzeige. Bei vielen CDU-nahen Journalisten in Berlin war noch gestern die Enttäuschung groß: So wird der Vereinscoach wohl nie Nationaltrainer. Nur Stoiber selbst war mit sich "sehr zufrieden".