Wie Reuters berichtet verschärfen die Vereinigten Staaten ihren wirtschaftspolitischen Kurs gegen Chinas Dominanz bei kritischen Mineralien und setzen dabei erstmals auf koordinierte Mindestpreise und einen bevorzugten Handelsblock mit Verbündeten.
US-Vizepräsident JD Vance stellte am Mittwoch, nach einem Treffen mit mehreren Ländern, ein Konzept vor, das die globalen Lieferketten für Rohstoffe wie Lithium, Nickel und Seltene Erden grundlegend verändern könnte. Ziel ist es, westliche Produzenten vor billigem chinesischem Angebot zu schützen und private Investitionen in neue Minen und Verarbeitungsanlagen anzuschieben.
Parallel dazu hatte Präsident Donald Trump bereits am Montag das strategische Rohstofflager "Projekt Vault" ins Leben gerufen. Es soll mit 10 Milliarden Dollar (Dollarkurs) der US-Export-Import-Bank sowie weiteren 2 Milliarden Dollar aus privaten Mitteln ausgestattet werden.
Warum Washington jetzt eingreift
China kontrolliert große Teile der globalen Verarbeitung kritischer Mineralien – ein Machtfaktor, den Peking zunehmend als geopolitisches Druckmittel nutzt. In der Vergangenheit kam es wiederholt zu Exportbeschränkungen, Preismanipulationen und Marktverzerrungen.
Vance machte deutlich, dass die USA verhindern wollen, dass "billige kritische Mineralien heimische Hersteller unterbieten". Geplant sind Referenzpreise entlang der gesamten Produktionskette, die für Mitglieder des neuen Handelsblocks als Untergrenze gelten sollen – abgesichert durch flexible Zölle.
Aktien fallen trotz milliardenschwerer Unterstützung
Die Börse reagierte zunächst negativ auf die neuen Pläne. Mehrere US-Rohstoffunternehmen verzeichneten deutliche Kursverluste. MP Materials, Critical Metals, NioCorp Developments, USA Rare Earth brachen zwischen drei und acht Prozent ein.
Investoren fürchten kurzfristig steigende Kosten, politische Unsicherheit und mögliche Vergeltungsmaßnahmen Chinas. Langfristig soll der Plan jedoch genau das Gegenteil bewirken: stabile Preise, bessere Investitionsbedingungen und eine eigene westliche Rohstoffindustrie.
Globale Lieferketten vor dem Umbau
Washington hofft, dass garantierte Mindestpreise endlich Projekte rentabel machen, die bisher an Chinas Dumpingpreisen scheiterten. Damit könnten neue Minen, Raffinerien und Verarbeitungsanlagen in Nordamerika, Europa und Partnerstaaten entstehen.
Kurzfristig dürften jedoch Produktionskosten steigen – was Autohersteller, Chipkonzerne und Rüstungsfirmen belasten könnte. Chinas Exportkontrollen im vergangenen Jahr hatten bereits Produktionsstopps bei westlichen Autobauern ausgelöst und Investitionspläne in den USA verzögert.
Diplomatische Spannungen nehmen zu
An dem Treffen in Washington nahmen unter anderem Deutschland, Japan, Südkorea, Indien, Australien, Thailand und die Demokratische Republik Kongo teil – ein klares Signal für eine internationale Koordination gegen Chinas Marktmacht.
Die USA leiten eine neue Phase des Rohstoff-Wirtschaftskriegs ein. Mindestpreise und Handelsblöcke sollen Chinas Dominanz brechen und westliche Lieferketten absichern – doch kurzfristig drohen höhere Kosten und stärkere Marktschwankungen.
Für Anleger bedeutet das: Die Branche bleibt strategisch hochrelevant, aber politisch extrem volatil. Kursrückgänge könnten Chancen bieten, doch der Umbau der Rohstoffmärkte wird nicht ohne Turbulenzen verlaufen.
Redaktion Ariva/MW
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