Deutsche Solarproduktion weiter auf Expansionskurs


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Deutsche Solarproduktion weiter auf Expansionskurs

 
15.03.04 12:52

Deutsche Solarproduktion weiter auf Expansionskurs

Energie: Großflächige Photovoltaikanlagen sollen bald ein Drittel des Marktes ausmachen

VDI nachrichten, Düsseldorf, 12. 3. 04 -Die deutsche Photovoltaikproduktion hat sich 2003 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt, wie eine Umfrage unter den deutschen Solarproduzenten ergab. Danach stellten die Unternehmen im letzten Jahr Solarzellen und -module her, die insgesamt 193 MW Spitzenleistung entsprachen. Im Jahr 2002 waren es noch 95 MW. Auch die Produktionskapazitäten steigen deutlich.

Die Photovoltaikbranche rechnet auch weiterhin mit großen Wachstumsraten- teilweise ist von einem Marktwachstum von 50 % die Rede. Auf den erhofften Boom bereitet sich die Branche mit zum Teil erheblichen Kapazitätserweiterungen vor. In Einzelfällen wollen Hersteller ihre Produktion erneut verdoppeln. Der anhaltinische Zellenfabrikant Q.Cells will in diesem Jahr die Produktion von 28,2 MW Spitzenleistung auf 60 MW erhöhen. "Die Marktaussichten sind so, dass wir die Menge absetzen können", glaubt Unternehmenssprecherin Melanie Autenrieth. Schon 2003 sei man in der Zellenfabrik Wolfen/Thalheim "absolut am Limit" gewesen. In diesem Jahr ginge es so weiter. "Jeder schreit nach mehr", sagt Autenrieth.
Ein Optimismus, der so ungebrochen allerdings nicht von allen geteilt wird. Die Schweizer Sarasin-Bank, Europas Marktführer bei Öko-Investments, geht in einer Studie von "noch über 20 % für die Jahre 2004 und 2005" aus - allerdings weltweit. Dann soll sich nach ihrer Einschätzung die Wachstumskurve deutlich abflachen. Die Bank gesteht aber selber zu, dass ihre Prognosen "konservativ" ausfallen. In den letzten Jahren lagen die Schweizer mit ihren Prognosen immer deutlich unter der wahren Marktentwicklung.
Viele Solarproduzenten bereiten sich nicht nur auf quantitatives Wachstum, sondern auch auf eine qualitative Veränderung des Marktes vor, wie eine Umfrage des Fachmagazins "Sonne, Wind und Wärme" ergab. Der Hintergrund: Das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz vergütet zum ersten Mal den Strom aus großen Anlagen über 100 kW. Für einige Hersteller sind die frei aufgestellten Anlagen auf der grünen Wiese und die Dachanlagen auf Scheunen ein Hoffnungsträger. "Wir haben 2003 mit einem 1,1-MW-Projekt begonnen", erklärt Claus Beneking, Geschäftsführer des Erfurter Zellenproduzenten Ersol Solar Energy. "Für Deutschland sehen wir dieses Jahr einen Boom mit einer steigenden Zahl von Großprojekten."
Carsten Körnig, Geschäftsführer der Unternehmensvereinigung Solar, dämpft den Optimismus. Verwaltungs- und Genehmigungsbehörden seien auf die großflächigen Photovoltaikanlagen noch nicht vorbereitet.

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16.03.04 12:10

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Langfristig glaubt aber auch Körnig an die Großanlagen: "Ich rechne damit, dass die Großflächen bis Ende 2005 ein Drittel des Marktvolumens einnehmen werden." Dieses Marktsegment könnte die rückläufige Entwicklung bei den kleinen Dachanlagen auffangen. Die Großanlagen, bei denen mehrere hundert oder tausend Standardmodule in einem Projekt verbaut werden, werde sich außerdem positiv auf die Kostenstrukturen der Modulhersteller auswirken. Mehr Standard - weniger Kosten, erhofft sich Körnig. "Wir wollen bewusst hin zu den großen Anlagen. Das ist in der nächsten Zeit fast die einzige Chance, Serienproduktionen wirtschaftlich durchzuziehen", meint er.
Trotz der guten Ausgangslage wird das laufende Jahr für die deutschen Solarproduzenten nicht einfach. Die verschärfte Konkurrenz durch japanische Großproduzenten wie Sharp macht sich bei den Modulen bemerkbar - hier gerät die Marge am stärksten unter Druck. So rechnet die Solarwatt Solar-Systeme GmbH, die am Jahresende mit 20 MW Kapazität zur europäischen Spitze in der Modulproduktion gehören will, mit einem Preisverfall bei Solarmodulen von 5 %. Der hohe Eurokurs und die Tatsache, dass die deutschen Hersteller sicherlich nicht die Inlandsnachfrage decken können, lädt preisaggressive ausländische Wettbewerber geradezu ein. Davor muss die Branche nicht unbedingt Angst haben. Wegen der gerade erst beginnenden Großserienproduktion bei vielen deutschen Herstellern dürfte hier die Kostensenkung durch höhere Produktionszahlen stärker ausfallen als bei der Konkurrenz aus Fernost. JÖRN IKEN

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