Gelber LKW beim Transport von Rohstoffen im Tagebau.
Quelle: - ©unsplash.com
Google
Nicolas Fuchs Nicolas Fuchs
Nicolas Fuchs Nicolas Fuchs
Nicolas ist seit 2016 Redakteur bei ARIVA.DE. Seine Expertise in der technischen Analyse und sein Engagement für genaue Prognosen machen ihn zu einer wertvollen Ressource für die Community, die auf aussagekräftige News angewiesen ist.

 | 
aufrufe Aufrufe: 4294

Rohstoffparadies Grönland: Investoren treiben Bergbauaktien auf neue Höchststände

Die Aktien von Bergbauunternehmen mit Projekten in Grönland haben im Jahr 2026 teils massive Kursgewinne erzielt. In einigen Fällen lagen diese teilweise über 150 %. Geopolitische Spannungen und das zunehmende Interesse an kritischen Mineralien treiben die Dynamik auf der arktischen Insel an.
play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern
Für dich zusammengefasst:
Hinweis
Brunswick Exploration 0,152 € Brunswick Exploration Chart -0,65%
Zugehörige Wertpapiere:
Critical Metals Corp 10,70 € Critical Metals Corp Chart -3,60%
Zugehörige Wertpapiere:
Eclipse Metals 0,0105 € Eclipse Metals Chart -12,5%
Zugehörige Wertpapiere:
Energy Transition Minerals Ltd 0,066 € Energy Transition Minerals Ltd Chart -5,17%
Zugehörige Wertpapiere:

Grönland im Fokus: Bergbauaktien steigen 2026 deutlich

Die geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung Grönlands hat im Jahr 2026 schlagartig zugenommen und mit ihr das Anlegerinteresse an Bergbauunternehmen mit Projekten auf der größten Insel der Welt. Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen und des steigenden Bedarfs an kritischen Mineralien wie Germanium, Gallium und Seltenen Erden haben die Aktien dieser Unternehmen deutliche Kursgewinne verzeichnet. Die Performance reicht von moderaten einstelligen Zuwächsen bis zu Steigerungen von über 150 %.

Besonders auffällig ist die Entwicklung der Critical Metals Corp, deren Aktien seit Jahresbeginn um 158 % gestiegen sind. Ebenfalls überdurchschnittlich stark performten Energy Transition Minerals, Brunswick Exploration und 80 Mile, die jeweils mehr als 70 % zulegten. Eclipse Metals (+29 %), GreenRoc Strategic Materials (+30 %) und Amaroq (+6 %) konnten ebenfalls von der gestiegenen Aufmerksamkeit profitieren.

Politischer Hintergrund: Spannungen zwischen den USA und Europa

Das geopolitische Interesse an Grönland ist kein neues Phänomen, hat sich jedoch im Januar 2026 deutlich verschärft. Nach der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro am 3. Januar durch US-Streitkräfte intensivierten die USA ihre außenpolitische Rhetorik gegenüber Grönland. Regierungsvertreter betonten die strategische Relevanz der Insel im Hinblick auf nationale Sicherheitsinteressen sowie die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe.

Die USA haben in den vergangenen Jahren ihr Interesse an einem möglichen Erwerb oder zumindest strategischen Zugang zu Grönland  unter Berufung auf Sicherheits- und Rohstofffragen mehrfach bekräftigt. Donald Trump hatte während seiner Amtszeit bereits öffentlich den Kauf der Insel angeregt. Mike Waltz, ehemaliger nationaler Sicherheitsberater, konkretisierte Anfang 2025, dass es den Vereinigten Staaten primär um den Zugang zu kritischen Mineralien gehe.

Grönlands strategische Rohstoffe im Zentrum der Aufmerksamkeit

Grönland verfügt über zwei der größten bekannten Vorkommen Seltener Erden weltweit. Diese Materialien sind unverzichtbar für Hightech-Anwendungen wie Elektrofahrzeuge, Windturbinen und KI-Chips. Der Klimawandel, der das grönländische Inlandeis abschmelzen lässt, macht die bislang schwer zugänglichen Vorkommen zunehmend erreichbar.

Obwohl laut dem Think Tank Center for Strategic and International Studies (CSIS) derzeit noch kein aktiver Abbau von Seltenen Erden in Grönland stattfindet, sehen Investoren ein enormes Potenzial. Der Abbau wird aktuell vorbereitet, und mehrere Unternehmen haben Explorationserfolge sowie Machbarkeitsstudien präsentiert.

Die aktuelle Marktdynamik wird zusätzlich durch die globale Abhängigkeit von China bei der Versorgung mit Seltenen Erden verstärkt. Im Jahr 2024 entfielen laut Statista rund 70 % des weltweiten Abbaus auf China. Angesichts geopolitischer Risiken – insbesondere Chinas Exportrestriktionen für Germanium und Gallium – gewinnt Grönland als alternative Quelle an Bedeutung.

Unternehmensentwicklungen im Überblick

  • Critical Metals Corp profitiert besonders stark vom geopolitischen Momentum. Das Unternehmen arbeitet derzeit an der Errichtung einer Anlage zur Gewinnung schwerer Seltenerdelemente (HREE). Diese werden für besonders anspruchsvolle Anwendungen wie KI-Rechenzentren und Elektrofahrzeuge benötigt. CEO Tony Sage gab gegenüber CNBC an, dass trotz geopolitischer Unsicherheiten keine Beeinträchtigung der Planungen erwartet werde.

  • Amaroq, das 2025 noch einen Kursrückgang von 5 % verzeichnete, ist 2026 mit einem leichten Plus von 6–7 % in das Jahr gestartet. CEO Eldur Ólafsson berichtete jüngst von einem Germanium- und Galliumfund in kommerziellen Mengen. Beide Elemente sind für Hochleistungshalbleiter essenziell. Besonders relevant: China hat ab 2025 ein Exportverbot für diese Metalle erlassen. Die US-Regierung prüft laut Ólafsson aktuell Investitionsmöglichkeiten in Amaroq-Projekte.

  • Eclipse Metals Ltd, mit einer Kurssteigerung von über 300 % im Jahr 2025, kann 2026 mit moderateren, aber weiterhin positiven Zuwächsen von rund 29 % aufwarten. Auch hier stehen kritische Mineralien im Mittelpunkt der Aktivitäten.

  • Energy Transition Minerals, Brunswick Exploration und 80 Mile sind vor allem in der Exploration tätig und verzeichnen durch das gestiegene Rohstoffinteresse ebenfalls hohe zweistellige Kurszuwächse.

Skepsis aus der Wissenschaft

Trotz der positiven Kursentwicklungen mahnen Fachleute zur Vorsicht. Prof. John Mavrogenes von der Australian National University bezeichnete die Vorstellung, Grönland könne kurzfristig als Rohstoffquelle große Mengen an Seltenen Erden liefern, als „absurd“. Die geologischen, logistischen und ökologischen Herausforderungen seien erheblich, ebenso wie der Kapitaleinsatz, der für den kommerziellen Abbau erforderlich ist.

Ausblick

Die Dynamik um grönländische Bergbauaktien zeigt, wie eng geopolitische Entwicklungen und wirtschaftliche Interessen miteinander verwoben sind. Während kurzfristige Produktionsmengen weiterhin unklar bleiben, setzen Anleger offensichtlich insbesondere zur Reduktion der Abhängigkeit von China auf das langfristige Potenzial Grönlands als strategische Rohstoffquelle.

Die kommenden Monate werden zeigen, inwieweit sich erste Explorations- und Bauphasen zu produktiven Förderstätten entwickeln können. Sollte es Unternehmen wie Critical Metals oder Amaroq gelingen, den operativen Übergang zur Produktion zu realisieren, könnte dies Grönland tatsächlich zu einem geopolitischen Rohstoff-Knotenpunkt machen. Der zunehmende EInfluss der USA werden hierbei vermutlich der entscheidende zu beobachtendeFaktor bleiben.


Für dich aus unserer Redaktion zusammengestellt

Dein Kommentar zum Artikel im Forum

Jetzt anmelden und diskutieren Registrieren Login

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend