Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts, Teil 1


Thema
abonnieren
Beiträge: 71
Zugriffe: 4.793 / Heute: 4
DarkKnight:

Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts, Teil 1

6
01.05.01 18:06
oder warum ich in einem Monat Dow Puts kaufe:

Milosevic hinter einem Zellenfenster, das Gitter ein Dollarzeichen. Was uns der Künstler sagen will: Das Recht ist gekauft, Justitia schafft auf dem Balkanstrich an, der Ami ist ihr Freier. Die Zeichnung der „Rheinischen Post“ macht ihren Abonnenten Laurenz Meyer beim Frühstück noch ein bißchen stolzer, ein Deutscher zu sein.

Das „Hamburger Abendblatt“ tadelt, daß die neue, harte Außenpolitik der USA „nicht auf gegenseitigem Respekt und Verständnis zwischen den Ländern beruhen soll, sondern einzig und allein auf der Stärke der letzten Supermacht, die am liebsten den Rest der Welt zu Bittstellern degradieren würde“.

... fertig ist das Bild von der neuen US-Regierung: geführt als Marionette der luftverschmutzenden Grundstoffindustrie, deren Personal sich hochmütig an der amerikanischen Machtvollkommenheit berauscht und sich einen Spaß daraus macht, andere Länder kleinzuhalten.

Der Kalte Kreig II., der in den Jahren 1989/90 begonnen hat, wird wärmer. Selbst Großbritannien, das letzte Schimmer einstiger Großmacht zu bewahren versucht, indem es auf Europa von unten herabzuschauen versucht, ermahnt ihren Außenminister, nicht „noch weiter ins Rektum der USA“ zu treiben.

Schorschi allein zu Haus. Einsamer als George Bush hat sich noch keiner seiner Vorgänger fühlen müssen. Als China das Spionageflugzeug vom Himmel geholt und Bush zu Kniebeugen gezwungen hat, erwiesen sich die Freunde und Helfer von gestern als eine Bande stiller Genießer. Der Export der BRD in die VR China, im letzten Jahr um 35% angestiegen, könnte sich dadurch in diesem Jahr leicht verdoppeln. Der Airbus wurde u. a. auch in der „Woche der amerikanischen Demütigung“ als Alternative zu Boeing hervorgehoben.

Bis 1990, zur der Zeit der alten Ordnung, gehörte den USA die halbe Welt, die aber sicher und ganz. Die furchtsamen Kapitalisten aller Länder suchten Schutz an ihrer Seite. Ihr Dollar war Leitwährung, deren Kurs zu bestimmen soviel bedeutete, wie das Recht, Geld zu drucken: Man nehme, sagte die Weltmacht, einen Auslandskredit von 1 Milliarde Dollar, senke den Kurs um 20%, zahle den Kredit zurück und behalte, abzgl. Zinsen, eine Rendite von 100 oder 150 mio $. Eine Milchmädchenrechnung ... und für das Mädchen, das alle Milch hat, geht sie auf.

Das waren die zwei Säulen der Macht: Rüstung und Dollar.

Jetzt aber sind die Zeiten der unendlichen Leichtigkeit anderweitiger Geldbeschaffung vorbei. Die meisten US-Produkte, Automobile, Kühlschränke, Staubsauger, was auch immer, sind auf dem Weltmarkt nicht absetzbar. Man darf gern des neuen Präsidenten Weigerung, das Klimaprotokoll von Kyoto zu exekutieren, als Rotzlöffelei kriminellen ausmasses verstehen. Solange man nicht übersieht, daß sie auch Notwehr ist.

WER DIE US ÖKONOMIE ZWINGT, FÜR ENERGIE DEN PREIS ZU BEZAHLEN, DEN DIE MENSCHHEIT ZAHLT, KNIPST IHR DAS LICHT AUS.

Man muß kein Umweltschützer sein, um einzusehen, das der intelligente, d.h. sparsame Umgang mit Ressourcen das Geschäft dieses Jahrhunderst sein wird, das sich freilich nicht mit einer Nation qualifizierter Pizzaboten bewerkstelligen läßt.

Mit der Rüstung, der 2. Säule der Macht, verhält es sich so, daß die USA das, was sie im Krieg gegen Jugoslawien gezeigt hat, besser können, als alle andere: aufklären, bombardieren, abhauen. Den Müll müssen die Verbündeten aufräumen.

Damit schließt sich der Kreis zu den „stillen Genießern“: aus den Verbündeten des Kalten Krieges I. erwachsen die Gegner von Kalter Krieg II.: ein einheitlicher Wirtschaftsraum, in Quantität und Qualität der USA überlegen, einer eigenen, opponierenden (!) Leitwährung, einem effektiveren Gesellschaftssystem. Die Intelligenz der herrschenden Klasse  scheint am fernöstlichen Niedergang das Glück kennengelernt zu haben, das es bedeutet, daß der ideelle Gesamtkapitalist nicht das von Lambsdorff und anderen Dividendenkern angepriesene Japan zum Vorbild genommen haben.

Antworten
proxicomi:

Darki, selbsbesinnliche Stunden der Andacht? o.T.

 
01.05.01 18:14
Antworten
das Zentrum d.:

Oh - Mann hast du das alles selbst verfasst?

 
01.05.01 18:18
Es zeichnet zwar ein düsteres Bild von den Zusammenhängen der Weltwirtschaftspolitik, ist aber in meinen Augen sehr zutreffend. Dow Puts werde ich deshalb aber trotzdem nicht kaufen, da es gerade die Amerikaner wie niemand sonst auf dieser Welt verstehen, Politik zum Vorteil der Wirtschaft einzusetzen. Das schließt die Geldpolitik mit ein. Nicht ohne Grund sind die Leitzinsen zum ersten mal seit langer Zeit unter denen der EU. Weiterhin sind die sogenannten Wirtschafträume derartig miteinder Verwachsen, das eine Länderspezifische Betrachtungsweise nicht mehr ausschlaggebend ist. Vielmehr wird die Stärke des einen Wirtschaftsraums die Schwäche des anderen beseitigen helfen.  
Antworten
DarkKnight:

Düster nur für Pizzabotenland ... Euro-Raum wird

 
01.05.01 18:21
die Zukunft sein ... was importieren wir schon aus den USA, was wir WIRKLICH brauchen? Nicht einmal Chicken McNuggets, hehe
Antworten
Reila:

Na DarkKnight, wieder mal in Konkret geschmökert?

 
01.05.01 18:42
Hast aber recht. Wozu brauchst Du die Ami-Produkte? Schmeiß doch schon mal die dämlichen Prozessoren weg aus Deinem Computer und lösch das Betriebssystem.

In Amerika gibt es bald eine Freihandelszone über den ganzen Kontinent. Aber was hat das schon zu bedeuten? Die Giganten des Neuen Marktes werden es den Nasdaq-Klitschen schon zeigen.

Ich bin stolz ein Europäer zu sein. (Aber ich werde lieber amerikanische Aktien kaufen.)

R.
Antworten
DarkKnight:

yes reila, nebenbei bemerkt: als Audi-Pilot

 
01.05.01 18:45
sollte man nie die doppelte Sicherung vergessen: Gürtel + Hosenträger ... oder im Falle von Aussagen zu volksiwrtschaftlichen Themata: wie wärs mit nem Grundkurs im Mittelgewicht, ergänzt um das Jodeldiplom?
Antworten
Reila:

Hi Darki,

 
01.05.01 18:53
meinst du das Bayerische Stammtischdiplom? Wie war's denn? Hast Du bestanden?

R.
Antworten
DarkKnight:

Hi reila: nö, durchgefallen. A3 oder A8? o.T.

 
01.05.01 18:55
Antworten
Reila:

A8. Komme demnächst in den Freistaat.

 
01.05.01 18:59
Will mal sehen, was die Leute dort um den Verstand bringt.

R.
Antworten
DarkKnight:

Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts, Teil 2

 
01.05.01 23:05
Die McDoof-Freaks kriegen kalte Füße, nur ein Artikel, unkommentiert von mir, Rest kommt morgen (man beachte, wie offen von "Finanzkrisen" gesprochen wird):


Neue Rufe nach Zinssenkung im Euroraum

buc Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat zum Abschluss seiner Jahrestagung mit der Weltbank trotz mancher Unsicherheiten Zuversicht für eine weltweite Konjunkturwende bekundet. In seiner Abschlusserklärung erklärte das höchste Lenkungsgremium des Fonds, der Währungs- und Finanzausschuss (IMFC), die Verlangsamung des globalen Abschwungs werde nur von kurzer Dauer sein. Während Bundesfinanzminister Hans Eichel erneut vor dem Risiko des enormen US-Leitungsbilanzdefizits warnte, aber auch von "vorsichtigem Optimismus" für die Weltkonjunktur sprach, sagte sein US-Kollege Paul O'Neill, Europa habe noch einige Hausaufgaben zu erledigen, um sein Wachstum grundlegend zu stärken. Er meinte damit vor allem Strukturreformen, durch die das Potenzialwachstum gestärkt wird. Die Japaner wurden allseits aufgerufen, endlich durchgreifend ihren Bankensektor zu restrukturieren.

Bis Sonntag hielten sich die Teilnehmer der Tagung an die offenbar stillschweigende Verabredung, die Europäische Zentralbank (EZB) nicht mehr zu einer Zinssenkung aufzurufen, um Streit zu vermeiden. Doch gegen Tagungsende erklärte der französische Finanzminister Laurent Fabius, seiner Ansicht nach seien die Risiken für die Preisstabilität gesunken, und die Geldpolitik werde dies zu berücksichtigen haben. Kanadas Finanzminister Paul Martin erklärte wie zuvor erneut IWF-Chef Horst Köhler, dass eine Zinssenkung im Euroraum in dieser Phase der Wachstumsabschwächung "hilfreich" wäre. Martin warnte, es könne teuer werden, wenn die EZB zu lange mit einer geldpolitischen Lockerung warte. EZB-Präsident Wim Duisenberg hatte zuvor erklärt, seine Erläuterungen der EZB-Geldpolitik vor den Vertretern der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G 7) seien auf Verständnis gestoßen. Er dämpfte zugleich Erwartungen auf eine baldige Zinssenkung. Denn er sagte, es könnte noch bis Anfang 2002 dauern, bis die Inflationsrate im Euroraum wieder unter die von der EZB gesetzte Höchstmarke von 2 % falle.


Frühwarnsystem in Arbeit

Köhler kündigte zum Abschluss an, der Fonds wolle ein Frühwarnsystem für Finanzkrisen entwicklen und "noch härter daran arbeiten, die Krisenprävention in das Zentrum seiner Bemühungen zu stellen". Wenn es denn gelinge, vorausschauender und frühzeitig bei sich abzeichnenden Krisen einzugreifen, werde der IWF nicht mehr so oft Milliarden-Dollar-Kreditpakete für Krisenländer schnüren müssen. Köhler bekräftigte auch das Vorhaben, die Kreditvergabe an weniger und möglichst nur noch makroökonomische Bedingungen zu knüpfen. Dies soll dem Kreditnehmer helfen, sich die Reformauflagen zu Eigen zu machen und nicht als Diktat des IWF zu empfinden. Auf strukturpolitische Bedingungen würde dann weitgehend verzichtet.

Die G 7-Finanzminister stellten in Aussicht, einen Gesundheitsfonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose einzurichten. Er soll auf dem Weltwirtschaftsgipfel im Juli in Genua vereinbart werden. Der Vorsitzende des IMFC, der britische Finanzminister Gordon Brown, sagte, das Volumen des Fonds stehe noch nicht fest, werde wohl aber mehrere Milliarden Dollar betragen.


Börsen-Zeitung, 2.5.2001
Antworten
Levke:

Für einen Audi-Fahrer ein super Beitrag

 
01.05.01 23:10
nicht auszudenken, wozu Du fähig wärest, wenn Du
ein Auto fahren würdest !
Antworten
hjw2:

oder es keinen Fernet gäbe..

 
01.05.01 23:39
Darki, bist immer wieder ein Genusss..
Ob die Amis den Lee Iacocca wiederentdecken...?
Antworten
Reila:

Der europäische Traum ...

 
02.05.01 01:01
lautet in etwa: Wir möchten auch so wichtig sein, wie die großen USA. Wir wollen schneller wachsen und natürlich sozialer sein.
Aus US-amerikanischer Sicht sind wir aber gar nicht sonderlich wichtig. Dazu die nicht mehr ganz taufrische DIHT-Außenhandelsstatistik der USA:

Importe nach Lieferländern (in Prozent)
Januar bis Dezember 1998   Januar bis Dezember 1999
1) Kanada 19,1              1) Kanada 19,4
2) Japan 13,4               2) Japan 12,8
3) Mexiko 10,4              3) Mexiko 10,7
4) VR China 7,8             4) VR China 8,0
5) Deutschland 5,5          5) Deutschland 5,4
6) Großbritannien 3,8       6) Großbritannien 3,8
7) Taiwan 3,6               7) Taiwan 3,4
8) Frankreich 2,6           8) Korea, Rep. 3,1
9) Korea, Rep. 2,6          9) Frankreich 2,5
10) Italien 2,3            10) Italien 2,2

Exporte nach Abnehmerländern (in Prozent)
Januar bis Dezember 1998    Januar bis Dezember 1999
1) Kanada 22,0               1) Kanada 23,9
2) Mexiko 10,4               2) Mexiko 12,5
3) Japan 9,6                 3) Japan 8,3
4) Großbritannien 5,3        4) Großbritannien 5,5
5) Deutschland 3,7           5) Deutschland 3,9
6) Niederlande 3,6           6) Niederlande 2,8

7) Taiwan 3,0                7) Taiwan 2,8
8) Frankreich 2,9            8) Frankreich 2,7
9) Korea, Rep. 2,6           9) Korea, Rep. 3,3
10) Singapur 2,3            10) Singapur 2,3

Da die Statistik bei uns anders aussieht, schauen wir ständig über den Teich.
Und nun freut sich unser Kanzler über ein geringfügig höheres Wachstum bei uns für das laufende Jahr als in den Staaten. Das sollte aber einige Jahre höher ausfallen um die 10 %-ige Differenz im Sozialprodukt pro Kopf auszugleichen - nur in Deutschland. In den meisten EU-Ländern ist das Sozialprodukt ja auch noch wesentlich niedriger als in D. Um einen den USA entsprechenden Binnenmarkt zu schaffen, wird die EU noch lange benötigen. Eine einheitliche Währung mit einer lediglich der Währungsstabilität verpflichteten Zentralbank ist noch etwas dürftig. Immerhin in der Regelwut der Bürokratie hat Brüssel die Amis bereits um Längen geschlagen. Aber ob Bürokratie wirklich Voraussetzung für eine florierende Wirtschaft ist ...?

Langweilig wird es in Europa aber nicht werden. Ich wage mal eine Prognose: Während unsere Politiker sich im Zuge der EU-Erweiterung in schöner egoistischer Manier um die Verteilung des Kuchens streiten werden  (Nationale Sonderregelungen für EU-Mittel, Beschränkungen der Freizügigkeit der Arbeitskräfte zum Schutz nationaler Interessen), haben die Amis längst einen einheitlichen Wirtschaftsraum auf dem Doppelkontinent unter ihrer Dominanz.
Ich will das nicht moralisch werten, aber wirtschaftlich werden wir wohl nicht zu den Siegern gehören. Nur den deutschen Arbeitslosen wird es besser gehen - noch.

R.
Antworten
DarkKnight:

@reila: mal wieder in Bundesbak-Berichten

 
02.05.01 01:08
geschmökert

Hast aber unrecht. Wozu brauchst Du die EU-Produkte? Schmeiß doch schon mal die dämlichen DIHT-products weg aus Deinem Computer und lösch das Betriebssystem.

In Euroland gibt es bald eine Freihandelszone über den ganzen Kontinent. Aber was hat das schon zu bedeuten? Die Oberaufseher des Euro werden dem Mr. G-Punkt schon zeigen, wo's langgeht.

Ich bin stolz, in einer US-Company zu arbeiten zu sein. (Aber ich werde lieber europäische Aktien kaufen.)

Antworten
Reila:

Narren ...

 
02.05.01 01:20
saßen schon immer zu Füßen des Thrones.
Sie sahen deshalb als erste, wenn er zu wackeln anfing.
(Stanislaw Jerzy Lec)

An welchem Thron sitzt Du, DarkKnight?

Hätte dich ja heute in Kreuzberg vermutet, Revolution üben. Aber Vorsicht: Du weißt ja, vielleicht gibt es ja hinterher keinen Rotwein mehr.

Ich erwähnte ja schon, daß ich demnächst in Bayern bin. Wenn Du Lust hast, können wir uns treffen - zur Missionierung sozusagen.

R.
 
Antworten
DarkKnight:

@reila: hab dir gerade ne mail geschickt

 
02.05.01 01:45
kannst mich ja anrufen, du oberguru, hehe
Antworten
DarkKnight:

Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts, Teil 3

 
02.05.01 15:45
oder: warum ich vielleicht schon morgen Puts auf den Dow kaufe

Seit nahezu 20 Jahren steht das kapitalistische Weltsystem zunehmend im Bann der Börsenentwicklung. Daß es sich hierbei nicht um die Wiederholungen des immergleichen handelt, sondern um einen qualitativ neuen Zustand, geht schon aus den Begleitumständen hervor: der Aktienhandel ist zum Volkssport und zu Popkultur geworden, der Börsenjargon hat sich zum Jugendslang gemausert.

Börsenmythos und Postmoderne bilden aber nur die Kehrseite der unüberwundenen bürgerlichen Arbeitsreligion, wobei die negative Substanz der Arbeit als positiver Selbstzweck vermarktet wird (ob in der arbeitssüchtigen Hipness substantiell unproduktiver Start-ups oder in der dumpfen Drohung der Regierenden „Es gibt kein Recht auf Faulheit“).

Dieser Selbstwiderspruch nähert sich unauflöslich dem Ende: Kapital macht durch Verwissenschaftlichung und Rationalisierung die menschliche Arbeitssubstanz zunehmend überflüssig, oder anders ausgedrückt: die Produktivkräfte werden derart schrankenlos entwickelt, als wären nur noch die Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft das Limit, während auf der anderen Seite deren Zahlungsfähigkeit durch denselben Prozeß schrumpft.

Dieser kontinuierliche Prozeß wurde vorübergehend kompensiert durch die Kreditwirtschaft, und neuerdings, durch die neuen Märkte durch die kreditäre Vorwegnahme „zukünftiger Gewinne“.

So ist heute die Weltkonjunktur in einem beispiellosen ausmaß vom US-Konsum und dieser vom „fiktiven“ Kapital der Börsenkapitalisierung abhängig, der damit im Gegensatz zu früher erstmals als finanzwirtschaftlicher Überbau tatsächlich in die realökonomischen Verhältnisse hineinrecht.

Der sich andeutende Absturz der Standardwerte (mit einer durch Reproduktionszyklen bedingten Zeitverzögerung von 6 bis 24 Monaten) droht daher, das Weltkapital auf den Boden seiner „substantiellen Tatsachen“ zurück.

Alan Greenspan hat dies erkannt und durch die Hintertür den Keynesianismus wieder eingeführt. Ob die Zinssenkungen (too little, too late) ausreichen, ein scharfes Zurückfahren der Kreditmasse und damit eine Konkurswelle zu verhindern, halte ich für ausgeschlossen.

(mit freundlicher Unterstützung von konkret, mußte nur inhaltlich ein paar Argumente ändern)
Antworten
Dancer:

Ohh, DarkKnight Adlatus von Europa?

 
02.05.01 16:06
ich habe Deinen Thread auch nicht durchgelesen, wie Du meinen., sondern nur das Thema - und das kommt dann dabei raus ...
Antworten
DarkKnight:

Auwehhh, Dancer, ich mag Dich auch

 
02.05.01 16:13
bin bei ComRoad leider fundamental überfordert .. die Zahlen sind einfach nur ominös, ansonsten freue ich mich natürlich über jedes Start-up, das es schafft und Arbeitsplätze bietet ....
Antworten
Dancer:

Jetzt übertreib mal nicht,

 
02.05.01 16:18
trotz 'Dancer' bin ich nicht schwul ... und außerdem für Ironie - die nicht von mir kommt - total unempfänglich ...
Antworten
das Zentrum d.:

Darkknight meine Meinung zu diesen Artikeln

 
02.05.01 16:20
kennst du ja, aber ich habe gerade eine tolle Bezeichnung in deinem zweiten Teil gelesen und werde meine ID umbennen von:
das Zentrum der Macht
in
das Zentrum der Bemühungen ! hehe

was für ein Arbeitstitel, der Mann hat dafür einen Preis verdient. Hoffentlich bekomme ich da keine Probleme wegen Urheberrechte usw. :o)
Antworten
Reila:

Das Ende des Kapitalismus?

 
02.05.01 17:26
DarkKnight: "Dieser Selbstwiderspruch nähert sich unauflöslich dem Ende: Kapital macht durch Verwissenschaftlichung und Rationalisierung die menschliche Arbeitssubstanz zunehmend überflüssig, oder anders ausgedrückt: die Produktivkräfte werden derart schrankenlos entwickelt, als wären nur noch die Konsumtionsfähigkeit der Gesellschaft das Limit, während auf der anderen Seite deren Zahlungsfähigkeit durch denselben Prozeß schrumpft."

Steht das nicht so ähnlich irgendwo bei Marx? Kommt jetzt unmittelbar die Revolution, oder haben wir noch etwas Zeit? Ich benötige wenigstens ein paar Tage Vorwarnzeit zur Flucht.

Vielleicht haben wir hier in Berlin aber auch Glück, da sowieso rund 80 Prozent der Bevölkerung nicht in Lohnknechtschaft sind, nämlich Hausfrauen, Rentner, Kinder und Jugendliche, Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger, Beamte. Und für 20 Prozent lohnt sich doch keine Revolution ...

R.
Antworten
DarkKnight:

@reila, hehehehe, sehe ich vielleicht auch so

 
02.05.01 17:39
das Herz schlägt links, der Kopf sitzt woanders, habe immer noch calls, aber max. 1 monat
Antworten
hjw2:

@Darki..Reila..das Ende des Kapitalismus..

 
02.05.01 17:55
vorher werden darki und wohl auch ich..religiös..hehe

man wird durch Automatisierung wohl reichlich Arbeitsplätze wegrationalisieren..das Potential ist nahezu unerschöpflich...

Die gewerkschaftliche Forderung nach Arbeitsplätzen oder gar Recht auf Arbeit ist von daher widersprüchlich..weil unrealistisch..

Angenommen, wir ersetzen die Begriffe "Arbeitslos" oder "Recht auf Arbeit"
durch
"Einkommenslos" und "Recht auf Einkommen", würde diese Diskussion eine andere Qualität bekommen.. wir kämen einem möglichen Lösungsansatz eventuell näher..
aber wer denkt schon sowas...??
Antworten
chartgranate:

klasse thread

 
02.05.01 18:11
mit interessanten Thesen.Fundamental bin völlig bei Dir DK,aber eines darf man nicht aus den Augen verlieren:Die deutliche bessere Show liefern immer noch die Jungs aus Übersee.Die Ingredienzen die dazugehören(Medien,Opium fürs Volk in jeglicher Beziehung,Brot und Spiele-Manier)beherrschen die Jungs einfach deutlich besser und sie  sind sich in sich einiger;wenn es darumgeht 90%der Leute zu verarschen sind die 10%der Mächtigen ,welche die Instrumente dazu in der Hand haben,sich dort einfach einiger als in Euroland,dem Land der Profilneurotiker;Gewerkschafts-und sonstiger Ich-schüttze-offiziell-andere-aber-eigentlich-nur-mich-und-meinen­-eigenen-Status-Organisationen,kleinkarierter Beamtenspiesser und sonstiger Fraktionen von Mitmischern im Gesamtbrei.Nicht alle sind so,aber es gibt zuviele Typen dieser Couleur in den wichtigen "10-%-Positionen".Solange das so bleibt brauchen wir uns um unsere Überseefreunde nicht allzuviel Gedanken zu machen und in Euroland(welches wirklich absolut hervorragende Chancen hätte sich eigenständig und auf mächtiger wirtschaftlicher Basis zu positionieren)werden wir noch so lange Kasperletheater spielen bis auch echt dem letzten die Lust auf Europa vergangen ist.....
Wie gut ginge es doch dieser Welt,wenn sie nicht von triebgesteuerten Emotionskrüppeln gesteuert werden würde......
Dennoch bleiben genügend Aktien aus beiden Welten mit denen man sich in den nächsten Jahren gut situieren werden kann.....
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht Alle 1 2 3 WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--