George Bush sitzt in der Klemme


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Happy End:

George Bush sitzt in der Klemme

 
05.03.02 06:18
Bis Mittwoch muss der Präsident über Importzölle auf Stahl entscheiden / Streit mit EU absehbar  
   
Tausende Stahlarbeiter sind in der vergangenen Woche nach Washington gezogen, um Druck auf US-Präsident George Bush auszuüben. Sie fordern massive Importzölle, um die angeschlagenen heimischen Produzenten vor billigem Stahl aus dem Ausland zu schützen. US-Präsident George Bush sitzt in der Klemme. Denn im Wahlkampf hat er den Stahlarbeitern Hilfe versprochen. Wenn er die jedoch mittels höherer Zölle einlöst, schadet er nicht nur der stahlverarbeitenden Industrie in den USA, sondern provoziert auch einen schwerwiegenden Handelsstreit mit der Europäischen Union. Wenn er sein Wort bricht, droht den Republikanern bei den Kongresswahlen im November eine herbe Niederlage.

Der Countdown läuft: Bis zum 6. März hat George Bush Zeit, eine Entscheidung zu treffen. Die amerikanische Stahlindustrie fordert Importzölle von 40 Prozent sowie eine Übernahme der "legacy costs", der Kosten für die großzügig bemessenen Renten und die Krankenversicherungsbeiträge der etwa 600 000 ehemaligen Stahlarbeiter. Die Zahlungsverpflichtungen an die Ehemaligen machen viele Betriebe für mögliche Fusionen uninteressant. Allerdings rechnen Beobachter in Washington damit, dass der Präsident die von der Stahlindustrie geforderten zwölf Milliarden Dollar für die legacy costs nicht übernehmen wird.

Anders sieht es bei den Zöllen aus. Bush kann es sich politisch nicht leisten, die Wünsche der einflussreichen Stahllobby komplett zu ignorieren. Seine Präsidentschaft verdankt er nicht zuletzt den traditionell demokratischen Wählern in West Virginia. Sie haben bei den Präsidentschaftswahlen im vergangenen Jahr für Bush gestimmt, weil er ihnen Hilfen versprochen hat, zu denen sein demokratischer Vorgänger Bill Clinton nicht bereit gewesen war. Veärgert Bush jetzt die Wähler der Stahlstaaten, laufen die Republikaner Gefahr, bei den Kongresswahlen im Herbst die Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verlieren und sind ohne Chancen, den Senat wiederzugewinnen, den die Demokraten mit nur einer Stimme Mehrheit dominieren.

Bush muss abwägen zwischen politischem Machtgewinn und dem Schaden, den höhere Zölle sowohl in der US-Wirtschaft als auch im transatlantischen Verhältnis anrichten könnten. Die stahlverarbeitende Industrie wie etwa die Automobilhersteller üben ihrerseits Druck auf den Präsidenten aus. Ihr Argument: Steigende Stahlpreise würden in anderen Industrien mehr Arbeitsplätze kosten als sie in der Stahlbranche retten. Volkswirte des International Institute of Economics (IIE) kommen zu dem Ergebnis, dass Stahlzölle von 40 Prozent in der stahlverarbeitenden Industrie 100 000 Stellen vernichten würden. Höhere Stahlpreise könnten zudem eine Gefahr für den Aufschwung der US-Konjunktur darstellen, die gerade beginnt, erste Anzeichen für ein Ende der Rezession zu liefern.

Die meisten Beobachter gehen deshalb davon aus, dass Bush die Zölle um etwa 20 Prozent anheben wird. Es wird einige Handelsbeschränkungen geben, aber nicht annähernd so viele, wie die Stahlindustrie fordert, so glaubt Gary Hufbauer vom IIE. Daniel Griswold vom Cato Institute erwartet einen Mix aus Zöllen und Quoten. "Quoten sind normalerweise noch schädlicher", so erklärt er. "Aber wenn sie groß genug angesetzt werden, ist ihr Einfluss minimal."

Ganz gleich, wie hoch Zölle ausfallen, sie würden vermutlich in jedem Fall eine Klage vor der Welthandelsorganisation (WTO) nach sich ziehen. Besonders die EU würde stark unter der Abschottung leiden: Wenn die USA ihre Grenzen für ausländischen Stahl dicht machen, drohen die überschüssigen Mengen auf den europäischen Markt zu schwappen und dort das Preisgefüge kaputt zu machen. Der EU-Botschafter in Washington, Günther Burghardt, hat kürzlich auf einer Veranstaltung zum Thema Handel unmissverständlich klar gemacht, was die EU von Importrestriktionen hält: "Wenn die Stahlproblematik in diesem Land falsch angepackt wird, wird das großen Schaden anrichten." Die EU habe es schließlich auch geschafft, ihre Stahlindustrie zu konsolidieren, ohne die Last auf ausländische Produzenten abzuwälzen.  
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Pieter:

Die Antwort der EU kann doch nur wie folgt sein.

 
05.03.02 08:29
Kalifornischer Wein, wozu, in Europa wird genug Wein erzeugt.
-->  200% Importsteuer auf Amerikanischen Wein.
American Beer, wozu, in Deutschland wird das weltbeste Bier gebraut und in reichlicher Menge.
-->  200% Importsteuer auf American Beer.
Amerikanische Strassenkreutzer, wozu, Deutschlands Strassen sind eh überfüllt, da ist kein Platz für diese Riesenschlitten.
--> 100% Importsteuer und bitte eine monatliche Platzmiete
auf Deutschen Strassen von sagen wir mal 100€ je qm.
Speicherchips von Micron, wozu, gibt in Europa Hersteller von besseren Speicherchips und deren Fabriken sind stark unterausgelastet.
--> 200% Importzölle auf amerikanische Halbleiterbauteile
Benutzung von Militärstützpunkten in Europa und Luftbasen für Kriege in Nahost und Fernost.
--> wegen erheblicher Lärmbelastung und Luftverschmutzung
10000€ Überfluggebühr für jedes amerikanische Militärflugzeug, das in Ramstein startet oder landet. Finde das sogar noch billig.
Amerikanische Touristen in Europa, wozu, die nehmen nur den Einheimischen den Platz auf Festen, in Lokalen und Sehenswürdigkeiten weg.
--> 20€ Kurtaxe pro Tag für jeden amerikanischen Touristen

Und die Liste kann beliebig weitergehen.

Ich weis nicht, was den Ami immer veranlasst, schnell Strafzölle zu erheben um der eigenen Wirtschaft Vorteile zu verschaffen. Gerade die Amis sind es doch, die ständig in aller Welt unbeschränkten Zugang ihrer Produkte auf den Märkten fordern und dafür sogar Handelskriege anfangen.
Für mich sind Amis total gespaltene Wesen, alles für Amerika - der Rest der Welt ist für die allenfalls lästiges Beiwerk.

Pieter
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sv.Spielkind:

Bush verhängt Stahl-Importzölle von bis zu 30%

 
06.03.02 01:16
FOKUS 3-Bush verhängt Stahl-Importzölle von bis zu 30 Prozent  

(Neu: Ankündigung Bushs, EU-Reaktion)

Washington, 05. Mär (Reuters) - US-Präsident George W. Bush hat am Dienstag erwartungsgemäß zum Schutz der US-Stahlbranche Importzölle von bis zu 30 Prozent für die meisten Stahlerzeugnisse verhängt. Damit zeichnet sich ein Handelsstreit unter anderem zwischen den USA und der EU ab. Die EU kündigte unmittelbar Beschwerde gegen die Zölle bei der Welthandelsorganisation (WTO) an.

www.sharper.de/sharperweb/fn/sharp/SH/0/...ntext/HO/index.html

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hjw2:

Wo bleibt die Globalisierung..?? *g* o.T.

 
06.03.02 03:11
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Timchen:

Das ist doch Globalisierung

 
06.03.02 08:06
Der Stärkere gewinnt auf Kosten des Schwächeren.

Allerdings nur solang bis sich alle Schwachen zusammenschliesen.
so wars es zumindest bisher in der Geschichte mit früheren Globalisierungsversuchen.

Timchen
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ecki:

Was ist mit Landwirtschaft?

 
06.03.02 08:43
Zölle gibt für alles wo man jeweils schwach ist.
Die Globalisierung geht soweit, wie sie zum eigenen Vorteil ist. Da wo z.B. die 3. Welt konkurrenzfähig ist werden die Märkte mit Zöllen und SUbventionen plattgemacht.
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hjw2:

ecki wie immer , kurz knapp treffend..*g* o.T.

 
06.03.02 08:56
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ecki:

Ach wie schön, ein Handelskrieg! Genau das richitg

 
06.03.02 14:17
e für die Börse!

Wahrscheinlich hat Bush gestern puts gekauft.....
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Seth Gecko:

bisher ist Bush doch in jedes diplomatische

 
06.03.02 14:42
Fettnäpfchen getreten, und hätte es die Anschläge des 11. September nicht gegeben, würden wir uns alle daran erinnern können:
Erst der Streit mit China, dann der Quasi-Ausstieg aus dem Umweltschutz, seine beleidigende und gleichzeitig beleidigte Haltung gegenüber der Deutschen Regierung, unausgegorene Rhetorische Ausrutscher über den Sinn der Todesstrafe u.v.m. Und jetzt will er beweisen, wieviel marktwirtschaftliches Gespür er hat. Nunja, der Erfolg wird ihm wie immer Recht geben. Im Falle eines Mißerfolgs braucht er dann nur wieder neue Kriegsängste zu schüren, und sich als amerikanischer Patriot zu profilieren.

cu, seth
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spucky:

Pieter 100 % agree * endlich sollte mal jemand

 
06.03.02 14:58
die Klappe aufmachen und nicht ständig so kuschen vor Amerika.
Amd und Intel produzieren ja in malaysia ;-)
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physik:

Der Mann ist schlicht kurzsichtig.

 
06.03.02 15:08
Die Importzölle auf europäischen, billigen, Stahl werden die Herstellung von Halbzeugen verteuern.
In den USA werden Autos, Maschinen, etc... durch dieses Embargo deutlich teurer. Ob er das alles bis zu Ende durchgerechnet hat? (na, er NATÜRLICH nicht... aber seine Berater?)
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ecki:

30% Zoll auf Boeing androhen. Oder MSFT.

 
06.03.02 15:11
Die würden Bushs Maßstäbe wahrscheinlich schnell zurechtrücken.

Jaja, bis zum 11.9.2001 galt Bush junior als der schwächste Präsi, den Amerika jemals hatte....
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ribald:

Wahlversprechen! Konsequent? Vertritt - wie

 
06.03.02 15:14
Schröder (*ggg*) - nur die eigenen Interessen.
Die Wähler werden es ihm danken.

Die höheren Zölle sollen für drei Jahre in Kraft bleiben. Betroffen sind vor allem die EU, China, Taiwan und Südkorea. Durch die künstliche Verteuerung ausländischer Stahlprodukte will Bush die schwächelnde einheimische Branche stärken. Dort feiert man die Entscheidung der Regierung: Thomas Usher, Verwaltungsratsvorsitzender von US Steel Corp, Amerikas größtem Stahlproduzenten: "Das ist nicht nur für die Industrie wichtig, sondern auch für unsere Volkswirtschaft und unsere nationale Sicherheit."


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Droopy:

Bush will am 23 Mai nach Berlin kommen,hoffentlich

 
06.03.02 15:24
wird dem dann ein heisser Empfang geboten.Aber wahrscheinlich wird sowieso alles so gesteuert,dass keinerlei Unmutsbezeugungen an Bush heran kommen.Der Schröder traut sich sowieso nichts zu sagen,diese Arschkriecherei bei den Amis geht mir gewaltig auf den Sack!
Gruß Droopy
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Timchen:

Die Amis sitzen auch am längeren Hebel

 
06.03.02 18:51
Schröderman wird sich schon zurückhalten. Schliesslich
will er ja nochmal gewählt werden. Die Steuer
auf Stahlprodukte trifft uns wenig.
Bei einem Handelskrieg sitzen aber die Amis am längeren
Hebel, zumal Schröder ja auf den Wirtschaftsaufschwung in
den USA wartet, damit die Jungs dort unseren Karren aus dem Dreck ziehen.

Also nun mal nicht zu vorlaut werden, wenn der Papa noch ein Eis
spendieren soll.

Timchen
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hjw2:

Wir sind halt eine Provinz der Amis..

 
06.03.02 19:05
wenn sich die Europäer endlich einig wären, sässen sie am längeren Hebel..
aber so geht der Statthalter Schrödiman schön bei Fuss..

Weil er hat verstanden...wer nicht für uns ist, ist gegen uns..hehe
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