Analysten-Tipps bescherten Investoren höhere Gewin


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Analysten-Tipps bescherten Investoren höhere Gewin

 
04.06.01 10:42
Analysten-Tipps bescherten Investoren höhere Gewinne

Washington, 1. Juni (Bloomberg) - Aktien, die nach einer Kaufempfehlung von Analysten ins Portefeuille wanderten, bescherten Investoren bislang immer höhere Renditen als Aktien, die von der Analystenschar unbeachtet bleiben. Die große Ausnahme bildet das vergangene Jahr: Ungeliebte Aktien warfen im Vorjahr die höchste Rendite ab, zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der University of California sowie der University of Stanford. Allerdings sei es noch zu früh, von einer Trendwende zu sprechen, sagen die Wirtschaftswissenschaftler.

Immer häufiger wird die Qualität der Analystenempfehlungen in Frage gestellt. Zu eng sei die Verquickung zwischen Analyse und Investmentbanking, sagen Kritiker. "Im letzten Jahr fielen die Kursgewinne größtenteils mager aus. Das gilt nicht nur für Technologiewerte", heißt es in der Studie. "Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, dass dies auf den Einfluss des Investmentbanking zurückzuführen ist. Allerdings stellt sich die Frage, wie nützlich Analystenempfehlungen für den Anleger tatsächlich sind."

Verantwortlich für die Studie zeichnen Brad Barber, Reuven Lehavy, Brett Trueman und Maureen McNichols. Barber stellte die Untersuchungsergebnisse am Mittwoch dieser Woche auf einer Veranstaltung des American Enterprise Institute vor.

Den Experten zufolge erzielten die Top-Picks der Jahre 1996 bis 2000 eine Rendite von 0,73 Prozent. Aktien, die weniger zu den Favoriten zählten, kamen im gleichen Zeitraum auf eine Rendite von minus 8,97 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die marktbereinigte Rendite der "Lieblingsaktien" bei minus 31,20 Prozent. Das Portefeuille der vernachlässigten Werte kam auf eine Rendite von 48,66 Prozent.

Der Studie zufolge fielen nur 1,8 Prozent aller Vorjahresempfehlungen in die Kategorie "sell" oder "strong sell". 1996 wurden 3,4 Prozent der Aktien derart schlecht bewertet. "Wertvoll sind Analysten vor allem, wenn es um Verkaufempfehlungen geht", erklärt Barber. Allerdings sind "sell-ratings" sehr dünn gesät, fügt der Wissenschaftler hinzu.

Daran hätte auch die neue Publizitätsvorschrift der amerikanischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde wenig geändert, heißt es ferner. Die "Regulation Fair Disclosure" soll eine selektive Informationspolitik verhindern. Vorabinformationen sollten nicht länger einem handverlesenen Kreis von Analysten und Fondsmanagern zugespielt werden. "Schon im Februar 2000 hatten die ungeliebten Aktien die Nase vorn", so die Studie.

Eine Anhörung vor dem Kongress zum Interessenkonflikt der Analysten ist für Juni vorgesehen. Bis dahin wollen die Leiter der großen Researchabteilungen einen Branchenkodex ausarbeiten. Dieser soll die Unabhängigkeit ihrer Analysten unterstreichen. Davon betroffen sind Richtlinien, wonach die Vergütung der Aktienstrategen nicht länger an die Einnahmen aus dem Beratungsgeschäft gekoppelt werden sollen.

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