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63,7 Milliarden Euro Dividenden für DAX- und MDAX-Anleger: Wer jetzt richtig kassiert und wo gespart wird!

63,7 Milliarden Euro Dividenden stehen für das laufende Jahr im Raum. Dabei wird der Mai zum "Zahltag-Monat" schlechthin. Der Geldregen hat Gewinner und Verlierer.
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Nach neuen Berechnungen der DZ Bank steuern Deutschlands größte börsennotierte Unternehmen in dieser Dividendensaison auf eine Gesamtausschüttung von 63,7 Milliarden Euro zu.

Stephen Schneider, Analyst der DZ Bank, betont, dass die nächsten Wochen entscheidend werden. Bis Ende März will etwa drei Viertel der beobachteten Unternehmen ihre Dividenden bekannt geben. Die frischen Quartalszahlen könnten dann zeigen, ob die teils ehrgeizigen Gewinnprognosen bestätigt werden oder sogar leicht übertroffen werden.

Im Mai dürfte der große Geldregen folgen. Für diesen Monat kalkuliert die DZ Bank bereits mit Auszahlungen von gut 32 Milliarden Euro an die Aktionäre. Schneider rät deshalb zum Blick in den Dividendenkalender.

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Schneider knüpft das an eine klare Bedingung. Die Dividenden müssen verdient sein. Die DZ Bank verortet die erwartete Ausschüttungsquote im Leitindex bei 55 Prozent. Der historische Durchschnitt liegt bei 47 Prozent. Das ist höher, aber aus Sicht der DZ Bank noch nicht kritisch.

Im europäischen Vergleich wirkt Deutschland gemischt

Beim Dividendenwachstum liegt der deutsche Leitindex vor dem großen Standardwerteindex der Eurozone, dem Euro Stoxx 50. Dort steht laut DZ Bank diesmal sogar ein leichtes Minus. Nach 129,4 Milliarden Euro im Vorjahr sollen es nur noch 128,8 Milliarden Euro sein.

In den Vereinigten Staaten sticht der S&P 500 heraus. Dort schätzen Analysten die Dividendensumme auf 709,1 Milliarden US-Dollar, nach 671,8 Milliarden US-Dollar in der vergangenen Saison. Das entspricht einem Plus von etwa 5,5 Prozent.

Überraschend ist der Branchenblick in Deutschland

Trotz des Streits um die Zollpolitik und trotz schwacher Stimmung dominieren die Automobilwerte die Ausschüttungssumme. Laut DZ Bank kommen sie auf gut 14 Milliarden Euro. Das ist fast ein Viertel der gesamten Dividenden von Leitindex und mittelgroßer Auswahl zusammen. Im Vorjahr lag der Anteil noch bei knapp 30 Prozent. Der relative Anteil schrumpft also.

Dahinter folgen Industrieaktien mit 18 Prozent und einer Summe von etwa 11,5 Milliarden Euro. Versicherer landen auf Platz drei. Sie steuern gut 10 Milliarden Euro bei und damit rund 16 Prozent der Gesamtsumme. Schneider betont dabei auch die Struktur. Im Industriesektor verteilt sich die Summe auf viele Namen. Bei den Versicherungen tragen wenige große Konzerne den Löwenanteil.

Bei den Einzelwerten steht in Deutschland erneut Allianz (Allianz Aktie) ganz vorn. Der Versicherer soll 6,6 Milliarden Euro ausschütten. Das entspricht etwa einem Zehntel der Gesamtsumme der 90 größten Unternehmen. Bei der Dividende je Aktie erwartet die DZ Bank einen Anstieg von 15,40 Euro auf 16,90 Euro. Das wäre ein Plus von 10 Prozent. Schneider verweist darauf, dass das zum Muster passt. Das durchschnittliche Dividendenwachstum der vergangenen fünf Jahre lag bei Allianz ebenfalls bei 10 Prozent.

Auch die Deutsche Telekom bleibt ein Schwergewicht. Die DZ Bank sieht dort ein Dividendenwachstum, das über die Jahre etwas niedriger ausfällt, zuletzt mit gut 8 Prozent über fünf Jahre. In dieser Saison springt die Zahlung dennoch auf eine zweistellige Wachstumsrate. Die Dividende steigt von 0,90 Euro auf 1,00 Euro je Aktie. Die Auszahlung ist nach DZ-Bank-Angaben Anfang April geplant. Die Gesamtsumme liegt bei 4,9 Milliarden Euro. Für das kommende Jahr stehen sogar 5,5 Milliarden Euro im Raum.

Auf Rang drei schiebt sich Siemens. Der Konzern aus dem Industriesektor hat Mitte Februar 4,2 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausgeschüttet. Die Dividende je Aktie steigt nur leicht von 5,20 Euro auf 5,35 Euro. Mercedes-Benz fällt dagegen zurück. Der Autobauer schüttet ebenfalls 4,2 Milliarden Euro aus, senkt aber die Dividende weiter. Nach 5,30 Euro für das Geschäftsjahr 2023 und 4,30 Euro danach setzt das Unternehmen diesmal 3,50 Euro je Anteil fest. Schneider hebt hervor, dass Mercedes-Benz damit trotzdem besser ausfällt als zuletzt befürchtet. Analysten lagen bis vor kurzem noch bei 2,00 Euro. SAP (SAP Aktie) folgt mit einer Ausschüttungssumme von gut 3,1 Milliarden Euro. Munich Re (Munich Re Aktie) kommt auf 2,8 Milliarden Euro.

Im Euro-Raum sind deutsche Titel in der Spitzengruppe laut DZ Bank dagegen unterrepräsentiert. Allianz verpasst den ersten Platz knapp und liegt hinter TotalEnergies, das ebenfalls 6,6 Milliarden Euro ausschütten soll. Danach folgt Intesa Sanpaolo mit 6,5 Milliarden Euro, knapp vor LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton, ebenfalls mit 6,5 Milliarden Euro. BNP Paribas (BNP Paribas Aktie) kommt auf 5,7 Milliarden Euro. Enel (Enel Aktie) liegt bei 4,9 Milliarden Euro.

Für viele Anleger zählt am Ende die Rendite

Bei der Dividendenrendite bleibt das Bild nüchtern. Für die kommenden zwölf Monate erwartet die DZ Bank im deutschen Leitindex eine Rendite von 3,3 Prozent. Das ist historisch betrachtet eher Durchschnitt. Schneider sagt dazu:

"In unseren Augen bleiben Dividenden wesentlicher Mosaikstein für einen langfristigen Vermögensaufbau."

Gleichzeitig warnt er vor blindem Renditehunger. Entscheidend sei die Auswahl von Unternehmen, die nachhaltig zahlen.

Innerhalb des Leitindex führt Mercedes-Benz auch die Renditerangliste an. Dahinter liegt BMW mit 4,8 Prozent. Hannover Rück erreicht 4,8 Prozent. Die Vorzugsaktien von Volkswagen kommen auf 4,7 Prozent. Vonovia liegt ebenfalls bei 4,7 Prozent. Die Allianz steht bei 4,6 Prozent. Schneider erwartet hier noch Bewegung. Viele Unternehmen aktualisieren ihre Pläne erst in den kommenden Wochen. Auffällig bleibe aber der Effekt bei den Autobauern. Die niedrigeren Dividendenzahlungen werden durch gesunkene Kurse teilweise kompensiert. Dadurch wirken die Renditen wieder attraktiver.

Fazit

Unter dem Strich sieht die DZ Bank mehr Licht als Schatten. Die erwartete Gesamtsumme steigt gegenüber früheren Annahmen deutlich. 52 Prozent der Indexwerte dürften ihre Dividende erhöhen. Im Vorjahr waren es nur 40 Prozent. Rund 14 Prozent sollen die Zahlung stabil halten. Gleichzeitig wächst die Gruppe der Kürzer. Die DZ Bank zählt hier 22 Prozent der Unternehmen, nach 12 Prozent im Vorjahr.

Einige Firmen hatten im Vorjahr Sonderdividenden gezahlt. Diese tauchen in den aktuellen Schätzungen nicht mehr auf.

Spannend ist der Blick nach vorn

Für die Dividendensaison 2027, die auf dem aktuell laufenden Geschäftsjahr basiert, kalkuliert die DZ Bank bereits mit 71,4 Milliarden Euro für die 90 größten Unternehmen. Im Leitindex soll die Summe von 55 auf knapp 61 Milliarden Euro steigen. Das entspräche einem Plus von rund 10 Prozent. Bei den mittelgroßen Werten erwartet die DZ Bank sogar einen Zuwachs von gut 11 Prozent. Die Dividendensumme soll von 8,7 auf 9,7 Milliarden Euro steigen.

Autor: sbh-Redaktion/neb


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