Deine Post, verehrter slim_nesbit, wirft einen interessanten Aspekt auf. Könnte Hintergrund einer - ZUSÄTZLICHEN - Dynamik sein. Aktuell führe ich die fast schon athemberaubende Steigerung der Kurse der Banken Griechenlands aber auf andere Umstände zurück:
- zunächst machen sie sehr gute Geschäfte und versprechen beachtliche Dividendenausschüttungen (da ist ja schon vom Erreichen von 60 - 70 % der Gewinne (ich rechne das immer einfach vom EPS aus) in den kommenden drei Jahren die Rede). Nicht alle in Griechenland sind darüber begeistert, fließt der Großteil ja in's Ausland. Zumal Griechenland seine Staatsanteile massiv abgegeben hat. Jetzt helfen nur noch von der Regierung den Banken "nahegelegte freiwillige" Subventionen / Förderungen / Sponsorings der Banken in beachtlichen Höhen z.B. ins Bildungssystem (was ich aber eh gut finde !!!). Aber im Ausland das sitzen eben die großen Investmenthäuser und Pensionsfonds etc..., die einzig und alleine im Stande sind, Börsenkurse signifikant zu bewegen.
- Dazu kommt, dass die griechischen Banken in der Zwischenzeit ihre Bilanzen wunderbar darstellen können.
- Dämpfend zum vorigen Punkt: Wenig beachtet wird aktuell, dass es nun aber auch Gerichtsverfahren gibt, welche die "Ausgliederung" der NPLs vor einigen Jahren hinterfragen. Da waren wohl nicht alle Gläubiger der Banken einverstanden, dass ihre Kredite "verkauft" oder sonstwie ausgegliedert wurden, an jemanden, mit dem sie keinen Kreditvertrag abgeschlossen hatten, die nun aber liquidieren. Da könnte noch eine Gewitterfront kommen.
- Postiv aus Investorensicht ist, dass die Banken Griechenlands immer noch mit einem Abschlag von etwa 15 % gegenüber den europäischen Banken gehandelt werden, womit weiteres Aufholpotential vorhanden ist. Die griechische Wirtschaft wächst immer noch schneller als der EU Schnitt, was ja kein Wunder ist, wenn man bedenkt, wo das Land herkommt, und die Einkommen der Bevölkerung steigen.
- Die NGB hat vor nicht langer Zeit darauf hingewiesen, dass der Tourismus als eine der besonders treibenden Kräfte der Wirtschaft auch gewaltige Investitionen brauchen wird (z.B. in moderne Infrastruktur) auf allen betroffenen Inseln. Umso mehr, wenn man nicht die Zahlen der Ankünfte weiter steigern möchte (da wehren sich ja schon einige Bewohner der Inseln), sondern das Preisniveau nach oben heben. Dann müssen auch entsprechende Straßen, Strom- und Wasserleitungen und vielleicht auch neue Betten und Klimaanlagen her. Möglicherweise auch Brandschutzeinrichtungen. Darin verbirgt sich ein beachtliches zukünftiges Kreditvolumen für die Banken und Wachstumschancen, die deutlich höher sind, als in anderen bereits touristisch modern erschlossenen Ländern !!
- Besonders aktiv sind derzeit aber einige Investmenthäuser. Es wird schon übereinstimmend davon ausgegangen, dass am 31. März die Weichen gestellt werden, dass Griechenland (und damit die Banken) den Status des "Entwickelten Marktes" noch 2026 erhalten wird. Und die Börse ist künftigen Ereignissen ja immer voraus. Das hat nun Sonnen- und Schattenseiten ......
....... JPMorgan weist darauf hin, dass ein solcher Wechsel auch bedeutet, dass aus den im Bereich der Schwellenländer weithin leuchtenden Banken Griechenlands (und wohl auch anderer Titel), wo die Nationalbank of Greece führend ist, dann, wenn sie im Entwickelten Markt aufgenommen sind, nur noch kleine, wenig hervorstechende Player sein werden. Die NBG so um die 50. Position im EU Bankenvergleich. Und wenn nur 4 oder 5 Aktien aus Griechenland am Zettel des MSCI World stehen, dann ist das nicht ausschließlich positiv für die Unternehmen und Aktiengesellschaften des ganzen Landes. Griechenland wird dann nicht unter den Schwellenländern ganz oben stehen, sondern eher die Größe und Bedeutung von Portugal oder Österreich haben, mit 5 bzw. 4 Titeln im MSCI World. Ganz interessant dazu der nachstehende Link:
www.bankingnews.gr/analyseis-ektheseis/...-will-punish-greece
........ Morgan Stanley sieht diese Situation ebenfalls. Allerdings wird dort darauf verwiesen, dass historisch gesehen zwar der Abfluss an Geld von jenen Investorengruppen und- Häusern, die in den Schwellenländern investiert sein wollen, auch Griechenland treffen wird und zwar mit berechneten - 2,36 Mrd. Zugleich schätzt Morgans Stanley aber auch den Zufluss von Investoren, die dann auch Griechenland in ihr Portfolio aufnehmen wollen, höher sein wird - der Zufluss wird mit + € 3,241 Mrd. berechnet. Macht also runde € 880 Mio auf der Habenseite aus. Davon ausgehend, dass es in Griechenland nur 4 oder 5 Unternehmen sein werden, die es ins oberste Segment des MSCI World schaffen, werden das vor allem die vier systemrelevanten Banken mit ihren aktuellen Potentialen sein. Womit ein Großteil der € 880 Mio eben dort aufgeteilt wird. Die Morgan Stanley Leute haben die Millionen für jede Bank geschätzt und geben der NBG den größten Antaeil und der EB das größte Entwicklungspotential.
Tja, und ich denke, das spricht sich halt jetzt schon herum und treibt die Kurse an, wie man täglich sieht. Würde man von der heutigen Situation ausgehen, dann wären meiner Ansicht nach die Kurse der Banken Griechenlands schon sehr überhitzt. Aber wer will angesichts solcher Hoffnungen, wie oben beschrieben, da verkaufen ?? Ich auch nicht !