COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends

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Auch ältere Jahresabschlüsse vermutlich Makulatur

 
15.04.02 15:20
Neue Indizien deuten darauf hin, dass die Zahlen des Telematik-Anbieters ComROAD bereits seit geraumer Zeit falsch waren. Damit geraten die Wirtschaftsprüfer von KPMG, die ComROADs Abschlüsse jahrelang testierten, zunehmend unter Druck. Nun denken Juristen über Schadenersatzklagen nach.

München - Die gefälschten 2001er Umsätze bei dem Nemax-50-Unternehmen  sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Es gebe deutliche Hinweise darauf, dass auch die Umsätze in den Jahren 1998 bis 2000 zu einem Großteil nicht existierten, sagte ein Finanzexperte am Freitag in München.
"Wahrscheinlich sind Aktionäre, Analysten und der Aufsichtsrat von Anfang an betrogen worden", sagte er. Anders als der Abschluss 2001 seien die Bilanzen vor 2001 von Wirtschaftsprüfern der Gesellschaft KPMG testiert worden. "Die Parallelen zum Fall Flowtex sind sehr groß", sagte der Experte.

Gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) räumte KPMG indirekt ein, dass auch die früheren Bilanzen unrichtig gewesen sein könnten. Es bestehe der Verdacht, dass "mit hoher Wahrscheinlichkeit" auch Umsätze in den Jahren vor 2001 fingiert wurden.

KPMG hatte den ComROAD-Jahresabschlüssen von 1996 bis 2000 uneingeschränkte Testate erteilt. Nach "SZ"-Angaben erklärte die Gesellschaft, sie habe ComROAD bereits vor 2001 auf Probleme hingewiesen, ohne dass ein "begründeter Anlass zur Testatseinschränkung" erkennbar gewesen sei. Für eine endgültige Beurteilung müssten jedoch die Ergebnisse der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen abgewartet werden.

Aktionärsschützer hatten KPMG bereits am Donnerstag aufgefordert, ihre Rolle im Fall ComROAD umfassend aufzuklären. Die Wirtschaftsprüfer hatten ihr Mandat vor wenigen Wochen wegen des Betrugverdachts niedergelegt. Nach einer Sonderprüfung durch die Gesellschaft Rödl & Partner gab der neue ComROAD-Vorstand am Mittwoch bekannt, dass wohl nur ein Bruchteil des Umsatzes aus dem Jahr 2001 tatsächlich existierte, 98 Prozent des Umsatzes seien hingegen über Geschäftspartner in Asien verbucht worden, die es anscheinend nicht gab. Die Münchner Staatsanwaltschaft sieht ihren Verdacht durch das Ergebnis der Sonderprüfung erhärtet.

Prospekthaftungsklagen möglich?

Die Wirtschaftsprüfer von Rödl & Partner sind nach eigenen Angaben derzeit dabei, die Bilanzen für die Jahre 1998 bis 2000 gründlich zu analysieren. Zu den Ergebnissen wollte sich ein Sprecher am Freitag nicht äußern. "Wir sind noch eifrig dabei, alles zu prüfen", sagte er. Die Prüfung wird voraussichtlich noch einige Zeit dauern. "Zwei bis drei Monate sind realistisch", sagte der Sprecher.

Geprüft werden sollen nun auch die Abschlüsse 1998, 1999 und 2000, sagte der geschäftsführende Partner Bernd Rödl dem "Handelsblatt". Dabei befasse man sich insbesondere mit den Kundenbeziehungen zu den ausländischen Abnehmern. Neben dem asiatischen Raum gehe es dabei auch um die Länder Spanien, USA und Neuseeland.

Firmengründer, Ex-CEO und Großaktionär Bodo Schnabel sitzt wegen des Verdachts des Kursbetrugs bereits seit Ende März in Untersuchungshaft. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Kursbetrugs sagte der Leitende Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft München I, Manfred Wick.

Außerdem liege der Haftgrund der Fluchtgefahr vor. Man habe befürchten müssen, dass sich Schnabel auf sein Anwesen in Florida absetzen wollte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in insgesamt 16 Fällen gegen Schnabel wegen des Verdachts der Verbreitung unzutreffender Umsatzzahlen. Unter anderem geht es um den Verkaufsprospekt zum Börsengang von ComROAD  im Jahre 1999; darüber hinaus werden mehrere Ad-hoc-Meldungen aus den Jahren 2000 und 2001 untersucht.

Juristen prüfen inzwischen die Frage, ob die möglicherweise falschen Angaben im Verkaufsprospekt eine Klage gegen die beteiligten Emissionsbanken Concord Effekten und Hauck & Aufhäuser rechtfertigen.

Hintergrund: Das Emissionsprospekt basiert auf der Bilanz des Jahres 1998. Darin wurde die nicht existierende Hongkonger VT Electronics als einer von insgesamt zwei Auftragsproduzenten genannt, doch offenbar haben weder die Wirtschaftsprüfer noch die Emissionsbanken deren Existenz geprüft.

Nach Ansicht einiger Fachleute bietet sich hier für geschädigte Anleger ein Ansatz. Wie Rechtsanwalt Stephan Hutter von der Kanzlei Shearman & Sterling der "Financial Times Deutschland" sagte, müssen derartige Angaben im Emissionsprospekt genau geprüft werden, wenn sie von "wesentlicher Bedeutung für das Unternehmen" sind. Andernfalls hafteten die Banken für die Vollständigkeit des Prospektes. Die betroffenen Anleger könnten von den Banken Entschädigung bis zum vollständigen Verlustbetrag einklagen.

Schnabel-Gattin wehrt sich

Rechtliche Schritte will offensichtlich auch Schnabels Ehefrau Ingrid einleiten. Sie saß jahrelang im Aufsichtsrat des Unternehmens und will sich nun gegen ihre Abberufung wehren. Sie habe nicht an der Buchhaltung und der Erstellung des Jahresabschlusses mitgewirkt, teilte ihr Anwalt am Freitag mit.

Die ComROAD-Aktie notierte am Montag unverändert bei 30 Cent. Nach Ausbruch des Bilanzskandals hatte sich der Kurs am Mittwoch halbiert und am Donnerstag um weitere mehr als 20 Prozent nachgegeben.

Gruß    
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COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 636763

www.comroad.com
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josse:

Schnabel wohnt(e) bei mir um die Ecke, wollte

 
15.04.02 15:58
fast schon zu ihm rüber fahren und im vor die
Türe scheißen, konnte mich aber wieder einkriegen.
Glücklicherweise bin und war ich nie investiert.
COMROAD: Die Aktie des Jahrtausends 636811
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Comroad erwägt rechtliche Schritte gg. KPMG

 
24.04.02 14:30
Der größte Betrugsfall seit Bestehen des Neuen Marktes zieht seine Kreise. Nun prüft die neue Geschäftsführung des Telematik-Anbieters Comroad rechtliche Schritte gegen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, berichtet das Handelsblatt. Die gefälschten Bilanzen seien jahrelang von KPMG anstandslos testiert worden. Mitarbeiter wie Analysten hätten sich darauf verlassen. Durch die Nachlässigkeiten sei ein enormer wirtschaftlicher Schaden entstanden.

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG misstrauen nun generell ihren eigenen Ergebnissen. Wie das Handelsblatt weiter schreibt, will KPMG sämtliche Abschlüsse von Unternehmen, die am Neuen Markt notiert werden, erneut untersuchen. Davon seien 45 Firmen betroffen, also jede siebte Firma im so genannten Wachstumssegment.

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass nur 1,4 Prozent der Mitte Januar gemeldeten 93,6 Millionen Euro Umsatz einer Sonderprüfung zufolge bei Comroad wirklich getätigt worden sind. Am 19. April schloss die Deutsche Börse Comroad mit sofortiger Wirkung vom Neuen Markt aus. Gestern teilte das Unternehmen mit, dass auch die Umsätze in den Bilanzen der Jahre 1998 bis 2000 vorgegaukelt wurden. KPMG-Chef Wiedmann hatte darauf angekündigt, die Prüfungen der entsprechenden Abschlüsse zu widerrufen.
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Überzieher:

SUPI die machen uns noch mal alle reich *lol*

 
24.04.02 14:37
ROLLS-Royce-Fahrer Schäfer: „Europas Money Coach Nummer eins“
Dubioser Konkurs
Die Bodo Schäfer Finanz Coaching GmbH ist pleite, doch der Geldguru will unschuldig sein.

Der Mann lebt von der Gier anderer Leute. „Ist Geld Ihr Sorgenthema? Oder können Sie alle Ihre Wünsche verwirklichen? Im Seminar *Der Weg zur finanziellen Freiheit* erleben Sie, wie Sie leicht zu Wohlstand, finanzieller Freiheit und Sicherheit kommen können. Bodo Schäfer verrät Ihnen seine bewährten Geheimnisse über den Aufbau von Reichtum und liefert Ihnen verblüffend einfach, sofort wirksame Techniken zum gewinnbringenden Umgang mit Geld“, heißt es noch am Montag auf der Internetseite der Firma Schäfer Finanz Coaching GmbH in Bergisch-Gladbach. Auch buchen und bezahlen lassen sich die eintägigen Seminare mit Bodo Schäfer für 799,24 Mark doch noch per Bankeinzug oder Kreditkarte.

Dabei hat die 1998 von Bodo Schäfer gegründete Firma bereits am Dienstag vergangener Woche beim Amtsgericht Köln Konkurs angemeldet. Auf rund 1,7 Millionen Mark sollen sich die Schulden belaufen. Allein dem Maritim Hotel Köln soll die Firma über 200 000 Mark schulden. Der Verlag Moderne Industrie soll mit einem sechsstelligen Betrag betroffen sein. Größter Gläubiger ist jedoch nach Angaben ihres Geschäftsführers Wolfgang Lang der Seminarveranstalter Birkenbihl Gruppe mit rund 400 000 Mark.

Peinlich für Geldguru Bodo Schäfer, der sich gern als „Europas Money Coach Nummer eins“ (Schäfer über Schäfer) feiern lässt und unermüdlich predigt, dass jeder in sieben Jahren zum Millionär werden könne. Über 500 000-mal verkaufte sich sein 1998 erschienenes Buch „Der Weg zur finanziellen Freiheit“. Bei Hans Meiser kritisierte der 39-Jährige konservative Anleger und gab Finanztipps, die jedem seriösen Finanzberater die Haare zu Berge stehen lassen. Doch das Geschäft lief. Der Rolls-Royce-Besitzer brüstete sich gern mit einem Tageshonorar von 45 000 Mark. Bis zu 300 Menschen strömten zu seinen Tagesseminaren, auf denen er neben ein paar banalen Ratschlägen („Machen Sie keine Konsumschulden“) vor allem Psychotipps gab. Nur wer ständig einen Tausendmarkschein mit sich herumtrage, bekäme das richtige Gefühl für Geld: „Wenn Sie Geld positiv besetzen, dann ziehen Sie es automatisch an.“

Nur bei seiner eigenen Firma klappte das offenbar nicht. Und nun versucht sich der Finanztrainer aus der Affäre zu ziehen. Denn schuld an der Misere sei angeblich sein Mitarbeiter Thilo Schneider. Bereits im Herbst habe er auf Grund einer Krankheit die Geschäftsführung an ihn übergeben und seitdem keinen Einblick mehr in die Bücher gehabt, erzählt Schäfer. Am 2. März habe er Schneider dann 94 Prozent der Firmenanteile für gerade mal 250 000 Mark verkauft. Er selbst behielt fünf Prozent, ein weiteres Prozent hält eine ehemalige Mitarbeiterin. Dass die Firma nun plötzlich pleite ist, hat Schäfer angeblich völlig überrascht.

Doch warum sollte Schäfer, der als harter Verhandler gilt, seine Firma quasi verschenken – ohne zu wissen, wie es um die Bilanzen steht? Und warum lässt sich sein Mitarbeiter darauf ein? „Offensichtlich hat er geglaubt, dass er einen guten Deal damit macht“, sagt Schäfer über Thilo Schneider. Der widerspricht: „Natürlich habe ich gewusst, dass das Unternehmen nicht gesund war.“ Warum er es dennoch übernommen hat und ob ihn Schäfer reingelegt hat, will er noch nicht offenbaren: „Da fehlen mir noch ein paar Fakten!“

Nur so viel sagt der 31-Jährige: „Bodo Schäfer war mein Coach. Ich habe ihn bewundert und ihm hundertprozentig vertraut.“ Wer den jungen Mann erlebt hat, wie er sich bei den Seminaren bemühte, Schäfer in seinem Auftreten zu imitieren, glaubt das sofort.

Thilo Schneider jedenfalls gibt an, es ginge mit der Firma bereits seit Juni des vergangenen Jahres bergab. Damals wurde das erste Seminar Schäfers wegen Krankheit abgesagt. Bis Februar sollen dann etliche Seminare storniert worden sein. Rund 1 000 Teilnehmer, die ihre Seminargebühren bereits bezahlt hatten, seien betroffen gewesen. Schäfer dagegen sagt, es seien nur zwei Seminare ausgefallen. Die anderen seien zwar gefährdet gewesen, weil er wegen seiner Krankheit nur noch als einer der Referenten aufgetreten sei und nicht mehr das ganze Seminar bestritten habe.

Die Erkrankung Schäfers wirkt jedoch nebulös. Nach einer Lungenentzündung habe ein Virus sein Herz angegriffen. Dazu sei ein „totales Burnout-Syndrom“ gekommen. „Ein Drittel meines Herzens war komplett still“, sagt Schäfer. Während eines Seminars brach er dann zusammen. Für die Kosten sollte die Versicherung des damaligen Veranstalters, der Birkenbihl Gruppe, einspringen. Die untersuchte Schäfer mehrmals intensiv und lehnte die Zahlung ab.

Schäfer bestätigt, dass er untersucht wurde und die Versicherung nicht bezahlte, kennt aber angeblich den Grund nicht. „Bodo Schäfer hat falsche Angaben zu seiner Gesundheit gemacht“, sagt Wolfgang Lang, Geschäftsführer von Add! Brain, wie das Unternehmen nach seiner Trennung von Vera Birkenbihl heute heißt. Er sagt: „Wenn ich das Gutachten veröffentliche, ist der endgültig weg.“ Lang spricht von „Selbstverschulden“ und deutet an, dass der militante Gesundheitsapostel („Essen Sie Obst und verzichten Sie auf Fleisch“) bei seiner Fitness etwas nachgeholfen haben könnte. Schließlich war Schäfer stets stolz darauf, nie mehr als vier Stunden zu schlafen. „Das hält auf die Dauer kein Mensch aus“, so Lang.

Der tiefere Grund für die Pleite ist jedoch offenbar eklatantes Missmanagement. Es habe so gut wie keine Kostenkalkulation gegeben, sagt der Buchhalter, der seinen Job erst Anfang April antrat. Die Altlasten habe man von den im voraus eingezogenen Seminargebühren bezahlt und wenn ein Hotel Vorkasse wollte, habe es schon ein Problem gegeben. Bereits am 3. Mai habe er daher den Steuerberater informiert, dass die vorläufige Bilanz nicht mit der laufenden Buchhaltung übereinstimme. Zudem sollen seiner Aussage nach persönliche Mitarbeiter Schäfers bis zuletzt auf der Gehaltsliste der Schäfer Finanz Coaching GmbH gestanden haben. Auch von Verschwendung ist die Rede, wenn Schäfer sich mit dem Privatflugzeug zu seinen Vorträgen bringen ließ.

Die Ironie der Geschichte: Vor allem seinem größten Gläubiger, der Birkenbihl Gruppe, hat Schäfer seine Popularität zu verdanken. Bei deren Massenveranstaltungen wie dem „Erfolgsforum“ mit tausenden von Besuchern war Schäfer einer der Topreferenten. Der Veranstalter organisierte seine Tagesseminare und verkaufte seine Bücher und Kassetten. Wolfgang Lang war hin und weg von Schäfer. Zumindest auf dem Briefpapier waren die beiden sogar Geschäftsführer einer gemeinsamen Firma. Vera Birkenbihl schwärmte von dem smarten Geldguru: "Er lebt, was er predigt.“

In der Tat hat Schäfer seine Erfolgsstory perfekt inszeniert. „Mit 16 in die USA ausgewandert, mit 26 nach seinem Studium ohne einen Pfennig in der Tasche erreichte er trotzdem bereits im Alter von 30 Jahren seine finanzielle Freiheit – er war Millionär“, heißt es in der Selbstdarstellung. Dass er sein Geld nicht mit seinen platten Tipps machte, sondern mit dem Aufkauf mittelständischer Firmen, die er dann an die Börse brachte, verschweigt Schäfer dabei ebenso wie seine Tätigkeit als Versicherungsver-treter im Strukturvertrieb der Hamburg-Mannheimer-Versicherung. Dort soll er sogar bis in die zweithöchste Ebene der Hierarchie aufgestiegen sein.

Derzeit plagen Schäfer andere Sorgen. Oberstes Gebot sei es, so schreibt der Geldguru in einer Pressemitteilung, sich zu den Kunden und Mitarbeitern integer zu verhalten und schnellstens eine akzeptable Lösung zu finden. Doch während seine ehemalige Firma vor dem Scherbenhaufen steht, kümmerte sich Schäfer vor allem um sein Seminar auf Mallorca am vergangenen Wochenende. Auf der Mittelmeerinsel, auf der er ein Haus besitzt, hat er dem deutschsprachigen „Mallorca-Magazin“ erklärt, vor kurzem sei er mal schnell nach München geflogen. Und weil die Sonne so schön schien, habe er sich kurz entschlossen ein Cabriolet gekauft. Für die Gläubiger der Schäfer Finanz Coaching GmbH muss das wie blanker Hohn klingen.

Noch verhandele er mit Bodo Schäfer, sagt Geschäftsführer Thilo Schneider. Er glaube nicht, dass dieser sich aus der Verantwortung ziehen könne. Unterdessen hofft Schäfer bereits auf seinen nächsten Bestseller. Er habe gerade ein neues Buch geschrieben, erzählte er dem deutschsprachigen „Mallorca-Magazin“. Vielleicht lautet der Titel ja „Entschuldung durch Konkurs – Der Weg zur finanziellen Freiheit.“

Bärbel Schwertfeger
Quelle: WirtschaftsWoche Nr. 24 – 8.6.2000
Bodo Schäfer im Internet: www.schaefer-finanz-coaching.de


 Quelle: Mallorca Magazin 22/2000
Rubrik VERMÖGEN
Auch reich sein ist nicht ganz einfach
Deutschlands erfolgreichster Money-Coach gibt Tipps in Palma
Von Bernd Schleh

Irgendwie hat man es schon immer geahnt: Auch reich sein ist nicht leicht. Da sitzt man dann auf seiner dicken Brieftasche und muss doch weiter mit Problemen kämpfen. Beliebt in der oberen Vermögensklasse sind Langeweile und Unzufriedenheit. Erfahrun-gen, die selbst Deutschlands bekanntester Money-Coach, Bodo Schäfer, bestätigt: „Mit 30 hatte ich mein Traumziel erreicht, ich war finanziell frei. Doch dann kam die große Leere.“

Der monetäre Senkrechtstarker begann daraufhin wie besessen Tennis zu spielen, bis ihn ein Freund wach rüttelte: „So wie du spielst, könntest du genauso gut wieder arbeiten.“ Erlebnisse dieser Art, so Schäfer, blieben den meisten Menschen nicht erspart, die den Weg nach oben schaffen. Schäfer: „Geld ist einfach nicht alles – aber es ist ein wichtiger Katalysator, um Glück zu erleben.“

Diese Lektion aus dem Lehrsystem des erfolgreichen Finanztrainers ist freilich eher an die Fortgeschrittenen in Sachen finanzieller Aufstieg gerichtet. Für das Fußvolk gelten erstmal andere Regeln:

1. Bewusstseinsbildung: Ich will reich werden und das ist nichts schlechtes.
2. Planung: Planen sie ihren Tag, ihre Woche, ihr Jahr, ihr ganzes Leben.
3. Kontakte: Begeben sie sich in den Windschatten der Erfolgreichen!
4. Sparen: Nicht was sie verdienen,macht sie reich, sondern was sie sparen. Sparen sie ab sofort zehn Prozent ihres Gehalts und 50 Prozent von jeder Gehaltserhöhung
5. Geldanlage: Das Renditeziel liegt bei zwölf Prozent. Das Risiko wird in verschiedene Anlagen gestreut.

Unerlässlich findet Schäfer darüber hinaus die ständige persönliche Weiterbildung: Lesen sie Bücher (Schäfer liest vier pro Woche)! Verschwenden sie keine Zeit im Auto, sondern machen sie ihr Vehikel zur „rollenden Universität“ – mit Hörbüchern. Und ganz wichtig: Besuchen sie Seminare (mindestens vier pro Jahr).

Am liebsten ist es dem Money-Coach natürlich, wenn man seine Seminare besucht. Diese Möglichkeit gibt es jetzt auch auf Mallorca. Bodo Schäfer bietet vom 3. bis 6. Juni ein Seminar in Palma. Der Titel: „Durchbruch zum finanziellen Erfolg“. Die Kosten:
2 980 Mark – ohne Übernachtung.

Der Bestseller-Autor geht davon aus, dass der Großteil der Teilnehmer anreist. Schäfer: „Wer sich ein Leben auf Mallorca leisten kann, ist ja in der Regel aus dem Allergröbsten schon raus.“ Dennoch sei sein Seminar auch für betuchtere Mallorca-Residenten geeignet. Schließlich gebe es auch Ratschläge für ein sinnvolles Leben, wenn man oben angekommen ist. Und da sei Geld eben nur eine von fünf Zutaten. Hinzu kommen müsse: Gesundheit (Schäfer joggt und isst viel Obst), positive Emotionen, Spaß am Job und erfüllte Beziehungen.

Die Atmosphäre auf Mallorca findet Schäfer ideal, um übers Geld zu reden. „Es ist ein schöner Ort, an dem es jede Menge wilder Existenzen gibt.“ Viele Residenten hätten „richtig Erfahrung“ in Sachen Geld und Reichtum. Dafür gehört für den Deutschen vor allem, dass man auch mal ganz unten war. Schäfer: „Erst dann kann man gelassen über Reichtum reden.“

Seit kurzem besitzt der Finanzberater ein Haus auf der Insel. Dort entstand das jüngste Buch des Autors, in dem es ebenfalls um Geldanlage geht und das bald erscheinen soll. Schäfer hofft auf einen ähnlichen Erfolg wie bei seinem Bestseller „Der Weg zur finan-ziellen Freiheit – In sieben Jahren die erste Million“.

Bei seinen Büchern und Seminaren schöpft Schäfer aus dem eigenen Fundus. Seine Tipps hat er im Selbstversuch auf Tauglichkeit überprüft. Mit 26 stand er vor einem Scherbenhaufen. Der studierte Jurist war mit dem Import mexikanischer Waren gänzlich erfolglos – und überdies frisch geschieden, verschuldet und magenkrank. Nach der Pleite interessierte ihn nur noch eine Frage: Was machen Reiche anders?

Die Antwort präsentiert er inzwischen einem Millionenpublikum – mit dem erfreulichen Nebenergebnis, dass er selbst immer reicher wird. Für Bodo Schäfer ist das im übrigen kein Problem mehr. Der Money-Coach genießt sein Geld. Wie man das macht? In der vergangenen Woche flog Schäfer zum Beispiel mal schnell nach München. Weil er keine Lust hatte zurückzufliegen, und weil die Sonne so schön schien, kaufte er sich kurzent-schlossen ein Cabriolet. So einfach ist reich sein!

GELDANLAGE

Der Finanzexperte Bodo Schäfer besitzt auf Mallorca zwar seit kurzem eine Immobilie, sein Geld wird er jedoch nicht so schnell nach Spanien bringen. Von einer Geldanlage in Spanien rät der deutsche Money-Coach eher ab. „Die Rendite ist beschämend schlecht“, so sein Urteil. Die Verzinsung, die im Bereich der Festgelder geboten werde, sei geradezu peinlich.

Bei Aktien gelte wie in allen anderen Ländern auch, dass nur bei sehr guten Markt- und Branchenkenntnissen in Einzelwerte investiert werden solle. Ansonsten empfiehlt Schäfer jedoch die Anlage in Fonds: „Hier ist das Risiko deutlich geringer.“ Nationale spanische Fonds und internationale Fonds, in denen spanische Werte enthalten sind, hätten in den vergangenen Jahren aufgrund der soliden Wirtschaftsentwicklung in Spanien gut abgeschnitten.

Auffällig seien darüber hinaus die geringen Zinsen, die in Spanien für Hypotheken-kredite gezahlt werden müssen. Dennoch: Der Money-Coach hält vom Schuldenmachen nicht viel. Seine Devise lautet: Erst verdienen, dann ausgeben.

Vor den zunehmenden Angeboten der sogenannten Day-Trading-Unternehmen, das sind Finanzmakler, die durch den Kauf und Verkauf von Aktien in kurzer Zeit mit hohen Gewinnen locken, warnt der Finanzberater Schäfer: „Die Risiken sind enorm hoch. Das geht oftmals schon in Richtung Spiel-Casino. Ich kenne niemand, der mit dieser Methode langfristig Gewinne erzielt hat.“

Was der Finanzexperte zudem beobachtet, ist die Zunahme der Kontrolle bei Finanz-geschäften zwischen Deutschland und Spanien. Innerhalb Europas empfiehlt Schäfer Anlagen in Luxemburg oder der Schweiz. Grundsätzlich sei folgende Risikoaufteilung sinnvoll: 30 Prozent sicher anlegen, bei 60 Prozent ein mittleres Risiko eingehen und mit den verbleibenden 10 Prozent in die höhere Risikoklasse einsteigen.



add! brain /Birkenbihl stellt Konkursantrag
 
 Pressemitteilung add! brain - Wir über uns - unter
www.add-brain.com
add! brain beantragt Insolvenz - Zweite Finanzierungsrunde gescheitert
Die add! brain Erfolgs-Akademie GmbH stellte am Freitag, 22.12.2000, beim  
Amtsgericht Köln einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Der  
bisherige Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, Wolfgang Lang, sieht den  
Hintergrund für das Scheitern der add! brain Erfolgs-Akademie GmbH in einer  
allgemein schlechten Stimmungslage am Neuen Markt, was ihm die Beschaffung  
weiterer Finanzmittel unmöglich gemacht habe.

Das 1993 gegründete Unternehmen wurde in den vergangenen Jahren ursprünglich  
unter dem Namen birkenbihl-Gruppe als Fachverlag und Trainingsveranstalter  
bekannt. Vor zwei Jahren begann das Unternehmen, mit Unterstützung von zwei  
Risikokapitalgesellschaften, als weiteres Geschäftsfeld den Bereich  
E-Learning aufzubauen.  

Die Risikokapitalgeber waren nicht mehr bereit, den geplanten Wachstumspfad  
zu finanzieren. Wegen der veränderten Börsensituation sahen sie die  
Möglichkeit schwinden, ihre Beteiligung mit einem Börsengang in ein  
hochprofitables Investment zu verwandeln, heißt es in einer Presseerklärung  
von Wolfgang Lang.


 



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Pichel:

Comroad-Aktionäre haben wieder Chancen

 
25.04.02 18:01


     
In den Betrugsfall Comroad kommt wieder Bewegung. Die erste Klage gegen das Telematik-Unternehmen und seinen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Bodo Schnabel wurde von dem Rechtsanwalt Frank Pletka eingereicht. Auch die Münchener Rechtsanwaltskanzlei Rotter prüft den Rechtsweg. Die Chancen auf einen Erfolg scheinen gut zu stehen. Doch die Anleger müssen jetzt die Initiative ergreifen.   Christof Schmidbauer  
 

Dass der tolldreiste  Anlagebetrug bei dem Unterschleissheimer Telematik-Unternehmen
ein gerichtliches Nachspiel haben wird, steht außer Zweifel. Firmenchef Bodo Schnabel, der jahrelang mit gefälschten Rechnungen den Umsatz von Comroad aufblähte hatte, sitzt bereits in Haft.

Der Herborner (Hessen) Rechtsanwalt Frank Pletka hat als betroffener Aktionär bereits Klage gegen Comroad, Schnabel und den derzeitigen Geschäftsführer Hartmut Schwamm eingereicht. Wegen eines Streitwertes von weniger als 5.000 Euro ging seine Klage zunächst an das Amtsgericht München. Doch Pletka will weitere Aktionäre um sich sammeln und sie in einem Verfahren gegen das ehemalige Nemax-50-Unternehmen vertreten. Eine Sammelklage, wie im amerikanischen Recht sei in Deutschland nicht möglich, betonte Pletka im Gespräch mit sharper.de. Pletka wird demnächst im Internet eine Anlaufstelle für weitere Geschädigte eröffnen.

Vorsatz dürfte leicht zu beweisen sein

Eine Klage im Betrugsfall Comroad prüft derzeit auch die Münchener Anwaltskanzlei Rotter. In Frage komme beispielsweise eine Klage gegen das Unternehmen oder gegen den ehemaligen Comroad-Vorstandsvorsitzenden Bodo Schnabel, sagte Michael Schulte, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Kanzlei im Gespräch mit sharper.de. Angesichts der Sachlage dürfte es relativ einfach sein, Bodo Schnabel vorsätzliches Handeln nachzuweisen. Schwieriger sei eine Klage auf Prospekthaftung. Aber auch dies prüfe die Kanzlei. Den beteiligten Banken müsste dazu Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit bei den Prospektangaben nachgewiesen werden. Dem Wirtschaftsprüfer KPMG müsste bedingter Vorsatz bei der Testieren der falschen Bilanzen nachgewiesen werden, sagte Schulte.

Klagen kann nach Einschätzung von Schulte jeder Comroad-Aktionär, der bei seiner Kaufentscheidung den Unternehmensangaben geglaubt hat. Bei einer einzelnen fehlerhafte Ad Hoc-Mitteilung eines Unternehmens sei die Klagegrundlage dünner. Bei der durchgehend falschen Darstellung der wirtschaftlichen Lage Comroads sei es jedoch leicht nachzuweisen, dass ein Anleger im Vertrauen auf die Richtigkeit der Bilanzen die Aktie gekauft hat.

Wichtig sei nun ein Arrestverfahren, sagte Schulte, bei der die Vermögensgegenstände des Unternehmens oder von Schnabel sicher gestellt werden. Betroffene Aktionäre können sich schon bei der Kanzlei melden.




Von juristischer Seite scheinen die Ampeln für eine Klage gegen Comroad und Bodo Schnabel auf Grün zu stehen. Offen ist, wie hoch der Schadenersatz ausfallen wird. Firmenchef Bodo Schnabel hat durch Aktienverkäufe wahrscheinlich 21 Millionen Euro erlöst. Weitere Mittel könnten aus einer Klage gegen den Wirtschaftsprüfer KPMG und die Emissionsbanken kommen, doch hier dürfte es erheblich schwieriger sein, eine Anspruchsgrundlage zu finden. Auf den Aktienkurs sollten die sich abzeichnenden Klagen keinen Einfluss haben. Nach derzeitigem Stand können auch ehemalige Comroad-Aktionäre klagen.

© 2002 sharper.de  



Gruß Pichel
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