Der EURO kommt (Zusammenfassung)

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Passende Knock-Outs auf Carnival Corporation Ltd

Strategie Hebel
Steigender Carnival Corporation Ltd-Kurs 4,88 10,39 14,81
Fallender Carnival Corporation Ltd-Kurs 5,18 8,77 13,52
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VK2TS96 , DE000VY5BK84 , DE000VY5GHZ2 , DE000VY404M5 , DE000VJ68F65 , DE000VY2DXJ7 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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chartgranate:

mensch happy,

 
15.12.01 14:32
unbestritten DER Euro-Thread,keine Frage!!!
Sehr gut,würde ich auch weiterhin für aktulle Euro-News ausbauen.Das Ding drucke ich mir am 31.12.aus und kann später sagen "ich war vorbereitet"..... :-)
Nein,ohne Scheiss..klasse Arbeit!
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Happy End:

Wart´s ab, chartgranate!

 
16.12.01 15:11
Der EURO kommt (Zusammenfassung) 512559www.hellan.com/eurogesicht.art" style="max-width:560px" >

;-))
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prom:

Das erwartet uns von den PDS-Genossen ..

 
16.12.01 16:09
Der durch zahlreiche Affären angeschlagene Schweriner Arbeitsminister Helmut Holter (PDS) hat ein weiteres Problem: Seine Beamten schaffen die Umstellung auf den Euro nicht. Deshalb können in den Monaten Januar bis März, in denen die Arbeitslosigkeit in der Regel Spitzenwerte erreicht, keine Fördermittel für Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik ausgezahlt werden.

(siehe oben) danke!
Antworten
Happy End:

Euro: Run aufs Hartgeld

 
16.12.01 16:29
Mit der Vorverteilung werden nur Münzen, keine Scheine ausgegeben

Nachdem die Unternehmen (sofern die das gewollt haben) bereits mit Euro-Münzen und Banknoten versorgt sind, dürfen nun ab gestern, Samstag 15. 12. auch die Konsumenten an die neuen Euromünzen heran. Die Hartgeld-Vorverteilung an die Verbraucher beginnt. Da die Banken üblicherweise erst Montag wieder offen haben, wird der Run aufs Hartgeld am 17.  einsetzen

Die nationalen Zentralbanken in den Euroländern versprühen Optimismus. Durchaus zu Recht, denn die logistischen Vorbereitungen dürften zumindest in Mitteleuropa recht gut gelaufen sein (  Umstellungspläne). Diese Vorbereitungen haben sich ja dadurch verschärft, da die ursprüngliche Euroeinführung von einer Phase von sechs auf eine von zwei Monaten verkürzt wurde.

Verbraucher: unmündig oder gefährlich?

Einen wahren Eiertanz führte die EZB (  Europäische Zentralbank) mit der Vorverteilung an die Verbraucher auf: keine Banknoten, sondern nur Münzen, und dies eben erst ab 15. Dezember. Unternehmen konnten die Banknoten und Münzen ja schon seit September beziehen. Warum man hier seitens der EZB den Unternehmen vertraute, den Verbrauchern aber nicht, weiß niemand wirklich - die gelieferte Begründung, dass man damit Banknotenfälschungen vermeiden wolle, klingt fadenscheinig.

Tatsache ist, dass besonders Interessierte natürlich schon längst Münzen und Scheine befingern konnten, gelegentlich wurde ja auch schon damit zu zahlen versucht.

Dilettantische Begleitung

Abgesehen von den strikten Stichtagsregelungen hat sich im Zusammenhang mit der Euro-Einführung auch die EU-Kommission für eine Reihe von unsinnigen Maßnahmen stark gemacht, etwa Bankkonten und Schecks, Überweisungsformulare und Zahlungskarten schon Anfang Oktober 2001 auf den Euro umzustellen, oder die Doppelwährungsangabe mit Jänner 2002  umzudrehen.

Zum Glück wurde dies von den Meisten nicht ernst genommen, denn das hätte nur Verwirrung gestiftet. Nicht das Gelbe vom Ei waren auch die zentraleuropäisch gestalteten Materialien, etwa die EZB-Minibroschüre, mit der schließlich alle Euroland-Haushalte beglückt wurden.

Hier wurden in Hinblick auf wirtschaftliche Bildung und Basisinformation, die mit der Euroeinführung verknüpfbar gewesen wäre, tatsächlich Jahrhundertchancen vertan, denn die nächste Gemeinsame Währung, einen "Globo" oder so was ähnliches, erleben wir alle vermutlich nicht mehr.

Euro-Folgen 1: Preissteigerungen

Viele kleinere Preissteigerungen gab es, soweit man es bislang absehen kann, aber doch noch keinen Inflationsschub (vgl.  IFAV www.ifav.de/de/Aktuell/Euro-Preise/euro-preise.html). Eine Reihe von Unternehmen hat ja musterknabenhaft schon im Sommer auf "runde Europreise" umgestellt bzw. erhöht - was zwar bei vielen Verbrauchern zu Verärgerung führte, aber offenbar die Kauflust nicht wesentlich schmälerte.

Euro-Folgen 2: geringere Transaktionskosten im Gemeinsamen Markt

Konsumentenschützer haben immer schon kritisiert, dass es zwar eine Gemeinsame Währung gibt, aber Überweisungen innerhalb der EU, oder das Geldabheben beim spanischen Automaten erheblich teurer ist.

Das wird sich nun bald ändern. Mit 1. Juli 2002 sollen Behebungen von Geldausgabeautomaten innerhalb der EU gleich viel kosten wie inländische Geldbehebungen, ab 1. Juli 2003 soll das dann auch für Überweisungen innerhalb der EU gelten. Eine Folge davon wird wohl sein, daß die Bankkosten im Inland entsprechend steigen werden.

Ein europäischer Markt?

Viele Verbraucher erwarten sich von der gemeinsamen Währung auch, dass die teilweise recht ausgeprägten Preisunterschiede in den Euro-Ländern wegfallen. Dies wird aber ein frommer Wunsch bleiben, denn Unternehmen wollen Märkte kontrollieren und differenzieren. Das heißt, wenn man wo höhere Preise durchsetzen kann, dann tut man das auch. Aus diesem Grund ist Deutschland zum Beispiel nie ein "einheitlicher" Markt gewesen, sondern in preisliche Regionen und Kleinbereiche gebrochen. Bestenfalls dort, wo eine Kette bundesweit vermarktet, gibt's Chancen auf einen bundesweit einheitlichen Preis.

Preisunterschiede

Nationale Differenzierungen wird es also weiter geben. Dazu kommt, daaa die Euroländer unterschiedliche Mehrwertsteuern haben. Beim elektronischen Versandhandel wird das den Internetshoppern bald auffallen: Trotz einheitlichem Euro muss nämlich ab einer bestimmten Umsatzgrenze die Zielland-Mehrwertsteuer verrechnet werden. D.h. wenn jemand aus Österreich bei Amazon.de bestellt, kostet ein Buch nicht mehr 14,90 Euro, sondern 15,32 Euro, denn aus den sieben deutschen Umsatzsteuerprozenten auf Bücher werden für Österreich zehn. Bei DM und Schilling ist das zwar auch schon so gewesen, aber halt nicht besonders aufgefallen.

Verbrauchernutzen

Nun, der direkte Nutzen des Euro für die Verbraucher besteht im Urlaub ohne Umwechseln (wenn das Urlaubsland ein Euroland ist), für Menschen in Grenzregionen und für die Businessflieger. Man wird sich da mit der gemeinsamen Währung leichter tun, keine Frage. Zuerst muß man sich jedoch an die neuen Wertrelationen gewöhnen - dieser Gewöhnungsprozeß dürfte für manche Bevölkerungsgruppen, Ältere vor allem, aber noch mühsam werden. In ein paar Tagen, wie viele Menschen heute meinen, geht das sicher nicht.

Europapolitisch kann die gemeinsame Währung eine neue Basis hergeben, wenn das Geld(symbol) imstande ist, die vielen kleinen nationalen Chauvinismen doch ein bißchen zu überbrücken. Können die 300 Millionen Menschen die Umwertung ihrer tagtäglichen Rechen- und Bewertungseinheit darüber hinaus dazu nützen, ihre eingeschliffenen persönlichen Konsumpräferenzen - angefangen von blanker Konsumgier, bis hin zu nie hinterfragten Gewohnheiten - durchzurütteln, dann wäre auch verbraucherpolitisch etwas gewonnen.

Verbrauchertipps

Gelassen an den Euro herangehen. Man wird sozusagen automatisch mit dem Euro versorgt. Ab 1. 1. 2002 kommen aus den Geldausgabeautomaten Euro, der Handel wird überwiegend mit Euro herausgeben (das Wechselgeld).

Münzen aus anderen Euroländern sollten in die karitativen Sammlungen, Banken wechseln meistens keine Münzen. Banknoten aus anderen Euroländern tauschen bis März 2002 die nationalen Zentralbanken kostenlos um.

Unaufgeregtheit und vorallem Geduld wäre mit alten Leuten angebracht.

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Happy End:

Deutsches Bargeld liegt schon zu einem Viertel

 
16.12.01 19:35
...bei den Banken

Etwa ein Viertel des weltweit umlaufenden D-Mark-Bargelds ist zweieinhalb Wochen vor der Umstellung auf das Euro-Bargeld bereits an die Banken zurückgegeben worden.

Der für die Koordination der Umstellung zuständige Innenstaatssekretär Claus Henning Schapper sagte gestern, etwa 70 Mrd. DM der 280 Mrd. DM umlaufenden D-Mark-Münzen und Scheine seien auf Konten eingezahlt worden. "Der Rücklauf war besser, als wir erwartet haben", sagte Schapper der FTD.

Damit haben sich Befürchtungen der Banken nicht bestätigt, dass die meisten Deutschen ihr Bargeld erst in den letzten Dezembertagen oder im Januar umtauschen werden. Ab Montag können die Deutschen erstmals die Euro-Münzen kaufen, allerdings nicht unbegrenzt vor allem nur in Form so genannter Starter Kits im Wert von je 20 DM.

Keine Liquiditätsprobleme

Helmut Hammes von der Bundesbank sagte, die Rückgabe von Scheinen und Münzen bereite keine Liquiditätsprobleme. Nur die Hälfte des Bargeldes sei für den täglichen Umlauf nötig. In Deutschland werden nach einer Statistik der Europäischen Zentralbank (EZB) gut 90 Prozent aller Zahlungen im Einzelhandel bar getätigt, mehr als in jedem anderen Land Europas.

Die derzeit an die Banken zurückfließenden Gelder stammen laut Hammes aus Bargeldreserven in den Haushalten und aus dem Ausland. Im Ausland hätten sich über 100 Mrd. DM befunden, sagte Hammes. Davon sei viel zurückgeflossen. Die D-Mark ist unter anderem auf dem Balkan die wichtigste Zweitwährung. Schapper sagte, auch die so genannte Schlafmünzenkampagne, bei der gesparte Münzen zurückgegeben werden sollten, sei ein Erfolg gewesen.

Schapper sagte, er rechne damit, dass die Starter Kits innerhalb weniger Tage verkauft sein werden. Dies werde nicht zu logistischen oder Sicherheitsproblemen führen. In den vergangenen Monaten sei kein Anstieg beim Umlauf gefälschter D-Mark-Scheine festgestellt worden. In der näheren Zukunft seien auch keine hochwertigen Fälschungen von Euro-Scheinen zu erwarten. Fälschungen geringerer Qualität könnten allerdings bald auftauchen.

Geschenk für Niederländer

In Frankreich, den Niederlanden und Irland können die Bürger schon Euro-Münzen erwerben. Die Münzen zu 1, 2, 5, 10 und 50 Cent sowie 1 und 2 Euro tragen jeweils auf der Rückseite nationale Symbole, können aber überall in Europa verwendet werden. In den Niederlanden gibt es für jeden Bürger Münzen im Wert von 3,88 Euro kostenlos.

Neben den Starter Kits können die Banken noch einmal die gleiche Menge Münzen an ihre Kunden ausgeben. Der Rest kommt ab 1. Januar gemeinsam mit den Euro-Scheinen im Umlauf. Bundesbankpräsident Ernst Welteke sagte gestern, es werde keine Münzknappheit geben. Die Verteilung der Münzen in der Bundesrepublik ist laut Bundesbank-Direktoriumsmitglied Edgar Meister bereits abgeschlossen. An die Banken und den Handel wurden 11,5 Milliarden Münzen verteilt, umgerechnet 58.000 Tonnen in 92.000 Holzkisten.

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Happy End:

Schnödes Tütchen

 
17.12.01 12:27
Euro-Gala in Frankfurt, gewichtige Reden der Prominenz. Während die Politiker die neue Währung preisen, sind die Bürger eher enttäuscht. Der lange angekündigte Starter-Kit ist nichts als ein schnödes Plastiktütchen mit ein paar Münzen.

Frankfurt am Main - Der passionierte Münzsammler Karl-Heinz Porzezynska ist wegen der neuen Währung eine Stunde früher aufgestanden und zu seiner Citibank-Filiale nach Frankfurt gefahren. Mit den neuen Euro-Beuteln in der Hand, sagte er "die werden zu Hause gleich eingeschweißt für die Sammlung." Weniger begeistert war dagegen eine Rentnerin: "Ich will einfach nur überweisen und keine Euros kaufen. Das ist totaler Mist. In fast allen Ländern haben die Bürger entschieden, nur bei uns nicht."
Für wenig Begeisterung sorgte auch die Verpackung, eine simple Plastiktüte mit Bundesadler. "Die hohen Herren hätten sich schon ein wenig mehr Mühe geben können. Das sieht ja aus wie bei der Bundeswehr", sagt eine ältere Dame vor einer Commerzbank-Filiale in Hamburg, während sie ihr erstes Starter-Kit in die Handtasche packt.

Bei der Ausgabe der ersten Münzpäckchen gab es am Montag zwar reges Interesse, Gedränge und lange Schlangen blieben an den Schaltern allerdings meist aus. "Der Ansturm ist nur mäßig", hieß es am Vormittag bundesweit aus vielen Banken und Sparkassen. Allerdings meldete nach wenigen Stunden in Berlin die Sparkassen-Filiale Unter den Linden: "Ausverkauft".

Rund 1200 Gäste aus Politik, Sport und Show-Geschäft feierten in Köln eine rauschende "Euro-Nacht". Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen gab sich als Fan der neuen Währung zu erkennen: "Ich habe das Gefühl, bei einem historischen Moment dabei zu sein. Meinen Starter-Kit hebe ich für mein erstes Enkelkind auf, das noch nicht geboren ist", sagte Pleitgen. Bundesbankpräsident Ernst Welteke hatte es sich nicht nehmen lassen, persönlich in der Frankfurter Sparkasse einige Plastikbeutel mit dem Bundesadler an die begeisterten Kunden auszugeben.

Bundesbank-Direktoriumsmitglied Edgar Meister glaubt, dass der Euro schnell Sympathie gewinnt: "Er ist sehr griffig, er fühlt sich gut an, er sieht gut aus und ich glaube, dass das auch wie ein Funken auf die deutsche Bevölkerung überspringt", sagte er in einem Radiointerview.

Vom ein Cent- bis zum zwei Euro-Stück befinden sich von jeder der acht Euro-Münzen einige Exemplare in den Euro-Starter-Kits. Die meisten Deutschen können in wenigen Stunden bei den Banken einen der 53,5 Millionen Euro-Starter-Kits kaufen. Experten erwarten, dass sie innerhalb weniger Tage ausverkauft sein werden. Vom 1. Januar 2002 ist das Euro-Bargeld für 303 Millionen Europäer gesetzliches Zahlungsmittel. Dann spuckt jeder Geldautomat die neuen Euro-Scheine aus.

Mit der Ausgabe der Münzmischungen hat der größte Geldtausch der Geschichte begonnen. Seit 1999 existierte der Euro nur als virtuelle Währung an den Devisenmärkten sowie auf Kontoauszügen und in Unternehmensbilanzen. Insgesamt wurden für die mehr als 300 Millionen Bürger der Euro-Zone gut 185 Millionen Münzmischungen zum Kennenlernen angefertigt. Mit 53,5 Millionen sind in Deutschland, dem größten Land der Währungsunion, die meisten Starter-Kits produziert worden. Banken und Sparkassen rechnen mit großem Andrang beim Verkauf der Starter-Kits. Einige Institute haben deshalb Münztütchen nachproduziert und wollen notfalls lose Geldstücke per Hand abzählen und ausgeben.
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erzengel:

@HE,Euro-Folgen 2; Emm, im Innland kostet doch

 
17.12.01 13:17
eine Behebung beim Automaten(bei der selben Bank, bzw. Partnerbank) nichts.
Erzi
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Happy End:

Die spinnen, die Numismatiker!

 
17.12.01 22:05
Während der Verkauf der Euro-Starter-Kits bei den Banken eher schleppend anlief, finden die Geldsäckchen im Internet reißenden Absatz. Auf der Auktionsseite von Ebay wird für die Kits schon das Dreifache des Nominalwerts geboten.
 
Hamburg - Falls der Weg zur Bank zu beschwerlich ist, kann man die Starter-Kits auch über das Internet bestellen. Auf der Webseite des Auktionshauses Ebay finden derzeit mehr als 300 Auktionen statt, bei denen Starter-Kits feilgeboten werden.
Bei Ebay gibt es belgische, französische und portugiesische Starter-Kits - und natürlich deutsche. Die Preise sind allerdings kaum nachvollziehbar. So bietet etwa der Auktionator "fundmvolk" einen deutschen Kit der Münzprägeanstalt Hamburg (Prägekürzel "J") an - und ein Käufer namens "mscheffi" ist bereit, dafür 31,50 Euro zu zahlen. Euromünzen, dreimal so teuer wie bei der Bank? Man muss nicht Betriebswirtschaft studiert haben, um das ein wenig gaga zu finden.

Numismatischer Mumpitz

Bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main findet man das Ganze nicht besonders komisch. "Wir begrüßen das nicht", so ein EZB-Sprecher, "das ist nicht im Sinne dessen, was wir uns gedacht haben". Auch die Bundesbank weist darauf hin, dass die Starter-Kits "in erster Linie für die Bevölkerung gedacht sind, nicht für Münzsammler".

Strafbar ist der Handel mit den Münzen jedoch nicht. Offenbar hoffen einige Sammler, dass die meisten Bürger ihre Kits - ganz im Sinne des Erfinders - Anfang kommenden Jahres aufreißen und das Geld ausgeben. Deshalb könnten die verschweißten Päcken vielleicht in einigen Jahren zum wertvollen Sammlerobjekt werden. Vielleicht. Bei einem Angebot von insgesamt 53,3 Millionen Starter-Kits dürfte sich die Wertsteigerung etwas hinziehen. Also eher eine langfristige Anlage?

Michael Weigmann, Geschäftsführer der Deutschen Numismatischen Gesellschaft, hält das Ganze für "Mumpitz". Er habe selbst darüber nachgedacht, ob man mit den Kits vielleicht ein Geschäft machen könnte, die Idee dann aber verworfen. "Wer jetzt 30 Euro für einen Starter-Kit ausgibt", so Weigmann, "der will doch irgendwann 100 Euro dafür haben. Wer darauf spekuliert, der hat sich geschnitten."
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happy end`:

apdät o.T.

 
26.12.01 11:27
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Happy End:

Falschgeld: Vorsicht Blütengefahr!

 
27.12.01 19:59
Reuters - Mit dem nahenden Ende der Mark als Zahlungsmittel wird auch für ihre Fälscher die Zeit knapp, mit Blüten zu bezahlen. Experten warnen, dass Betrüger besonders die Übergangszeit von Mark auf Euro ab Januar nutzen werden, wenn Banken, Händler und Kunden mit altem und neuem Geld alle Hände voll zu tun haben. Nach Worten von Dietmar Thiele, Leiter der Falschgeldstelle bei der Deutschen Bundesbank, ist es jetzt besonders wichtig, sich nicht nur die Sicherheitsmerkmale der neuen Euro-Banknoten einzuprägen, sondern auch auf die der D-Mark-Scheine zu achten. Der Euro, der die Mark zum 1. Januar 2002 als Zahlungsmittel ablöst, wird der Bundesbank zufolge zu den fälschungssichersten Währungen der Welt gehören.

Keine Falschgeldschwemme

Der Countdown für die Mark-Fälscher läuft noch bis zum 30. Juni kommenden Jahres, denn danach nehmen nur noch Zentralbanken die Scheine der nationalen Währungen an. Im Handel ist schon der 28. Februar Stichtag - dann werden Blüten dort nicht mal mehr als vermeintliches Zahlungsmittel akzeptiert. Die Bundesbank verzeichnete in diesem Jahr ein höheres Falschgeldaufkommen als im Vorjahr. Von Januar bis Oktober 2001 kamen allein schon etwa 23.000 Imitate zum Vorschein und damit mehr als die 21.000 gefälschten Banknoten im vergangenen Jahr. Weil die Zeit für Betrüger knapp wird, schließt Thiele einen Anstieg auf insgesamt 30.000 Fälschungen in diesem Jahr nicht aus. Dennoch sei dies verschwindend wenig in Relation zu den momentan etwa 2,3 Milliarden umlaufenden Banknoten. Von einer Falschgeldschwemme will die Bundesbank deshalb nicht sprechen.

Falschgeldwarnung per E-Mail

Auch ein vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) eingesetztes Falschgeld-Frühwarnsystem über das Internet schlägt derzeit immer wieder Alarm. Jeden Tag gebe es bundesweit etwa fünf bis sechs Meldungen über das Auftauchen von Blüten, sagt Monika Dürrer, Online-Expertin beim HDE. Von einer Zentrale aus werden dann alle Geschäfte einer Region über die Falsifikate per E-Mail gewarnt. Derzeit beteiligen sich an dem Alarmsystem rund 4.500 der etwa 100.000 HDE-Mitgliedsunternehmen - vom großen Kaufhaus bis zum kleinen Fachgeschäft. Dies seien zwar erst wenige Handelsunternehmen, räumt Dürrer ein, doch verteilten sich die Geschäfte bundesweit und lieferten einen guten Querschnitt.

20-Mark-Schein war Liebling der Fälscher

Seit dem Start im September seien im süddeutschen Raum bisher nur wenig Fälscher in das Online-Fahndungsnetz getappt. Die meisten Meldungen seien mit einem Anteil von 30 Prozent aus dem Großraum Berlin eingegangen. In der Hauptstadt habe der Handel zuletzt häufig mit gefälschten 500 und 1000-Mark-Scheinen gekämpft, sagt Thiele. Das beliebteste Fälschungsobjekt sei jedoch mit 40 Prozent aller entdeckten Geldkopien der 20-Mark-Schein. Ihn können Betrüger ihren Opfern leichter unterschieben, denn er wird wegen des geringen Betrags nicht so genau unter die Lupe genommen. Die grüne Banknote hatte vor einiger Zeit den Hunderter als Spitzenreiter in der Blüten-Hitliste abgelöst, nachdem dieser mit einem metallfarbenen Hologramm (Kinegram) sicherer gemacht wurde. "Fälscher gehen mit der Technik", gibt Thiele zu bedenken und fürchtet, dass auch das Euro-Bargeld vor Nachahmung nicht gefeit ist: "Ich bin sicher, dass auch der Euro gefälscht wird".

Auch die europäische Polizeibehörde Europol hat bereits gewarnt, es sei mit gefälschten Euro-Noten zu rechnen. Die Gemeinschaftswährung sei für Fälscher attraktiv, weil sie in einem viel größeren Gebiet als bisher in den einzelnen zwölf Mitgliedsländern verbreitet werden könnte. Die Bevölkerung muss also auch bei der neuen Währung auf der Hut sein, selbst wenn es den Gaunern durch die komplexen Sicherheitsmerkmale schwerer gemacht wird.

Link zum Blütentrainer: www.polizei.propk.de/aktionen/euro/blueten.xhtml target="_new" rel="nofollow">www.polizei.propk.de/aktionen/euro/blueten.xhtml
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Happy End:

Der Euro - ein hartes Stück Europa

 
27.12.01 22:09
Der EURO kommt (Zusammenfassung) 521625

Kommentar von Helmut Schmidt (zeit.de)

Ziemlich lange waren viele deutsche Zeitgenossen gegen den Euro, aufgeputscht von einigen oberflächlichen Politikern, Professoren und Journalisten. In diesen Tagen wendet sich die Stimmung. Die Leute stehen sogar Schlange für die Starter-Kits, obgleich sie doch noch zwei Monate lang mit D-Mark bezahlen können. Sie meinen aber, am 1. Januar beginne eine neue Ära. Aber dies ist ein Irrtum; denn schon seit Jahresbeginn 1999 hat es die D-Mark nur noch dem Anschein nach gegeben.

Tatsächlich haben schon seit drei Jahren nicht mehr die Bundesbank, die Banque de France oder die Banca d'Italia Geldmenge und Zentralbank-Zinsen gesteuert; sondern diese Aufgaben hat die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main für alle zwölf am Euro beteiligten europäischen Staaten und deren Volkswirtschaften gemeinsam erfüllt. Unter dieser Regie ist in Deutschland die Kaufkraft des nur äußerlich noch als D-Mark auftretenden Euro noch etwas stabiler gewesen als zuvor diejenige der D-Mark: In den bisherigen drei Euro-Jahren lagen hierzulande die Inflationsraten im Durchschnitt niedriger als in den vorangegangenen sechs letzten D-Mark-Jahren. Nebenbei gesagt: Auch der Euro-Wechselkurs zum Dollar war stabiler als zuvor der D-Mark-Wechselkurs. Wir haben also guten Grund für Vertrauen in die Zukunft der neuen europäischen Währung.

Einige kluge Amerikaner wussten schon lange, dass der Euro eine große Zukunft haben wird - deshalb nämlich waren sie gegen das neue Geld. Denn der Euro wird in wenigen Jahren neben dem Dollar die andere Weltwährung sein - und auch die andere weltweite Reservewährung. Wenn die Europäische Union und die hier beheimateten Finanzhäuser ihre künftigen Chancen nutzen, dann werden sie sich der überwältigenden Dominanz der amerikanischen Finanzhäuser erwehren können.

Der gemeinsame Markt von 300 Millionen Bürgern wird zu einer großen Volkswirtschaft zusammenwachsen. Deshalb wird es hohe Zeit, dass die Staats- und Regierungschefs endlich die Institutionen und Verfahren der Europäischen Union auf diese Zukunft vorbereiten - und zwar, bevor die etwas leichtfertig und allzu groß geplante Erweiterung der EU zustande kommt.
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Happy End:

Achtung Baustelle: Online-Banking wird umgestellt

 
29.12.01 15:50
Wenn es beim Online-Banking heute und in den nächsten Tagen mal wieder hakt, muss es sich nicht um eines der bekannten Probleme handeln, sondern es könnte auch an der "Umstellpause" der Banken liegen.

So bleiben bei der Hypovereinsbank am 29. und 30. Dezember die Drähte kalt – Online-Banking findet dann zumindest zeitweise nicht statt. Da alle Banken in diesen Tagen das Online-Banking auf Euro umstellen müssen, kann es auch bei den anderen zu "Pausen" kommen. Zum Teil werden neue Bildschirmmasken eingesetzt, denn die Wahl zwischen DM und Euro fällt weg. Daher rät beispielsweise die Postbank, bei allen Überweisungen genau auf die auf der Rechnung angegebene Währung zu achten. Jede Online-Überweisung wird ab dem 1.1.2002 automatisch und ausschließlich in Euro durchgeführt. Bei der Postbank wird feiertags nicht gearbeitet. Das bedeutet, dass Online-Überweisungen erst am 2.1.2002 gebucht werden. Am letzten Arbeitstag des Jahres, dem 28.12., hat die Postbank den letzten Rechnungsabschluss in DM erstellt.

Bis zum 2.1. ist für Nutzer des Online-Banking nun Zeit, in ihrer Software ebenfalls einen Konto-Abschluss durchzuführen und ab dem 1. Januar gegebenenfalls für jedes Konto ein neues Euro-Konto einzurichten. Nutzer der beiden Programme, die im c't-Test keinerlei Probleme mit der Euro-Umstellung hatten, brauchen keine Vorkehrungen zu treffen.

Viele Banken ignorieren den Euro

Das Institut für Bankinformatik und Bankstrategie an der Universität Regensburg hat die Websites von Finanzinstituten unter die Lupe genommen. Über 1000 Banken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mussten sich den kritischen Augen der Tester stellen. Blamables Ergebnis: Knapp 40 Prozent der untersuchten Institute haben im Internet die Einführung des Euro schlichtweg verschlafen.

In der Kategorie "Instrumentelles" haben die Regensburger Wissenschaftler unter anderem die Benutzerfreundlichkeit des Online-Angebotes untersucht. Auch da gibt es noch viel zu tun. Nur knapp 20 Prozent der Testkandidaten erleichtern ihren Kunden die Orientierung durch eine Sitemap oder einen Site-Index. An eine "Guides Tour", besonders für Web-Neulinge eine große Hilfe, haben nur sechs Prozent der untersuchten Institute gedacht.

Das Siegertreppchen erklomm in diesem Jahr die Hypovereinsbank, gefolgt von der Deutschen Bank und dem Vorjahressieger, der Stadtsparkasse Köln, auf Platz drei. In der Wettbewerbskategorie "Direct Broker" eroberte die Direkt Anlage Bank den ersten Platz und verwies den Vorjahressieger comdirect und Consors auf die Plätze.

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Happy End:

´Bitte passend zahlen´

 
29.12.01 15:56
Die Menschen in der Euro-Zone sollten im neuen Jahr vor allem bei kleinen Beträgen passend zahlen: Mit dieser Bitte wandte sich die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitag vier Tage vor der Umstellung auf das neue Bargeld an die Bevölkerung.

Verbraucher sollten zudem "gemischte Zahlungen" mit der alten und der neuen Währung nach Möglichkeit vermeiden, empfahlen die Währungshüter in Frankfurt am Main. Gemischte Zahlungen in Euro und der nationalen Währung in der Doppelwährungszeit machten die Handhabung und die Rückgabe von Wechselgeld schwieriger, sagte ein Sprecher der EZB. "Es ist am Besten, nur mit einer Währung zu bezahlen." Bei der Umstellung läuft nach Einschätzung der EZB bislang alles nach Plan.

Den Angaben zufolge sollen bis Silvester insgesamt mehr als sechs Milliarden Scheine im Wert von 132 Mrd. Euro an Banken und Unternehmen verteilt werden, dazu 37,5 Milliarden Münzen mit einem Gesamtwert von 12,4 Mrd. Euro. Insgesamt wurden zudem seit Mitte Dezember 200 Millionen Starter Kits mit Münzen an die laut EZB 306 Millionen Menschen in den zwölf Euro-Ländern ausgegeben.

"Münzen aus Starter Kits sollten benutzt werden"

Münzen aus diesen Startpaketen sollten die Menschen auch tatsächlich benutzen, bat die EZB. Die Mischungen wurden in allen Euro-Staaten in unterschiedlichen Stückelungen verkauft. In den Niederlanden erhielt zudem jeder Bewohner ab sechs Jahre ein Paket mit je einem der acht neuen Geldstücke im Wert von 3,88 Euro geschenkt.

Den von ihr erwarteten glatten Übergang zum Euro-Bargeld führte die EZB auf eingehende Vorbereitungen und den Einsatz von Hunderttausenden damit beschäftigten Menschen zurück. Insgesamt seien mehr als 15 Milliarden Euro-Banknoten im Wert von 630 Mrd. Euro gedruckt worden. Knapp zehn Milliarden Scheine sind demnach für den ersten Bargeld-Umlauf bei Verbrauchern und Firmen eingeplant, der Rest als so genannte logistische Rücklage, um auf größere Nachfrage reagieren zu können. Zudem wurden insgesamt mehr als 51 Milliarden Münzen für fast 16 Mrd. Euro geprägt.
 
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Happy End:

Euro-Tipps für den Kurzurlaub über Silvester

 
30.12.01 19:59
Mit dem Euro wird Bezahlen auf Reisen deutlich einfacher. In der Übergangsphase lauern aber noch Fallstricke. Ratschläge für den Urlaub zum Jahreswechsel.

Nicht mehr ins Ausland mitnehmen sollten Reisende D-Mark. Schlag Mitternacht am Silvestertag verliert Deutschlands nationale Währung ihre Eigenschaft als gesetzliches Zahlungsmittel. Sie kann nur noch im Inland bis Ende Februar 2002 genutzt werden. Weder in Scheinen noch in Scheckform dürfte damit im Ausland noch zu bezahlen sein.

Bei Eurocheques - egal ob in Mark oder in Euro - entfällt die garantierte Deckung von 400 Mark oder 200 Euro. Damit werden die Schecks endgültig zum Auslaufmodell.

Zu empfehlen ist Plastik-Geld: Kreditkarten vieler Geldinstitute können in der gesamten Euro-Zone ab Neujahr gebührenfrei zum Bezahlen in Geschäften und Restaurants eingesetzt werden. Im Zweifelsfalle sollten Reisende ihre Bank vorher fragen, ob noch Gebühren fällig werden. Bei Einsatz von Karten außerhalb der Euro-Zone schwanken die Entgelte je nach Institut.

Nicht mehr lange gebührenfrei

Reiseschecks in Euro gibt es noch bis Jahresende von American Express gebührenfrei. Wer in Länder außerhalb der Euro-Zone reist, sollte sich zuvor bei der eigenen Bank oder einem Konsulat informieren, ob Traveller Cheques in Euro angenommen werden. Traveller Cheques in Dollar kosten Gebühren, in der Regel ein Prozent oder mindestens sechs Euro. Ab 1. Januar müssen diese Gebühren dann auch für Euro-Reiseschecks gezahlt werden.

Neues Euro-Bargeld holen können Reisende in der Euro-Zone mit ec-Karte oder Kreditkarte ab Neujahr am Geldautomaten - genau so wie zu Hause. Die Scheine sind in allen Staaten gleich, die Münzen haben Rückseiten mit nationalen Symbolen und gelten ebenfalls in der gesamten Währungsunion.

Postbank-Kunden können vier Mal im Jahr im Ausland gebührenfrei Geld mit der Sparcard, der Nachfolgerin der Postsparbuches, abheben.

Unbegrenzte Umtauschfrist

Über übrig gebliebenes altes Bargeld aus anderen Euro-Staaten freuen sich Spenden-Organisationen. Zudem tauschen nationale Zentralbanken in allen Euro-Staaten ihre alte Währung noch gebührenfrei in Euro. Die kürzeste Frist gilt dabei für portugiesische Escudo-Münzen: Sie verlieren Ende 2002 ihren Wert für immer. In mehreren Euro-Staaten, darunter Deutschland und Österreich, nehmen die Zentralbanken dagegen sämtliches alte Geld unbefristet und unbegrenzt zurück.

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Happy End:

Den schnellen Euro machen

 
30.12.01 20:33
Die Einführung des Euro macht die Deutschen zwar nicht ärmer, möglicherweise aber ihre Sprache. Mit der D-Mark und dem Pfennig sind nämlich auch viele Redensarten und Sprichwörter überholt.

Es sei denn, die Währungsumstellung schlägt sich auch in den Sprüchen rund ums Geld nieder. Jedenfalls bleibt den Bundesbürgern nicht mehr viel Zeit, um die "schnelle Mark zu machen". Vielleicht hat der ein oder andere aber schon bald mit dem schnellen Euro mehr Glück. Auch wer schon immer mal einen geizigen Mitmenschen als "Pfennigfuchser" bezeichnen wollte, sollte sich beeilen. Denn, ob der "Centfuchser" eine Zukunft hat, ist fraglich. Möglicherweise ist diese Bezeichnung "keinen müden Euro wert". Wer chronisch knapp bei Kasse ist, und bisher jede "Mark (oder jeden Pfennig) drei Mal umdrehen" musste, kann sich überlegen, wie oft er künftig Euro und Cent wenden muss, bevor er sie über die Ladentheke schiebt.

Wer den Pfennig nicht ehrt

Die meisten deutschen Redensarten zum Geld drehen sich um den Pfennig, der im Vergleich zur D-Mark eine viel längere Geschichte hat. So sinnierte bereits im Jahr 1494 Sebastian Brant in seinem "Narrenschiff" unter der Rubrik "von unnutzem richtum": "Wer pfenning hat, der hat vil frünt (Freunde)". Johannes Agricola hielt 1529 in seiner Zusammenstellung "Drey hundert Gemeyner Sprichwörtter" fest: "Pfenning ist pfennings bruder". An anderen Stellen ruft er dazu auf, den Pfennig zu ehren. "Wer einen pfenning nicht so lieb hat als einen gulden, der wird selten reych werden und gulden wechseln". Oder: "Wer keinen pfenning achtet, der wird nimmer eines gulden Herr!"

Zu den bekanntesten altüberlieferter Weisheiten rund ums Geld gehören auch Feststellungen wie: "Der Pfennig im Beutel ist ein guter Kumpan" oder "Der Pfennig hundert Wege hat". Sparsamen Hausfrauen dürfte man ins Stammbuch geschrieben haben: "Ein ersparter Pfennig ist so gut wie der erworbene." Als sparsam gilt auch, wer "auf den Pfennig (oder die Mark) achtet". Wem nachgesagt wird, "der schaut den Pfennig an" oder "der ist auf die Pfennige", hat dagegen meist genug Geld und gilt als geizig. Geldgierig ist, wem nachgesagt wird: "Der lässt sich für einen Pfennig einen rostigen Nagel durchs Knie schlagen." Von den Redensarten über Geldnot ist bis heute geläufig, dass arme Leute "mit jedem Pfennig rechnen" müssen. Längst in Vergessenheit geraten ist dagegen eine Beschreibung für Menschen, denen es am Nötigsten zum Leben fehlt: "Er hat drei Pfennige in der Tasche und für einen Taler Durst".

Auf Euro und Cent

Viele, die vor der Umstellung auf den Euro nicht im Geld schwammen, werden im neuen Jahr schnell lernen, auch "mit jedem Cent zu rechnen" oder "auf den Cent (oder den Euro) zu achten". Die Deutschen werden sich sicherlich auch schnell daran gewöhnen, dass sie anstatt auf "Mark und Pfennig", nur noch auf "Euro und Cent" abrechnen können. Daneben dürfte es ehrenwert bleiben, statt des sprichwörtlichen Pfennigs "den letzten Cent mit einem anderen zu teilen" oder darauf zu achten, "niemandem einen Cent schuldig zu bleiben". Auch wird es immer eine Sache der persönlichen Abwägung sein, ob es sinnvoll ist, selbst "den letzten Pfennig oder den letzten Cent noch an eine Sache zu wagen".

Wer jedoch einen Euro ausgibt, um einen Cent zu sparen, wird nicht weniger töricht handeln, als derjenige, der bemüht war, das Gleiche mit Mark, Pfennig oder Groschen zu tun. Klare Preis-Vorstellungen wird man auch demjenigen bescheinigen, der "etwas für keinen Cent (oder keinen Euro) mehr oder weniger" zu kaufen gedenkt.
 
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prager:

Münzen und Briefmarken alt und neu

 
30.12.01 23:02
Werden meine 5 DM und 10 DM Gedenkmünzen mit der Einführung des Euros im Jahr 2002 wertlos?

Uns (www.sammler.com/mz/euro.htm#wertlos) erreichen immer wieder neue Mails mit der besorgten Frage, ob mit der endgültigen Einführung des EUROs im Jahr 2002 die alten DM Gedenkmünzen wertlos werden.  Dazu möchten wir die Frage klipp und klar mit Nein! beantworten. Die alten Gedenkmünzen besitzen zwar ab dem Jahr 2002 nicht mehr die Funktion eines gesetzlichen Zahlungsmittels in Deutschland, sind aber laut Aussage des Bundesfinanzministeriums genauso wie die Umlaufmünzen ohne zeitliche Begrenzung zum am 31.12.98 festgelegten Wechselkurs von 1 Euro = 1,95583 DM in EUROs eintauschbar. Den Sammelwert behalten sie ohnehin. So hat der Sammler, der besorgt sein 5 DM- Stück Germanisches Museum von 1952 gegen 5 DM eintauschte(www.sammler.com/mz/euro.htm#Panik), (siehe unten - Vorsicht Panik)  wenn die Story keine Presseente war, wohl den größten Fehler seines Lebens begangen. Genauso gut hätte er einfach 3 Tausender in den Müll werfen können. Die Vergangenheit zeigt sogar, daß oft mit Abschluß der Ära eines Sammelgebietes, das Interesse an diesem Gebiet stark ansteigt. Man denke nur daran wie wertlos DDR-Gedenkmünzen waren, bis die Mauer geöffnet wurde. Als die Ostmark ihren Wert verlor, stieg der Wert dieser Münzen fast ins uferlose. Mittlerweile hat sich hier der Markt zwar etwas beruhigt, ist aber meist immer noch um ein mehrfaches höher als zu Zeiten Honneckers. Sollte da vielleicht nicht eine kleine Chance sein jetzt speziell die ziemlich seltenen und momentan recht günstigen 5-DM-Gedenkmünzen (www.sammler.com/mz/wert.htm) der 50-er und 60-er Jahre anzukaufen oder ein Blick auf die Kursmünzen  (www.sammler.com/mz/schaetze.htm) der BRD zu werfen?!
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Starterkits wurden am 17.12.01 herausgegeben und werden nun schon bis zu 20 EUR gehandelt (22.12.01)
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Vorsicht Panik (Aus dem Deutschen Münzen Magazin 1/99)
Aus Angst, mit der Einführung des Euro würde sie wertlos, tauschte erst kürzlich wieder ein Münzsammler die Sondermünze "Germanisches Museum" bei einer Hamburger Bank zum Nennwert von 5 D-Mark ein. Ihr Sammlerwert beträgt derzeit mehrere tausend Mark! Unser Tip: Forsten Sie Ihre Bestände durch und bewahren Sie nur die wirklich guten Stücke auf. Den Rest kann man – nach einem Blick in den Katalog – getrost zum Nennwert eintauschen. Faustregel: Wenn eine schlecht erhaltene 5-DM-Gedenkmünze in der Erhaltung Stempelglanz im Katalog mit unter 12 Mark notiert ist (10-DM-Münzen unter 17 Mark), kann man sie auch gleich zur Bank tragen. Dies verringert die Gesamtauflage der Münzen und steigert den Wert der verbleibenden Stücke
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Was geschieht mit meinen deutschen noch kursgültigen Briefmarken, wenn der EURO kommt? (18.5.01)
Heute sind noch alle Briefmarken der BRD gültig, die seit dem 1.1.1969 ausgegeben wurden.
Dazu sind noch ein paar Dauerserien gültig, die davor ausgegeben wurden.
Diese Briefmarken dürfen nur noch bis zum 30.6.2002 "verklebt" werden, wenn sie nur eine Wertangabe in DM / Pfennig haben.
Marken mit doppelter Währungsangabe also Euro neben DM behalten weiterhin ihre Gültigkeit.
Briefmarken mit der alten Währungsangabe können allerdings unbegrenzt in Marken mit der neuen Währungsangabe umgetauscht werden.
Alle Postwertzeichen mit dem Aufdruck "Deutsche Bundespost" und "Deutschland" seit 1. Januar 1969 und einige ältere Dauerserien sind für den Umtausch gültig. Wichtig dabei: Die betreffenden Marken können nur umgetauscht, nicht in bar ausgezahlt werden.
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www.bdph.de/, 17.12.01:
Inzwischen liegt auch eine Abbildung der am 10.Januar zur Einführung des Euro-Bargeldes erscheinenden Sonderganzsache vor. Sie wird in dem von der Deutschen Post herausgegebenen Periodikum "Philatelie Aktuell", Ausgabe 01/2002 offiziell angekündigt werden. Ersttagsstempel werden in Bonn und Berlin geführt.
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prager


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"Sonderproduktion gefälschter Banknoten"

 
01.01.02 02:33
Stunden vor Einführung des Euro-Bargelds kommt eine Warnung von offizieller Stelle. Die EU-Kommission beobachtet einen Boom bei der Produktion von Blüten. Kriminalisten warnen derweil vor dubiosen Geldwechslern vom Balkan.

Brüssel - Befürchtungen gab es schon lange, nun kommt eine quasi-offizielle Bestätigung von der EU-Kommission. Der Währungskommissar Pedro Solbes sagte am Montag, es werde "mehr Geld gefälscht als gewöhnlich". Die meisten Exemplare der Euro-Sonderproduktion seien aber "ziemlich schlecht gefälscht".
Der Euro-Koordinator des bayerischen Landeskriminalamtes, Eduard Liedgens, befürchtet derweil massive Sicherheitsprobleme, weil die im Ausland angesparten D-Mark-Bestände bis Ende Februar umgetauscht werden müssten. Im Gespräch mit der "Berliner Morgenpost" warnte Liedgens vor "skrupellosen Geschäftemachern", die das Geld in die Euro-Zone bringen würden. Rund 100 Milliarden Deutsche Mark sind außerhalb der deutschen Grenzen im Umlauf.

Ein Großteil des Geldes zirkuliert auf dem Balkan, wo die D-Mark nicht nur zweite, sondern im Fall von Montenegro und Kosovo sogar erste Währung sei. Hinzu kämen Bestände in osteuropäischen Staaten wie Tschechien. Schließlich verfügten viele Türken über entsprechende Ersparnisse.

Für die Leute, die keine Möglichkeit hätten zu reisen, blieben nur professionelle Geldwechsler - eine Chance für skrupellose Geschäftemacher. "Es werden nicht nur Leute übers Ohr gehauen. Da der Geldkreislauf auf dem Balkan nicht ständig gefiltert wird, müssen wir mit Falschgeld rechnen", vermutet Liedgens.

"Bei der Vorbereitung auf die Währungsumstellung wurde das Thema weitgehend ignoriert", kritisierte der Euro-Experte. Für das Problem habe sich in der Phase der Währungsumstellung niemand zuständig gefühlt. Sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Bundesbank argumentierten, diese Regionen lägen nicht in ihrem Währungsbereich. Nun aber komme das Problem verspätet.

Liedgens äußerte vor allem Sicherheitsbedenken. Die Geldwechsler könnten selber zum Objekt von Räubern werden, da sie kaum in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs sein dürften. Zudem könnten einzelne Banken mit dem zu erwartenden erhöhten Prüfbedarf überfordert sein. Von der "Geldschwemme" aus Osteuropa und dem Balkan könnten nach Einschätzung des bayerischen Landeskriminalamts vor allem die grenznahen Bundesländer zu Österreich, Polen und Tschechien betroffen sein.

EU-Währungskommissar Solbes rief alle Bürger in den zwölf beteiligten Staaten auf, die Münzen der sogenannten Starter-Kits bald auszugeben. Damit könnten die Verbraucher einen eigenen Beitrag leisten, um Engpässe beim Wechselgeld zu verhindern.

"Das ist echtes Geld, kein Geld für Sammler", ermahnte Solbes die Bürger. Ingesamt waren im Dezember 150 Millionen Starter-Kits mit Münzen im Wert von 10,23 Euro ausgegeben worden. Dies entspricht einem Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro.
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Den Euro in der Hand: das neue Geldgefühl

 
01.01.02 02:47
Mit der Einführung des Euro-Bargeldes verbinden sich die unterschiedlichsten Gefühle: die Wehmut des Abschieds von dem vertrauten Geld und die Neugier des Aufbruchs mit einer erstmals europäischen Währung; die Ungewißheit über den künftigen Wert des neuen Geldes und die Gewißheit, daß die europäische Integration trotz zahlreicher Rückschläge letztendlich immer vorangekommen ist und ihre großen Ziele erreicht hat. Das neue Geldgefühl wird sich daher nicht so einfach einstellen, auch wenn mehr als dreiviertel der Deutschen nach einer Umfrage der Deutschen Bank 24 meinen, sie würden spätestens in zwei bis sechs Monaten in Euro rechnen - und denken.

Die Umstellung auf ein neues Geld und damit verbunden auf ein neues Preisgefüge ist mehr als ein rein wirtschaftlicher Vorgang. Hier geht es in starkem Maße auch um Traditionen, nationale Verhaltensmuster und um Psychologie. "Keine Zeile dieser Untersuchungen ist nationalökonomisch gemeint", schrieb der Soziologe und Philosoph Georg Simmel an der Wende zum letzten Jahrhundert in der berühmten "Philosophie des Geldes". Simmel wollte die Voraussetzungen darstellen, die in den menschlichen Gefühlen, den sozialen Beziehungen sowie den Strukturen der Werte liegen und dem Geld seinen Sinn und seine praktische Stellung geben. "Man macht sich selten klar", schrieb Simmel, "daß unser ganzes Leben seiner Bewußtseinsseite nach in Wertgefühlen und Wertabwägungen verläuft und überhaupt nur dadurch Sinn und Bedeutung bekommt, daß die mechanisch abrollenden Elemente der Wirklichkeit über ihren Sachgehalt hinaus unendlich mannigfaltige Maße und Arten von Wert für uns besitzen." Der Ökonom Günter Schmölders bekräftigte in den sechziger Jahren, daß bei der Betrachtung des Phänomens "Geld" die Psychologie eine wichtigere Rolle spiele als auf anderen ökonomischen Feldern. So ist zum Beispiel in Deutschland das Stabilitätsbewußtsein durch Erfahrungen und Tradition ausgeprägter als in anderen europäischen Ländern, ein Hinweis darauf, in welchem Maß das Verhältnis der Menschen zum Geld auch von außerökonomischen Faktoren geprägt wird.

Mit der Umstellung auf den Euro steht eine umfassende Neuadjustierung des Wertgefüges in den Köpfen der dreihundert Millionen Europäer bevor. Sie müssen sich nicht nur wie im Urlaub schnell einmal ein paar Preise einprägen, sondern quer über alle Warengruppen hinweg ein neues Gefühl dafür entwickeln, was billig und teuer ist, wie Preislagen und Qualität einzuordnen sind. Mit anderen Worten: Ein ganzer Preiskosmos, ein europäischer Preiskosmos, entsteht neu. Das beginnt bei ganz simplen Fragen. Werden Gepäckträger im Hotel statt bisher zwei bis drei DM oder vergleichbaren Beträgen in Franc oder Schilling künftig eins bis eins fünfzig Euro erhalten? Ist vorstellbar, daß auf diesem Wege der "Fuffziger" - als Eurocent natürlich - wieder zu Ehren kommt, der heute eher etwas scheel angesehen wird? Oder wird das Trinkgeld schlicht auf zwei Euro steigen? Inwieweit werden sich mit dem einheitlichen Geld in Euroland ähnliche Wertvorstellungen entwickeln? Hinzu kommt, daß sich die Europäer auch an neue Geldkategorien wie den Fünf-Euro-Schein als kleinste und wahrscheinlich gängigste Banknote gewöhnen müssen.

Ob sich die Deutschen wegen des schnell faßbaren Kursverhältnisses von nahezu zwei DM für einen Euro leichter tun mit dem Umlernen, steht dahin; vielleicht werden sie deswegen sogar länger zurückrechnen als etwa die Franzosen, für die ein Euro gut sechseinhalb Franc entspricht, oder die Österreicher, die den Euro-Preis mit knapp vierzehn multiplizieren müssen, wenn sie ihn mit dem Schilling-Preisniveau vergleichen wollen.

Bei allen Zweifeln, die das europäische Großexperiment vor allem in Deutschland nach wie vor begleiten - die Akzeptanz des neuen Euro-Geldes ist kaum zu bestreiten. Der Verkauf der Beutel mit der 10-Euro-Erstausstattung ist durchweg ein Erfolg gewesen. Selbst wenn viele dieser Päckchen nur als originelles Weihnachtsgeschenk gedient haben: Wer verschenkt schon etwas, von dem er selbst nichts hält? Mit der Einführung des Euro-Bargeldes scheint auch die im wesentlichen in Deutschland ausgeprägte Euro-Skepsis nachzulassen. Nach Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der Bundesbank haben im Dezember 50 Prozent der Deutschen die Einführung des Euro begrüßt, und "nur" noch 46 Prozent finden diesen Schritt nicht gut. Noch im Juli hatten erst rund 40 Prozent die Einführung des Euro-Bargeldes gut gefunden, während rund 54 Prozent angesichts der damaligen Euro-Schwäche an den Devisenmärkten diese Entscheidung negativ bewerteten.

Wer das Euro-Bargeld in der Hand hält, wird wahrscheinlich wieder mehr auf die Geldwertstabilität des Euro schauen statt auf seinen Außenwert. Und um die Geldwertstabilität (ablesbar an der Inflationsrate) ist es in der ganzen Einführungsphase seit 1999 erstaunlich gut bestellt gewesen. Freilich fürchten viele nicht ohne Grund, daß sie mit ihren Euro zunächst teurer einkaufen werden als mit den alten Währungen. Das mag wegen der anfänglichen Unsicherheit über Preise und Preislagen durchaus der Fall sein. Auf mittlere Sicht sprechen jedoch die beträchtlichen Überkapazitäten in Industrie und Handel, die auf die Preise drücken, eher gegen eine solche Entwicklung. Entscheidend wird auch hier wieder sein, wie schnell die Verbraucher ihre innere Wertskala auf den Euro ausrichten. Preissenkungswunder durch die neue europaweite Transparenz werden freilich nicht zu erwarten sein, zumal die unterschiedlichen Umsatzsteuersätze bestehenbleiben.

Das neue Preisgefühl wird sich nach einer gewissen Eingewöhnungszeit möglicherweise schneller einstellen als erwartet. Länger wird es mit dem Wertgefühl dauern, mit dem Vertrauen in die neue Währung. Hier stehen noch viele Bewährungsproben für die Politik und damit auch Geduldsproben für die Bürger bevor; denn vor allem beim Vertrauen geht es nicht nur um Ökonomie allein.

faz.de
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Wie es mit dem Euro weitergeht

 
01.01.02 02:56
Abwarten und Tee trinken – das war bisher nicht nur in England, sondern auch in Schweden und Dänemark die Einstellung zur Euro-Einführung. Wenn der Euro in den kommenden Jahren wächst und gedeiht, könnte sich das ändern. Die Länder Osteuropas zögern nicht. Sie wollen den Euro haben, und zwar schnell. Doch so viel Euphorie wird in den Euro-Staaten ungern gesehen, sie bangen um die Stabilität der Einheitswährung.

Bislang ist das traditionell euro-skeptische Schweden vor der Idee einer gemeinsamen Währung nicht sonderlich begeistert. Gegner und Befürworter der EU halten sich die Waage. Von der liebgewonnenen Währung will sich die große Mehrheit der Bevölkerung aber nicht trennen. Ein Termin für ein Referendum zum Euro-Beitritt ist noch nicht in Sicht, die Regierung scheint auf Zeit zu spielen.

Von Großbritannien geht Signalwirkung aus

In Dänemark ist das Interesse am Euro ähnlich gering. Bereits im September 2000 hatten sich 53 Prozent der Dänen gegen die Gemeinschaftswährung ausgesprochen. Seitdem ist die Euro-Stimmung kaum besser geworden: Die Parlamentswahlen im September 2001 haben die nationalpopulistische Volkspartei in das Regierungsbündnis der rechtsliberalen Venstre gebracht. Damit haben die Euro-Skeptiker einen Sieg errungen, die Chancen für einen schnellen Beitritt zur gemeinsamen Währung schwinden.

Besser entwickelt sich die Situation in England: Laut einer Mitte Dezember von der Zeitung "The Guardian" veröffentlichten Studie rechnen 62 Prozent der Befragten damit, dass ihr Land innerhalb der kommenden zehn Jahren Mitglied im Euro-Club sein wird. Noch optimistischer ist der belgische Finanzminister und derzeitige Vorsitzende der Euro-Gruppe Didier Reynders. Er hofft auf ein britisches Referendum zum Euro-Beitritt in den kommenden zwei Jahren. Sollte er recht behalten, könnte das auch für die zögerlichen skandinavischen Staaten Signalwirkung haben.

Osteuropa will den Euro

Lieber heute als morgen wollen die süd- und osteuropäischen Beitrittskandidaten für die EU den Euro haben. Ihre Ungeduld werden sie aber noch etwas zügeln müssen. Die Europäische Kommission strebt noch vor der Europawahl 2004 eine große Erweiterungsrunde an. Von den zwölf Bewerbern haben zehn sehr gute Chancen, lediglich Bulgarien und Rumänien werden bislang vertröstet. Gute Fortschritte bei den Vorbereitungen bescheinigt die Europäische Kommission Polen, Ungarn, Tschechien und Slowenien, der Slowakei, Zypern, Malta sowie den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen. Die politischen Beitrittsbedingung seien in allen zehn Ländern bereits erfüllt. Allerdings lasse in einigen Ländern die wirtschaftlichen und verwaltungstechnischen Bedingungen noch zu wünschen übrig. Die Beitrittsreife soll aber bis zum Ende des kommenden Jahres erreicht werden. Die Euro-Aspiranten haben viel aufzuholen. Bislang liegt die Wirtschaftskraft der Bewerber bei mageren sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Euro-Zone. Im Durchschnitt der Kandidatenländer liegt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf einem Drittel des Gemeinschaftsniveaus. Zusätzlich befeuert der wirtschaftliche Aufholprozess nicht nur das Wachstum, sondern auch die Inflation. Vor allem im Agrarsektor haben viele ehemalige Ostblock-Staaten erhebliche Anpassungsprobleme.

Osteuropa ist besser vorbereitet als Südeuropa

Doch die Erfolgschancen sind groß: Nach einer Untersuchung des Centre for European Policy Studies (CEPS) sind die Beitrittskandidaten sehr viel näher an der Erfüllung der Maastricht-Kriterien, als es die südeuropäischen Länder der EU zu Beginn der Währungsunion waren.

Die Entscheidung über den EU-Beitritt wird am Ende die EU-Regierung treffen. Doch die hat gegen den Widerstand einiger Mitgliedsländer zu kämpfen. Bislang gibt es noch kein Konzept, wie die finanziellen Belastungen der Erweiterung aufgeteilt werden sollen. Das bereitet vor allem dem größten Nettozahler Deutschland Bauchschmerzen. Aber auch eine Reform der Agrar- und Strukturpolitik steht zur Debatte. Eine volle Beteiligung der Ost-Landwirte an den Tier- und Flächenprämien würde sie zu der reichsten Bevölkerungsgruppe ihrer Staaten machen. Nicht gerade ein Anreiz, um den ohnehin hohen Anteil der Agrarbeschäftigten an den Erwerbsbevölkerung zu senken. Doch eine Änderung der Agrar- und Strukturpolitik scheitert bislang an den Widerständen aus Frankreich und Spanien.

Gut Ding will Weile haben

Doch auch nach dem Beitritt zu EU werden die Kandidaten auf die neue Gemeinschaftswährung warten müssen. Die neuen Mitgliedsstaaten werden mindestens zwei Jahre auf die Probe gestellt, bevor eine Euro-Einführung überhaupt zur Diskussion steht. In dieser Zeit dürfen ihre Währungen nur um 15 Prozent vom festgelegten Wechselkurs zum Euro abweichen. Die endgültige Fixierung des Wechselkurses und allerlei Formalien werden mindestens ein weiteres Jahr kosten. Frühestens 2008 werden die EU-Aspiranten ihre alten Währungen einschmelzen können.

Auch für die Europäische Zentralbank (EZB) würde sich durch die Erweiterung einiges ändern. Schon jetzt ist der EZB-Rat mit sechs Direktoriumsmitgliedern und zwölf nationalen Notenbankchefs nicht gerade ein Beispiel für Lean Management. Wenn das Gremium auf fast 30 Mitglieder wächst, wird der Koloss völlig unbeweglich. Eine Reform ist unvermeidlich. Zusätzlich kommt auf die Notenbanker ein großes Problem zu: Sie müssten gleichzeitig den Interessen der reifen mitteleuropäischen Volkswirtschaften und der Reformländer gerecht werden. Konflikte sind programmiert.

Mehrere Reformvorschläge

Bislang stehen zwei Varianten zur Debatte. Der erste Reformvorschlag sieht vor, dass die Stimmen im Rat nach bestimmten Kriterien wie Höhe des Bruttoinlandsproduktes eines Landes gewichtet werden. Doch dieser Vorschlag wird unter den kleinen Euro-Staaten wohl keine Mehrheit finden. EZB-Präsident Wim Duisenberg favorisiert eine andere Lösung: Die kleinen Staaten entsenden gemeinsam einen Notenbankpräsidenten und wechseln sich dabei nach einem Rotationsprinzip ab. Ob dabei auch die größeren Länder wie Deutschland und Frankreich auf ihr ständiges Stimmrecht verzichten müssen, wird noch heiß diskutiert.

Eins wird aber auch den Notenbänkern klar sein: Mit der Osterweiterung wird nicht nur die EU, sondern auch die Europäische Zentralbank eine neues Aussehen bekommen müssen.

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Euro ist gemeinsames Geld für 12 Länder

 
01.01.02 02:58
Frankfurt, 01. Jan (Reuters) - Mit großen Feiern in zahlreichen Städten ist in der Silvesternacht der Euro als offizielles Zahlungsmittel in Deutschland und elf anderen europäischen Staaten eingeführt worden. In Berlin tauschte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) um Mitternacht in einem symbolischen Akt 200 Mark bei Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz ein und erhielt dafür gut 102 Euro. Vor Geldautomaten in vielen europäischen Städten stellten sich Menschen an, um ihre ersten Euro-Scheine zu erhalten. Führende Politiker und Notenbank-Vertreter sagten dem Euro-Raum durch die neue Währung eine noch bessere Zukunft voraus. Mit der Euro-Bargeldausgabe ist die seit 1999 bestehende Europäische Wirtschafts- und Währungsunion vollendet, der Euro ist nun gemeinsames Zahlungsmittel für rund 300 Millionen Menschen.

In Deutschland löst der Euro die D-Mark als offizielles Zahlungsmittel gut fünf Jahrzehnte nach deren Einführung ab. In Frankfurt, dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB), feierten mehrere tausend Menschen auf dem Platz vor dem EZB-Hochhaus die Einführung der Gemeinschaftswährung. Künstler nutzten einen 100 Meter hohen Hochhaus-Rohbau als Bühne für eine kulturelle Reise durch alle zwölf Euro-Länder. Unter dem Jubel der Menschenmenge beleuchtete EZB-Direktoriumsmitglied Eugenio Domingo Solans ein Euro-Denkmal. Das etwa zehn Meter hohe blaue Euro-Zeichen ist von zwölf leuchtenden Sternen umgeben, die die Länder der Euro-Zone darstellen sollen.

Zahlreiche Menschen stellten sich kurz nach Mitternacht an Geldautomaten an, um ihre ersten Euro-Scheine zu erhalten. Ein großer Teil der Automaten in Deutschland war bereits am Mittag zum Umrüsten abgeschaltet worden. Direkt beim EZB-Hochhaus in Frankfurt verweigerten allerdings zwei Automaten der Commerzbank noch einige Zeit nach Mitternacht ihren Dienst. Andere Geldautomaten funktionierten problemlos. Ein Frankfurter, der seine ersten Scheine in der Hand hielt, sagte: "Es fühlt sich modern an." Ein anderer Passant sagte, er werde die D-Mark vermissen. "Eine Mark ist eine Mark. Nun muss ich tausend Mal rechnen, wenn ich eine Flasche zu trinken kaufe."

In Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben rund 1,2 Millionen Menschen in der Innenstadt zu einer Silvesterfeier. An einem Sonderschalter der Dresdner Bank tauschte als eine der ersten Petra Wilke D-Mark in Euro um. Sie trauere der Mark nicht so sehr nach. "Die hatte ich nicht so lange, denn ich war ja aus der DDR", sagte sie. Den ersten Euro-Schein wolle sie in Folie eingeschweißt lassen. "Der ist was Besonderes."

In Geschäften oder Restaurants kann noch bis Februar in Mark bezahlt werden. Die Bundesbank erwartet aber, dass die Mark, die 1948 in einer Währungsreform eingeführt worden war und als Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit gilt, schon in zwei Wochen aus den Geldbeuteln verschwunden ist.

In anderen europäischen Städten wurde der Abschied von den nationalen Währungen ebenfalls gefeiert. Als erstes wurde der Euro bereits um 21.00 Uhr MEZ auf dem französischen Überseeterritorium La Reunion im Indischen Ozean eingeführt, wo wegen der Zeitverschiebung bereits drei Stunden früher als in Mitteleuropa Mitternacht war. Dort kaufte der Bürgermeister der Hauptstadt Saint-Denis, Rene-Paul Victoria, auf dem Markt ein Kilo Lychee-Früchte nach kurzem Feilschen für 75 Euro-Cent.

Auch in Griechenland und Finnland brach das Euro-Zeitalter eine Stunde früher an als in den übrigen Ländern. In Griechenland löst der Euro die Drachme ab, die seit 1833 gilt und damit die älteste Währung der Euro-Länder war. In Finnland öffnete die Notenbank für eine Stunde, damit Interessierte ihre Markka in Euro umtauschen konnten. Hunderte Menschen stellten sich bei eisigen Temperaturen in die Schlangen und tranken heißen Saft, der in einem Zelt neben dem Eingang ausgeschenkt wurde. Der 31-jährige Wilhelm Brummer sagte, seine Frau und er würden die Päckchen mit den ersten Euro aufbewahren. "Das sind Sammlerstücke", sagte der Vater von vier Kindern. In Wien kaufte der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, mit seinem ersten Euro-Bargeld einen Strauß roter und weißer Rosen für seine Frau. Führende Politiker und Notenbank-Vertreter hatten dem Euro zuvor eine Schlüsselrolle für eine friedliche Zukunft in Europa zugesprochen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sagte den Menschen mit dem Euro eine noch bessere Zeit als mit der D-Mark voraus. "Wir verbinden mit der Mark die Erinnerung an gute alte Zeiten in der Bundesrepublik. Aber Sie können sicher sein: noch bessere stehen bevor", sagte er in seiner Neujahrsansprache.

Finanzminister Eichel sagte, der Euro sei die Antwort Europas auf die Globalisierung. "Das ist das währungspolitische Ende der Kleinstaaterei." EZB-Präsident Wim Duisenberg nannte die Euro-Einführung einen Jahrzehnte alten "Traum der Europäer". Auch aus der Geschichte Europas sei das Ziel entstanden, zusammen statt gegeneinander zu arbeiten. Der Euro werde auch zur Erholung der Konjunktur im kommenden Jahr beitragen.

Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac sprach von einem Sieg für Europa, doch müssten wirtschaftliche und soziale Reformen die Euro-Einführung begleiten. Italiens Präsident Carlo Azeglio Ciampi sagte, die neue Währung sei ein "Symbol des Friedens". UNO-Generalsekretär Kofi Annan nannte die Euro-Einführung "beispielhaft für die ganze Welt".

Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion hatte mit Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Irland, Portugal und Finnland 1999 begonnen. Griechenland kam vor einem Jahr dazu. Seit drei Jahren ist der Euro offizielle Währung der Euro-Zone, er war aber nicht als Bargeld in Umlauf. Seitdem bereiteten sich die Länder vor, 15 Milliarden Banknoten und 52 Milliarden Münzen einzuführen und die nationalen Währungen aus dem Verkehr zu ziehen.

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Neujahrsnacht mit dem Hauch der Geschichte

 
01.01.02 03:10
31. Dez. 2001 In den Geschichtsbüchern wird stehen: „Die Einführung des Euro fand in zwei Etappen statt. Seit 1999 als Buchgeld in 12 Ländern der Europäischen Union verwendet, wurden die Euro-Scheine und -Münzen erst am 1. Januar 2002 eingeführt und zum gesetzliches Zahlungsmittel.“

Keine Rede wird dagegen sein vom inoffiziellen Jahr der Euro-Einführung: 2001. Ein Jahr der Vorbereitungen, ohne die am 1. Januar 2002 kein einziger Euro eingeführt werden könnte. Ein Jahr auch der Erwartungen und Befürchtungen: Gelingt die Umstellung? Werden die Menschen den Euro akzeptieren? Offene Fragen und viel Arbeit im Jahr 2001. Für die Aufnahme in die Geschichtsbücher reicht das wahrscheinlich nicht.

100 Güterzüge mit 30 Waggons

Viel Arbeit: Die Werttransportunternehmen karrten in den letzten Monaten und Wochen rund 2,6 Milliarden Euro-Scheine und 15,5 Milliarden Euro-Münzen quer durch Deutschland. Das entspricht 250 Lastwagenladungen an Scheinen und rund 100 Güterzügen mit jeweils 30 Waggons an Münzen. Gleichzeitig wurde (und wird immer noch) das alte Geld aus dem Verkehr gezogen: rund 2,6 Milliarden D-Mark-Banknoten und 28,5 Milliarden Mark- und Pfennigmünzen warten auf ihre Entwertung.

Automatenumstellung

Auch für eine weitere Branche stellt die Euro-Einführung einen nie gekannten Arbeitsaufwand dar: Die Automatenindustrie muss rund 2,4 Millionen Geräte eurofähig machen. Neben 830.000 Zigarettenautomaten gehören dazu beispielsweise Spiel-, Verpflegungs- und Fahrkartenautomaten. Den Aufwand für die Umstellung beziffert der Verband der Deutschen Automatenindustrie mit 1,1 Milliarden Mark.

Skeptische Bevölkerung?

Viele offene Fragen gab und gibt es, vor allem von seiten der Bürger: Wieso sollen wir die „harte“ Mark gegen den angeblich so „schwachen“ Euro eintauschen? Werden die Preise steigen? Wird der Euro uns überhaupt Vorteile bringen? Trotz breit angelegter Informationskampagnen konnten nicht alle Zweifel ausgeräumt werden, ob es sich lohnt, die Mark gegen den Euro einzutauschen: Die neusten Umfragen zeigen, dass noch immer keine breite Mehrheit der Deutschen die Einführung des Euro begrüßt.

Ist der Euro stark?

Der Euroskeptizismus ist jedoch unbegründet. Weder werden die Preise langfristig und auf breiter Front vom Euro in die Höhe getrieben, noch wird die penibel geplante Einführung in den ersten Januartagen in heillosem Chaos enden. Und die „Schwäche“ des Euro ist nichts, was es nicht auch schon in der langen Geschichte der harten Mark gegeben hätte (siehe Link „Historische Eurokurse“). Bei so vielen Diskussionen über den niedrigen Eurokurs ist es jedoch nicht weiter verwunderlich, dass die Menschen den Euro nicht „stark“ finden.

Was die Informationskampagnen tatsächlich versäumt haben, ist den Menschen zu vermitteln, warum die Euro-Einführung wirklich Sinn macht. Vielen Bürgern scheint immer noch nicht klar zu sein, dass Arbeitsplätze und Wohlstand gerade auch im Exportland Deutschland vom Funktionieren des europäischen Binnenmarkts abhängen. Und das die Vorteile eines solchen Binnenmarkts mit unterschiedlichen Währungen nicht ausgeschöpft werden können. Der Euro macht vieles einfacher, vor allem Handel und Investitionen, und eben nicht nur das Reisen.

Man muss sich gewöhnen

Der Euro kommt jetzt. Die ersten Wochen werden vielleicht nicht einfach sein, es mag zu Engpässen kommen, und die Gewöhnung an die neuen Preise ist zunächst beschwerlich. Aber es ist auch eine höchst spannende Zeit. Das ungewohnte Gefühl der neuen Scheine und Münzen in der Hand, die Verwirrung, wenn die Preisstrukturen in unseren Köpfen kräftig durchgewirbelt werden, das alles gehört dazu: zum Miterleben dieses historischen Moments, in dem die Europäer anfangen, eine vor wenigen Jahrzehnten noch für verrückt und utopisch gehaltene Idee zu leben. In dieser Neujahrsnacht weht uns der Hauch der Geschichte ins Gesicht - gehen Sie raus und lassen Sie Mütze und Schal ruhig mal zu Hause.
Antworten
positiver:

Der Euro kommt nicht; er ist schon da ! :-) o.T.

 
01.01.02 04:34
Antworten
Happy End:

Der EURO ist da!

 
01.01.02 13:57

Der Euro ist in seiner Stadt angekommen  


Frankfurt, 01. Jan (Reuters) - Diesmal hat sich die "City of the Euro" ihren inoffiziellen Beinamen ehrlich verdient. Rund zehntausend Menschen waren bis Mitternacht auf dem Platz vor dem Hochhaus der Europäischen Zentralbank zusammengeströmt, um den historischen Augenblick der Einführung des Euro-Bargeldes für zwölf europäische Länder gemeinsam zu erleben. Damit hat Frankfurt, zumindest was die Willkommenspartys für den Euro betrifft, in der Oberliga der europäischen Hauptstädte mitgespielt. Von der Tribüne riefen die Redner wohlgewählte Worte über das europäische Einheitsgeld überzeugten Anhängern des Euro ebenso zu wie den vielen, die in Frankfurt einfach nur verzweifelt nach ein bisschen Berliner Silvesterfeeling suchten.

Je näher der Uhrzeiger auf Mitternacht rückte, um so mehr ging das gut gemeinte europäische Kulturprogramm der Veranstalter in der üblichen Generalprobe für die Böller unter. Eine Million Euro hat der Verein "Euro-Point", mit dem Banken und Unternehmen sich für die Gemeinschaftswährung einsetzen, für die "Night of the Euro" ausgegeben. Im 25 Stockwerke hohen Hochhaus-Rohbau des "Galileo-Turms" waren aus allen zwölf Ländern Musiker, Sänger, Tänzer und Dichter versteckt. Der spanische Flamenco, der schmetternde Tenor aus Italien oder der Domchor aus Speyer waren nur per Projektion auf eine Videowand zu sehen. Die Kultur aus zwölf Nationen mischte ein Discjockey schließlich zu einem dröhnenden Klangbrei zusammen, der nahtlos in den Countdown auf Mitternacht überging.

Und dann war es so weit. Die 15 Meter hohe Euro-Skulptur - ein blaues Euro-Zeichen auf Stelzen mit zwölf gelben, die Mitgliedsländer symbolisierenden Sternen - wurde erleuchtet. "Heute haben wir den Euro in das Herz der Menschen und in das Herz von Frankfurt gebracht", schrie Euro-Point-Gründer Manfred Pohl gegen die Silvesterkracher an. Mit Sätzen wie "Das wichtigste ist, dass der Euro eine stabile Währung wird" und "Happy new Euro year" folgten der hessische Landeszentralbank-Chef Hans Reckers und EZB-Direktoriumsmitglied Eugenio Domingo Solans im Stakkato. Stolz schwenkte der sonst so zurückhaltende Notenbanker in jeder Hand ein Bündel Euro-Scheine wie zur gleichen Zeit in Brüssel EU-Währungskommissar Pedro Solbes und der belgische Finanzminister Didier Reynders.

Auch in der Masse ist vereinzelt herzliche Freude darüber zu beobachten, dass die Deutschen von jetzt an mit Franzosen, Italiener oder Finnen mit dem Geld etwas wichtiges gemeinsam haben. "Wenn wir schon ein einheitliches Europa haben, ist eine gemeinsame Währung ideal, so fängt es an", erklärt der 50-jährige Klaus Richter, warum der Euro ihn froh macht. Auch die 28-jährige Susanne Schwarz sagt: "Ich habe mich schon immer auf den Euro gefreut." Sie gehört zu denen, die sich noch in der Nacht das neue Geld aus dem Automaten ziehen.

Auf Teil zwei der Euro-Party, der Gala im Hotel Inter-Continental, kann Rosi von den Jacob-Sisters dem Euro vor allem praktische Vorteile abgewinnen: "Für uns Künstler ist das toll, wir haben dann keine Probleme mehr mit dem Geldwechseln, wenn wir in Europa unterwegs sind." Über den Abschied von der D-Mark sei sie gleichzeitig traurig, sagte die Schlagersängerin, die mit ihren drei singenden Schwestern 1961 noch vor dem Mauerbau aus Sachsen in die Bundesrepublik gekommen war. "Aber da müssen wir durch."

"Es sieht ein bisschen wie Spielgeld aus"  


01. Jan (Reuters) - Vor den Geschäftsräumen der Commerzbank im Frankfurter Bankenviertel krachen die Böller, zischen bunte Raketen und aus Lautsprechern auf dem Platz dröhnt "Freude, schöner Götterfunke". Das neue Jahr ist schon mehr als 15 Minuten alt, die Fete zur Einführung des Euro-Bargeldes läuft, doch die beiden Geldautomaten direkt gegenüber der Europäischen Zentralbank lässt das kalt. Rund dreißig Menschen stehen vor den Apparaten und wollen - beobachtet von mehreren Kamerateams - die ersten Euro-Scheine ziehen; endlich das neue Bargeld ansehen, befühlen, in Besitz nehmen. Doch: "Dieser Automat ist zurzeit nicht in Betrieb" steht beharrlich auf den Displays. Nichts zu machen. Erst gegen halb eins, als draußen Passanten längst schon Euro-Scheine hochhalten, die sie an anderen Automaten geholt haben, überlegen es sich auch die beiden Geräte im Rampenlicht, und geben unter Applaus die neuen Scheine frei.

"Es sieht ein bisschen wie Spielgeld aus", diese Reaktion kommt spontan von fast jedem aus der Warteschlange, der den Euro in dieser Nacht zum ersten Mal in der Hand hält. "Unwirklich" sei das neue Geld, kaum zu glauben, dass man dafür wirklich etwas kaufen könne. "Wie ein Fleurop-Gutschein", ist die größte Beleidigung. Auf den zweiten Blick dann aber viel Lob; für die Währungsunion und die Euro-Einführung ohnehin, aber auch für die neuen Scheine. "Modern" sei das Design und: "Wenn man sie erst einmal in der Hand hält, sind sie gar nicht so schlecht."

Einigen fehlen jedoch die von den D-Mark-Scheinen gewohnten Gesichter auf den von Fensterbögen und Brücken gezierten Euro-Scheinen. Diese hätten die Währung persönlicher gemacht. Und ein Passant meint, der Zwang, es allen Teilnehmerstaaten optisch recht machen zu müssen, sei den Scheinen doch anzusehen: "Ein bisschen nichtssagend", seien sie.

Haben wollen den Euro aber trotzdem alle: Nach und nach sprechen sich unter den Grüppchen erste Tricks herum, wie eine möglichst große Auswahl zu ergattern ist: "Wenn man 185 Euro abhebt, bekommt man die meisten verschiedenen Scheine", sagt einer und hält seinen bunten Fächer hoch. Zwei Interessenten bekommen allerdings überhaupt nichts - ihr Konto ist überzogen und daran ändert auch der Euro nichts.

Aus Neugier sind die meisten hergekommen. Mal sehen, wie es so ausschaut, das neue Geld. Die meisten haben noch Restbestände von D-Mark und gehen davon aus, dass sie auch weiterhin angenommen werden. Wirklich brauchen kann die neue Währung in dieser Nacht zunächst offenbar noch niemand so recht. Auf die Frage, wofür sie die ersten Euro ausgeben wollen, verfallen etliche zunächst ins Grübeln. Angesichts der sternklaren, eiskalten Nacht fällt vielen dann jedoch ein: "Etwas heißes zu trinken kaufen!"

Zumindest bei einer Crepes- und Glühweinbude in der Innenstadt haben die Besitzer der neuen Währung aber kein Glück mit den neuen Scheinen. "Wir nehmen weiter nur D-Mark", sagt einer der Verkäufer lange nach Mitternacht. "Wir haben auch überhaupt keine Euros zum Wechseln."

"Wir haben hier Liquidität unter der Theke"  


Berlin, 01. Jan (Reuters) - Erst kommt er zu früh, dann drängelt sich auch noch der US-Botschafter Dan Coats beim Geldtauschen vor. Um zwei Minuten nach Mitternacht hält Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) endlich seine offiziell ersten Euro-Noten in der Hand. Die muss er immer wieder für die Fotografen in der Hand schwenken. Was er offensichtlich gerne tut. Kurz vorher hat bereits Bundesbankpräsident Ernst Welteke gute Laune versprüht. "Wir haben hier Liquidität unter der Theke", sagt Welteke und holt ein Glas Sekt hervor. Dann stößt er mit Eichel, Coats und Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz auf das Neue Jahr und die neue Währung an. Außer der Prominenz können auch Kunden in der Nacht an einem Sonderschalter nahe dem Brandenburger Tor D-Mark in Euro tauschen.

Eine knappe halbe Stunde vor dem offiziellen Euro-Start haben sich die Politiker und Banker schon vor den Fernsehkameras versammelt, um symbolisch die ersten Scheine auszugeben. Doch weil die Satellitenübertragung noch nicht funktioniert, verschwinden die Herren im Smoking schon nach drei Minuten wieder im Hinterzimmer. Um Mitternacht ist es dann so weit und Eichel erhält von Bank-Chef Fahrholz für seine 200-D-Mark-Note 102,26 Euro. US-Botschafter Coats tauscht 100 Dollar in Euro. Was er mit dem ersten Euro macht, weiß der Bundesfinanzminister noch nicht so genau. "Wahrscheinlich werde ich ihn für das Frühstück ausgeben." Welteke hingegen mag seinen ersten Euro nicht ausgeben, denn den trägt er seit der Ausgabe der Münzpäckchen am 17. Dezember in der Tasche. "Vielleicht sollte ich ihn kennzeichnen. Mit Lippenstift oder was Ähnlichem", scherzt der Bundesbankpräsident.

Zur gleichen Zeit öffnet die Dresdner Bank ihre Filiale am Pariser Platz für den Publikumsverkehr. Rund ein Dutzend Bankangestellte bieten den Interessierten abgepackte Euro-Bündel im Gegenwert von 20, 50 oder 100 D-Mark an. "Es herrscht großer Andrang, die Leute sind wild auf den Euro", sagt der zuständige Gebietsleiter der Bank, Rainer Bonowsky. Alle Angestellten hätten sich freiwillig gemeldet. Wie Robert Hinrichs. Der 21-Jährige trägt eine blaue Krawatte mit goldenen Sternen und riesiger Euro-Münze. "Die Leute, die hier kommen, sind meist gut drauf und nehmen den Euro mit viel Humor." Fast alle Kunden bestaunen die neuen Scheine neugierig, halten sie gegen das Licht, tasten und fühlen. Anders Henrico Lievore. Der Westfale zerschneidet mürrisch seine 20 frisch getauschten Beutel und befreit Euro im Wert von insgesamt 2000 D-Mark aus dem eingeschweißten Plastik. "Der Euro ist großer Mist. Er bringt Belastungen und wir müssen jetzt die ganzen Umrechnungen machen." Für seine Kneipe habe er jeden Spielautomat für etwa 300 D-Mark umrüsten müssen.

Anders als der Gastwirt freut sich eine bunt geschminkte Dame in extravagantem roten Hut auf die neue Währung. "Ich nutze den Euro als Geldanlage", sagt sie und beklebt eifrig gut ein Dutzend Scheine mit je einer Briefmarke. "Nebenan bei der Post kann ich mir dann einen Silvester-Sonderstempel auf die Euro-Noten besorgen." Die 35-Jährige nennt sich "Fräulein Kaiserin" und eine Schärpe um die Hüften zeichnet sie als Miss Christopher Street Day Berlin 2001 aus.

Doch nicht jeder will die ersten Euro aufheben. "Wir tragen das Geld jetzt zum Hotel Adlon an die Eisbar", sagt Monica Korte bestimmt und will es für Champagner ausgeben. Ihr Mann Gerhard plädiert indes für Bier. Nur wenige Meter entfernt tritt Minister Eichel um kurz nach zwei Uhr mit seiner Frau den Heimweg an. Die ersten Euro hat er noch in der Tasche. "Ich konnte noch keine ausgeben", rechtfertigt sich der "Sparminister".

Automatenumstellung weitgehend reibungslos  


Frankfurt, 01. Jan (Reuters) - Die Umstellung der deutschen Geldautomaten auf die Ausgabe von Euro ist nach Angaben von Banken- und Sparkassenverbänden in der Nacht auf den 1. Januar weitgehend reibungslos verlaufen. Sparkassen und Banken meldeten am Dienstag eine Stunde nach Beginn des neuen Jahres, die Euro-Ausgabe sei an den Geldautomaten ohne nennenswerte Störungen gut angelaufen. Auch europaweit gehe die Bargeld-Ausgabe reibungslos vonstatten. Vor allem in den Großstädten sei bereits viel Geld abgehoben worden. Mit Verspätung startete die Ausgabe der Euro-Scheine allerdings an den Automaten direkt gegenüber dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Hier mussten Kamerateams und neugierige Bürger eine halbe Stunde auf das neue Geld warten.

"Vor allem in Großstädten wird schon viel Geld abgehoben, aber es ist nicht so viel, dass die Automaten schon in der Nacht leer werden", sagte Reinhold Rickes, Euro-Experte der Sparkassen. Allein in Berlin seien mit mehr als 200.000 Abhebungen in der ersten halben Stunde die Automaten etwa vier Mal so oft wie sonst bedient worden.

In Frankfurt standen unmittelbar nach Mitternacht bei eisiger Kälte zahlreiche Bürger vor den Ausgabestellen, um sich vor allem aus Neugier schon in der Neujahrsnacht mit Euro-Scheinen einzudecken: "Ich will das neue Geld sehen und anfassen", sagte eine Passantin. Der erste Eindruck war unterschiedlich: "Es sieht ein bisschen aus wie Spielgeld" war als Beschreibung" oft zu hören. Viele bezeichneten die neue Währung noch als "unwirklich". Es sei schwer vorstellbar, sich für die Scheine tatsächlich etwas kaufen zu können. Für den Entschluss, die Währungsunion zu vollziehen und den Euro einzuführen, gab es aber insgesamt viel Lob: "Wenn man die Scheine in der Hand hält, sind sie gar nicht so schlecht."

In ländlichen Regionen war der Gang zum Geldautomaten in der Neujahrsnacht nach Angaben der Verbände dagegen die Ausnahme. "Die Leute feiern erstmal Silvester", sagte Rickes. Gerade in kleineren Filialen von Regionalbanken standen in der Nacht allerdings auch etliche Menschen vor noch abgeschalteten Geldautomaten. Aufkleber verwiesen hier auf bereits umgestellte Geräte in größeren Geschäftsstellen. "Schade, ich hätte gerne ein paar Euros gezogen, um sie mal zu sehen", sagte ein Mann in Mainz-Kastel.

"Bisher ist alles reibungslos verlaufen", sagte EU-Kommissionspräsident Romano Prodi. "Es hätte nicht besser sein können." Und Bundesbank-Direktoriumsmitglied Edgar Meister bestätigte: "Auch europaweit läuft alles gut. Ich habe ein gutes Gefühl, nachdem die Vorabausstattung mit Bargeld und die Ausgabe der Starter-Kits so gut gelaufen ist, aber Pannen sind bestimmt nicht auszuschließen." Neben den Startschwierigkeiten in Frankfurt verweigerten offenbar auch Geldautomaten an der Grande Place in Brüssel nach Mitternacht die Ausgabe von Euro.

Für alle, die sich in der Silvesternacht oder am 1. Januar nicht am Automaten mit Euro eindecken wollen, haben die Hälfte der Sparkassen, die Postbank, Volksbanken und die Dresdner Bank eine oder mehrere Filialen geöffnet.

"Bitte keine Euros" in Wien  


Wien, 01. Jan (Reuters) - "Bitte keine Euros" stand auf dem Schild einer Würstchenbude beim Wiener Prater. Auch nach der Euro-Einführung um Mitternacht wurden die Gäste bei vielen Silvesterfeiern gebeten, weiter mit der alten Währung Schilling zu bezahlen. Der Euro wurde auch nicht als Wechselgeld herausgegeben. "Uns ist das mit dem Rechnen zu mühsam", sagte der Wirt. Ein Euro entspricht rund 14 Schilling. Ein junger Wiener, der beim Snowboard-Festival der Stadt an einer Bar mit den neuen Scheinen zahlen wollte, gab entmutigt auf. "Hör mal, wir nehmen schon Euro auch, aber dann wartest auf dein Bier eine halbe Stunde", sagte ihm eine gestresste Kellnerin.

Im Scheinwerferlicht von TV-Teams war der Euro in Österreich hingegen sofort gültig. Der prominenteste Wien-Besucher der Silversternacht, EU-Kommissionspräsident Romano Prodi, kaufte von Reportern umgeben kurz nach Mitternacht für 32 Euro einen Strauß aus weißen und roten Rosen für seine Frau. Prodi erklärte, er sei froh über die Einführung des Euro-Bargeldes in den zwölf Mitgliedstaaten der Euro-Zone. "Bisher ist alles reibungslos verlaufen", sagte er. "Es hätte nicht besser sein können."

Im Stadtzentrum, in dem in der Nacht rund 500.000 Menschen den Jahreswechsel auf den Straßen feierten, waren die Passanten überrascht, dass mehrere Geldautomaten bereits zwei Stunden vor 00.00 Uhr Euros ausgaben. "Ich find das toll", sagte die Wien-Touristin Charlotte Gruber mit zwei frischen 100 Euro-Scheinen in der Hand. Daran, das neue Geld noch in der gleichen Nacht in Umlauf zu bringen, dachte sie aber nicht. "Ich glaube, das ist jetzt zu kompliziert - das hebe ich mir lieber für den Neujahrstag auf".

In einem der nobelsten Lokale der Stadt, einem Restaurant mit Blick auf den Stephansdom, stellte die Umstellung auf die neue Währung den Besitzer vor keine Probleme. "Für uns ist das überhaupt nicht schwierig", sagte Attila Dogudan, während um ihn herum mit Champagner und Meeresfrüchten gefeiert wurde. Die Rechnung werde wie jedes Jahr ohnehin nicht bar, sondern mit Kreditkarte beglichen. "Unsere Gäste zahlen sowieso nie in Cash".

Europäer begrüßen Euro mit großer Neugier  


Frankfurt, 01. Jan (Reuters) - Mit der Einführung des Euro-Bargeldes haben Deutschland und elf weitere Staaten der Europäischen Union in der Nacht zum Neujahrstag die größte Währungsumstellung der Geschichte besiegelt. In Deutschland verlief die Umstellung der Geldautomaten auf die Ausgabe der neuen Währung nach Angaben der Geldinstitute weitgehend reibungslos. Ab Mitternacht bildeten sich vor vielen Automaten Menschenschlangen, weil Hunderttausende das neue Geld nach langem Warten endlich in Händen halten wollten. Einzelhändler sprachen am Neujahrsmorgen von einem überwiegend problemlosen Start: Praktisch alle Kunden seien neugierig auf den Euro und akzeptierten ihn als Wechselgeld, sagten sie. Der Euro ist Zahlungsmittel für mehr als 300 Millionen Menschen in Europa.

Das Kassieren dauere durch die Umstellung auf die neue Währung etwas länger, die meisten Kunden hätten dafür jedoch Verständnis, sagte ein Händler am Frankfurter Hauptbahnhof. Praktisch alle Kunden zahlten noch mit Mark und erhielten dann Euro als Wechselgeld. Nur einige wenige Einkäufer hätten sich geweigert, das neue Geld anzunehmen. Auch ein Taxi-Fahrer sagte, es gebe keine Probleme. Er akzeptiere Euro und D-Mark. Automaten etwa für Zigaretten funktionierten ebenso schon mit Euro-Münzen.

In Geschäften oder Restaurants kann noch bis Februar in Mark bezahlt werden. Die Bundesbank erwartet aber, dass die Mark, die 1948 in einer Währungsreform eingeführt worden war und als Symbol für das deutsche Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit gilt, schon in zwei Wochen aus den Geldbeuteln verschwunden ist.

Noch in der Nacht hatten sich bundesweit Hunderttausende Bürger bei klirrender Kälte an Geldautomaten mit den neuen Euro-Scheinen eingedeckt. Die Ausgabe sei ohne nennenswerte Störungen angelaufen, erklärten Banken und Sparkassen. "Vor allem in Großstädten wird schon viel Geld abgehoben, aber es ist nicht so viel, dass die Automaten schon in der Nacht leer werden", sagte Reinhold Rickes, Euro-Experte der Sparkassen. Allein in Berlin seien mit mehr als 200.000 Abhebungen in der ersten halben Stunde die Automaten etwa vier Mal so oft wie sonst bedient worden. Mit Verspätung startete die Ausgabe der Euro-Scheine allerdings an einigen Automaten in Brüssel und direkt gegenüber dem Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt. Hier mussten Kamerateams und neugierige Bürger eine halbe Stunde auf das neue Geld warten.

Die Stimmung vor den Bankautomaten war meist gut, viele Menschen kamen von den Silvester-Feiern und brachten Sekt und heißen Tee in Thermos-Flaschen mit. Ihr erster Eindruck von der neuen Währung war unterschiedlich: "Es sieht ein bisschen aus wie Spielgeld", war oft zu hören. Viele bezeichneten die neue Währung als unwirklich. Es sei schwer vorstellbar, sich für die Scheine tatsächlich etwas kaufen zu können. Für den Entschluss, die Währungsunion zu vollziehen und den Euro einzuführen, gab es aber insgesamt viel Lob: "Wenn man die Scheine in der Hand hält, sind sie gar nicht so schlecht", sagte eine Frau. Viele Menschen strömten auch am Neujahrstag in die Bankfilialen, um Euro abzuheben oder Mark in Euro zu tauschen. "Es ist richtig viel los", sagte ein Bankmitarbeiter in Frankfurt.

Um Mitternacht war die neue Gemeinschaftswährung in zahlreichen Großstädten der Euro-Zone mit Feiern und Zeremonien begrüßt worden. Zuerst wurde der Euro bereits um 21.00 Uhr MEZ in dem französischen Überseeterritorium La Reunion im Indischen Ozean eingeführt. Dort kaufte der Bürgermeister der Hauptstadt Saint-Denis, Rene-Paul Victoria, auf dem Markt ein Kilo Lychee-Früchte nach kurzem Feilschen für 75 Euro-Cent. In Wien erstand der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, mit seinem ersten Euro-Bargeld einen Strauß roter und weißer Rosen für seine Frau. "Bisher ist alles reibungslos verlaufen", sagte er. "Es hätte nicht besser sein können."

In Berlin, wo sich rund 1,2 Millionen Menschen zu einer Silvester-Feier versammelt hatten, tauschte Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) um Mitternacht in einem symbolischen Akt 200 Mark bei Dresdner-Bank-Chef Bernd Fahrholz und erhielt dafür gut 102 Euro. Vor dem Hochhaus der EZB in Frankfurt feierten Tausende Menschen die Einführung des Euro. Künstler nutzten einen 100 Meter hohen Hochhaus-Rohbau als Bühne für eine kulturelle Reise durch alle zwölf Euro-Länder. Unter dem Jubel der Menschenmenge beleuchtete EZB-Direktoriumsmitglied Eugenio Domingo Solans ein Euro-Denkmal.

Führende Politiker und Notenbank-Vertreter hatten dem Euro zuvor eine Schlüsselrolle für eine friedliche Zukunft in Europa zugesprochen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) sagte den Bundesbürgern mit dem Euro eine noch bessere Zeit als mit der Mark voraus. "Wir verbinden mit der Mark die Erinnerung an gute alte Zeiten in der Bundesrepublik. Aber Sie können sicher sein: noch bessere stehen bevor", sagte Schröder in seiner Neujahrsansprache. EZB-Präsident Wim Duisenberg nannte die Euro-Einführung einen Jahrzehnte alten "Traum der Europäer".

Die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion hatte mit Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Belgien, Luxemburg, den Niederlanden, Irland, Portugal und Finnland 1999 begonnen. Griechenland kam vor einem Jahr dazu. Seit drei Jahren ist der Euro offizielle Währung der Euro-Zone, er war aber nicht als Bargeld in Umlauf. Seitdem bereiteten sich die Länder vor, 15 Milliarden Banknoten und 52 Milliarden Münzen einzuführen und die nationalen Währungen aus dem Verkehr zu ziehen.

Minister aus Neuseeland als erster Euro-Nutzer  


Wellington, 01. Jan (Reuters) - Neuseelands stellvertretender Finanzminister, Trevor Mallard, hat als erster offiziell Euro-Bargeld eingetauscht. Mallard nutzte den Zeitvorsprung des Pazifik-Staates, um bei einer Werbeveranstaltung eines Finanzunternehmens Euro-Banknoten zu tauschen. Schlag Mitternacht - in Frankfurt, der "City of the Euro", war es erst Mittag - erhielt er am internationalen Flughafen von Wellington Euro-Banknoten für seine neuseeländischen Dollar. Damit war er dem ersten Käufer im Euro-Gebiet rund acht Stunden voraus. Bürgermeister Rene-Paul Victoria kaufte für seine ersten Euro in Saint-Denis auf der französischen Insel Reunion im Indischen Ozean ein Kilo Lychee-Früchte.

Mallard bewarb gleichzeitig Neuseeland als Standort für Filmschaffende und den Yachtbau. Der Film "Der Herr der Ringe" wurde in Neuseeland gedreht, außerdem hält das Land derzeit die Segelsporttrophäe America's Cup. "Wir sind vorne in der Welt - in einem technologischen und einem zeitlichen Sinn", sagte Mallard.

Der Euro ist seit dem 1. Januar 2002 auch als Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel in den 12 Staaten der Euro-Zone, sowie in Andorra, San Marino, Monaco und dem Vatikanstaat.

Auch Neuseeland und sein größter Handelspartner Australien diskutierten bereits eine gemeinsame Währung.

Nach mehr als 50 Jahren weicht die Mark dem Euro  


Frankfurt, 01. Jan (Reuters) - Mit der Einführung des Euro-Bargelds haben die letzten Tage der Deutschen Mark begonnen, die 1948 mit einer Währungsreform eingeführt worden war. Der Euro ist in Deutschland und den anderen elf Ländern der Währungsunion nun offizielles Zahlungsmittel. Völlig abrupt ist der Übergang aber nicht. In der Welt der Börsen, Banken und Unternehmen gehört der Euro schon seit Beginn der Währungsunion am 1. Januar 1999 zum Alltag. Drei Jahre später wird der Euro nun für mehr als 300 Millionen Europäer zum täglich benutzten Geld. Die Währungsunion der zwölf Euro-Länder bedeutet aber anders als die deutsche Währungsreform nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Geldwertverlust.

Damals hatten die Westmächte USA, Großbritannien und Frankreich eine Währungsreform in den drei deutschen Westzonen vorbereitet, nachdem die Viermächte-Regierung nach Kriegsende gescheitert war. Das neue Geld - die Deutsche Mark - wurde schon im Oktober 1947 in den USA gedruckt. Am 20. Juni 1948 setzten die Militärregierungen die Reform um. Jeder Bürger erhielt für 60 Reichsmark zunächst ein so genanntes Kopfgeld von 40 Mark. Zwei Monate darauf wurden weitere 20 Mark pro Kopf ausgegeben. Während Löhne, Gehälter und Mieten im Verhältnis 1:1 umgewertet wurden, verloren Sparguthaben ein Zehntel ihres nominalen Reichsmarkwertes.

Auch entfiel die vorher geltende Preisbindung. Schon am nächsten Tag waren die Schaufenster mit Waren gefüllt, die zuvor zum Teil nur auf dem Schwarzmarkt angeboten worden waren. Doch die Währungsreform bereitete nicht nur dem Schwarzmarkt ein Ende, sondern gab gleichzeitig den Startschuss für den Wirtschaftsboom in Deutschland in der Nachkriegszeit.

Die Einführung des Euro-Bargelds am 1. Januar läutet nun den Abschied von der Mark ein - und kann zugleich als Höhepunkt der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) angesehen werden. Mark, Franc oder Escudo haben bei der schon 1999 begonnenen Währungsunion aber nicht an Wert eingebüßt. Vielmehr wurde jede nationale Währung zu einem Kurs zum Euro fixiert, der sich nach den Wechselkursen von Ende 1998 richtete. Seitdem sind die Währungen nur noch Platzhalter für den Euro, der 1,95583 Mark entspricht. "Durch die Umstellung auf den Euro wird niemand ärmer oder reicher", beteuert daher die Deutsche Bundesbank.

Als Buchgeld existiert der Euro schon seit drei Jahren. Seitdem ist er die offizielle Währung in elf Staaten der Euro-Zone, seit 2001 außerdem in Griechenland. Großbritannien, Schweden und Dänemark blieben auf eigenen Wunsch außen vor. Ohne die dreijährige Übergangsfrist hätten die nationalen Währungen schon 1999 ihren Status als gesetzliches Zahlungsmittel verloren, nun geschieht das in den meisten Ländern Ende Februar. In Deutschland wird die Mark offiziell an Silvester abgeschafft, auch wenn man mit ihr noch bis Ende Februar bezahlen kann. Dazu haben sich die Verbände von Banken, Handel, Gaststätten und Automatenwirtschaft verpflichtet.

Die Idee einer Währungsunion in Europa ist schon alt. Nach einigen vergeblichen Anläufen entstand 1975 die Europäische Währungseinheit (ERE), die vier Jahre später im Europäischen Währungssystem (EWS) aufging. Die ERE wurde zur "European Currency Unit" (ECU). Die europäischen Währungen im EWS durften nur in einer bestimmten Spanne zu einem Leitkurs zur Mark schwanken, die wegen ihrer Stabilität die Ankerwährung war.

Der Europäische Rat entdeckte 1988 das Ziel der EWWU neu. Der damalige Kommissionspräsident Jacques Delors sollte dafür ein Konzept erarbeiten. Der Delors-Plan von 1989 sah drei Stufen vor. Die erste begann mit der Schaffung des Binnenmarktes im Juli 1990. Die zweite startete nach der Ratifizierung des Maastrichter Vertrags im November 1993. Zum Durchbruch trug letztlich die deutsche Wiedervereinigung bei. Die europäischen Partner wollten Deutschland in Europa fest verankern.

Ab Januar 1994 bereitete das Europäische Währungsinstitut (EWI) die gemeinsame Geldpolitik vor und wurde so zum Vorläufer der Europäischen Zentralbank (EZB). Das EWI und die EU-Kommission wachten außerdem über die Einhaltung der so genannten Maastricht-Kriterien für die Teilnehmerstaaten, die aus Vorgaben für Inflationsrate, Haushaltsdefizit, öffentlichen Schuldenstand, langfristige Zinsen und der Einhaltung der EWS-Bandbreiten bestanden und die Eintrittshürde in die EWWU sind. Im Dezember 1995 taufte der Europäische Rat die geplante gemeinsame Währung in Madrid auf den Namen Euro. Die EZB nahm ihre Arbeit am 1. Juni 1998 auf, gut ein halbes Jahr vor Beginn der dritten Stufe der Währungsunion. Diese Phase endet jetzt mit der Einführung des Euro als offizielles Zahlungsmittel.

In Brüssel schwer zu kriegen und auszugeben  


Brüssel, 01. Jan (Reuters) - In der politischen Hauptstadt Europas war es gut acht Stunden nach Einführung des Euro-Bargelds nicht einfach Euro-Bargeld zu bekommen oder auszugeben. Die Empfangsdame des Renaissance-Hotels, nur einen Steinwurf von den Glaspalästen der Europäischen Kommission entfernt, zögerte erst, sich vom Euro zu trennen. Dann war sie unsicher wie. Jedenfalls wollte sie keine 500-Euro-Note hergeben: "Wir können nicht so viel Geld herausgeben. Sie werden verstehen, dass heute viele Leute die haben wollen."

Nach kurzer Verhandlung gab sie 49,58 Euro her - das entspricht genau 2.000,05 der nun ungültigen belgischen Franc. "Es ist wegen der Buchhaltung", erklärte sie.

Der Gang über die eisigen Boulevards in Brüssel brachte nur wenig bessere Ergebnisse. Ein Geldautomat zog die Bankkarte ein, und gab sie unverrichteter Dinge wieder aus. Ein zweiter nahm sie überhaupt nicht an. "Störung", leuchtete beim Eingeben der Karte auf. Der Geldautomat der Deutschen Bank an der Avenue des Arts gab schließlich zwei druckfrische 50-Euro-Noten im Wert von 4034 bfr aus.

Das Geld auszugeben schien dann eine fast noch größere Herausforderung zu sein, als es zu bekommen. Selbst die McDonald's-Filiale bei der Rue d'Ixelles hatte um 8.30 Uhr zusammen mit allen anderen Geschäften geschlossen.

Bessere Ergebnisse versprachen die Fernsehscheinwerfer bei einer Filiale von Carrefour, Europas größtem Einzelhändler. Aber der Filialleiter weigerte sich etwas für Euro oder irgendeine andere Währung zu verkaufen, als er auf die Ankunft eines Fernsehmoderators wartete. "Wir öffnen um neun. Sie können dann wiederkommen."

Das Savanna Cafe, noch von Nachtschwärmern bevölkert, servierte gerne Kaffee oder andere Getränke. Aber dort hätte man diese eher verschenkt, als eine 50-Euro-Note oder auch nur einen Fünfer zu nehmen.

Aber es gab doch etwas für den Euro zu kaufen. Bäcker Renard am Place F. Cocq war glücklich, seinen ersten Verkauf in Euro zu machen: zwei Schoko-Croissants für 1,32 Euro. Das Wechseln der 50 Euro dauerte zwar etwas, aber ein doppeltes Nachzählen zeigte, das es korrekt war. "Ich bin froh, dass ich dass geschafft habe", seufzte Monsieur Renard und schloss seine zweite Kassenschublade.

Euro-Umstellung bei der Bahn bislang reibungslos  


Frankfurt, 01. Jan (Reuters) - Die Deutsche Bahn[DBN.UL] hat ihre Systeme nach eigenen Angaben bislang ohne Probleme auf das Euro-Bargeld umgestellt. "Die Umstellungsarbeiten bei der Bahn sind reibungslos verlaufen", sagte Finanzvorstand Diethelm Sack am Dienstag in Frankfurt. Gegen 5.00 Uhr sei sicher gewesen, dass die wichtigen Fahrkartencomputer den Euro verwenden, hieß es. Von rund 10.000 Fahrkartenautomaten für den Nahverkehr seien 5500 schon umgestellt. In den kommenden zwei Wochen würden zudem rund 24.000 Schließfächer per Hand auf den Euro umgestellt.

Die Kosten für die Euro-Umstellung bezifferte die Bahn auf 63 Millionen Euro, von denen die Hälfte auf neue Technik, die andere Hälfte auf Personalkosten entfielen.

Im Zuge der Umstellung habe die Bahn zudem Euro-Bargeld im Gesamtgewicht von rund 350 Tonnen an ihre Schalter und Zugbegleiter verteilt, hieß es weiter.

Experten warnen vor Geldfälschern  


Berlin, 01. Jan (Reuters) - Mit dem Ende der D-Mark als Zahlungsmittel wird auch für Fälscher die Zeit knapp, mit Blüten zu bezahlen. Experten warnen, dass Betrüger besonders die nun laufende Übergangszeit von Mark auf Euro nutzen werden, wenn Banken, Händler und Kunden mit altem und neuem Geld alle Hände voll zu tun haben. Nach Worten von Dietmar Thiele, Leiter der Falschgeldstelle bei der Deutschen Bundesbank, ist es jetzt besonders wichtig, sich nicht nur die Sicherheitsmerkmale der neuen Euro-Banknoten einzuprägen, sondern auch auf die der D-Mark-Scheine zu achten. Der Euro, der die Mark mit dem Jahresbeginn 2002 als Zahlungsmittel abgelöst hat, wird der Bundesbank zufolge zu den fälschungssichersten Währungen der Welt gehören.

Der Countdown für die Mark-Fälscher läuft noch bis zum 30. Juni, danach nehmen nur noch Zentralbanken die Scheine der nationalen Währungen an. Im Handel ist schon der 28. Februar Stichtag - dann werden die alten Mark-Scheine dort nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert. Die Bundesbank verzeichnete 2001 bereits ein höheres Falschgeldaufkommen als im Vorjahr. Von Januar bis Oktober waren allein schon etwa 23.000 Imitate zum Vorschein gekommen und damit mehr als die insgesamt 21.000 gefälschten Banknoten 2000. Dennoch bewertet Thiele dies als verschwindend wenig in Relation zu den momentan etwa 2,3 Milliarden Banknoten im Umlauf.

In Berlin habe der Handel zuletzt häufig mit gefälschten 500 und 1000-Mark-Scheinen gekämpft, sagt Thiele. Das beliebteste Fälschungsobjekt sei jedoch mit 40 Prozent aller entdeckten Geldkopien der 20-Mark-Schein. Ihn könnten Betrüger ihren Opfern leichter unterschieben, denn er werde wegen des geringen Betrags nicht so genau unter die Lupe genommen. Die grüne Banknote hatte vor einiger Zeit den Hunderter als Spitzenreiter in der Blüten-Hitliste abgelöst, nachdem dieser mit einem metallfarbenen Hologramm sicherer gemacht worden war. "Fälscher gehen mit der Technik", gibt Thiele zu bedenken und fürchtet, dass auch das Euro-Bargeld vor Nachahmung nicht gefeit ist: "Ich bin sicher, dass auch der Euro gefälscht wird".

Auch die europäische Polizeibehörde Europol hat bereits gewarnt, es sei mit gefälschten Euro-Noten zu rechnen. Die Gemeinschaftswährung sei für Fälscher attraktiv, weil sie in einem viel größeren Gebiet als bisher in den einzelnen zwölf Mitgliedsländern verbreitet werde. Die Bevölkerung muss also auch bei der neuen Währung auf der Hut sein, selbst wenn es Gaunern durch komplexe Sicherheitsmerkmale schwerer gemacht wird.

Besonders ältere Menschen suchten bereits bei den Beamten der "Kontaktstellen Euro der Länder" Rat, sagt Bernd Drescher, Polizeihauptkommissar bei der Euro-Kontaktstelle Schleswig-Holstein in Kiel. Senioren seien besonders wegen Trickbetrügern, die sich etwa als "Euro-Umtausch-Beauftragte" bei ihnen vorstellen, gefährdet. "Es gibt leider genug alte Menschen, die darauf hereinfallen", meint Drescher.

Die Behörden bieten auch im Internet Hilfe an, um Geldfälschungen besser zu erkennen. So kann man online den Ernstfall proben: Im Internet bietet die Polizei unter www.polizei.propk.de/aktionen/euro die Mark- und Euro-Blütentrainer an, bei denen sich der Kandidat in Rätselrunden unter Zeitdruck zwischen "Original und Fälschung" entscheiden muss. Mit dem "Leitfaden für die Erkennung von DM-Falschgeld in der DM-Auslaufphase" will die Bundesbank (www.bundesbank.de) das Augenmerk nochmals auf die alte Währung lenken. Die Europäische Zentralbank (EZB) gibt Tipps zur Erkennung des echten Eurogeldes (www.euro.ecb.int). Detaillierte Fragen beantworten die "Kontaktstellen Euro der Länder", die unter www.bka.de/text/euro/eurokontakt.html aufgelistet sind.

Gruß
Happy End
Antworten
MOTORMAN:

auch in Mainz! o.T.

 
01.01.02 13:59
Antworten
Happy End:

Euro-Pannen und andere Späße

 
01.01.02 23:18
Mit Computern wird ja bekanntlich alles einfacher – vor allem aber wohl das Fehlermachen. Erste Euro-Umstellungspannen, aber auch Jahreswechselholperer geben einen Vorgeschmack auf die kommenden Werktage.

Nachdem der gefürchtete Wechsel auf den Jahreszählerstand 2000 doch recht harmlos verstrichen ist und sich zum Jahreswechsel auf 2001 anscheinend die letzten Rest-Bugs gezeigt haben, konnten sich die Programmierer ganz auf die nächste große Herausforderung, die Umstellung auf Euro, konzentrieren. Erstaunlicherweise sind aber weder der Jahreswechsel noch die Euro-Umstellung so reibungslos verlaufen, wie man es hätte erwarten können, wo sich doch allenthalben die Verantwortlichen nach eigenem Bekunden so ins Zeug gelegt hatten.

Regelrecht bestürzt fiel mein Blick auf den Nachrichtendienst Newsclub.de , über den heute morgen um 5.30 Uhr die fleißigen Kollegen von entwickler.com sage und schreibe 25 Newsmeldungen online geschickt hatten. Doch schnell klärte sich, dass hier irgendein Automatismus einen Stoß Meldungen vom 29.01. bis 31.01.2001 erneut ins Netz gespült hatte. Ein anderer Nachrichtendienst, iBusiness.de , nagte an meinem Zeitgefühl, indem er mir den heutigen Tag als 2.1.2002 unterschieben wollte.

Aber viel Spannenderes scheint sich an der Euro-Front abzuspielen. Während die Postbank gerade mit geschwellter Brust die reibungslose Umstellung auf Euro konstatiert – warten wirs ab –, tut sich an anderen Stellen Erstaunliches. Wer derzeit den Web-Shop etwa von Vobis besucht, trifft auf einen Umrechnungsfaktor von vier zwischen DM und Euro; wohlgemerkt, nicht auf den Angebotsseiten, sondern innerhalb des Shop-Systems. So kostet das Lautsprechersystem "Creative Inspire 5.1 5300" beispielsweise 159,00 Euro (608,22 DM). Immerhin ein Fortschritt, berichtete uns doch ein Leser, dass der Preis dafür am 31.12.01 noch auf 25.899,10 DM lautete.

Alternate indes hat wohl schon emsig korrigiert. Am 31.12.01 beklagten einige Leser, dass sich dort als Euro-Preis deklarierte DM-Preise fanden, zu denen dann die entsprechend verdoppelten DM-Preise genannt waren. Wie dem auch sei: Wer die Folgen der Silvester-Feierei bereits überwunden hat, findet derzeit vermutlich in diversen Web-Shops noch einiges Amüsement. Fröhliches Suchen!
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