Optionsscheine: Banken- und Versicherungstitel stehen im Fokus
Von Michael Neuhaus
Der Optionsscheinmarkt hat eine turbulente Woche hinter sich. Während zu Beginn noch die Hoffnung auf eine Jahresendrally im Dax dafür sorgte, dass Verkaufspositionen aufgelöst und Kaufoptionsscheine (Calls) ins Depot gelegt wurden, drehten die Kursstürze am Donnerstag und Freitag den Trend um.
Anleger, die nicht auf die Wende reagierten, erlitten teilweise Totalverluste. Bei rechtzeitigen Investments in Verkaufsoptionsscheine (Puts) waren dagegen Gewinne im höheren zweistelligen Bereich möglich. Im Gegensatz zum Dax scheinen die Investoren beim EuroStoxx 50 durchgehend optimistisch zu sein. Hier kam es fast ausschließlich zu Käufen in einem Zertifikat auf den Index. Da dieses Produkt über eine endlose Laufzeit verfügt, handelt es sich hierbei wohl um den Aufbau längerfristiger Positionen.
Die Anstrengungen der Deutschen Telekom, ihren Schuldenberg weiter zu reduzieren, spiegelten sich nicht nur in Aktienkursen über 13 Euro, sondern auch in Gewinnmitnahmen bei zahlreichen Call-Inhabern wider. Die höchsten Umsätze fanden in Optionsscheinen mit Basispreisen zwischen 8 und 16 Euro und Restlaufzeiten von sechs und zwölf Monaten statt.
Auf Grund der anhaltenden Kriegsgefahr in Irak gehörte ein Turbo-Zertifikat auf den Brent-Oil-Terminkontrakt zu den meistgehandelten Titeln. Überwiegend kam es zu Verkäufen und somit Gewinnmitnahmen in diesem mit einer Basis von 20 $ ausgestatteten Zertifikat.
Auch Bankentitel standen vergangene Woche im Blickpunkt der Anleger. Gerüchte über weitere Zukäufe der französischen BNP Paribas an Crédit Lyonnais und die dadurch hervorgerufene Kursschwäche sorgten bei einem Call mit einer Basis von 45 Euro zu Verlustbegrenzungen. Dennoch nutzten einige Anleger diese Schwäche und deckten sich mit einem Knock-out-Zertifikat ein, dessen Barriere bei 30 Euro lag.
Gerüchte über eine Fusion zwischen der HypoVereinsbank und der Commerzbank sorgten nicht nur für sinkende Kurse bei beiden Titeln, sondern auch die Derivate-Anleger trennten sich von Call-Positionen und deckten sich mit Puts ein. Bei den Münchnern wählte man einen Put mit einer Basis von 20 Euro während man bei den Frankfurtern auf ein Knock-out-Zertifikat setzte, dessen Barriere bei 12 Euro liegt.
Besonderes Interesse galt auch den Calls und Turbo-Produkten auf den Versicherungskonzern Allianz. Wegen der hohen Kursschwankungen ist dieser Basiswert bei kurzfristig engagierten Anlegern beliebt. Bei den Knock-out-Produkten standen Derivate mit Basispreisen von 85 bis 100 Euro im Vordergrund, die in einem oder zwei Monaten fällig sind.
Auf Grund schwacher US-Wirtschaftsdaten behauptete sich der Euro klar über der Dollar-Parität. Dies nahmen Anleger zum Anlass, bestehende Positionen aufzulösen und Gewinne mitzunehmen. Gefragtester Basispreis ist die Marke von einem US-Dollar. Anleger die sich für einen nur noch zehn Tage laufenden Call entschieden hatten, konnten ihr Investment am Freitag verdoppeln.
Michael Neuhaus ist Optionsscheinhändler bei der Euwax Broker AG.
© 2002 Financial Times Deutschland
Von Michael Neuhaus
Der Optionsscheinmarkt hat eine turbulente Woche hinter sich. Während zu Beginn noch die Hoffnung auf eine Jahresendrally im Dax dafür sorgte, dass Verkaufspositionen aufgelöst und Kaufoptionsscheine (Calls) ins Depot gelegt wurden, drehten die Kursstürze am Donnerstag und Freitag den Trend um.
Anleger, die nicht auf die Wende reagierten, erlitten teilweise Totalverluste. Bei rechtzeitigen Investments in Verkaufsoptionsscheine (Puts) waren dagegen Gewinne im höheren zweistelligen Bereich möglich. Im Gegensatz zum Dax scheinen die Investoren beim EuroStoxx 50 durchgehend optimistisch zu sein. Hier kam es fast ausschließlich zu Käufen in einem Zertifikat auf den Index. Da dieses Produkt über eine endlose Laufzeit verfügt, handelt es sich hierbei wohl um den Aufbau längerfristiger Positionen.
Die Anstrengungen der Deutschen Telekom, ihren Schuldenberg weiter zu reduzieren, spiegelten sich nicht nur in Aktienkursen über 13 Euro, sondern auch in Gewinnmitnahmen bei zahlreichen Call-Inhabern wider. Die höchsten Umsätze fanden in Optionsscheinen mit Basispreisen zwischen 8 und 16 Euro und Restlaufzeiten von sechs und zwölf Monaten statt.
Auf Grund der anhaltenden Kriegsgefahr in Irak gehörte ein Turbo-Zertifikat auf den Brent-Oil-Terminkontrakt zu den meistgehandelten Titeln. Überwiegend kam es zu Verkäufen und somit Gewinnmitnahmen in diesem mit einer Basis von 20 $ ausgestatteten Zertifikat.
Auch Bankentitel standen vergangene Woche im Blickpunkt der Anleger. Gerüchte über weitere Zukäufe der französischen BNP Paribas an Crédit Lyonnais und die dadurch hervorgerufene Kursschwäche sorgten bei einem Call mit einer Basis von 45 Euro zu Verlustbegrenzungen. Dennoch nutzten einige Anleger diese Schwäche und deckten sich mit einem Knock-out-Zertifikat ein, dessen Barriere bei 30 Euro lag.
Gerüchte über eine Fusion zwischen der HypoVereinsbank und der Commerzbank sorgten nicht nur für sinkende Kurse bei beiden Titeln, sondern auch die Derivate-Anleger trennten sich von Call-Positionen und deckten sich mit Puts ein. Bei den Münchnern wählte man einen Put mit einer Basis von 20 Euro während man bei den Frankfurtern auf ein Knock-out-Zertifikat setzte, dessen Barriere bei 12 Euro liegt.
Besonderes Interesse galt auch den Calls und Turbo-Produkten auf den Versicherungskonzern Allianz. Wegen der hohen Kursschwankungen ist dieser Basiswert bei kurzfristig engagierten Anlegern beliebt. Bei den Knock-out-Produkten standen Derivate mit Basispreisen von 85 bis 100 Euro im Vordergrund, die in einem oder zwei Monaten fällig sind.
Auf Grund schwacher US-Wirtschaftsdaten behauptete sich der Euro klar über der Dollar-Parität. Dies nahmen Anleger zum Anlass, bestehende Positionen aufzulösen und Gewinne mitzunehmen. Gefragtester Basispreis ist die Marke von einem US-Dollar. Anleger die sich für einen nur noch zehn Tage laufenden Call entschieden hatten, konnten ihr Investment am Freitag verdoppeln.
Michael Neuhaus ist Optionsscheinhändler bei der Euwax Broker AG.
© 2002 Financial Times Deutschland
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