
SAP-Aktie: Plötzlich wieder spitze!
Über Wochen und Monate hinweg bescherte die SAP-Aktie Anlegerinnen und Anlegern neben viel Frust vor allem hohe Kursverluste. Ein Cloudwachstum unter den Erwartungen sowie die Furcht vor einer Disruption des Geschäftsmodelles durch KI-gecodete Software sowie agentische KI sorgten für anhaltenden Verkaufsdruck.
Doch am Dienstag präsentierte sich die Aktie in einer ungewohnt starken Verfassung. Mit einem Plus von über sieben Prozent belegten die Anteile innerhalb des deutschen Leitindex DAX den Spitzenplatz. Die Plätze zwei und drei, Qiagen und Rheinmetall, konnten die Walldorfer mit großem Abstand distanzieren.
Außerdem wandelte der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock einen Teils einer Kaufoptionen in Aktien um und steigerten seinen Stimmrechtsanteil von 6,24 auf 6,47 Prozent. Das zeugt vom Vertrauen institutioneller Investoren.
Durch die in den vergangenen Tagen beachtlichen Kursgewinne hat sich die charttechnische Ausgangslage der SAP-Aktie deutlich verbessert. Mit dem Anstieg über die 50-Tage-Linie ist ein erstes Kaufsignal gelungen:

Aktie seit fast 1,5 Jahren fest in der Hand der Bären
Übergeordnet handelt die SAP-Aktie in einem seit fast eineinhalb Jahren anhaltenden Abwärtstrend. Gegenüber ihrem Allzeithoch hat sich die Aktie zeitweise fast halbiert. Das bedeutet aus technischer Perspektive nicht nur eine Korrektur, sondern einen Bärenmarkt und erklärt, warum der Aktie eine Trendwende so schwer fällt.
In diesem Jahr hat sich der Abwärtstrend noch einmal deutlich beschleunigt, insbesondere nach den als enttäuschend empfunden Quartalszahlen im Januar. Dadurch ist die Aktie zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Januar 2024 abgerutscht. Solche Mehrjahrestiefs bedeuten in der technischen Analyse Verkaufssignale.
Bullishe Divergenzen kontern Verkaufssignal
Doch ausgerechnet in dieser Situation gelang in den vergangenen Wochen eine Bodenbildung im Bereich von 140 bis 150 Euro. Neben technisch überverkauften Zuständen erhielt die Aktie Unterstützung insbesondere durch die bullishen Divergenzen im Relative-Stärke-Index (RSI) sowie im Trendstärkeindikator MACD.
Diese könnten nun, nachdem die Aktie mit dem Überwinden der 50-Tage-Linie bei knapp 151 Euro sowie der Vollendung eines kleinen U-förmigen Bodens erste prozyklische Kaufsignale geliefert hat, für eine anhaltende Gegenbewegung sorgen, welche mittelfristig tatsächlich in eine Trendwende münden könnte.
Hierfür ist jedoch eine weitere Steigerung nötig – auch, um den aktuell noch unter der Nulllinie liegenden MACD darüber zu hieven, sodass dieser einen neuen, kurzfristigen Aufwärtstrend anzeigt und damit ebenfalls technischen Rückenwind liefern kann.
Bis 200 Euro ist Platz, mehr dürfte vorerst nicht gehen
Anstiegspotenzial besitzt die Aktie zunächst bis in den Bereich zwischen 170 und 175 Euro, wo im Februar ein Bodenbildungsversuch scheiterte. Weitere Barrieren stellen die Abwärtstrendlinie bei 180 Euro sowie der Widerstandsbereich um die 200-Tage-Linie bei rund 200 Euro dar. Mehr sollten sich Anlegerinnen und Anleger vorerst nicht ausrechnen.
Sollte die Aktie ihren zuletzt gebildeten Boden aufgeben, müsste hingegen mit einer weiteren Verkaufswelle bis in den Bereich von 120 bis 125 Euro gerechnet werden.
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Fazit: Stark verbesserte Ausgangslage, aber wachsam bleiben
Dank einer Erholung bei Software- und Clouddienstleistungsaktien setzte sich SAP (SAP Aktie) am Dienstag an die Spitze des deutschen Leitindex DAX. Dank der hohen Kursgewinne ist der Aktie ein erstes prozyklisches Kaufsignal gelungen. Da sich auch die technischen Indikatoren zuletzt deutlich verbessert haben, könnte dieses jetzt in eine kurz- bis mittelfristige Erholung in den Bereich von 200 Euro münden.
Eine grundsätzliche Trendwende bedeuten die jüngsten Kursgewinne jedoch noch nicht. Sollte die Aktie daher erneut wegkippen und auf neue Mehrjahrestiefs fallen, sollten Long-Positionen umgehend aufgegeben werden, da dann Abgaben bis in den Bereich um 120 Euro drohen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross