- Die Vonovia-Aktie sank im Jahr 2026 um über 13 Prozent.
- Am Freitag wurde ein Minus von 5 Prozent gehandelt.
- Analysten befürchten weitere Verluste bis 20 Euro.
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Vonovia: Starke Dividende, schwacher Kurs
Für Europas größten Vermieter von Wohnimmobilien ist das Börsenjahr 2026 bislang nicht von Erfolg gekrönt gewesen. Gegenüber dem Jahresauftakt notierten die Anteile mit einem Minus von über 13 Prozent. Die stark gestiegenen Energiepreise sorgen für hohe Anleiherenditen, steigende Inflations- und Zinserwartungen und damit für schlechtere Finanzierungsbedingungen, was für Gegenwind bei Immobilienaktien sorgt.
Am Freitag wird Vonovia mit einem Minus von 5 Prozent gehandelt – das ist für Anlegerinnen und Anleger insofern eine gute Nachricht, als dass es sich dabei um den Dividendenabschlag nach der Hauptversammlung des Unternehmens handelt. Das hatte eine Ausschüttung von 1,25 Euro Aktie beschlossen. Um diese bereinigt liegt das Papier vor dem Wochenende sogar leicht im Plus.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
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10
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20
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Dividendenabschlag sorgt für neue Schwierigkeiten
Gleichzeitig gibt es aber auch eine schlechte Nachricht, denn das ohnehin angeschlagene Chartbild der Aktie hat sich dadurch erneut eingetrübt. Das lässt nichts Gutes ahnen, nachdem in den vergangenen Wochen schon die Aktien der Allianz, der Deutschen Telekom und der Münchner Rück nach ihren Dividendenausschüttungen mit anhaltenden technischen Problemen zu kämpfen hatten.

Anhaltend hohe Zinsen belasten die Kursentwicklung
Übergeordnet handelt die Vonovia-Aktie in einem mehrjährigen Abwärtstrend. Dieser ist mit der globalen Zinswende der Notenbanken nach dem Beginn des Ukraine-Krieges zu erklären, der für dauerhaft höhere Realzinsen und damit nachhaltig schlechtere Finanzierungsbedingungen gesorgt hat.
Da die gegenwärtige Situation angesichts geopolitischer Spannungen, steigender Verteidigungsausgaben und hoher Energiepreise viele Parallelen aufweist, gehörte Vonovia (Vonovia Aktie) in den vergangenen Wochen und Monaten zu den schwächsten Werten aus dem deutschen Leitindex DAX, da erneut Zinserhöhungen der Notenbanken zu erwarten sind.
Erholungsversuch abgebrochen, technische Schwäche
In den vergangenen knapp 2 Jahren fand ein Großteil des Kursgeschehens in einem Abwärtstrend mit einer Breite von etwa 5,50 Euro statt. Ein zwischenzeitlich aussichtsreicher Ausbruchsversuch im Februar scheiterte am Iran-Krieg, seither handelt Vonovia nachhaltig unter der 50-Tage-Linie und brach vorübergehend durch die Abwärtstrendunterkante. Weitere Verluste blieben jedoch aus, da die Aktie zu diesem Zeitpunkt bereits überverkauft war und sich im Relative-Stärke-Index (RSI) ein Boden gebildet hatte, der für erste bullishe Divergenzen sorgte.
Die zwischenzeitliche Erholung der Aktie konnten die Käuferinnen und Käufer aufgrund des Sell-Offs am Anleihenmarkt nicht verteidigen. In dieser Woche ging es wegen der neuen Friedenshoffnungen zwar bergauf, doch ein Anstiegsversuch über die 50-Tage-Linie kam nach dem Dividendenabschlag am Freitag gar nicht erst zustande.
Nächster Stopp 20 Euro? Diese Gefahr besteht jetzt!
Damit richtet sich der Blick wieder zur Unterseite, denn die technischen Indikatoren sind äußerst schwach und lassen weitere Verluste befürchten. Der RSI zeigt mit rund 30 Punkten einen starken, aber noch nicht überverkauften Abwärtstrend. Auch der unverändert unterhalb seiner Nulllinie liegende MACD zeigt anhaltenden Verkaufsdruck noch ohne Trendwendehoffnung an.
Das lässt weitere Verluste zunächst bis 21 und anschließend auch bis 20 Euro befürchten, wo eine mehrjährige Unterstützung liegt. Für eine unmittelbare Erholung stehen die Chancen schlecht, da es noch kaum belastbare Anzeichen für eine Gegenbewegung gibt. Die einzige kurzfristige Hoffnung auf eine Erholung sind fallende Anleiherenditen, sollten Schuldverschreibungen bei Anlegerinnen und Anlegern wieder gefragt sein.
Während die Aktie unter 20 Euro für neue, starke Verkaufssignale sorgen würde, ist sie für neue Impulse zur Oberseite auf einen Anstieg zunächst über die 50-Tage-Linie bei 22,70 Euro und anschließend den Widerstandsbereich aus 200-Tage-Linie und Abwärtstrendoberkante bei rund 25,30 Euro angewiesen. Gegenwärtig ist die Unterseite zu bevorzugen, womit sich ein Kauf der Aktie nicht aufdrängt.
Fazit: Es gibt deutlich bessere Alternativen
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung wirkt Vonovia zunächst attraktiv. Für das laufende Geschäftsjahr steht ein KGV von 7,4 sowie eine erwartete Dividendenrendite in Höhe von 5,7 Prozent zu Buche. Allerdings ist die notorisch hohe Verschuldung von rund 40 Milliarden Euro ein echter Klotz am Bein der Aktie, und zwar umso mehr, je länger die Anleiherenditen hoch und die Finanzierungsbedingungen damit schlecht bleiben.
Wer auf der Suche nach einem ausschüttungsstarken Immobilienwert ist, sollte sich daher an anderer Stelle umsehen. Eine vergleichbar hohe Dividendenrendite erhalten Anlegerinnen und Anleger bei attraktiveren Chartverläufen und geringeren Verschuldungsquoten beispielsweise bei den US-REITs Realty Income und EPR Properties. Beide zeichnen sich außerdem dadurch aus, ihre Dividende monatlich auszuzahlen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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