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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender DAX-Kurs | 5,00 | 10,00 | 15,00 | |
| Fallender DAX-Kurs | 5,00 | 9,99 | 15,04 | |
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Sorry, im Eröffnungsbeitrag kam der Text nicht mit. Hier also nochmal von vorn:
Im März 2020 eröffnete ich bereits über das Onvista-Forum diesen Thread zum Thema "Frontier Markets und EM bonds". Nachdem ich inzwischen mit einer neuen ID über Ariva hier unterwegs bin und den Thread (nur) so auch einem Unterforum zuweisen kann, werde ich diesen nicht länger fortsetzen, sondern eröffne stattdessen diesen hier.
Anlaß waren ein heute getätigter Nachkauf dieses ETF für mein Depot sowie dieser vor ein paar Tagen veröffentlichte Bericht hier:
Interessant finde ich u.a. den darin erwähnten Umstand, daß es in den letzten 10 Jahren zu einer spürbaren Diversifizierung in diesem Bereich kam, weil sich immer mehr Erstemittenten dafür qualifizieren.
Auch wenn der ETF kurstechnisch unterm Strich bisher langweilig verlaufen ist, so sorgten seine Ausschüttungen immerhin dafür, daß ich der Inflationsrate damit standhafter die Stirn bieten konnte als ein Tagesgeldkonto.
Dem oben verlinkten Artikel zufolge ist den Frontier Markets ein "außergewöhlicher Anstieg des wahrgenommenen Ausfallrisikos" eingepreist. Unterm Strich hätten diese die Corona-Krise jedoch gut überdauert und man gehe davon aus, daß sie sich auch weiterhin resilient zeigen werden. Die Autoren sind optimistisch, was die weitere Entwicklung dieser speziellen Anlageklasse betrifft und halten deren aktuelle Bewertungen für "bemerkenswert".
Ich sehe das ähnlich und gehe daher gedanklich long mit meinem Bestand.
Reuters machte in diesem englischsprachigen Artikel bereits am 23. April 2021 auf die sich damals bereits abzeichnende, positive Entwicklung für Frontier Market-Anleihen aufmerksam.
""Frontier Markets sind dort, wo wir mehr Wert, positivere idiosynkratische Geschichten und Renditen sehen, die hoch genug sind, dass 25-50 Basispunkte (Änderung) der Renditen von US-Staatsanleihen keine Rolle spielen. Während in liquideren Märkten 50 Basispunkte bei US-Staatsanleihen keine Rolle spielen können einen großen Unterschied machen", sagte Saad Siddiqui, Stratege bei JPMorgan, das aus Ägypten und Ghana besteht."
(Übersetzung: Google translate)
Ich selbst bespare den ETF von JP Morgan seit Januar 2020. Bisher steht der Kurs mit schwachen 0,55% im Plus, hinzu kommt eine (Gesamt-)Dividendenrendite von 2,27%, die aber noch etwas steigen wird, da jetzt deutlich mehr Stücke im Depot liegen. Das ist natürlich nicht wirklich umwerfend, aber wie gesagt: er ist auch nur als Beimischung zur Diversifikation und nicht als Kursrakete gedacht.
Ein Blick auf das aktuelle ETF-Portfolio zeigt, daß man hier nicht nur Zugang zu relativ "exotischen" Regionen, sondern auch zu etlichen Lokalwährungen hat, die zumeist nicht mit US-Dollar oder Euro korrelieren.
Daß man hier nicht die Sicherheit von US Treasury Bonds oder deutschen Staatsanleihen hat, ist seinen Anlegern hoffentlich sonnenklar. Während der Coronakrise ist er in 2020 auch ordentlich abgestürzt, konnte sich dann aber wieder stetig erholen und momentan zeigt die Kursbewegung leicht nordwärts.
Nach wie vor bin ich entschlossen, ihn mit an Bord zu behalten und hofffe, daß er seinen bescheidenen Beitrag dazu leisten wird, das Depotschiff auf Kurs zu halten, auch wenn die Marktwellen mal wieder höher werden.
Schwellenländeranleihen sind eine kaum erforschte und zu wenig beachtete Anlageklasse, die das Potenzial für Rendite und Diversifizierung bietet. In diesem Gespräch mit Mike Corcoran von Institutional Investor teilt William Blair EMD-Fondsmanager Jared Lou seine Einschätzung.
Ein aktueller Ausblick von William Blair Investment Management auf die Aussichten für Schwellenländeranleihen - wenn auch nicht speziell für unseren ETF hier:
https://e-fundresearch.com/newscenter/...der-anlegerstimmung-in-sicht
"Im Anleihebereich bevorzugen wir Schwellenlandanleihen in Landeswährung, da sich die Zentralbanken dem Ende ihrer Zinserhöhungszyklen nähern und möglicherweise die Zinsen senken."
Die US-Wirtschaft verliert an Schwung, aber immerhin konnte Europa die drohende Rezession vermeiden. Schwellenländeranleihen bietet jetzt attraktive Bewertungen, wobei bestimmte Anleihen so günstig sind wie seit 20 Jahren nicht mehr, berichten die Spezialisten von Candriam.
"Becker: Die Aussichten für die Renditen von Schwellenländeranleihen im Jahr 2023 sind überwiegend positiv, da die Ausgangsrenditen in vielen Bereichen des Marktes attraktiver sind als in der Zeit unmittelbar nach der Pandemie. Vieles spricht dafür, dass wir 2023 sowohl in Hartwährung als auch in lokaler Währung deutlich bessere Renditeergebnisse erwarten dürfen als 2022 – vorausgesetzt es kommt nicht zu einer ausgeprägten globalen Rezession oder einer Krise in einem wichtigen Schwellenland. "
Mehr unter https://www.private-banking-magazin.de/...eihen-capital-group-global/
Bleiben Emerging-Market-Anleihen langfristig interessant? Die guten Konjunkturdaten wichtiger Schwellenmärkte, die hohen Einstiegsrenditen und die günstigen Wechselkurse bei Lokalwährungstiteln dürften Kursschwankungen abfedern, sagen Kirstie Spence und Koon Chow, Anleihenspezialisten bei Capital Group.
In den vergangenen zehn Jahren sind Schwellenländer als Anlageklasse erheblich vorangekommen. Michaël Vander Elst und Hugo Verdière, Co-Manager der Emerging-Market-Debt-Strategie bei DPAM, beurteilen die wichtigsten Veränderungen – und wie Anleger jetzt davon profitieren.
DPAM | 13.06.2023 10:37 Uhr
Ab min 9:56 kommt Investor Sven Hellweg (als Vertretung unterwegs auf dem YT-Kanal von Lars Erichsen) hier konkret auf den ETF iShares J.B. Morgan EM Local Government Bond UCITS mit der ISIN IE00B5M4WH52 (WKN A1JADV) zu sprechen. Anders als meiner (s. Titel) notiert der aber nicht in USD, sondern in Lokalwährung. Ab min 10:45 erklärt er auch, warum er darauf besonderen Wert lege.
In den Kommentaren unter diesem Clip findet sich u.a. einer von User "@Mondknall" vom 13.7.2023, der darauf erwidert er habe die USD-Variante und wolle eben gerade keine lokalen Währungen als Anleihe. Zwar habe es Phasen gegeben, wo diese gegenüber dem USD gewonnen haben, aber diese dürftendeutlich in der Minderheit sein. Komme es erst mal zur Abwertung gegenüber dem USD, dann gern im zweistelligen Prozentbereich...
Alles kann, nichts muß. Ich bin weiterhin in der USD-Variante investiert und bleibe long damit.
"Angesichts des hohen Niveaus der nominalen und realen Renditen könnten Anleger 2023 gut belohnt werden. Dazu müssten sie Engagements in ausgewählten Lokal- und Hartwährungsanleihen aus Schwellenländern beibehalten, in denen die politischen Rahmenbedingungen belastbar sind und die makroökonomischen Fundamentaldaten einigermaßen solide sind.
In dieser Hinsicht bevorzugen wir Lokalwährungsanleihen aus Mexiko, Brasilien, Indonesien, Südafrika und einer Reihe von auf US-Dollar lautenden Anleihen aus Frontiermärkten wie Angola und der Elfenbeinküste. Wir sehen auch einen gewissen Wert an den mitteleuropäischen Anleihen- und Devisenmärkten. Allerdings ist ein überzeugender Höhepunkt der Inflation in Osteuropa erforderlich, damit wir dieser Region 2023 eindeutig optimistisch gegenüberstehen."
Staatsanleihen der Schwellenländer sind für risikofreudigere Anleger als Portfoliobeimischung interessant. So bieten 10-jährige Staatspapiere in Indien immer noch Renditen von rund sieben, in Mexiko und Brasilien sogar von neun und zehn Prozent.
Dass sich der Desinflationstrend auch in den Emerging Markets fortsetzt, spricht perspektivisch ebenso für ein Ende der dortigen geldpolitischen Restriktion. So hat die brasilianische Notenbank seit Sommer 2023 den Leitzins bereits um 2,5 Prozentpunkte gesenkt. Positive Ausstrahleffekte auf Anleihekurse sind zu erwarten.
Auszug aus:
Auf die Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen dürfte eine beträchtliche Volatilität zukommen. Umsichtigen Investoren bieten sich jedoch lohnende Möglichkeiten, sagt Mary-Therese Barton, Chief Investment Officer Fixed Income bei Pictet Asset Management.
https://www.dasinvestment.com/...kets-festverzinsliche-anlagen-fixed/
Die Weltordnung in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts wird auf den Kopf gestellt. Diese Umwälzung dürfte sich positiv auf die Schwellenländer und damit auf Investoren in die Anleihen dieser Länder auswirken.
Pictet Asset Management | 17.07.2024 10:42 Uhr
9. Oktober 2024
Eine Scope-Studie zeigt: Die Währungswahl entscheidet über Erfolg oder Mittelmäßigkeit bei Schwellenländeranleihen. Das sind die Gründe und die besten Dauerläufer-Fonds.
Von Christoph Fröhlich11.04.2025
https://www.dasinvestment.com/...2025-anleihenfonds-emerging-markets/
Hier kommt eine Einschätzung von ChatGPT:
"Analyse und Einschätzung des iShares J.P. Morgan USD Emerging Markets Bond UCITS ETF (IE00B2NPKV68)
Der ETF mit der ISIN IE00B2NPKV68 bildet einen Index aus auf US-Dollar lautenden Staatsanleihen von Schwellenländern ab. Er bietet eine überdurchschnittliche laufende Verzinsung von derzeit ca. 5–6 % jährlich bei monatlicher Ausschüttung. Die langfristige Performance ist dagegen verhalten: In den letzten 5–10 Jahren lag die durchschnittliche Gesamtrendite bei rund 1,7–1,9 % p.a., was auf Kursverluste in Phasen steigender Zinsen zurückzuführen ist.
Die Duration beträgt rund 6,9 Jahre, was eine hohe Zinssensitivität bedeutet. Das bedeutet: Bei Zinsanstiegen drohen deutliche Kursverluste. Die Volatilität ist mit ca. 9–10 % (3–5 Jahre) überdurchschnittlich für einen Renten-ETF. Der maximale Rückschlag innerhalb der letzten Dekade lag bei etwa –27 %. Der ETF enthält etwa ein Viertel Hochzinsanleihen (Non-Investment Grade) und ist somit kreditrisikobehaftet. Gleichzeitig ist er breit diversifiziert auf viele Länder mit jeweils kleinen Einzelgewichtungen.
Langfristig hängt die Entwicklung des ETFs stark von zwei Faktoren ab: der Zinsentwicklung in den USA (und dem US-Dollar im Allgemeinen) sowie der Stabilität der Schwellenländer. Bei fallenden Zinsen und verbesserter Risikobereitschaft an den Kapitalmärkten ist eine positive Entwicklung des ETFs realistisch, da sowohl Kursgewinne als auch laufende Zinserträge möglich sind. Bei anhaltend hohen oder weiter steigenden Zinsen drohen dagegen Kursverluste, die den Ertrag neutralisieren können.
Ein Nachkauf ist dann sinnvoll, wenn der ETF im Depot als langfristige, klar begrenzte Beimischung (z. B. <5 %) eingesetzt wird und der Anleger mit der inhärenten Volatilität umgehen kann. Besonders attraktiv ist die aktuelle Einstiegssituation durch die hohe laufende Verzinsung, allerdings ist ein Teil der künftigen Zinssenkungen am Markt bereits eingepreist. Die Risiken in Schwellenländern – inklusive politischer Krisen oder Zahlungsausfälle – sind real, aber durch die breite Streuung reduziert.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Für risikobewusste Anleger mit längerem Zeithorizont, die ihr Portfolio um eine nicht korrelierte Ertragsquelle ergänzen wollen, kann der ETF bei aktueller Bewertung eine sinnvolle taktische Position darstellen. Wer hingegen Wert auf Kapitalstabilität oder geringe Volatilität legt, sollte einen solchen Nachkauf unterlassen. Ein rationaler, anteilsmäßig kleiner Ausbau ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen vertretbar."
Wann der EM-Anleihe-ETF IE00B2NPKV68 am besten laeuft
Dieser ETF laeuft am besten in ganz bestimmten Marktphasen. Es ist kein Dauerlaeufer, sondern ein Zyklusprodukt.
Am besten laeuft er, wenn mehrere Punkte zusammenkommen:
Fallende oder stabil niedrige US-Zinsen
Das ist der wichtigste Treiber. Sinkende Renditen bei US-Treasuries fuehren zu Kursgewinnen bei USD-Anleihen. EM-Anleihen profitieren dabei ueberproportional, weil die Risikopraemien schrumpfen.
Sinkende oder sich einengende Credit-Spreads
Wenn sich die Wahrnehmung des EM-Risikos verbessert (keine grossen Krisen, kein harter Risk-off-Modus), steigen die Kurse. Typisch ist das in spaeten Abschwungphasen oder fruehen Erholungsphasen.
Moderat schwaecherer, aber nicht kollabierender Dollar
Ein leicht schwaecherer Dollar entlastet die Schuldner und wirkt positiv auf die Spreads. Zu starker Dollar ist Gift, ein moderat fallender Dollar ist ideal. Extrembewegungen sind dagegen unguenstig.
Ruhiges Marktumfeld
Der ETF laeuft gut, wenn:
– keine EM-Staatspleiten drohen
– keine geopolitischen Eskalationen dominieren
– Risikoaufschlaege nicht explodieren
Das ist typischerweise nicht im Boom, sondern im Uebergang von Krise zu Normalisierung.
Wann laeuft er schlecht:
– Stark steigende US-Zinsen
– Sehr starker Dollar
– Globale Risk-off-Phasen
– EM-Schuldenkrisen oder politische Schocks
Einordnung für Investoren:
Das ist kein Renditetreiber, sondern ein:
– Ertrags- und Stabilisierungsbaustein
– Gegengewicht zu Aktien
– Profiteur von Zinsentspannung
Wenn er laeuft, dann leise, kontinuierlich und ohne Drama. Genau deshalb passt er in Dein Depot. Man merkt ihn am besten daran, dass er unauffaellig seinen Job macht.
Kurzfassung:
Er laeuft am besten bei fallenden US-Zinsen, enger werdenden Spreads und ruhigen Maerkten. Nicht im Hype, sondern nach dem Stress.
Autor:
ChatGPT
Übersetzt von der KI:
14. Januar 2026
Portfolio Adviser
Von Charles Gélinet, Co-Portfoliomanager des J. Stern & Co. Emerging Market Debt Stars Fund
Unternehmensanleihen aus Schwellenländern in harter Währung, die von vielen Investoren übersehen werden, obwohl ihr Markt mit rund 2,5 Billionen US-Dollar fast doppelt so groß ist wie der US-High-Yield-Markt (1,3 Billionen US-Dollar), haben sich im Jahr 2025 – einem Jahr wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit – bemerkenswert gut behauptet.
Die erhöhte Unsicherheit rund um den sogenannten „Liberation Day“ kam und ging. Die Kreditspreads von Schwellenländer-Unternehmensanleihen (ein Maß für das Kreditrisiko) weiteten sich zunächst aus, doch legte sich die Lage rasch, und im weiteren Jahresverlauf zogen sich die Spreads wieder auf das Niveau vor dem Liberation Day zusammen. Insgesamt war der direkte Einfluss der Zölle begrenzt; die meisten Regionen und Sektoren waren eher indirekt über ein geringeres Wachstum und erhöhte Währungsvolatilität betroffen.
Aus regionaler Sicht war Asien am stärksten gefährdet, da China im Fadenkreuz von Präsident Trump stand. Lateinamerika stellte sich differenzierter dar, wobei Mexiko das naheliegendste Ziel für Zölle war. Allerdings sind viele Unternehmen heute besser aufgestellt als früher: Der Anteil der Umsätze außerhalb der USA ist gestiegen, und bestehende Aktivitäten in den USA mindern das Zollrisiko.
Die Wertentwicklung dieser Anlageklasse in diesem Zeitraum unterstreicht eine übergeordnete Erkenntnis. Auf Basis von 20 Jahren VIX-Daten ist die relative Outperformance von Schwellenländeranleihen in harter Währung während Phasen hoher Volatilität signifikant. In den meisten Fällen lag der maximale Verlust bei weniger als 40 % dessen, was bei US-Aktien zu beobachten war, und bot damit einen wirksamen Abwärtsschutz.
Die mit Unternehmensanleihen aus Schwellenländern verbundenen Risiken werden häufig größer eingeschätzt, als sie tatsächlich sind, da sie oft mit Staatsanleihen aus Schwellenländern gleichgesetzt werden. Ihre Widerstandsfähigkeit ist für viele schwer vorstellbar. In Wirklichkeit wird das Risikoprofil in erster Linie durch die Fundamentaldaten der Unternehmen bestimmt.
Ein Unternehmen mit einer starken Wettbewerbsposition und planbaren Cashflows ist gut in der Lage, seine Schulden zu bedienen – unabhängig von seinem Standort. Dies erklärt die starken Renditen dieser Anlageklasse: Schwellenländer-High-Yield-Anleihen erzielten in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine annualisierte Rendite von über 8 %. Damit liegen sie unter den liquiden Risikoanlagen an zweiter Stelle, direkt hinter US-Aktien mit rund 10 %.
Ganz ohne Turbulenzen verlief das Jahr allerdings nicht. Da die Zinsen länger auf hohem Niveau verharrten als erwartet, wurden die Märkte durch unerwartete Ausfälle im breiteren Unternehmenssektor überrascht, insbesondere im US-Private-Credit-Bereich, mit den viel beachteten Insolvenzen von Tricolor und First Brand. Die Frage, die Investoren umtreibt, ist, ob wir uns in einer späten Phase des Kreditzyklus befinden und vor einem Anstieg der Ausfallrisiken über alle Segmente hinweg stehen. Die Daten zu Unternehmensanleihen aus Schwellenländern sprechen jedoch dagegen.
Wir vergleichen Schwellenländerunternehmen in der Regel mit ihren US-Pendents. Bei den Verschuldungskennzahlen ist sowohl bei Schwellenländer- als auch bei US-Unternehmen eine leichte Verschlechterung der Netto-Verschuldung im Verhältnis zum EBITDA zu beobachten, allerdings ausgehend von einem soliden Niveau. Relativ betrachtet sind Schwellenländerunternehmen weniger stark verschuldet als ihre US-Gegenstücke. Ähnlich verhält es sich bei den Liquiditätsbeständen: In beiden Regionen sind die Cash-Bestände leicht gesunken, doch verfügen Schwellenländerunternehmen weiterhin über mehr als doppelt so viel Liquidität wie US-Unternehmen.
Das versetzt sie in eine bessere Lage, ihre Geschäftsmodelle zu verteidigen und ihren Schuldendienst zu leisten. Diese Stärken spiegeln sich auch in den Ausfallraten wider. Die Ausfälle im Schwellenländer-High-Yield-Segment erreichten 2022–2023 ihren Höhepunkt, bedingt durch lokale Faktoren in Russland und im chinesischen Immobiliensektor, die inzwischen abklingen. Infolgedessen kehren die Ausfallraten auf ihren langfristigen Durchschnitt von etwa 3 % zurück.
Wichtig ist auch der Vergleich mit anderen Anlagebereichen, in denen Investoren aktiv sind, etwa europäische High-Yield-Anleihen und Private Credit. Bei europäischen High-Yield-Anleihen (ohne Osteuropa) lagen die Ausfallraten zuletzt auf einem ähnlichen Niveau wie bei Schwellenländerunternehmen, mit einer Basisprognose von rund 3 %. Ein günstigeres Zinsumfeld in Europa könnte den Refinanzierungsdruck zusätzlich verringern.
Der Vergleich mit Ausfallraten im Private-Debt-Bereich ist schwieriger, vor allem wegen der Intransparenz dieser illiquiden Anlageklasse und der weit verbreiteten Nutzung von „Payment-in-Kind“-(PIK-)Strukturen, die potenzielle Ausfälle verzögern können. Historisch galten die Ausfallraten im Private Credit als sehr niedrig (< 1 %). Neuere Daten und Analysen von S&P zeigen jedoch, dass – unter Einbeziehung sogenannter „selektiver Ausfälle“ – die tatsächliche Ausfallrate rund ein Drittel höher liegt als bei Unternehmensanleihen aus Schwellenländern.
Für 2026 bleiben wir vorsichtig optimistisch. Das Wachstum dürfte auf einem ähnlichen Niveau wie 2025 verharren, unterstützt durch nachlassende Zollrisiken und eine lockerere Geldpolitik. Schwellenländer werden voraussichtlich der zentrale Wachstumstreiber sein, und die Schuldenkennzahlen vieler Länder sind günstiger als in Teilen der entwickelten Welt. Zudem ist in diesen Regionen ein Trend zu fiskalischer und geldpolitischer Disziplin zu beobachten. Die wesentlichen Risiken sehen wir auf makroökonomischer Ebene, insbesondere in einem möglichen erneuten Anstieg der Inflation und den daraus resultierenden Implikationen für die Zinsentscheidungen der US-Notenbank.
Unternehmensanleihen aus Schwellenländern bieten ein überzeugendes Anlageargument, mit attraktiven Gesamtrenditen, die durch die Neubewertung der zugrunde liegenden Zinsen in den Jahren 2022/23 unterstützt werden. Das Sub-Investment-Grade-Segment bietet Renditen im hohen einstelligen Bereich, die ein guter Indikator für die Gesamterträge in den kommenden Jahren sind.
Die Kreditspreads dürften durch die widerstandsfähigen fundamentalen Unternehmensdaten bis zu einem gewissen Grad stabilisiert werden, und die Ausfallraten sollten im Einklang mit den historischen Durchschnittswerten bleiben. Viele Unternehmen haben ihre Bilanzen aktiv gemanagt, die Fälligkeitenstruktur ihrer Schulden verbessert und das Refinanzierungsrisiko für 2026 reduziert. Auch die technischen Faktoren sprechen für Unterstützung, da Investoren verstärkt auf Schwellenländer setzen, um Diversifikationsvorteile zu erzielen.
Unsere derzeitige Strategie mit kurzer Duration (rund 2,5 Jahre) bietet zudem Schutz, falls sich die Kreditspreads ausweiten. Kurzlaufende Anleihen sollten sich auch dann besser entwickeln, wenn die Zinsen nicht so schnell fallen, wie es manche Investoren erwarten. Nach unserer Erfahrung senkt eine Beimischung zu einem globalen Aktienportfolio die Volatilität deutlich, ohne die Renditen wesentlich zu schmälern – bei zusätzlichem Diversifikationsnutzen.
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| 45 | ETF J.P. Morgan EM Bond UCITS - IE00B2NPKV68 | MrTrillion3 | MrTrillion3 | 20.01.26 23:27 |