BONN (dpa-AFX) - Der führende deutsche Mobilfunkbetreiber T-Mobile steigt ins
Laptop-Geschäft ein und gibt beim mobilen Internet Gas. Heute würden bereits
über 4,2 Millionen Kunden des Unternehmens in Europa von unterwegs auf das
Internet zugreifen. Das sei eine Verdoppelung gegenüber 2007, sagte der
Produktchef der Deutsche Telekom , Christopher Schläffer, am Donnerstag in
Bonn. Um das Marktpotenzial noch besser abzuschöpfen, will der
Mobilfunkbetreiber Kunden, die eine Datenflatrate gebucht haben, jetzt handliche
Notebooks für einen Euro bieten.
Diese sogenannten Netbooks verfügen über einen integrierten UMTS-Anschluss und
wiegen kaum mehr als 1 Kilogramm. Anwender könnten damit unterwegs schnell und
einfach im Internet surfen und ihre E-Mails abrufen. Mit führenden
Laptop-Herstellern arbeite die Telekom eng zusammen, hieß es.
T-Mobile hatte im zweiten Quartal 2008 im Datengeschäft seine Umsätze um 47
Prozent auf 350 Millionen Euro gesteigert. Nach Angaben von Schläffer wachse das
Unternehmen deutlich schneller als der Markt. Beim schärfsten Konkurrenten
Vodafone lagen die entsprechenden Zahlen bei 220 Millionen Euro, ein Plus von 25
Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Intelligente UMTS-Handys (Smartphones) und netzfähige Notebooks seien die
Treiber des mobilen Internets, sagte Schläffer weiter. In der kommenden Woche
(Dienstag) wird T-Mobile in New York zudem mit dem Internetriesen Google und
anderen Unternehmen Details zur neuen Handy-Betriebssoftware Android ankündigen.
Die Software soll auf vielen Mobilfunkgeräten laufen. Windows Mobile von
Microsoft bekommt damit starke Konkurrenz.
Nach weiteren Angaben von T-Mobile-Chef Philipp Humm entwickelt sich das mobile
Internet immer mehr zu einem Massenmarkt. Diesen bezifferte er für Deutschland
auf ein Volumen von 2,4 Milliarden Euro. Die mobile Datenkommunikation stehe
aber erst am Anfang.
Angetrieben werde sie unter anderem auch vom Musik- und Datenhandy iPhone. Das
Apple-Gerät vertreibt die Telekom-Tochter seit knapp einem Jahr exklusiv, seit
zwei Monaten auch in der schnellen UMTS- Variante. Das UMTS-iPhone fand in
Europa bereits 120.000, in Deutschland 75.000 Käufer. 'Unser Ziel war es von
Beginn an, mit dem iPhone das Mobile Internet zu treiben - dieses Ziel haben wir
erreicht', betonte Humm./ls/DP/wiz