Einst pries Mark Cuban Bitcoin als “großartigen Wertspeicher”, heute ist er “enttäuscht”. Der Milliardär hatte Mitte Mai Verkäufe der Kryptowährung öffentlich gemacht. Am Ende habe sich seine These von Bitcoin als Inflations- und Krisen-Hedge nicht bewahrheitet. Das sei nicht zuletzt anhand des Iran-Krieges sichtbar geworden. “Wenn meine Thesen sich nicht bewahrheiten, verkaufe ich”, so Cuban auf X.
Das Krypto-Portfolio des US-Amerikaners bestand laut eigenen Angaben zu 60 Prozent aus BTC. Cuban sagte, die Verkäufe hätten schon vor dem Krieg bei etwa 120.000 US-Dollar begonnen und bei etwa 88.000 US-Dollar geendet. Für den Milliardär sei in der Zeit eines klar geworden: “Bitcoin bezieht seinen Wert ausschließlich aus Angebot und Nachfrage, mit einer kleinen Prämie für Zahlungen”.
So völlig ohne Krypto, geht es bei Cuban dann aber auch nicht. So hält er laut eigenen Aussagen nach wie vor an seinen Ethereum-Beständen fest.
Ganz anders als David Hoffman. Für viele Jahre war der Co-Host des erfolgreichen Krypto-Podcasts “Bankless” einer der größten Verfechter Ethereums. Umso überraschender waren die Reaktionen, als der 33-Jährige bekanntgab, sämtliche ETH-Bestände veräußert zu haben. In einem ausführlichen Gespräch legte er seine zentralen Beweggründe offen.
So habe Ethereum enorm an Momentum verloren. Vor allem das Narrativ der Kryptowährung als Zahlungsmittel sei in den letzten Monaten ins Stocken geraten. Hoffman fehle es an neuen, überzeugenden Erzählungen, die den ETH-Kurs nachhaltig positiv beeinflussen könnten.
Am Hype um Ethereum als Basislayer der Tokenisierung sei zwar etwas dran. Doch die vergangenen Monate hätten deutlich gezeigt, dass eine erhöhte institutionelle Nutzung der Blockchain sich nicht zwangsläufig im Kurs bemerkbar mache.
Zudem habe es die Führungsriege der Kryptowährung verpasst, sich auf Wachstumspfade auszurichten. Ethereum-Kopf Vitalik Buterin sei zu sehr damit beschäftigt, veraltete Werte hochzuhalten, statt mit der Zeit zu gehen, so Hoffman.
Nicht zuletzt nennt er noch ganz persönliche Gründe. Durch den Verkauf seines ETH-Portfolios könne er nun wieder mehr als neutraler Berichterstatter wahrgenommen werden.
Und dann taucht jemand in der Liste auf, von dem man eigentlich dachte, er würde seine Bitcoin buchstäblich mit ins Grab nehmen: Michael Saylor. Seine Firma Strategy hat nun doch das bisher Undenkbare getan – und verkauft.
32 Bitcoin für rund 2,5 Millionen US-Dollar. Keine große Sache, könnte man meinen. Angesichts der vollmundigen Versprechungen Saylors, nie auch nur einen Bitcoin verkaufen zu wollen, zeigten sich einige im Space dann aber doch enttäuscht. Die Sensibilisierungsversuche, die der Strategy-Gründer in den letzten Wochen unternahm, scheinen hier nicht gefruchtet zu haben.
Zu den konkreten Gründen des Verkaufs schweigen sowohl Strategy als auch Saylor. Letzterer hatte in einem Interview im Mai gesagt, die Verkäufe dienten dazu, finanzielle Verpflichtungen und Dividendenzahlungen zu erfüllen.
Insgesamt ist das Gesamtvolumen der Veräußerung aber relativ gering. Strategy hält immer noch über 840.000 Bitcoin. Marktbeobachter vermuten, dass es sich hierbei um eine Testtransaktion gehandelt haben könnte. Weitere Verkäufe wären also möglich, auch weil Michael Saylor dies bereits in Aussicht gestellt hatte.
Dass er nun jedoch seinen ganzen Bestand verkauft, ist unwahrscheinlich. Vielmehr dürfte es sich um eine Anpassung der Strategie handeln. Eine Strategie, die Saylor in einem Earnings Call Anfang Mai so beschrieb: “Man kauft Bitcoin mit Krediten, lässt seinen Wert steigen und verkauft dann Bitcoin, um die Dividende zu zahlen.”
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