Ist zwar 1 Monat alt, kannte ich aber noch nicht.
Drillisch: Erfolg made in Maintal
Von Martin Kunze
Maintal. „Wir sind die Dinosaurier im Mobilfunkgeschäft“, sagt Paschalis Choulidis schmunzelnd. „In Deutschland ist keiner länger dabei als wir.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Vlasios leitet Choulidis die Maintaler Drillisch AG. Die Wirtschaftsförderung der Stadt Maintal hat das börsennotierte Unternehmen nun für den Großen Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung vorgeschlagen.
Die Drillisch AG gehört heute zu den zehn größten Unternehmen auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Ein eigenes Handynetz haben die Maintaler aber nicht. Drillisch ist ein so genannter Service-Provider, der zwar Mobilfunkverträge anbietet, die dazu nötigen Netz-Kapazitäten aber bei einem der vier deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone, E-Plus oder O2 kauft. Das geht, weil die Netzbetreiber laut Gesetz dazu verpflichtet sind, ihren Mitbewerbern Kapazitäten zu verkaufen. Paschalis Choulidis freut das: „In Deutschland wird immer geschimpft, es gebe zu viel Regulierung. In diesem Fall profitieren wir und die Handy-Nutzer von dieser Regulierung.“
Dabei fing alles gar nicht mit Handys an, sondern mit Fernsehgeräten und Anrufbeantwortern. Nach der Schule machten beide Brüder erst einmal eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker. 1989 machten sich die beiden gebürtigen Griechen selbständig und gründeten in Köln die Firma Alphatel, die sich anfangs auf den Verkauf von Anrufbeantwortern spezialisierte. „Die Dinger kamen damals groß in Mode“, erinnert sich Choulidis.
Als dann Anfang der 90er die ersten Mobiltelefone auf den Markt kamen, erkannten die beiden Brüder schnell das große Marktpotenzial dieser neuen Technik. 1998 wurde die Alphatel-Gruppe in die 1983 gegründete Drillisch-AG integriert, Paschalis und Vlasios Choulidis saßen im Vorstand des Unternehmens. „Anfangs waren wir noch vier Vorstände, dann drei, und seit diesem Jahr sind es nur noch mein Bruder“, erzählt Paschalis Choulidis. Er ist für Finanzen, Finanzkommunikation, Controlling und Informationstechnologie zuständig, sein Bruder Vlasios für Vertrieb, Marketing und Kundenservice.
Das Geschäft der Drillisch AG steht auf vier Standbeinen: Vertragskunden werden von der Tochter-Gesellschaft Victorvox betreut, Drillisch-Alphatel ist zuständig für das Geschäft mit den so genannten Prepaid-Karten, wo ein vorher bezahltes Guthaben abtelefoniert werden kann. Daneben gibt es die Tochterfirma IQ-Work, die Computerprogramme entwickelt. „Dass wir die Software-Entwicklung im eigenen Haus haben, ist für uns sehr wichtig“, sagt Paschalis Choulidis. „Das ist ein sehr ertragreiches Geschäft.“
Seit April gibt es nun den neuesten Streich aus Maintal, den so genannten Handy-Discounter Simply. Inzwischen sind zahlreiche ähnliche Angebote auf dem Markt. Wer über einen dieser Discounter mit dem Handy telefoniert, zahlt in der Regel deutlich weniger als ein Vertrags- oder Prepaidkunde. Dafür bekommt er auch kein subventioniertes Handy, sondern muss sich selbst ein Gerät besorgen. Zudem gibt es bei den Discountern in der Regel nur einen Tarif, der rund um die Uhr und in alle Netze gilt. „Kaum ein Handy-Nutzer weiß doch beim Telefonieren, wie viel die Einheit gerade kostet“, sagt Vlasios Choulidis. „Der Einheitstarif macht solche Überlegungen überflüssig.“
Deshalb lautet der Simply-Werbespruch auch „Telefonieren ohne nachzudenken.“ Ende September nutzten bereits mehr als 60 000 Kunden das neue Angebot. Eine Entwicklung, mit der Paschalis Choulidis äußerst zufrieden ist: „Das zeigt, dass wir mit Simply den richtigen Riecher bewiesen haben.“
Auch sonst präsentiert sich die Drillisch AG bestens aufgestellt: In den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibung gegenüber dem Vorjahr um fast ein Drittel auf 21,5 Millionen Euro. Eine Entwicklung, die auch Maintals Ersten Stadtrat Erik Schächer (CDU) freut: „Die Gewinne von heute sind die Steuern von morgen.“ Die Stadt sei sehr froh, so Schächer, dass die Drillisch AG trotz Wachstum ihren Hauptsitz in Maintal behalten wolle. Für diese Entscheidung gebe es einen einfachen Grund, erläutert Vlasios Choulidis: „Die Infrastruktur und die Anbindung sind fantastisch, die Stadt ist sehr kooperativ. Wir fühlen uns in Maintal wohl.“
Grüße
Bullish

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