Christiansen war „Frau Merkel“
B ei seinem ersten großen TV-Auftritt als Kanzlerkandidat ist Edmund Stoiber von Sabine Christiansen in die Mangel genommen worden. Beim Thema Arbeitslosigkeit geriet der CSU-Chef am Sonntagabend in der Sendung „Sabine Christiansen“ so in die Defensive, dass er die Moderatorin mit „Frau Merkel“ anredete.
Als Stoiber auf die steigende Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Bundesländern während der Regierungszeit von SPD-Kanzler Gerhard Schröder hinwies, hielt Christiansen dem bayerischen Regierungschef und Unions-Kanzlerkandidaten vor, dass auch in seinem eigenen Bundesland die Arbeitslosenzahl zugenommen habe. Seine Antwort, diese Zahlen könne man nicht vergleichen, leitete er mit der Anrede „Frau Merkel“ ein, und nach allgemeiner Heiterkeit erläuterte er, dies zeige, wie eng er und CDU-Chefin Angela Merkel sich miteinander auseinander setzten.
Als katastrophal kritisierte Stoiber die Wirtschaftspolitik der rot-grünen Bundesregierung. Es sei nicht akzeptabel, dass Deutschland im vergangenen Jahr nur ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von unter einem Prozent, nämlich 0,6 Prozent, erzielt habe. Hierin spiegelten sich Strukturprobleme wider, die hausgemacht seien und nicht etwa auf Entwicklungen im Ausland geschoben werden könnten, sagte der CSU-Vorsitzende.
Stoiber verteidigte vor diesem Hintergrund den Vorschlag von CDU-Chefin Merkel, im Falle eines Wahlsieges der Union zumindest Teile der Steuerreform von 2005 auf 2003 vorzuziehen. Es gehe darum, den Mittelstand zu stärken, der zurzeit benachteiligt sei. Die Finanzierung sei allerdings sehr schwierig, zumal einer Ausweitung der ohnehin zu hohen Staatsverschuldung von derzeit 2,6 Prozent wegen der EU-Marke von maximal 3,0 Prozent Grenzen gesetzt seien. Stoiber bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Absicht, bis 2006 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.
Der Wirtschaftsweise Bert Rürup erklärte in derselben Sendung, ein Vorziehen der Steuerreform sei unter den gegenwärtigen Bedingungen die denkbar schlechteste Methode. Im vergangenen Frühjahr hätte es hier noch Spielraum gegeben, doch dieser sei nunmehr zusammengeschrumpft.
Stoiber betonte, dass für eine bessere Wirtschaftslage Gesamtdeutschlands die Schere zwischen Ost und West zusammengebracht werden müsse. Nur wenn es dem Osten gut gehe, werde die dortige Abwanderung ebenso abnehmen wie die notwendigen Transferleistungen aus dem Länderfinanzausgleich.
B ei seinem ersten großen TV-Auftritt als Kanzlerkandidat ist Edmund Stoiber von Sabine Christiansen in die Mangel genommen worden. Beim Thema Arbeitslosigkeit geriet der CSU-Chef am Sonntagabend in der Sendung „Sabine Christiansen“ so in die Defensive, dass er die Moderatorin mit „Frau Merkel“ anredete.
Als Stoiber auf die steigende Arbeitslosigkeit in den ostdeutschen Bundesländern während der Regierungszeit von SPD-Kanzler Gerhard Schröder hinwies, hielt Christiansen dem bayerischen Regierungschef und Unions-Kanzlerkandidaten vor, dass auch in seinem eigenen Bundesland die Arbeitslosenzahl zugenommen habe. Seine Antwort, diese Zahlen könne man nicht vergleichen, leitete er mit der Anrede „Frau Merkel“ ein, und nach allgemeiner Heiterkeit erläuterte er, dies zeige, wie eng er und CDU-Chefin Angela Merkel sich miteinander auseinander setzten.
Als katastrophal kritisierte Stoiber die Wirtschaftspolitik der rot-grünen Bundesregierung. Es sei nicht akzeptabel, dass Deutschland im vergangenen Jahr nur ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von unter einem Prozent, nämlich 0,6 Prozent, erzielt habe. Hierin spiegelten sich Strukturprobleme wider, die hausgemacht seien und nicht etwa auf Entwicklungen im Ausland geschoben werden könnten, sagte der CSU-Vorsitzende.
Stoiber verteidigte vor diesem Hintergrund den Vorschlag von CDU-Chefin Merkel, im Falle eines Wahlsieges der Union zumindest Teile der Steuerreform von 2005 auf 2003 vorzuziehen. Es gehe darum, den Mittelstand zu stärken, der zurzeit benachteiligt sei. Die Finanzierung sei allerdings sehr schwierig, zumal einer Ausweitung der ohnehin zu hohen Staatsverschuldung von derzeit 2,6 Prozent wegen der EU-Marke von maximal 3,0 Prozent Grenzen gesetzt seien. Stoiber bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Absicht, bis 2006 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen.
Der Wirtschaftsweise Bert Rürup erklärte in derselben Sendung, ein Vorziehen der Steuerreform sei unter den gegenwärtigen Bedingungen die denkbar schlechteste Methode. Im vergangenen Frühjahr hätte es hier noch Spielraum gegeben, doch dieser sei nunmehr zusammengeschrumpft.
Stoiber betonte, dass für eine bessere Wirtschaftslage Gesamtdeutschlands die Schere zwischen Ost und West zusammengebracht werden müsse. Nur wenn es dem Osten gut gehe, werde die dortige Abwanderung ebenso abnehmen wie die notwendigen Transferleistungen aus dem Länderfinanzausgleich.