Gut zusammengefasst.
Ich sehe es im Moment jedoch nicht ganz zu schwarz wie du.
Just entwickelt sich derzeit wirklich gut. Wenn die weiter wachsen und schon in 2026 profitabel sind und auch weiter profitabel wachsen, dann ist das eine gute Ausgangsbasis.
D&PD schrumpft seit Jahren und verliert dadurch immer mehr an Bedeutung. Hier werden ja auch schon Stellen abgebaut. Klar ist das immer noch der mit Abstand größte Bereich, aber Just wächst schon sehr stark.
Hier ein Auszug aus dem 9-Monats-Bericht:
"Mitarbeiter
Die Evotec-Gruppe mit Hauptsitz in Hamburg beschäftigt zum 30. September 2025 weltweit 4.788 Mitarbeiter (31. Dezember 2024: 4.827 Mitarbeiter), was einem leichten Rückgang gegenüber dem
Vorjahresende entspricht. In Summe waren 4.043 Mitarbeiter in unserem Segment D&PD (31. Dezember
2024: 4.201) und 745 im Segment JEB (31. Dezember 2024: 626) beschäftigt. Insgesamt ging die Zahl der
Mitarbeiter aufgrund organisatorischer Anpassungen und Effizienzmaßnahmen zurück, welche an
verschiedenen Standorten umgesetzt wurden. Eine Ausnahme von diesem Trend bilden unsere beiden JEB-Gesellschaften, die einen Personalzuwachs verzeichneten. "
Im Bereich Just hat man 119 Mitarbeiter hinzugewonnen. In den anderen Bereichen somit 158 Mitarbeiter weniger. Da muss sicher noch mehr passieren, aber es ist nicht so, dass man hier gar nichts macht. Ich denke, der neue Vorstand geht in die Richtung, die du auch angesprochen hast. Nur wirken sich solche Maßnahmen leider nicht immer sofort sichtbar aus. Das braucht eine gewisse Zeit.
Ebenfalls aus dem 9-Monatsbericht:
"...Kosteneinsparungen liegen im Plan (verbleibende „Priority Reset“-Initiativen umgesetzt, disziplinierte Ausgaben und eingeschränkte Einstellungsaktivitäten) und werden vermutlich zu einer Kostensenkung von insgesamt mehr als 60 Mio. € in 2025 führen..."
Du hast geschrieben:
"Mit 750 Mio € Jahresumsatz muss Evotec nachhaltig mindestens 150 Mio € EBITDA (= 20% EBITDA-Marge) erwirtschaften können. Die für 2028 avisierte 20%-Marge darf nicht erst bei 1 MRD oder mehr Jahresumsatz erreicht werden! "
Also ehrlich gesagt nehme ich auch eine 20% Marge bei 1 Mrd. Euro Umsatz. Mir ist es egal, ob man 20% Marge bei 750 Mio. Euro , bei 1 Mrd. Euro oder bei 1,5 Mrd. Euro Umsatz erziel. Die Marge muss generell passen. Das Geschäftsmodell muss so sein, dass die Marge generell gehalten werden kann. Man darf halt keine Aufträge mehr annehmen, die die Marge massiv drücken. Ich bin aber optimistisch, dass man das mittlerweile erkannt hat.
Du hast zudem geschrieben, dass die Aktionäre derzeit mit Ausblicken auf 2030-2025 vertröstet werden. So sehe ich das nicht. Im 9-Monatsbreicht wird immer auf das Jahr 2028 verwiesen. Soweit ist das ja nicht mehr weg. Bis dahin will man vom Umsatz her mit 8-12% im Schnitt wachsen und in 2028 eine EBITDA-Marge von über 20% erreichen.
Ob man glaubt, dass die das erreichen, ist jedem selbst überlassen. Aber das sind die aktuellen Prognosen, die man ausgegeben hat und bei denen man angeblich noch im Plan liegt. Was den Umsatz angeht, hege ich meine Zweifel. Aber das ist nur meine Meinung.
Naja, mal abwarten. Ich bin derzeit verhalten optimistisch. Der Sandoz Deal verschafft dem Management Zeit. Die muss man nun aber auch nutzen.