Amnesty International hat weitere brutale Foltermethoden der amerikanischen und britischen Truppen in Irak bekannt gemacht. So seien Häftlinge mit Elektroschocks gequält und irakische Soldaten gezwungen worden, in den Tigris zu springen.
Die Organisation sprach in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht von massiven Menschenrechtsverletzungen. So seien auch nach Ende der Kampfhandlungen „zahlreiche Menschen vermutlich wegen exzessiver Gewaltanwendung durch die US-Truppen“ gestorben.
Wiederholt seien die Folterungen und andere Misshandlungen der Koalitionsstreitkräfte angeprangert worden. Praktisch keiner der Vorwürfe sei „hinreichend untersucht worden“.
Nach Darstellung der Organisation sei es bei Hausdurchsuchungen zu Übergriffen durch US-Soldaten, „darunter Plünderungen und die mutwillige Zerstörung von Eigentum“ gekommen. In einem Fall sei ein saudischer Staatsangehöriger von US-Soldaten verschleppt und nach eigenen Angaben geschlagen, mit Elektroschocks gefoltert und an den Beinen aufgehängt worden. Außerdem habe man ihm seinen Penis abgebunden und ihn am Schlafen gehindert.
Die Organisation schreibt weiter über die Zustände in den Gefängnissen: „Routinemäßig sahen sich die Häftlinge in den ersten 24 Stunden ihres Gewahrsams grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung ausgesetzt.“ Es werden ehemalige Häftlinge zitiert, denen Kapuzen über den Kopf gezogen oder die Augen verbunden worden seien. Ihnen sei weder Wasser noch Nahrung oder die Möglichkeit zum Toilettengang gegeben worden.
Alle Personen, die in Gefängnissen der amerikanischen und britischen Streitkräfte festgehalten worden seien, hätten „unterschiedslos“ keine Möglichkeit zu einem Außenkontakt oder zu einer juristischen Überprüfung ihres Falles erhalten, berichtet die Menschenrechtsorganisation und verweist dabei unter anderem auf das Abu-Ghoreib-Gefängnis, in dem nach jüngsten Medienberichten besonders brutal gefoltert und misshandelt worden sein soll. Der Berichtszeitraum reicht vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2003.
