Bin am überlegen mir welche reinzulegen .. halte Consors für DEN Onlinebr. , mit der genialsten Technik , Heavytrader wiesen was ich meine ..
Gruß LALI
Was meint Ihr , wo Einstieg ??
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www.welt.de/daten/2001/11/21/1121un297123.htx"Consors wird als Ganzes verkauft werden"
Vorstandschef Schmidt geht von baldiger Übernahme aus. "Kein Wertberichtigungsbedarf aus Beteiligungen"
Seit ein Konsortium aus den vier deutschen Großbanken und der Bayerischen Landesbank die fränkische Schmidt-Bank übernommen hat, überschlagen sich die Spekulationen um Consors, die Broker-Tochter des Hofer Traditionshauses. Von einer Abwanderungswelle unter den Kunden und einer Zerschlagung ist die Rede. Karl Matthäus Schmidt, Consors-Gründer und Vorstandschef, sprach mit Jörg Eigendorf über die Zukunft des zweitgrößten deutschen Online-Brokers.
DIE WELT: Herr Schmidt, haben Sie die Lage bei Consors noch im Griff?
Karl Matthäus Schmidt: Ich bin Vorstandschef von Consors, und ich sehe auf Grund der geänderten Aktionärsverhältnisse bei der Schmidt-Bank keinen Grund, unsere Strategie zu verändern. Insofern bin ich Herr der Lage.
DIE WELT: Haben die Dementi von Verkaufsverhandlungen und die Ereignisse der vergangenen Tagen nicht ihre Autorität geschwächt?
Schmidt: Der Eigentümerwechsel bei der Schmidt-Bank hat ohne Zweifel unsere Mitarbeiter und Kunden verunsichert. Allerdings weiß jeder, der Consors kennt, dass wir eine sehr starke Firmenidentität haben. Unsere Mitarbeiter wissen, dass ich in den vergangenen Monaten für unsere gemeinsame Zukunft gekämpft habe. Das werde ich auch weiterhin tun. Was die Dementi angeht, so haben mein Vater und ich in dieser Hinsicht sicherlich Fehler gemacht, aber wir hatten das Wohl des Unternehmens im Auge.
DIE WELT: Die Lage bei Consors soll prekär sein. Angeblich verlieren Sie tagtäglich etliche Kunden.
Schmidt: Das ist Wunschdenken unserer Konkurrenten. Vor allem unsere sehr aktiven Kunden sind besonders treu. Es gibt keine Abwanderungswelle. Außerdem gewinnen wir auch täglich neue Kunden hinzu.
DIE WELT: Wer kommt denn jetzt noch zu Consors?
Schmidt: Es gibt weiterhin viele Gründe, warum sich ein Kunde für uns entscheiden sollte. Wir haben bei den Innovationen nach wie vor die Nase vorn. Außerdem ist unsere Lage nach dem Eigentümerwechsel stabiler als zuvor.
DIE WELT: Angeblich gibt es auch bei Consors einen hohen Wertberichtigungsbedarf auf zahlreiche Beteiligungen.
Schmidt: Das ist falsch. Bei den Verkaufsverhandlungen in den vergangenen Monaten haben Wirtschaftsprüfer unser Beteiligungsportfolio bewertet. Daraus geht nach heutigem Stand kein größerer Abschreibungsbedarf hervor. Consors steht auf soliden Füßen. Der faire Wert liegt bei rund 20 Euro pro Aktie.
DIE WELT: Werden Sie sich von Ihren Auslandstöchtern trennen?
Schmidt: In Frankreich und Spanien stehen wir mit unseren Töchtern relativ gut da. Problematischer sieht es mit unseren Brokern in der Schweiz und Italien aus. Dort müssen wir handeln und prüfen derzeit die Möglichkeiten.
DIE WELT: Was haben Sie mit Ihrer Beteiligung an der Berliner Effektengesellschaft (BEG) und der Investmentbank Consors Capital vor?
Schmidt: Die BEG passt als Börsen-Makler sehr gut in unser Geschäftsmodell. Über das Investmentbanking müssen wir nachdenken.
DIE WELT: Können Sie nach dem Eigentümerwechsel überhaupt noch strategische Entscheidungen treffen?
Schmidt: Als Vorstandschef bin ich für die Strategie und deren Umsetzung verantwortlich. Aber selbstverständlich werde ich mich mit unserem neuen Mehrheitsaktionär absprechen.
DIE WELT: Kennen Sie schon Ihren neuen Aufsichtsratsvorsitzenden?
Schmidt: Nein, derzeit konzentriert sich der Prüfungsverband des Einlagensicherungsfonds auf die Schmidt-Bank. Dort gibt es die drängenderen Themen. Ich gehe davon aus, dass diese Frage in den nächsten Wochen entschieden ist.
DIE WELT: Zu Ihren Aktionären gehören die vier Großbanken, deren Töchter Ihre Konkurrenten sind. Sehen Sie darin ein Problem?
Schmidt: Einige Branchenvertreter hätten es sicher gerne, dass wir vom Markt verschwinden. Zwar halten die Bayerischen Landesbank und die Großbanken die Aktien. Das Risiko trägt aber der Einlagensicherungsfonds der privaten Banken. Es ist also nicht im Interesse der Auffanggesellschaft, ihre wertvollste Beteiligung gegen die Wand fahren zu lassen. Das würde einen Verlust von mehreren hundert Millionen Euro bedeuten.
DIE WELT: Gleichwohl werden Ihre neuen Hauptaktionäre auch nicht zulassen, dass Sie weiter kräftig investieren?
Schmidt: Das ist auch nicht nötig. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren investiert und unser Budget bereits radikal zurück gefahren. Gleichwohl gehe ich nicht davon aus, dass die aktuellen Aktionärsverhältnisse lange bestehen bleiben. Consors wird schon bald einen neuen Mehrheitsaktionär haben. Da bin ich mir sicher.
DIE WELT: Oder die Auffanggesellschaft leitet die Consors-Kunden an einen Interessenten weiter.
Schmidt: Das wäre eine eklatante Wertvernichtung. Derzeit ist jeder Consors-Kunde an der Börse mit rund 1000 Euro bewertet. Einen solchen Preis würde niemand für pro Kunden bezahlen. Consors wird als Ganzes verkauft werden.
DIE WELT: Auch eine Übernahme von Consors würde bedeuten, dass fast alle Mitarbeiter entlassen und die Infrastruktur dicht gemacht würde.
Schmidt: Das muss nicht sein, da Consors bereits sehr effizient arbeitet. Zudem gibt es Interessenten in Kontinentaleuropa, die in Deutschland über keine Infrastruktur verfügen. Aus Sicht des Managements und der Mitarbeiter wäre das die bevorzugte Variante.
DIE WELT: Ihr Vorstandskollege Reto Francioni hat eine innerbetriebliche Revision eingeleitet, um die Geschäftsbeziehungen zwischen Schmidt-Bank und Consors zu analysieren. Haben Sie etwas zu befürchten?
Schmidt: Nein, die Fakten sind doch längst öffentlich. Sie stehen im Abhängigkeitsbericht. Es gibt keine Interessenkonflikte.
DIE WELT: Als persönlich haftender Gesellschafter der Schmidt-Bank droht Ihnen die private Insolvenz. Könnte daraus ein Problem mit dem Bundesaufsichtsamt entstehen?
Schmidt: Nein, diese Frage habe ich mit dem Bundesaufsichtsamt bereits geklärt. Eine persönliche Insolvenz steht übrigens nicht an.
DIE WELT: Welche Fehler haben Sie in den vergangenen Monaten gemacht?
Schmidt: Wir hätten die Verkaufsverhandlungen sicher erfolgreicher führen können. Am Anfang haben wir uns zu lange auf einen Verhandlungspartner verlassen. Später hat sich dann auf Grund der Gerüchte um die Schieflage bei der Schmidt-Bank unsere Position zunehmend verschlechtert. Das haben unsere Gesprächspartner gespürt und abgewartet. So ist das eben in der Geschäftswelt.
DIE WELT: Sie sollen die Versuche Ihres Vaters, Consors zu verkaufen, boykottiert haben.
Schmidt: Das ist Quatsch. Selbstverständlich habe ich um Consors gekämpft. Aber mein Vater und ich waren uns einig.
DIE WELT: Stimmt es, das die Schieflage bei Schmidt-Bank darauf zurückzuführen ist, dass der Wert der Consors-Beteiligung zu hoch angesetzt war?
Schmidt: Nein, die Schieflage bei der Schmidt-Bank ist nicht auf eine Fehlbewertung der Consors-Aktien zurück zu führen, sondern auf einen höheren Wertberichtigungsbedarf im Kreditportfolio. Die Schmidt-Bank ist aus ihrem eigenen Geschäft heraus ins Strudeln geraten. Consors trägt daran keine Schuld.
DIE WELT: Sie haben mit Consors die Branche kräftig aufgemischt. Sehen Sie für sich noch eine Zukunft für sich im deutschen Geldgewerbe?
Schmidt: In den vergangenen sieben Jahren habe ich Erfahrungen sammeln können, die nur wenige in meinem Alter machen. Dabei habe ich viel gelernt. So bitter der Verlust unserer Bank für unsere Familie ist: Diese Erfahrung kann mir keiner nehmen. Mit 32 Jahren fängt meine Zukunft doch gerade erst an.
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