Das Ende der Produktion (in Deutschland) ist angekündigt, und doch soll jetzt ein neuer Dauertestbetrieb mit den bekannten Autos beginnen :
www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/...lektromobilitaet/
Offensichtlich sind die Alternativen getestet worden (siehe Link) und zumindest die Sprinter von Benz für nicht ausreichend wirtschaftlich befunden worden. Obwohl das jetzt erst herauskommt, ist spät immer noch besser als gar nicht. Der einzige erkennbare Unterschied zu den bei der Post befindlichen Works schient der Expressbetrtieb für Arzneimittel rund um die Uhr mit Schnellladefunktion zu sein. Anders als die kleinen Touren bei der Post sind die Expresslieferungen der Arzneimittel sehr viel mehr fahrlastig als bei der Post. Und da beginnt der Faktor Wirtschaftlichkeit noch viel mehr den Ausschlag zu geben als bei der Post. Somit auch der Unterschied zur Konkurrenz besonders groß zu sein.
Wieso man dabei nicht auf die Erfahrungswerte der vielen Tausend im Betrieb befindlichen Works zurückgreifen will, ist mir nicht erfindlich, denn es gibt sie ja nicht nur bei der Post, und die anderen Nutzer könnte man ja auch befragen.
Vielleicht spielt die Lieferbarkeit aus der chinesischen Kooperration eine Rolle, zu der es pandemiebedingt keine neuen Nachrichten gibt. Allerdings muss man davon ausgehen, dass der rigorose Umrüstungszwang der chinesischen Mobilität auf 33% erzwungene Zulassungspflicht für Elektroautos einschliesslich der Kleintransporter zu steigenden Zulassungszahlen führt, denn die umgesrtüsteten Sprinter dürfen - soweit mir bekannt ist - gar nicht nach China exportiert werden.
Ich bin mir sicher, dass jemand, der Works in China bestellt, sie auch geleifert bekommt. Spätestens wenn die Produktion dort ausreichend vorliegt. Bei den gegenwärtigen Seefrachtpreisen dürten die Kosten einer Überführung aus Schanghai nicht höher sein als die aus London.
Die alles entscheidende Frage lautet doch : Warum soll jetzt 2 Jahre lang getestet werden, wenn am Ende gar keine Works mehr lieferbar sind ?
Die Antwort muss daher lauten : Sie werden auch in 2 Jahren noch lieferbar sein. Nur eben nicht mehr aus Deutschland.
Fakt ist, dass es immer noch keine ernsthafte wirtschaftliche Konkurrenz gibt. Die Nachricht von den 1500 Sprintern für Amazon ist doch wieder nur Augenwischerei wegen der Subunternehmer, die besonders günstig an Elektroautos kommen sollen. Deswegen die Sammelbestellung.
Jetzt mit der Dauer der Pandemie werden die Kosten für den Transport immer wichtiger, und die Marktführerschaft der Streetscooter ist nicht durch die Beendigung der Produktion in Deutschland gefährdet. Genauer gesagt die Beendigung des Verkaufs und Vertriebs an Drittnutzer außer der Post. Hier ist offiziell noch kein Ende der Produktion für den eigenen Gebrauch festgelegt. Angeblich soll die Produktion für den Eigenbedarf jetzt von Ende Juni 2021 auf Ende September 2021 verschoben worden sein.
Die 400 Mio. , die die Post für die Einstellung ausgegeben hat, waren ja nicht für die Fabriken sondern für die Entschädigung der Vertragshändler und Vertragswerkstätten die zu entschädigen waren. Wie bekannt bleiben die Fabriken ja für die Post als "Werkstätten usw." im Betrieb.
Da die Works weiter im Betrieb sind, und längst nicht alle bestellten Stücke an die Post geliefert worden sind, ist das Thema Streetscooter für die Post noch längst nicht beendet, zumal der Chef gerade auf der HV wieder betont hat, dass es bei der Post bei der geplanten Umstellung bleibt. Aber außer den bei Streetscooter bestellten Autos hat die Post keine anderen Elektroautos geordert.
Ich bin schon jetzt gespannt wie sich die Aufwendungen in 2020 entwickeln werden. Zum Vergleich :
"Aufwendungen für Roh, Hilfs und Betriebsstoffe und für bezogene Waren Flugzeugtreibstoffe in mio.
1.478 (in 2018) 1.452 (in 2019) Heiz- und Kraftstoffe 797 (in 2018) 800 (in 2019)" aus: der Bilanzanlage der Post
Hier sind die Zahlen der ersten beiden Quartale 2020 noch vorlastig, weil die diesbezüglichen Ausgaben weit zeitversetzt zuvor in 2019 getätigt wurden als die Preise viel höher waren. Weder Kerosin noch Benzin oder Diesel kosten jetzt so viel wie in 2019. Diese Ausgaben werden erst im Jahresabschluss zu sehen sein. Hier kommt es zu Netto-Einsparungen. Es ist schon bemerkenswert, dass die Post mit so vielen Autos mehr im Vergleich von 2018 zu 2019 nur 3 Mio. mehr für Sprit ausgegeben hat. Der Preiseinbruch wegen der Pandemie wird auch nach einer Erholung zu weit weniger ausgaben der Post führen. Das Preisniveau liegt jetzt bei knapp 1,25 für den Liter Super im vergelich zu 1,40 vor einem Jahr. Der größte Unterschied ist jedoch in diesen Zeiten der Pandemie die Auslastung der Fahrzeuge/Flugzeuge.
Das muss erst noch in die Jahreszahlen für 2020 eingearbeitet werden und wird das Ergebnis im Vergleich zu den jetzigen Erwartungen deutlich verbessern.
Alles Gute
Der Chartlord