FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach dem Vortagesabsturz hat der deutsche Aktienmarkt am Freitag dank vager Hoffnungen auf ein schnelleres Ende des Nahost-Krieges zugelegt. Allerdings könnte es - je nach Nachrichtenlage in Nahost - erneut zu größeren Kursschwankungen kommen, wozu auch der sogenannte große Verfalltag beitragen könnte. An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures und Optionen auf Aktienindizes aus.
Für dich zusammengefasst:
Dax stieg um 1,2 Prozent auf 23.105 Punkte.
MDax gewann 1,6 Prozent auf 28.874 Zähler.
Infineon-Aktien stiegen um 5,1 Prozent nach Hochstufung.
Der Dax stieg im frühen Handel um 1,2 Prozent auf 23.105 Punkte. Damit deutet sich für den deutschen Leitindex ein Wochenverlust von rund anderthalb Prozent an. Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar beläuft sich das Dax-Minus auf knapp neun Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitagvormittag 1,6 Prozent auf 28.874 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte um rund 1,1 Prozent zu.
Am Donnerstag war der Dax auf das tiefste Niveau seit April 2025 eingebrochen, nachdem der Ölpreis von einer weiteren Eskalation in Nahost bis auf über 119 Dollar (Dollarkurs) angetrieben worden war und für Konjunktur- und Inflationssorgen gesorgt hatte. Inzwischen hat sich die Lage am Öl- und Gasmarkt aber wieder entspannt. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet aktuell mit 108 Dollar wieder deutlich weniger.
Zur Entspannung der Börsenlage tragen Aussagen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei, die Hoffnung auf ein nun doch rascheres Kriegsende als befürchtet machen. Netanjahu sagte laut "Times of Israel": "Der Iran ist schwächer denn je." Das Land könne kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden dennoch weitergehen, "so lange dies notwendig ist".
Unter den Einzelwerten stehen Elmos nach Übernahmespekulationen mit einem Kursplus von 8,3 Prozent im Anlegerfokus. Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass Elmos die Investmentbank Morgan Stanley mit der Suche nach einem potenziellen Käufer beauftragt hat. Das Unternehmen führe erste Gespräche mit möglichen Interessenten, darunter weltweit tätige Halbleiterunternehmen. Elmos und Morgan Stanley wollten die Informationen nicht kommentieren. Elmos ist an der Börse rund 2,5 Milliarden Euro wert.
Der Schmierstoffhersteller Fuchs verdiente im vergangenen Jahr in etwa so viel wie im Vorjahr. Analysten hatten allerdings mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet. Der Umsatz wuchs um ein Prozent. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um sechs Cent auf 1,23 Euro steigen. Im laufenden Jahr rechnen die Mannheimer mit einer Besserung. Die Ziele liegen im Großen und Ganzen im Rahmen der Analystenerwartungen. Für die Fuchs-Papiere ging es auf Tradegate zuletzt um 0,1 Prozent nach oben.
Die Anteilsscheine von Infineon (Infineon Aktie) stiegen als Dax-Spitzenreiter um 5,1 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan die Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel von 40 auf 48 Euro angehoben hatte. Der Halbleiterkonzern sei einer der größten Profiteure des immensen Energiebedarfs beim KI-Einsatz, schrieb Analyst Sandeep Deshpande. Zudem geht er davon aus, dass der Tiefpunkt im Geschäft mit der Autobranche erreicht ist und nun eine Stabilisierung folgen kann.
Ein erfolgreiches Börsendebüt legten die Titel von Vincorion hin. Mit zuletzt 19,55 Euro lagen sie 15 Prozent über dem Preis von 17 Euro, zu dem sich der Investor Star Capital von Teilen des Rüstungszulieferers getrennt hatte./edh/jha/
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