FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag in einem nervösen Handel zwischen Gewinnen und Verlusten geschwankt. Zwischenzeitlich schienen die Anleger wieder etwas optimistischer gestimmt, was ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran im Nahost-Krieg anbelangt. Am frühen Nachmittag aber ging es mit dem deutschen Leitindex wieder nach unten.
Für dich zusammengefasst:
Der Dax fiel um 0,5 Prozent auf 23.063 Punkte.
Der Iran-Krieg ist das marktbestimmende Thema.
Der Ölpreis stieg seit Kriegsbeginn um mehr als die Hälfte.
Der Leitindex Dax fiel um 0,5 Prozent auf 23.063 Punkte, nachdem er im Handelsverlauf den höchsten Stand seit Mitte März erreicht hatte. Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten hingegen legte minimal auf 28.920 Zähler zu. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx wiederum ging es um 0,5 Prozent nach unten.
Nach dem langen Osterwochenende bleibe das Ultimatum der USA gegen den Iran vorerst das marktbestimmende Thema, schrieb Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst des Handelshauses CMC Markets. Vor dem Ablauf der Frist am Mittwoch um 2.00 Uhr zeichnet sich keine Einigung ab. US-Präsident Donald Trump bekräftigte seine Warnung vor einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und Brücken, falls Teheran nicht die Straße von Hormus öffnet.
Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Rohöl und Flüssiggas. Ein Sprecher der iranischen Militärführung reagierte mit Spott auf Trumps Drohung.
"Der Dax zeigt sich vor Ablauf des von Donald Trump gesetzten Ultimatums weiterhin erstaunlich robust", schrieb Timo Emden, Marktanalyst von Emden Research. Trotz zunehmender geopolitischer Spannungen setzten einige Anleger offenbar auf einen Last-Minute-Deal und hielten damit an ihrer optimistischen Grundhaltung fest.
"Die Märkte klammern sich an das Szenario einer diplomatischen Lösung und blenden dabei viele Risiken aus", fuhr Emden fort. Je näher aber die Frist rückt, desto größer dürfte die Unsicherheit unter den Marktteilnehmern werden. Mit jeder Stunde ohne Einigung steige die Nervosität, auch wenn sich diese bislang nur begrenzt in den Kursen widerspiegele.
Der Iran-Krieg geht inzwischen in die sechste Woche und sorgt für stark gestiegene Ölpreise und im Gegenzug für deutliche Verluste an den Aktienmärkten. Zuletzt legte der Preis für die Öl-Referenzsorte Brent mit Auslieferung im Juni wieder zu, und seit Kriegsbeginn zog der Ölpreis um etwas mehr als die Hälfte an.
Aus Branchensicht nahm europaweit die Erholung der Chemiewerte wieder Fahr auf. Analysten sehen durch den Krieg zunächst einige Pluspunkte für den Sektor: nachlassenden Konkurrenzdruck, Reduktion des Überangebots und steigende Preise. Risikofaktor bleibe allerdings eine geringere Nachfrage, deren Ausmaß insbesondere von der Dauer des Iran-Kriegs abhängt.
An der Dax-Spitze gewannen BASF (BASF Aktie) fast drei Prozent. Im MDax hatten Wacker Chemie mit einem Plus von gut fünf Prozent die Nase vorn.
Unter den weiteren Einzelwerten bewegten ansonsten Analystenkommentare die Kurse. So stiegen Aurubis (Aurubis Aktie) um drei Prozent, nachdem Warburg Research zum Kauf der Papiere des Kupferkonzerns geraten hatte. Die Entwicklung bei Metallen treibe die Gewinne an, schrieb Experte Stefan Augustin. Zudem passten die Hamburger gut ins Thema europäische Souveränität mit ihrem Zugang zu strategischen Ressourcen durch Recycling./la/jha/
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