FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe sorgt bei den Anlegern am Mittwoch weltweit für enorme Erleichterung - vor allem dank des massiven Einbruchs der Ölpreise. Mehrere Börsianer sprachen von einem "Geschenk von Pakistan". Der Nachbar des Iran vermittelte eine weitreichende, sofortige Waffenruhe.
Für dich zusammengefasst:
Die USA und der Iran einigten sich auf eine Waffenruhe.
Ölpreise fielen prozentual zweistellig auf unter 92 Dollar.
Daraufhin sackten die Ölpreise prozentual zweistellig ab. Sie sind momentan der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel zeitweise unter 92 Dollar (Dollarkurs) und damit auf das tiefste Niveau seit mehr als zwei Wochen.
Entsprechend deutlich steigt die Risikofreude der Anleger: Der japanische Leitindex Nikkei 225 schoss um mehr als 5 Prozent nach oben auf das Niveau von Anfang März.
Der X-Dax signalisierte für den deutschen Leitindex zuletzt ein ähnlich starkes Plus von 5,5 Prozent auf 24.181 Punkte. Damit würde er seine exponentielle 200-Tage-Durchschnittslinie überwinden - ein viel beachtetes Trendbarometer für die langfristige Entwicklung.
Wichtig für die globalen Märkte ist vor allem, dass der Iran die Straße von Hormus nun wieder für den Schiffsverkehr öffnen will. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege - nicht nur für Öl (Rohöl) und Gas. Ihre Öffnung war die Bedingung der USA für eine Feuerpause.
"An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt", schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.
Tatsächlich wären im Falle einer Einigung zwischen den USA und dem Iran die realwirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges überschaubar, fuhr Gitzel fort. Zwar belasteten die hohen Energiepreise die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr, doch bei einer Entspannung der Situation könnte der globale Konjunkturverlauf im weiteren Jahresverlauf wieder zu seinem ursprünglichen Pfad zurückkehren. Noch aber bleibe abzuwarten, wie die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien verlaufen werden.
Unternehmensnachrichten dürften angesichts der globalen Entspannung an den Finanzmärkten in den Hintergrund rücken. So ist die Online-Apotheke Redcare Pharmacy mit Zuwächsen in das neue Jahr gestartet. Die Aktien notierten im vorbörslichen Handel auf der Handelsplattform Tradegate knapp acht Prozent über dem Xetra-Schluss am Vortag, nachdem sie am Dienstag vier Prozent verloren hatten.
Evotec gewannen auf Tradegate vier Prozent. Der Pharmawirkstoff-Entwickler hatte detaillierte Jahreszahlen vorgelegt./la/jha/
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