COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends


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COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends

 
10.04.02 19:28
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 632707
Das Skandalunternehmen hatte viele Freunde. Unter ihnen Bernd Förtsch.

Die im Nemax 50 notierte Skandalfirma Comroad , deren Umsätze sich nun zum großen Teil als Luftnummern erweisen, gehörte zu den Lieblingsaktien von Bernd Förtsch. Der Chefredakteur der Zeitschrift "Der Aktionär" und DAC-Fondsberater habe die Comroad-Aktie in zahlreichen Publikationen, Hotlines und Fax-Abrufen immer wieder zum Kauf empfohlen, berichtet das Anlegermagazin "Börse online" in seiner Ausgabe vom 21. März.

"Der Aktionär" wählte ComRoad Mitte Dezember 1999 zu den "besten Aktien für das nächste Jahrtausend". Der DAC-Kontrast-Fonds habe den marktengen Titel zu dieser Zeit als fünftgrößte Position ausgewiesen, berichtet "Börse online".

"Das machen alle so"

Immer wieder empfohlen wurde die Aktie auch in der Förtsch-Postille "Neuer Markt Inside", die noch Ende Juni letzten Jahres zum Kauf riet. Der Kurs lag damals bei 9,60 Euro. Zum Vergleich: Am heutigen Mittwoche fiel das Papier unter die Marke von 40 Cent.

Käufe der Comroad-Aktie für die DAC-Fonds und spätere Empfehlungen habe Förtsch nicht als Problem gesehen: "Das machen alle in der Branche", so die Rechtfertigung.

Verfahren wegen des Verdachts auf "Skalping" - das Kaufen, Hochjubeln und Abstoßen von Aktien - verliefen im Sande. Pikant dabei: Zu den Emissionsbanken von Comroad gehörten Concord Effekten und Hauck & Aufhäuser, die Depotbank der DAC-Fonds.

Warnzeichen vor dem Börsengang

Das Magazin "Börse Online" hatte bereits seit Monaten den Verdacht geäußert, dass nur ein Bruchteil der Umsätze von Comroad real erzielt worden seien. Schon vor dem Börsengang habe es Warnzeichen gegeben: Bodo Schnabel, seine Aufsichtsrätin und Ehefrau Ingrid sowie Mitvorstand Hartmut Schwamm waren zuvor in mehreren Firmen tätig, die Insolvenz angemeldet hatten. Der Emissionsprospekt weise außerdem Verbindlichkeiten gegenüber der Firma "VT Electronics" in Hongkong in Höhe von 2,5 Millionen Mark aus.

Eben diese Firma ist auch für einen Großteil der angeblichen Umsätze von Comroad verantwortlich. Die Sonderprüfer von Comroad hegen Zweifel, ob die Firma VT Electronics "zu irgend einem Zeitpunkt existierte".

Gruß    
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"Fall Comroad in jedem Bilanzsystem möglich"

 
10.04.02 19:31
Der Enron-Skandal hat das Vertrauen in US-Bilanzen erschüttert. Nun folgt mit der korrigierten Bilanz des Skandal-Unternehmens Comroad der voraussichtlich schwerste Betrugsfall in der Geschichte des Neuen Marktes. mm.de sprach mit dem Bilanzierungsexperten Karlheinz Küting über die Konsequenzen.

mm.de: Fast 99 Prozent der Umsätze der Firma Comroad haben sich über Nacht in Luft aufgelöst. Der Gründer und geschasste Unternehmenschef sitzt in Untersuchungshaft. Ist er allein verantwortlich?

Küting: Ein Vorstandsvorsitzender kann eine Täuschung diesen Ausmaßes nicht alleine verursachen. Da werden mit großer Wahrscheinlichkeit auch leitende Angestellte Bescheid gewusst und geschwiegen haben.

mm.de: Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG hat bereits im Februar ihr Mandat niedergelegt. Können sich Prüfer, Aufsichtsrat und Firmengründer nun gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben?

Küting: Ich kann das Verhalten der KPMG verstehen. Sie haben gemerkt, an dieser Bilanz ist etwas faul, daran machen wir uns lieber nicht die Hände schmutzig. Also verweigern sie das Testat und legen das Mandat nieder – das ist die einfache Lösung. Möglich wäre aber auch gewesen, weiter zu prüfen und die Staatsanwaltschaft einzuschalten – dann wäre der Betrug wohl schon früher hochgegangen.

mm.de: Wie lässt sich ein Betrug wie im Fall Comroad verhindern?

Küting: Ein Fall Comroad ist in jedem Bilanzierungssystem möglich. Jede Bilanz ist so gut, wie der Bilanzierende es wünscht: Deshalb brauchen wir eine schärfere Überwachung sowohl der Bilanzierenden als auch der Prüfer. Da wir in Deutschland keine funktionierenden Sanktionsmechanismen haben, bekommen wir die Probleme, die durch kriminelle Energie und fragwürdige Bilanzpraktiken entstehen, nicht in den Griff.

Auch die nachträgliche Kontrolle durch eine zweite Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (Peer Review) ist zum Scheitern verurteilt. Statt dessen brauchen wir Sanktionen wie etwa Freiheits- und Geldstrafen, die den Akteuren wirklich weh tun.

mm.de: Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) prüft eine Schadenersatzklage gegen den ehemaligen Vorstandschef Bodo Schnabel. Anlass zur Hoffnung für geprellte Aktionäre?

Küting: Schadenersatzklagen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden dürften ausgehen wie das Hornberger Schießen. Dort ist voraussichtlich nichts mehr zu holen. Und der Anleger schaut in die Röhre.  
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Wikinger:

darf ich ?

 
10.04.02 19:33
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Schlamperei

 
10.04.02 19:33
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 632716
Der Fall Comroad wirft weitere dunkle Schatten auf die Zunft der Wirtschaftsprüfer. Die Experten sind genauso zur Verantwortung zu ziehen wie Bilanztrickser.

Metabox, Infomatec, EM.TV – wer gedacht hatte, schlimmer kann's nicht mehr kommen, sieht sich spätestens seit dem Fall Comroad getäuscht. Der vermutlich größte Betrugsfall seit Bestehen des Neuen Marktes hat den Ruf des Wachstumssegments allen Bemühungen der Deutschen Börse zum Trotz endgültig ramponiert. Es darf nicht verwundern, wenn noch mehr Unternehmen diesem Markt den Rücken zudrehen werden und andere erst gar nicht kommen.

Der geprellte Investor fasst sich an den Kopf. Auf wen soll er sich überhaupt noch verlassen, wenn nicht zuletzt auf die Wirtschaftsprüfer? Hier rücken die Experten von KPMG in den Vordergrund. Von Anfang an haben sie nach Aussagen von Comroad das Unternehmen geprüft und die Abschlüsse bis einschließlich 2000 testiert. Als ein Anlegermagazin über zweifelhafte Umsätze berichtete, schauten die Prüfer beim Abschluss 2001 etwas genauer hin und ließen daraufhin in diesem Februar das Unternehmen fallen wie eine heiße Kartoffel.

Man mag einwenden, gegen kriminelle Machenschaften sei kein Kraut gewachsen. Doch so leicht darf KPMG, die sich schon in anderen Fällen die goldene Zitrone verdient hatten, nicht davonkommen. Sie müssen genauso zur Verantwortung gezogen werden wie alle anderen Akteure. Wenn 98 Prozent der Umsätze eines Unternehmens fingiert sind und vermutlich ein Großteil der Geschäfte es auch in der Vergangenheit war, muss dies den hochbezahlten Finanzexperten auffallen.

Mehr denn je gilt die Forderung an Gesetzgeber und Gerichte, Bilanztricksern und schlampigen Prüfern die Daumenschrauben anzulegen. Man kann der Überzeugung von Experten hier nur zustimmen: "Das muss wirklich weh tun."
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Die Luftgeschäfte des Bodo Schnabel

 
10.04.02 19:38
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 632721
Der Skandal beim Telematik-Anbieter weitet sich aus. Der angebliche Umsatz schmilzt von 93 auf 1,3 Millionen Euro, melden die Sonderprüfer. Offenbar gab es Scheingeschäfte im großen Stil. Der Vorstand schließt eine Insolvenz nicht mehr aus.

Unterschleißheim - Der Skandal bei dem im Auswahlindex Nemax 50 notierten Telematik-Anbieter Comroad  nimmt neue Ausmaße an. Nach der Sonderprüfung des Jahresabschlusses muss das Unternehmen seine Umsatzangaben für das abgelaufene Geschäftsjahr dramatisch nach unten revidieren.

Die Firma hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr mitnichten 93,6 Millionen Euro umgesetzt, wie der Vorstand noch am 15. Januar dieses Jahres gemeldet hatte. Nach dem vorläufigen Ergebnis der Prüfer bleiben gerade einmal 1,3 Millionen Euro bestätigter Umsatz übrig. 98,6 Prozent der ad hoc gemeldeten Umsätze lösen sich damit in Luft auf.

Geschäfte mit Scheinfirmen

Recherchen über angebliche Vertragspartner hätten ergeben, dass es diese nicht oder nicht mehr gibt, heißt es in dem Bericht der Sonderprüfer. Zahlreiche Geschäftsverbindungen des Unternehmen entpuppen sich nunmehr offenbar als Scheingeschäfte.

Der entlassene Comroad-Gründer Bodo Schnabel sitzt seit Ostern in Untersuchungshaft. Außerdem droht dem Skandal-Unternehmen ein Delisting, da die Deutsche Börse eine von Comroad beantragte Fristverlängerung für die Vorlage des Jahresabschlusses abgelehnt hatte.

Ein Großteil der angeblichen Umsatzerlöse für 2001 (90,3 Millionen Euro) wurden über die "VT Electronics Ltd" in Hong Kong abgewickelt. Nachweise, dass diese Gesellschaft "zu irgendeinem Zeitpunkt existierte, konnten nicht erbracht werden", so die Prüfer.

Vermutlich seien Scheinrechnungen erstellt und Eingangsrechnungen fingiert worden. Weiteren Partnern wurden 3,2 Millionen Euro direkt in Rechnung gestellt. Die übrigen, in Deutschland erlösten Umsätze sind marginal: Sie liegen bei 100.000 Euro.

Mit der Sonderprüfung ist die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Rödl & Partner beauftragt worden. Ihr soeben vorgelegter Bericht umfasst 232 Seiten.

Die Prüfungsgesellschaft KPMG, die Comroad nach Aussage von Bodo Schnabel fünf Jahre lang prüfte, hatte erst Mitte Februar ihr Mandat niedergelegt und das Testat für 2001 verweigert. Offen ist noch, ob die testierten Abschlüsse ebenfalls falsch waren. Die Sonderprüfung soll auf die Jahre 1998 bis 2000 ausgeweitet werden.

Bei Fachleuten sorgten diese Enthüllungen für Unverständnis und mitunter blankes Entsetzen. Peter Guntermann, Fondsmanager bei Sal. Oppenheim: "Ich frage mich, was die Prüfer heutzutage machen. Das Unternehmen ist seit ein paar Jahren an der Börse, es hat Ergebnisse veröffentlicht, die vermutlich ebenfalls falsch sind und die sind alle von den Prüfern testiert werden." Die Frage sei, wie viel von dem Geld aus dem Börsengang überhaupt noch übrig geblieben sei.

"Größter Betrug des Neuen Marktes"

Nun können sich Prüfer und Aufsichtsrat gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben. Ein Betrugsfall wie Comroad sei in jedem Bilanzierungssystem möglich, sagte Bilanz-Experte Karlheinz Küting im Interview mit manager-magazin.de.

Laut Comroad hatten die KPMG-Prüfer bemängelt, dass Partnergesellschaften in Spanien und Hong Kong nicht aufzufinden seien. Comroad hatte Schnabel bereits Anfang März fristlos gekündigt.

Die Comroad AG teilte in ihrer ad-hoc-Mitteilung am Mittwoch außerdem mit, dass sie mit "einem hohen Wertberichtigungsbedarf" rechne. Bei einzelnen Beteiligungsgesellschaften drohe die Insolvenz bzw. sei bereits eingetreten. An diese seien neben der Kapitalbeteiligung zusätzlich Darlehen geflossen: In anderen Fällen habe sich Comroad für diese verbürgt.

Daraus könnten sich "mögliche zukünftige finanzielle Verpflichtungen" für Comroad ergeben, heißt es weiter. Beteiligungen und Darlehen seien nicht oder nicht ausreichend besichert worden.

"Das ist natürlich einmalig, was da passiert ist. Letztendlich sind hier skandalöse Scheingeschäft getätigt worden", sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Er könne nicht verstehen, warum ein Wert wie Comroad immer noch im Auswahlindex des Neuen Marktes gelistet sei. Dies sei für die notwendige Verbesserung des Images des Neuen Marktes Gift. Es sei schon seit längerem bekannt gewesen, dass bei Comroad Leichen im Keller lägen.

Die drastische Bilanzkorrektur ist nach Einschätzung von Aktionärsschützern der schwerste Betrugsfall in der Geschichte des Neuen Marktes. "So etwas krasses habe ich noch nie erlebt", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

Schadensersatz für Aktionäre?

Auch die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) zeigt sich schockiert. "Es handelt sich hier wohl um den dreistesten Betrugsfall am Neuen Markt", sagte SdK-Vorstand Markus Straub. Comroad-Chef Schnabel habe bei der Darstellung seines Unternehmens eine Frechheit an den Tag gelegt, die eine "neue Dimension" erreicht habe.

Neben Straub forderte auch Klaus Nieding von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) Schadenersatz für die betroffenen Aktionäre. Im Gegensatz zu etlichen strittigen anderen Fällen könnten die Aktionäre bei Comroad wohl auf die vorsätzliche Verbreitung falscher Tatsachen verweisen, sagte Nieding. Damit sei ein Schutzgesetz verletzt worden, weshalb die Schadenersatzpflicht aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) greifen könne.

Angesichts des katastrophalen Berichtes spürt der Aufsichtsrat nun Drang zum Handeln. Die Ehefrau des inhaftierten Bodo Schnabel, die gemeinsam mit ihrem Mann über 50 Prozent der Aktien hält, soll "aus wichtigem Grund" aus dem Kontrollgremium abberufen werden. Außerdem wurde eine außerordentliche Hauptversammlung avisiert.

Der neue Comroad-Chef Hartmut Schwamm geht mittlerweile vom Schlimmsten aus. Er könne nach seinem bisherigen Wissensstand eine mögliche Insolvenz des Unternehmens nicht mehr ausschließen, sagte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Schwamm ist seit Abberufung von Bodo Schnabel am 8. März Alleinvorstand des im Nemax 50 gelisteten Unternehmens.

Derzeit habe Comroad noch rund 26 Millionen Euro in der Kasse, so das Ergebnis der Sonderprüfung. Laut Schwamm ist noch nicht absehbar, in wie weit finanzielle Ansprüche von Tochtergesellschaften, für die Comroad Bürgschaften übernommen hat, und Schadensersatzansprüche geprellter Investoren diese Position belasten werden. Auch der Kapitalfluss aus dem operativen Geschäft sowie das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres seien bislang noch unbekannt.

Wurde auch schon beim IPO gelogen?

"Ich habe persönliche Kontakte zu einigen Partnern, die von den Prüfern nicht ausfindig gemacht werden konnten", sagte Schwamm. Warum er diese Kontakte allerdings nicht an die Wirtschaftsprüfer weiter gegeben hat, konnte er nicht erklären.

"Wir haben alle für den Prüfungsbericht relevanten Informationen genutzt", sagte dazu Rödel & Partner-Sprecher Matthias Struwe. "Wir haben die Kontakte von Comroad angefordert und alle erhaltenen Daten verarbeitet."

Um das operative Geschäft aufrecht zu erhalten, will Schwamm auf die bestehende Partnerbasis aufbauen. Als Haken dieser Strategie könnte sich allerdings herausstellen, dass anscheinend niemand genau wisse, welche der Partner tatsächlich existieren und welche nur auf dem Papier stehen.

Die Wirtschaftsprüfer wollten zudem mit einer Sonderprüfung herausfinden, ob schon zum Börsengang 1998 die Bilanz zum Zweck eines höheren Emissionserlöses geschönt wurde. Bislang sei das noch nicht absehbar, die Prüfung dauere noch immer an, sagte Schwamm, der eine rückwirkende Korrektur der Jahresabschlusses nicht ausschließen konnte. Einen genaue Zeitplan für den weiteren Verlauf und den Abschluss der Prüfung nannte der Alleinvorstand nicht.

COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 632721  
In U-Haft: Bodo Schnabel
 
Warum Bodo Schnabel sein Unternehmen mit 27 Mitarbeitern in eine derartige Krise stürzte, ist vielen ein Rätsel. Anders als der einstige EM.TV-Chef Thomas Haffa fiel Schnabel nicht durch einen schillernden Lebensstil auf. Er fuhr seinen normalen Dienstwagen und residierte nicht in einer Luxus-Villa.

"Alles war ganz normal", sagt sein Nachfolger Hartmut Schwamm. Wie es nun mit Comroad weiter gehen soll, weiß er noch nicht. "Wir müssen ganz neu anfangen." Als erstes muss er herausfinden, ob Comroad überhaupt Kunden hat. Womöglich war nach Einschätzung der Aktionärsschützer nicht nur der Partner in Asien frei erfunden.

mm.de
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"Neue Dimension von Dreistigkeit"

 
11.04.02 09:16
Verglichen mit den bisherigen Bilanzskandalen am Neuen Markt spielt die Affäre des Telematik-Dienstleisters ComROAD in einer anderen Liga. Fast der gesamte Jahresumsatz 2001 erwies sich als Luftnummer. Jetzt laufen die Aktionärsschützer Sturm.

München - Nach ihrer Meinung wirken die Gebrüder Haffa und ihre Kollegen von Infomatec und Metabox gegen ComROAD-Gründer Bodo Schnabel wie Anfänger. "Das ist eine neue Dimension von Dreistigkeit", sagte der Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (sdk), Markus Straub. "So etwas Krasses habe ich noch nie erlebt", sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) der Deutschen Presseagentur in München.
Nach einer Untersuchung durch Wirtschaftsprüfer musste ComROAD am Mittwoch die Angaben für den Umsatz des vergangenen Jahres um 98 Prozent auf 1,4 Millionen Euro senken. Ein angeblicher Geschäftspartner in Hongkong existiert offenbar gar nicht, wie eine Sonderuntersuchung der Buchprüfer Rödl & Partner ergab. Der neue ComROAD-Chef Hartmut Schwamm schließt eine Insolvenz des Unternehmens nicht aus.

Der ursprünglich auf 93,6 Millionen Euro bezifferte Umsatz des Jahres 2001 sei fast vollständig mit einer Firma in Hongkong verbucht worden, die offensichtlich nicht existierte, teilte der neue ComROAD-Vorstand mit. Vermutlich mit Hilfe von Scheinrechnungen wurden die Erlöse in die Bücher geschrieben. Die ComROAD-Aktie stürzte am Mittwoch um zeitweise mehr als 36 Prozent auf 0,46 Euro ab. Im Herbst 2000 hatte das Papier noch 65 Euro gekostet.

ComROAD-Gründer und Ex-Vorstandschef Bodo Schnabel sitzt wegen des Vorwurfs des Kursbetruges seit Ende März in Untersuchungshaft. Kurz davor hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihr Mandat wegen Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzprüfung gekündigt. Die sdk forderte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch auf, die Ermittlungen auch auf die Frau Schnabels auszuweiten, die im Aufsichtsrat des Unternehmens saß. "Die hat natürlich gewusst, dass es diese Geschäfte nicht gibt", sagte Straub. Am Dienstag beschloss der Aufsichtsrat, dass sie aus einem wichtigen Grund abberufen wird. Das Ehepaar Schnabel hielt nach Angaben von ComROAD zuletzt rund 54 Prozent der Aktien. Nach Worten von Straub ist aber zu befürchten, dass das Paar die Aktien bereits verkauft und Millionen zur Seite geschafft hat.

Warum Schnabel sein Unternehmen mit 27 Mitarbeitern in eine derartige Krise stürzte, ist vielen ein Rätsel. Anders als der einstige EM.TV-Chef Thomas Haffa fiel Schnabel nicht durch einen schillernden Lebensstil auf. Er fuhr seinen normalen Dienstwagen und residierte nicht in einer Luxus-Villa. "Alles war ganz normal", sagt sein Nachfolger Hartmut Schwamm. Wie es nun mit ComROAD weitergehen soll, weiß er noch nicht. "Wir müssen ganz neu anfangen." Als Erstes muss er herausfinden, ob ComROAD überhaupt Kunden hat. Womöglich war nach Einschätzung der Aktionärsschützer nicht nur der Partner in Asien frei erfunden.

spiegel.de
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ecki:

Schwamm drüber! Der Nachfolger ist ein Volldepp!

 
11.04.02 09:36
Der neue Chef braucht eine Sonderprüfung, um festzustellen das es den angeblichen Hauptkunden in Asien gar nicht gibt. Was hat er denn seit Schnabels abgang bisher gemacht? Was heißt denn eine (kleine) Firma führen anderes, als sich zumindest um Hauptkunden und Hauptlieferanten zu kümmern, bzw. als Neuer Chef den Erstkontakt zügig herzustellen?

Da muss der Prüfer feststellen, das es die gar nicht gibt. Wie tief ist Schwamm involviert?

Grüße
ecki
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633061home.arcor.de/megaseiten/insekten/bilder/vlieg.gif" style="max-width:560px" >
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Wikinger:

lasst comroad in frieden sterben,

 
11.04.02 09:39
es ist doch niemand mehr hier vom board ausser star-ikone und sieger
investiert.


COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633066gfx.finanztreff.de/images/tw/11.gif" style="max-width:560px" > mfg wikinger COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633066gfx.finanztreff.de/images/tw/11.gif" style="max-width:560px" >
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Happy End:

Der Schwamm hat alles

 
11.04.02 09:40
tief in sich aufgesaugt *g*

Gruß    
Happy End
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633067
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cap blaubär:

blöd rummstehen für ne Höllenkohle kann ich auch

 
11.04.02 09:41
wo muss man sich melden um soo ne Stelle zu bekommen???
blaubärgrüsse
Antworten
Star Ikone:

@wikinger

 
11.04.02 09:43
Brauchst nur meine Warnungen zu Comroad lesen, um zu wissen, dass ich NIE in Comroad war, geschweige jetzt bin.

Fairer Kurs 0€.

MfG
SI ;)
Antworten
ecki:

Tja cap blaubär, Sone Stelle such ich auch. :-) o.T.

 
11.04.02 09:44
Antworten
DeathBull:

Jetzt mal zur anderen Seite der Aasgeier :)

 
11.04.02 09:48
Hab mich soeben erdreistet ein paar Comroads zu 0,32 zu schnappen. Noch jemand?
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633078
Antworten
Suzie Wong:

Schnabel - sitzt jetzt seine U-Haft aus..

 
11.04.02 09:50
wird fuer 2 Jahre in den Bau gesteckt und freut sich dann ueber die Millionen die er von den 'dummen' Kleinanlegern zur Seite schaffte. Das meine seine Frau erst jetzt aus dem Unternehmen geschmissen hat, ist zusaetzliche Verarschung der Anleger. Ich lasse gerade den finanziellen Background von VT Electronics ueberpruefen...und werde da mal in den naechsten Tagen vorbeischaun...!
Auch ich hatte mal vor langer Zeit Comroad konnte allerdings noch rechtzeitig raus....was ich von Ericsson nicht sagen kann.

See you in Berlin next week - Ariva Party !!!
So long
Suzie
Antworten
ecki:

@wikinger, da muss ich glatt für Sieger

 
11.04.02 09:51
in die bresche springen.

1. ist Sieger niemals in so einen Schrott investiert, da er fast nur puts kauft.
2. kauft er seine puts auf Index oder Dax-Werte.

Also was will der mit Comroad?
Antworten
Wikinger:

tja, wollte gestern noch ne

 
11.04.02 09:56

Comroad-Abstimmung

machen,
bin leider aber als modi gesperrt worden,
die wäre aber echt klasse geworden.

wieso habt ihr in comroad eigentlich investiert?

COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633093 mfg wikinger COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633093

WM 2006: Geheimnis gelüftet

Antworten
Happy End:

Comroad Skandal: Welche Rolle spielte KPMG?

 
11.04.02 16:04
Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre hat die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu einer umfassenden Aufklärung ihrer Rolle im Comroad-Skandal aufgerufen. Die SdK vermutet eine nicht unerhebliche Mitverantwortung der Prüfer dafür, dass die Firma mit Scheingeschäften über Jahre Anleger täuschen konnte.

Erhärtet werde diese Vermutung, da die SdK Einblick in den internen Prüfungsbericht der KPMG zum Jahresabschluss 1999 nehmen konnte, der dem Anlegermagazin Börse Online vorliegt. Aus diesem Bericht geht hervor, dass bei Comroad kein Überwachungssystem gemäß § 91 Absatz 2 Aktiengesetz eingerichtet war, mit dem "den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden" konnten.

Die SdK ist der Ansicht, dass bei einem Umsatz von 20 Millionen sowie 3,1 Millionen DM Anzahlungen Nachforschungen zur Bonität der VT Electonics zwingend gewesen wären. Im Jahresabschluß 2000, in dem rund 43 Millionen Euro Umsatz ausgewiesen sind, hat die VT Electronics eine noch bedeutendere Rolle gespielt. Trotzdem hat man bei KPMG die Existenz der Gesellschaft – die nie bestanden hat – nicht überprüft. Obwohl bereits über das gesamte Jahr 2001 Zweifel an der Seriosität der Comroad AG bestanden hatten, habe die KPMG offensichtlich erst auf Grund der Berichte in Börse Online im Februar 2002 Überprüfungen eingeleitet und das Mandat daraufhin niedergelegt. Bis heute seien jedoch die uneingeschränkten Testate für die offensichtlich falschen Jahresabschlüsse der Jahre 1999 und 2000 nicht zurückgezogen worden.

Die SdK verlangt eine sofortige Aufklärung der Vorgänge. Solange diese nicht allumfassend erfolgt sei, wird die SdK einer Wahl der KPMG als Wirtschaftsprüfer bei anderen börsennotierten Gesellschaften widersprechen. (as)  


Gruß    
Happy End
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 633705
Antworten
Geldgeier:

wußtet ihr eigentlich was KPMG heißt ??

 
11.04.02 16:18
K Keiner

P Prüft

M Mehr

G Genau
Antworten
TK-ONE:

Als Endemann an den NM ging

 
11.04.02 16:34
...falls sich noch einer erinnert....wollt ich mit einem auch mitbetrügen.
Endemann hatte gerade mal 6 Angestellte und nichtmal 500.000 € Umsatz.

Ich sagte ihm: Wir sollten unsere Firmen zusammenlegen und 250 Mio Marktkapitalisierung erzielen...Heut wär mer reicher aber vielleicht in Haft.

Jetzt muss ich 20 Jahre warten bis mal wieder ein GNM (Ganz Neuer Markt)
gegründet wird....dann mach ich auch mal Reibach mit Bilanzfälschung.

Das find ich total verlockend und sexy.

Was ist eigentlich aus Endemann geworden ?

TK



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Frau des Ex-Chefs geht auf die Barrikaden

 
12.04.02 10:28
München (rpo). Der Bilanzskandal um den Telematik-Anbieter ComROAD schlägt weiter hohe Wellen: Die Ehefrau des Firmengründers Bodo Schnabel kann sich nicht erklären, warum sie aus dem Aufsichtsrat abberufen wurde. Jetzt hat sie ihre Anwälte eingeschaltet.

Da sie an der Entscheidung des Kontrollgremiums nicht mitgewirkt habe, sei der Beschluss des Aufsichtsrats nichtig, teilten ihre Anwälte am Freitag in München mit. Es gebe keinen wichtigen Grund, der die Abberufung von Ingrid Schnabel rechtfertige. Sie habe auch nicht an der Buchhaltung und der Erstellung des Jahresabschlusses mitgewirkt, hieß es.
Antworten
Dan17:

Ich hab nichts gewußt...nichts gehört

 
12.04.02 10:37
Diese Frau sollte doppelt so lange in den Knast wie ihr Mann.

Allen geschädigten Comroad-Aktionären kann ich nur sagen, ruft sie mal an. Nummer steht immer unter "Jobs" auf der Comroad-HP


www.comroad.com
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"Große Parallelen zum Fall Flowtex"

 
12.04.02 18:50
Neue Indizien deuten darauf hin, dass die Zahlen der AG bereits seit Jahren falsch waren.

München - Der Bilanzskandal bei dem Nemax50-Unternehmen Comroad  im Jahr 2001 war offensichtlich nur die Spitze des Eisbergs. Es gebe deutliche Hinweise darauf, dass auch die Umsätze in den Jahren 1998 bis 2000 zu einem Großteil nicht existierten, sagte ein Finanzexperte am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in München.

"Wahrscheinlich sind Aktionäre, Analysten und der Aufsichtsrat von Anfang an betrogen worden", sagte er. Anders als der Abschluss 2001 seien die Bilanzen vor 2001 von Wirtschaftsprüfern der Gesellschaft KPMG testiert worden. "Die Parallelen zum Fall Flowtex sind sehr groß", sagte er.

Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) räumte KPMG indirekt ein, dass auch die früheren Bilanzen unrichtig gewesen sein könnten. Es bestehe der Verdacht, dass "mit hoher Wahrscheinlichkeit" auch Umsätze in den Jahren vor 2001 fingiert wurden.

KPMG hatte den Comroad-Bilanzen 1996 bis 2000 uneingeschränkte Testate erteilt. Nach SZ-Angaben erklärte die Gesellschaft, sie habe Comroad bereits vor 2001 auf Probleme hingewiesen, ohne das ein "begründeter Anlass zur Testatseinschränkung" erkennbar gewesen sei. Für eine endgültige Beurteilung müssten jedoch die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgewartet werden.

Aktionärsschützer hatten KPMG bereits am Donnerstag aufgefordert, ihre Rolle im Fall Comroad umfassend aufzuklären. Die Wirtschaftsprüfer hatten ihr Mandat vor wenigen Wochen wegen des Betrugverdachts niedergelegt. Nach einer Sonderprüfung durch die Gesellschaft Rödl & Partner gab der neue Comroad-Vorstand am Mittwoch bekannt, dass wohl nur ein Bruchteil des Umsatzes aus dem Jahr 2001 tatsächlich existierte.

98 Prozent des Umsatzes seien hingegen über Geschäftspartner in Asien verbucht worden, die es anscheinend nicht gab. Die Münchner Staatsanwaltschaft sieht ihren Verdacht durch das Ergebnis der Sonderprüfung erhärtet.

Die Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner sind nach eigenen Angaben derzeit dabei, die Bilanzen für die Jahre 1998 bis 2000 gründlich zu analysieren. Zu den Ergebnissen wollte sich ein Sprecher am Freitag nicht äußern. "Wir sind noch eifrig dabei, alles zu prüfen", sagte er.

Firmengründer, Ex-CEO und Großaktionär Bodo Schnabel sitzt wegen des Verdachts des Kursbetrugs bereits seit Ende März in Untersuchungshaft. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Kursbetrugs (§ 88 BörsG), sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft München I, Manfred Wick.

Außerdem liege der Haftgrund der Fluchtgefahr (§ 112 Abs. 2 Nr. 2 StPO) vor. Man habe befürchten müssen, dass sich Schnabel auf sein Anwesen in den USA absetzen wollte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in insgesamt 16 Fällen gegen Schnabel wegen des Verdachts der Verbreitung unzutreffender Umsatzzahlen. Unter anderem geht es um den Verkaufsprospekt zum Börsengang von Comroad  im Jahre 1999; darüber hinaus werden mehrere Ad-hoc-Meldungen aus den Jahren 2000 und 2001 untersucht.

Schnabels Ehefrau Ingrid, die jahrelang im Aufsichtsrat des Unternehmens saß, wehrt sich gegen ihre Abberufung. Sie habe nicht an der Buchhaltung und der Erstellung des Jahresabschlusses mitgewirkt, teilte ihr Anwalt am Freitag mit.

Die Comroad-Aktie verteuerte sich auch bei dem Anstieg um fast ein Fünftel lediglich um fünf Cent. Nach Ausbruch des Bilanzskandals hatte sich der Kurs am Mittwoch halbiert und am Donnerstag um weitere mehr als 20 Prozent nachgegeben.

Die Spekulanten versuchten am Freitag, durch ihre Käufe den Aktienkurs hochzutreiben und damit Anleger zum Kauf zu bewegen, erklärten Händler die Entwicklung. Wenn dann der Kurs weiter steigt, könnten sie ihre Papiere mit Gewinn wieder abstoßen.

Bodo Schnabel hatte das Unternehmen 1995 gegründet. Comroad hat sich auf Telematik-Netzwerke spezialisiert, die die mobile Überwachung von Autos oder Lastwagen ermöglichen und für die Navigation oder zum Flottenmanagement verwendet werden können.

Gruß    
Happy End
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 635197
Antworten
Don´taskme:

Auszug aus der ComRoad-Homepage

 
12.04.02 18:55
   
   
 
ComROAD - mit besten Empfehlungen

Innovationskraft, Qualität made in Germany, hochmotivierte
Mitarbeiter und Partner sowie ein starkes Committment zu Erfolg
und Wachstum sind die Säulen unseres Business.
Dass im abgelaufenen Geschäftsjahr Umsatz und Ergebnis in
allen Quartalen weit über Plan lagen, ist uns Bestätigung und
Ansporn zugleich.

Antworten
Spitfire33:

Das waren noch Zeiten.

 
12.04.02 19:33
Comroad läßt Posting von BWLer löschen.


Comroad Kursziel 5 Euro in 3 Monaten!   BWLer  12.04.01 16:58  
 
Dieses Posting wurde aufgrund des Verstoßes gegen die Forumrichtlinien gelöscht.

Freundliche Grüße

Ihr ARIVA-Team  

In diesem Zusammenhang eine Bitte.

                B W L ER          komm wieder aus der Vetrsenkung.
Antworten
Happy End:

Gier frißt Hirn - und Moral

 
13.04.02 14:28
Flowtex´s Zauberstab war eine Typenschildpresse, Immobilien-Schneider brauchte für seine kleinen Tricks Radiergummi und Tippex; ComROAD (544940), der schelmische Telematikanbieter, verzichtete auf Radiergummi und Typenschildpresse. Die Schattenfirma suchte sich zielsicher, wahrscheinlich mit dem einzigen Navigationssystem, das ComROAD je produziert hat, die richtige Konsortialbank, den passenden Wirtschaftsprüfer und ein paar Briefkästen im Straßendschungel Hong Kongs.

Mit Speck fängt man Mäuse - und Aktionäre. Gier frißt Hirn - und Moral. Die Hand, die einen füttert beißt man nicht, man drückt sie.

Apropos Moral: Anständig, dass die Wirtschaftsprüfer ihre Schweigepflicht gegenüber ComROAD nicht gebrochen, sondern zum letztmöglichen Mittel gegriffen haben, mit dem Wirtschaftsprüfer ihre moralische Entrüstung zeigen dürfen: Sie legten das Mandat nieder, bevor sie sich versündigen konnten. Sie ließen die Akten im Ordner und den Schredder ausgeschaltet.

Böse Finger wühlten in alten Wunden und zerrten ans Licht, dass KPMG sein prüfendes Auge bereits auf Flowtex geworfen hat. Die Enttarnung des Wolfes im Schafspelz, die Typenschildpresse, heimtückisch im Schreibtisch versteckt, blieb ihnen bereits damals verwehrt. Wer an das Gute im Menschen glaubt, ist einfach zu gut für die Welt von Tippex, Radiergummi und Navigationssystem. Und was für Wirtschaftsprüfer gilt, dürfen Banken längst für sich beanspruchen.

Nur raffgierige Anleger versuchen sich jetzt bei Wirtschaftsprüfern, Analysten und Banken schadlos zu halten, obwohl deren Vertrauen so böswillig missbraucht wurde. Die Anleger verloren nur Geld, Wirtschaftsprüfer und Banker immerhin den Glauben an das Gute im Menschen.

Ich seh´das doch richtig oder? Gier frißt Hirn - und Moral!  

Gruß    
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Auch ältere Jahresabschlüsse vermutlich Makulatur

 
15.04.02 15:20
Neue Indizien deuten darauf hin, dass die Zahlen des Telematik-Anbieters ComROAD bereits seit geraumer Zeit falsch waren. Damit geraten die Wirtschaftsprüfer von KPMG, die ComROADs Abschlüsse jahrelang testierten, zunehmend unter Druck. Nun denken Juristen über Schadenersatzklagen nach.

München - Die gefälschten 2001er Umsätze bei dem Nemax-50-Unternehmen  sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Es gebe deutliche Hinweise darauf, dass auch die Umsätze in den Jahren 1998 bis 2000 zu einem Großteil nicht existierten, sagte ein Finanzexperte am Freitag in München.
"Wahrscheinlich sind Aktionäre, Analysten und der Aufsichtsrat von Anfang an betrogen worden", sagte er. Anders als der Abschluss 2001 seien die Bilanzen vor 2001 von Wirtschaftsprüfern der Gesellschaft KPMG testiert worden. "Die Parallelen zum Fall Flowtex sind sehr groß", sagte der Experte.

Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) räumte KPMG indirekt ein, dass auch die früheren Bilanzen unrichtig gewesen sein könnten. Es bestehe der Verdacht, dass "mit hoher Wahrscheinlichkeit" auch Umsätze in den Jahren vor 2001 fingiert wurden.

KPMG hatte den ComROAD-Jahresabschlüssen von 1996 bis 2000 uneingeschränkte Testate erteilt. Nach "SZ"-Angaben erklärte die Gesellschaft, sie habe ComROAD bereits vor 2001 auf Probleme hingewiesen, ohne dass ein "begründeter Anlass zur Testatseinschränkung" erkennbar gewesen sei. Für eine endgültige Beurteilung müssten jedoch die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgewartet werden.

Aktionärsschützer hatten KPMG bereits am Donnerstag aufgefordert, ihre Rolle im Fall ComROAD umfassend aufzuklären. Die Wirtschaftsprüfer hatten ihr Mandat vor wenigen Wochen wegen des Betrugverdachts niedergelegt. Nach einer Sonderprüfung durch die Gesellschaft Rödl & Partner gab der neue ComROAD-Vorstand am Mittwoch bekannt, dass wohl nur ein Bruchteil des Umsatzes aus dem Jahr 2001 tatsächlich existierte, 98 Prozent des Umsatzes seien hingegen über Geschäftspartner in Asien verbucht worden, die es anscheinend nicht gab. Die Münchner Staatsanwaltschaft sieht ihren Verdacht durch das Ergebnis der Sonderprüfung erhärtet.

Prospekthaftungsklagen möglich?

Die Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner sind nach eigenen Angaben derzeit dabei, die Bilanzen für die Jahre 1998 bis 2000 gründlich zu analysieren. Zu den Ergebnissen wollte sich ein Sprecher am Freitag nicht äußern. "Wir sind noch eifrig dabei, alles zu prüfen", sagte er. Die Prüfung wird voraussichtlich noch einige Zeit dauern. "Zwei bis drei Monate sind realistisch", sagte der Sprecher.

Geprüft werden sollen nun auch die Abschlüsse 1998, 1999 und 2000, sagte der geschäftsführende Partner Bernd Rödl dem "Handelsblatt". Dabei befasse man sich insbesondere mit den Kundenbeziehungen zu den ausländischen Abnehmern. Neben dem asiatischen Raum gehe es dabei auch um die Länder Spanien, USA und Neuseeland.

Firmengründer, Ex-CEO und Großaktionär Bodo Schnabel sitzt wegen des Verdachts des Kursbetrugs bereits seit Ende März in Untersuchungshaft. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Kursbetrugs sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft München I, Manfred Wick.

Außerdem liege der Haftgrund der Fluchtgefahr vor. Man habe befürchten müssen, dass sich Schnabel auf sein Anwesen in Florida absetzen wollte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in insgesamt 16 Fällen gegen Schnabel wegen des Verdachts der Verbreitung unzutreffender Umsatzzahlen. Unter anderem geht es um den Verkaufsprospekt zum Börsengang von ComROAD  im Jahre 1999; darüber hinaus werden mehrere Ad-hoc-Meldungen aus den Jahren 2000 und 2001 untersucht.

Juristen prüfen inzwischen die Frage, ob die möglicherweise falschen Angaben im Verkaufsprospekt eine Klage gegen die beteiligten Emissionsbanken Concord Effekten und Hauck & Aufhäuser rechtfertigen.

Hintergrund: Das Emissionsprospekt basiert auf der Bilanz des Jahres 1998. Darin wurde die nicht existierende Hongkonger VT Electronics als einer von insgesamt zwei Auftragsproduzenten genannt, doch offenbar haben weder die Wirtschaftsprüfer noch die Emissionsbanken deren Existenz geprüft.

Nach Ansicht einiger Fachleute bietet sich hier für geschädigte Anleger ein Ansatz. Wie Rechtsanwalt Stephan Hutter von der Kanzlei Shearman & Sterling der "Financial Times Deutschland" sagte, müssen derartige Angaben im Emissionsprospekt genau geprüft werden, wenn sie von "wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen" sind. Andernfalls hafteten die Banken für die Vollständigkeit des Prospektes. Die betroffenen Anleger könnten von den Banken Entschädigung bis zum vollständigen Verlustbetrag einklagen.

Schnabel-Gattin wehrt sich

Rechtliche Schritte will offensichtlich auch Schnabels Ehefrau Ingrid einleiten. Sie saß jahrelang im Aufsichtsrat des Unternehmens und will sich nun gegen ihre Abberufung wehren. Sie habe nicht an der Buchhaltung und der Erstellung des Jahresabschlusses mitgewirkt, teilte ihr Anwalt am Freitag mit.

Die ComROAD-Aktie notierte am Montag unverändert bei 30 Cent. Nach Ausbruch des Bilanzskandals hatte sich der Kurs am Mittwoch halbiert und am Donnerstag um weitere mehr als 20 Prozent nachgegeben.

Gruß    
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josse:

Schnabel wohnt(e) bei mir um die Ecke, wollte

 
15.04.02 15:58
fast schon zu ihm rüber fahren und im vor die
Türe scheißen, konnte mich aber wieder einkriegen.
Glücklicherweise bin und war ich nie investiert.
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Comroad erwägt rechtliche Schritte gg. KPMG

 
24.04.02 14:30
Der größte Betrugsfall seit Bestehen des Neuen Marktes zieht seine Kreise. Nun prüft die neue Geschäftsführung des Telematik-Anbieters Comroad rechtliche Schritte gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, berichtet das Handelsblatt. Die gefälschten Bilanzen seien jahrelang von KPMG anstandslos testiert worden. Mitarbeiter wie Analysten hätten sich darauf verlassen. Durch die Nachlässigkeiten sei ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG misstrauen nun generell ihren eigenen Ergebnissen. Wie das Handelsblatt weiter schreibt, will KPMG sämtliche Abschlüsse von Unternehmen, die am Neuen Markt notiert werden, erneut untersuchen. Davon seien 45 Firmen betroffen, also jede siebte Firma im so genannten Wachstumssegment.

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass nur 1,4 Prozent der Mitte Januar gemeldeten 93,6 Millionen Euro Umsatz einer Sonderprüfung zufolge bei Comroad wirklich getätigt worden sind. Am 19. April schloss die Deutsche Börse Comroad mit sofortiger Wirkung vom Neuen Markt aus. Gestern teilte das Unternehmen mit, dass auch die Umsätze in den Bilanzen der Jahre 1998 bis 2000 vorgegaukelt wurden. KPMG-Chef Wiedmann hatte darauf angekündigt, die Prüfungen der entsprechenden Abschlüsse zu widerrufen.
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Überzieher:

SUPI die machen uns noch mal alle reich *lol*

 
24.04.02 14:37
ROLLS-Royce-Fahrer Schäfer: „Europas Money Coach Nummer eins“
Dubioser Konkurs
Die Bodo Schäfer Finanz Coaching GmbH ist pleite, doch der Geldguru will unschuldig sein.

Der Mann lebt von der Gier anderer Leute. „Ist Geld Ihr Sorgenthema? Oder können Sie alle Ihre Wünsche verwirklichen? Im Seminar *Der Weg zur finanziellen Freiheit* erleben Sie, wie Sie leicht zu Wohlstand, finanzieller Freiheit und Sicherheit kommen können. Bodo Schäfer verrät Ihnen seine bewährten Geheimnisse über den Aufbau von Reichtum und liefert Ihnen verblüffend einfach, sofort wirksame Techniken zum gewinnbringenden Umgang mit Geld“, heißt es noch am Montag auf der Internetseite der Firma Schäfer Finanz Coaching GmbH in Bergisch-Gladbach. Auch buchen und bezahlen lassen sich die eintägigen Seminare mit Bodo Schäfer für 799,24 Mark doch noch per Bankeinzug oder Kreditkarte.

Dabei hat die 1998 von Bodo Schäfer gegründete Firma bereits am Dienstag vergangener Woche beim Amtsgericht Köln Konkurs angemeldet. Auf rund 1,7 Millionen Mark sollen sich die Schulden belaufen. Allein dem Maritim Hotel Köln soll die Firma über 200 000 Mark schulden. Der Verlag Moderne Industrie soll mit einem sechsstelligen Betrag betroffen sein. Größter Gläubiger ist jedoch nach Angaben ihres Geschäftsführers Wolfgang Lang der Seminarveranstalter Birkenbihl Gruppe mit rund 400 000 Mark.

Peinlich für Geldguru Bodo Schäfer, der sich gern als „Europas Money Coach Nummer eins“ (Schäfer über Schäfer) feiern lässt und unermüdlich predigt, dass jeder in sieben Jahren zum Millionär werden könne. Über 500 000-mal verkaufte sich sein 1998 erschienenes Buch „Der Weg zur finanziellen Freiheit“. Bei Hans Meiser kritisierte der 39-Jährige konservative Anleger und gab Finanztipps, die jedem seriösen Finanzberater die Haare zu Berge stehen lassen. Doch das Geschäft lief. Der Rolls-Royce-Besitzer brüstete sich gern mit einem Tageshonorar von 45 000 Mark. Bis zu 300 Menschen strömten zu seinen Tagesseminaren, auf denen er neben ein paar banalen Ratschlägen („Machen Sie keine Konsumschulden“) vor allem Psychotipps gab. Nur wer ständig einen Tausendmarkschein mit sich herumtrage, bekäme das richtige Gefühl für Geld: „Wenn Sie Geld positiv besetzen, dann ziehen Sie es automatisch an.“

Nur bei seiner eigenen Firma klappte das offenbar nicht. Und nun versucht sich der Finanztrainer aus der Affäre zu ziehen. Denn schuld an der Misere sei angeblich sein Mitarbeiter Thilo Schneider. Bereits im Herbst habe er auf Grund einer Krankheit die Geschäftsführung an ihn übergeben und seitdem keinen Einblick mehr in die Bücher gehabt, erzählt Schäfer. Am 2. März habe er Schneider dann 94 Prozent der Firmenanteile für gerade mal 250 000 Mark verkauft. Er selbst behielt fünf Prozent, ein weiteres Prozent hält eine ehemalige Mitarbeiterin. Dass die Firma nun plötzlich pleite ist, hat Schäfer angeblich völlig überrascht.

Doch warum sollte Schäfer, der als harter Verhandler gilt, seine Firma quasi verschenken – ohne zu wissen, wie es um die Bilanzen steht? Und warum lässt sich sein Mitarbeiter darauf ein? „Offensichtlich hat er geglaubt, dass er einen guten Deal damit macht“, sagt Schäfer über Thilo Schneider. Der widerspricht: „Natürlich habe ich gewusst, dass das Unternehmen nicht gesund war.“ Warum er es dennoch übernommen hat und ob ihn Schäfer reingelegt hat, will er noch nicht offenbaren: „Da fehlen mir noch ein paar Fakten!“

Nur so viel sagt der 31-Jährige: „Bodo Schäfer war mein Coach. Ich habe ihn bewundert und ihm hundertprozentig vertraut.“ Wer den jungen Mann erlebt hat, wie er sich bei den Seminaren bemühte, Schäfer in seinem Auftreten zu imitieren, glaubt das sofort.

Thilo Schneider jedenfalls gibt an, es ginge mit der Firma bereits seit Juni des vergangenen Jahres bergab. Damals wurde das erste Seminar Schäfers wegen Krankheit abgesagt. Bis Februar sollen dann etliche Seminare storniert worden sein. Rund 1 000 Teilnehmer, die ihre Seminargebühren bereits bezahlt hatten, seien betroffen gewesen. Schäfer dagegen sagt, es seien nur zwei Seminare ausgefallen. Die anderen seien zwar gefährdet gewesen, weil er wegen seiner Krankheit nur noch als einer der Referenten aufgetreten sei und nicht mehr das ganze Seminar bestritten habe.

Die Erkrankung Schäfers wirkt jedoch nebulös. Nach einer Lungenentzündung habe ein Virus sein Herz angegriffen. Dazu sei ein „totales Burnout-Syndrom“ gekommen. „Ein Drittel meines Herzens war komplett still“, sagt Schäfer. Während eines Seminars brach er dann zusammen. Für die Kosten sollte die Versicherung des damaligen Veranstalters, der Birkenbihl Gruppe, einspringen. Die untersuchte Schäfer mehrmals intensiv und lehnte die Zahlung ab.

Schäfer bestätigt, dass er untersucht wurde und die Versicherung nicht bezahlte, kennt aber angeblich den Grund nicht. „Bodo Schäfer hat falsche Angaben zu seiner Gesundheit gemacht“, sagt Wolfgang Lang, Geschäftsführer von Add! Brain, wie das Unternehmen nach seiner Trennung von Vera Birkenbihl heute heißt. Er sagt: „Wenn ich das Gutachten veröffentliche, ist der endgültig weg.“ Lang spricht von „Selbstverschulden“ und deutet an, dass der militante Gesundheitsapostel („Essen Sie Obst und verzichten Sie auf Fleisch“) bei seiner Fitness etwas nachgeholfen haben könnte. Schließlich war Schäfer stets stolz darauf, nie mehr als vier Stunden zu schlafen. „Das hält auf die Dauer kein Mensch aus“, so Lang.

Der tiefere Grund für die Pleite ist jedoch offenbar eklatantes Missmanagement. Es habe so gut wie keine Kostenkalkulation gegeben, sagt der Buchhalter, der seinen Job erst Anfang April antrat. Die Altlasten habe man von den im voraus eingezogenen Seminargebühren bezahlt und wenn ein Hotel Vorkasse wollte, habe es schon ein Problem gegeben. Bereits am 3. Mai habe er daher den Steuerberater informiert, dass die vorläufige Bilanz nicht mit der laufenden Buchhaltung übereinstimme. Zudem sollen seiner Aussage nach persönliche Mitarbeiter Schäfers bis zuletzt auf der Gehaltsliste der Schäfer Finanz Coaching GmbH gestanden haben. Auch von Verschwendung ist die Rede, wenn Schäfer sich mit dem Privatflugzeug zu seinen Vorträgen bringen ließ.

Die Ironie der Geschichte: Vor allem seinem größten Gläubiger, der Birkenbihl Gruppe, hat Schäfer seine Popularität zu verdanken. Bei deren Massenveranstaltungen wie dem „Erfolgsforum“ mit tausenden von Besuchern war Schäfer einer der Topreferenten. Der Veranstalter organisierte seine Tagesseminare und verkaufte seine Bücher und Kassetten. Wolfgang Lang war hin und weg von Schäfer. Zumindest auf dem Briefpapier waren die beiden sogar Geschäftsführer einer gemeinsamen Firma. Vera Birkenbihl schwärmte von dem smarten Geldguru: "Er lebt, was er predigt.“

In der Tat hat Schäfer seine Erfolgsstory perfekt inszeniert. „Mit 16 in die USA ausgewandert, mit 26 nach seinem Studium ohne einen Pfennig in der Tasche erreichte er trotzdem bereits im Alter von 30 Jahren seine finanzielle Freiheit – er war Millionär“, heißt es in der Selbstdarstellung. Dass er sein Geld nicht mit seinen platten Tipps machte, sondern mit dem Aufkauf mittelständischer Firmen, die er dann an die Börse brachte, verschweigt Schäfer dabei ebenso wie seine Tätigkeit als Versicherungsver-treter im Strukturvertrieb der Hamburg-Mannheimer-Versicherung. Dort soll er sogar bis in die zweithöchste Ebene der Hierarchie aufgestiegen sein.

Derzeit plagen Schäfer andere Sorgen. Oberstes Gebot sei es, so schreibt der Geldguru in einer Pressemitteilung, sich zu den Kunden und Mitarbeitern integer zu verhalten und schnellstens eine akzeptable Lösung zu finden. Doch während seine ehemalige Firma vor dem Scherbenhaufen steht, kümmerte sich Schäfer vor allem um sein Seminar auf Mallorca am vergangenen Wochenende. Auf der Mittelmeerinsel, auf der er ein Haus besitzt, hat er dem deutschsprachigen „Mallorca-Magazin“ erklärt, vor kurzem sei er mal schnell nach München geflogen. Und weil die Sonne so schön schien, habe er sich kurz entschlossen ein Cabriolet gekauft. Für die Gläubiger der Schäfer Finanz Coaching GmbH muss das wie blanker Hohn klingen.

Noch verhandele er mit Bodo Schäfer, sagt Geschäftsführer Thilo Schneider. Er glaube nicht, dass dieser sich aus der Verantwortung ziehen könne. Unterdessen hofft Schäfer bereits auf seinen nächsten Bestseller. Er habe gerade ein neues Buch geschrieben, erzählte er dem deutschsprachigen „Mallorca-Magazin“. Vielleicht lautet der Titel ja „Entschuldung durch Konkurs – Der Weg zur finanziellen Freiheit.“

Bärbel Schwertfeger
Quelle: WirtschaftsWoche Nr. 24 – 8.6.2000
Bodo Schäfer im Internet: www.schaefer-finanz-coaching.de


 Quelle: Mallorca Magazin 22/2000
Rubrik VERMÖGEN
Auch reich sein ist nicht ganz einfach
Deutschlands erfolgreichster Money-Coach gibt Tipps in Palma
Von Bernd Schleh

Irgendwie hat man es schon immer geahnt: Auch reich sein ist nicht leicht. Da sitzt man dann auf seiner dicken Brieftasche und muss doch weiter mit Problemen kämpfen. Beliebt in der oberen Vermögensklasse sind Langeweile und Unzufriedenheit. Erfahrun-gen, die selbst Deutschlands bekanntester Money-Coach, Bodo Schäfer, bestätigt: „Mit 30 hatte ich mein Traumziel erreicht, ich war finanziell frei. Doch dann kam die große Leere.“

Der monetäre Senkrechtstarker begann daraufhin wie besessen Tennis zu spielen, bis ihn ein Freund wach rüttelte: „So wie du spielst, könntest du genauso gut wieder arbeiten.“ Erlebnisse dieser Art, so Schäfer, blieben den meisten Menschen nicht erspart, die den Weg nach oben schaffen. Schäfer: „Geld ist einfach nicht alles – aber es ist ein wichtiger Katalysator, um Glück zu erleben.“

Diese Lektion aus dem Lehrsystem des erfolgreichen Finanztrainers ist freilich eher an die Fortgeschrittenen in Sachen finanzieller Aufstieg gerichtet. Für das Fußvolk gelten erstmal andere Regeln:

1. Bewusstseinsbildung: Ich will reich werden und das ist nichts schlechtes.
2. Planung: Planen sie ihren Tag, ihre Woche, ihr Jahr, ihr ganzes Leben.
3. Kontakte: Begeben sie sich in den Windschatten der Erfolgreichen!
4. Sparen: Nicht was sie verdienen,macht sie reich, sondern was sie sparen. Sparen sie ab sofort zehn Prozent ihres Gehalts und 50 Prozent von jeder Gehaltserhöhung
5. Geldanlage: Das Renditeziel liegt bei zwölf Prozent. Das Risiko wird in verschiedene Anlagen gestreut.

Unerlässlich findet Schäfer darüber hinaus die ständige persönliche Weiterbildung: Lesen sie Bücher (Schäfer liest vier pro Woche)! Verschwenden sie keine Zeit im Auto, sondern machen sie ihr Vehikel zur „rollenden Universität“ – mit Hörbüchern. Und ganz wichtig: Besuchen sie Seminare (mindestens vier pro Jahr).

Am liebsten ist es dem Money-Coach natürlich, wenn man seine Seminare besucht. Diese Möglichkeit gibt es jetzt auch auf Mallorca. Bodo Schäfer bietet vom 3. bis 6. Juni ein Seminar in Palma. Der Titel: „Durchbruch zum finanziellen Erfolg“. Die Kosten:
2 980 Mark – ohne Übernachtung.

Der Bestseller-Autor geht davon aus, dass der Großteil der Teilnehmer anreist. Schäfer: „Wer sich ein Leben auf Mallorca leisten kann, ist ja in der Regel aus dem Allergröbsten schon raus.“ Dennoch sei sein Seminar auch für betuchtere Mallorca-Residenten geeignet. Schließlich gebe es auch Ratschläge für ein sinnvolles Leben, wenn man oben angekommen ist. Und da sei Geld eben nur eine von fünf Zutaten. Hinzu kommen müsse: Gesundheit (Schäfer joggt und isst viel Obst), positive Emotionen, Spaß am Job und erfüllte Beziehungen.

Die Atmosphäre auf Mallorca findet Schäfer ideal, um übers Geld zu reden. „Es ist ein schöner Ort, an dem es jede Menge wilder Existenzen gibt.“ Viele Residenten hätten „richtig Erfahrung“ in Sachen Geld und Reichtum. Dafür gehört für den Deutschen vor allem, dass man auch mal ganz unten war. Schäfer: „Erst dann kann man gelassen über Reichtum reden.“

Seit kurzem besitzt der Finanzberater ein Haus auf der Insel. Dort entstand das jüngste Buch des Autors, in dem es ebenfalls um Geldanlage geht und das bald erscheinen soll. Schäfer hofft auf einen ähnlichen Erfolg wie bei seinem Bestseller „Der Weg zur finan-ziellen Freiheit – In sieben Jahren die erste Million“.

Bei seinen Büchern und Seminaren schöpft Schäfer aus dem eigenen Fundus. Seine Tipps hat er im Selbstversuch auf Tauglichkeit überprüft. Mit 26 stand er vor einem Scherbenhaufen. Der studierte Jurist war mit dem Import mexikanischer Waren gänzlich erfolglos – und überdies frisch geschieden, verschuldet und magenkrank. Nach der Pleite interessierte ihn nur noch eine Frage: Was machen Reiche anders?

Die Antwort präsentiert er inzwischen einem Millionenpublikum – mit dem erfreulichen Nebenergebnis, dass er selbst immer reicher wird. Für Bodo Schäfer ist das im übrigen kein Problem mehr. Der Money-Coach genießt sein Geld. Wie man das macht? In der vergangenen Woche flog Schäfer zum Beispiel mal schnell nach München. Weil er keine Lust hatte zurückzufliegen, und weil die Sonne so schön schien, kaufte er sich kurzent-schlossen ein Cabriolet. So einfach ist reich sein!

GELDANLAGE

Der Finanzexperte Bodo Schäfer besitzt auf Mallorca zwar seit kurzem eine Immobilie, sein Geld wird er jedoch nicht so schnell nach Spanien bringen. Von einer Geldanlage in Spanien rät der deutsche Money-Coach eher ab. „Die Rendite ist beschämend schlecht“, so sein Urteil. Die Verzinsung, die im Bereich der Festgelder geboten werde, sei geradezu peinlich.

Bei Aktien gelte wie in allen anderen Ländern auch, dass nur bei sehr guten Markt- und Branchenkenntnissen in Einzelwerte investiert werden solle. Ansonsten empfiehlt Schäfer jedoch die Anlage in Fonds: „Hier ist das Risiko deutlich geringer.“ Nationale spanische Fonds und internationale Fonds, in denen spanische Werte enthalten sind, hätten in den vergangenen Jahren aufgrund der soliden Wirtschaftsentwicklung in Spanien gut abgeschnitten.

Auffällig seien darüber hinaus die geringen Zinsen, die in Spanien für Hypotheken-kredite gezahlt werden müssen. Dennoch: Der Money-Coach hält vom Schuldenmachen nicht viel. Seine Devise lautet: Erst verdienen, dann ausgeben.

Vor den zunehmenden Angeboten der sogenannten Day-Trading-Unternehmen, das sind Finanzmakler, die durch den Kauf und Verkauf von Aktien in kurzer Zeit mit hohen Gewinnen locken, warnt der Finanzberater Schäfer: „Die Risiken sind enorm hoch. Das geht oftmals schon in Richtung Spiel-Casino. Ich kenne niemand, der mit dieser Methode langfristig Gewinne erzielt hat.“

Was der Finanzexperte zudem beobachtet, ist die Zunahme der Kontrolle bei Finanz-geschäften zwischen Deutschland und Spanien. Innerhalb Europas empfiehlt Schäfer Anlagen in Luxemburg oder der Schweiz. Grundsätzlich sei folgende Risikoaufteilung sinnvoll: 30 Prozent sicher anlegen, bei 60 Prozent ein mittleres Risiko eingehen und mit den verbleibenden 10 Prozent in die höhere Risikoklasse einsteigen.



add! brain /Birkenbihl stellt Konkursantrag
 
 Pressemitteilung add! brain - Wir über uns - unter
www.add-brain.com
add! brain beantragt Insolvenz - Zweite Finanzierungsrunde gescheitert
Die add! brain Erfolgs-Akademie GmbH stellte am Freitag, 22.12.2000, beim  
Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der  
bisherige Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, Wolfgang Lang, sieht den  
Hintergrund für das Scheitern der add! brain Erfolgs-Akademie GmbH in einer  
allgemein schlechten Stimmungslage am Neuen Markt, was ihm die Beschaffung  
weiterer Finanzmittel unmöglich gemacht habe.

Das 1993 gegründete Unternehmen wurde in den vergangenen Jahren ursprünglich  
unter dem Namen birkenbihl-Gruppe als Fachverlag und Trainingsveranstalter  
bekannt. Vor zwei Jahren begann das Unternehmen, mit Unterstützung von zwei  
Risikokapitalgesellschaften, als weiteres Geschäftsfeld den Bereich  
E-Learning aufzubauen.  

Die Risikokapitalgeber waren nicht mehr bereit, den geplanten Wachstumspfad  
zu finanzieren. Wegen der veränderten Börsensituation sahen sie die  
Möglichkeit schwinden, ihre Beteiligung mit einem Börsengang in ein  
hochprofitables Investment zu verwandeln, heißt es in einer Presseerklärung  
von Wolfgang Lang.


 



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Pichel:

Comroad-Aktionäre haben wieder Chancen

 
25.04.02 18:01


     
In den Betrugsfall Comroad kommt wieder Bewegung. Die erste Klage gegen das Telematik-Unternehmen und seinen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Bodo Schnabel wurde von dem Rechtsanwalt Frank Pletka eingereicht. Auch die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Rotter prüft den Rechtsweg. Die Chancen auf einen Erfolg scheinen gut zu stehen. Doch die Anleger müssen jetzt die Initiative ergreifen.   Christof Schmidbauer  
 

Dass der tolldreiste  Anlagebetrug bei dem Unterschleissheimer Telematik-Unternehmen
ein gerichtliches Nachspiel haben wird, steht außer Zweifel. Firmenchef Bodo Schnabel, der jahrelang mit gefälschten Rechnungen den Umsatz von Comroad aufblähte hatte, sitzt bereits in Haft.

Der Herborner (Hessen) Rechtsanwalt Frank Pletka hat als betroffener Aktionär bereits Klage gegen Comroad, Schnabel und den derzeitigen Geschäftsführer Hartmut Schwamm eingereicht. Wegen eines Streitwertes von weniger als 5.000 Euro ging seine Klage zunächst an das Amtsgericht München. Doch Pletka will weitere Aktionäre um sich sammeln und sie in einem Verfahren gegen das ehemalige Nemax-50-Unternehmen vertreten. Eine Sammelklage, wie im amerikanischen Recht sei in Deutschland nicht möglich, betonte Pletka im Gespräch mit sharper.de. Pletka wird demnächst im Internet eine Anlaufstelle für weitere Geschädigte eröffnen.

Vorsatz dürfte leicht zu beweisen sein

Eine Klage im Betrugsfall Comroad prüft derzeit auch die Münchener Anwaltskanzlei Rotter. In Frage komme beispielsweise eine Klage gegen das Unternehmen oder gegen den ehemaligen Comroad-Vorstandsvorsitzenden Bodo Schnabel, sagte Michael Schulte, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kanzlei im Gespräch mit sharper.de. Angesichts der Sachlage dürfte es relativ einfach sein, Bodo Schnabel vorsätzliches Handeln nachzuweisen. Schwieriger sei eine Klage auf Prospekthaftung. Aber auch dies prüfe die Kanzlei. Den beteiligten Banken müsste dazu Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit bei den Prospektangaben nachgewiesen werden. Dem Wirtschaftsprüfer KPMG müsste bedingter Vorsatz bei der Testieren der falschen Bilanzen nachgewiesen werden, sagte Schulte.

Klagen kann nach Einschätzung von Schulte jeder Comroad-Aktionär, der bei seiner Kaufentscheidung den Unternehmensangaben geglaubt hat. Bei einer einzelnen fehlerhafte Ad Hoc-Mitteilung eines Unternehmens sei die Klagegrundlage dünner. Bei der durchgehend falschen Darstellung der wirtschaftlichen Lage Comroads sei es jedoch leicht nachzuweisen, dass ein Anleger im Vertrauen auf die Richtigkeit der Bilanzen die Aktie gekauft hat.

Wichtig sei nun ein Arrestverfahren, sagte Schulte, bei der die Vermögensgegenstände des Unternehmens oder von Schnabel sicher gestellt werden. Betroffene Aktionäre können sich schon bei der Kanzlei melden.




Von juristischer Seite scheinen die Ampeln für eine Klage gegen Comroad und Bodo Schnabel auf Grün zu stehen. Offen ist, wie hoch der Schadenersatz ausfallen wird. Firmenchef Bodo Schnabel hat durch Aktienverkäufe wahrscheinlich 21 Millionen Euro erlöst. Weitere Mittel könnten aus einer Klage gegen den Wirtschaftsprüfer KPMG und die Emissionsbanken kommen, doch hier dürfte es erheblich schwieriger sein, eine Anspruchsgrundlage zu finden. Auf den Aktienkurs sollten die sich abzeichnenden Klagen keinen Einfluss haben. Nach derzeitigem Stand können auch ehemalige Comroad-Aktionäre klagen.

© 2002 sharper.de  



Gruß Pichel
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