Daten von Checkonchain zeigen, dass Bitcoin damit nahe an seinen 200-Wochen-Durchschnitt gefallen ist. Diese grobe Vier-Jahres-Trendlinie gilt vielen langfristigen Anlegern als wichtiger Orientierungspunkt. Dem Modell zufolge liegt Bitcoin im untersten Zehntel seiner historischen Bewertungsspanne. Eine solche Zone trat bislang nur in den tiefsten Phasen früherer Bärenmärkte auf.
Die Stimmung am Krypto-Markt ist dabei entsprechend mau. Der Crypto Fear and Greed Index, ein Stimmungsmaß auf Basis von Volatilität, Social-Media-Beiträgen und Marktvolumen, steht bei 9 und damit tief im Bereich extremer Angst. In der vergangenen Woche lag er noch bei 11, vor einem Monat bei 48.
Solche Werte tauchen meist dann auf, wenn preissensible Verkäufer den Großteil ihrer Verkäufe bereits hinter sich haben. Checkonchain warnt dennoch, dass Böden ein Prozess sind. Erst kommt die Kapitulation, danach folgen oft Monate der Seitwärtsbewegung, die jene zermürben, die geblieben sind.
Die neuesten Inflationsdaten zerschießen derweil die Hoffnung auf eine schnelle Erholung. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Mai gegenüber April um 0,5 Prozent und gegenüber dem Vorjahr um 4,2 Prozent. Das war der stärkste jährliche Anstieg seit Anfang 2023. Grund dafür waren unter anderem höhere Energiekosten infolge des Iran-Kriegs.
Auch die Hoffnungen auf regulatorische Klarheit in den USA haben nachgelassen. Die Polymarket-Wahrscheinlichkeit, dass der Clarity Act 2026 verabschiedet wird, ist in dieser Woche von 59 Prozent auf 49 Prozent gefallen.
Am heutigen Donnerstag stehen die EZB-Zinsentscheidung sowie die US-Erzeugerpreise für Mai an, am Freitag folgt das Verbrauchervertrauen der University of Michigan. Der Fokus der Anleger dürfte sich aber bereits auf die FOMC-Sitzung am 16. und 17. Juni richten. Der Ton von Kevin Warsh wird mitentscheidend dafür sein, ob Bitcoin seine Talfahrt fortsetzt oder zur Erholung ansetzt. Nach dem jüngsten Inflationshoch dürften Anleger besonders genau darauf achten, ob Warsh weitere Zinserhöhungen signalisiert oder Raum für eine weniger restriktive Geldpolitik lässt.
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