
Rheinmetall: Die Verluste sprechen eine deutliche Sprache!
Die in den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnten Anlegerinnen und Anleger des deutschen Rüstungsprimus Rheinmetall hatten in den vergangenen Wochen und Monaten nichts zu lachen. Nach einer ausgedehnten Seitwärtskonsolidierung im vergangenen Jahr befindet sich die Aktie inzwischen im freien Fall.
Investoren zeigen sich enttäuscht darüber, dass es dem Unternehmen bislang langsamer als erwartet gelingt, seinen hohen Auftragsbestand in Umsatz- und Gewinnwachstum zu überführen, während die stark gestiegenen Energiepreise die Margen unter Druck setzen. Auch die lange überdurchschnittlich hohe Unternehmensbewertung fordert ihren Tribut.

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Steigender Kurs
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Call
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5
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10
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20
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Fallender Kurs
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Put
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5
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10
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20
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Plötzlich Spitze, Aktie zum Wochenauftakt auf Platz 1
Zum Wochenauftakt notiert die Rheinmetall-Aktie jedoch an der Spitze des deutschen Leitindex DAX – ein zuletzt selten gewordenes Bild. Am Nachmittag legten die Anteile der Düsseldorfer um knapp 4 Prozent zu. Der Grund hierfür ist ein am Morgen veröffentlichter Analystenkommentar.
Nachdem es zuletzt reihenweise Downgrades und Kurszielsenkungen hagelte, äußerte sich mit Citigroup-Experte Charles Armitage endlich wieder ein Analyst positiv zu Rheinmetall.
Er stufte die Aktie von "Neutral" auf "Kaufen" hoch und passte sein Kursziel von 1.480 auf 1.408 Euro an. Das entspricht gegenüber dem tagesaktuellen Kurs von rund 1.165 Euro einem Aufwärtspotenzial von knapp 21 Prozent.

Analyst sieht die Gelegenheit zum Kauf gekommen
Armitage, der laut TipRanks, einem Vergleichsportal für Wall-Street-Analystinnen und -Analysten als sehr zuverlässiger Experte gilt, begründete seine Entscheidung damit, dass für den Abverkauf in den vergangenen Wochen die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in der Ukraine und die Sorge um die finanzielle Nachhaltigkeit europäischer Rüstungsausgaben (3,5 Prozent des BIP) maßgeblich gewesen seien.
Diese Einschätzungen sind seiner Ansicht nach jedoch übertrieben, da die jüngste Serie sowohl von russischen als auch ukrainischen Luft- und Drohnenangriffen eher für eine erneute Eskalation spräche und Russland auch über einen möglichen Friedenschluss hinaus eine sicherheitspolitische Gefahr für Europa darstelle.
Mit Blick auf die Finanzierungsmöglichkeiten höherer Verteidigungsausgaben sieht er aufgrund guter Bonität insbesondere Schweden und Deutschland gut aufgestellt, die zu den wichtigsten Kunden von Rheinmetall gehören.
Für die Berechnung seines Kurszieles von 1.408 Euro trennte er das Waffen- und Munitionsgeschäft von den anderen Geschäftsbereichen. Er sieht für dieses einen fairen Wert von 266 bis 372 Euro, während die anderen Segmente mit 1.089 Euro zu bewerten wären. Er rechnet mit einem durchschnittlichen jährlichen Gewinnwachstum (CAGR) von 27 Prozent bis 2031 und von weiteren 3 Prozent bis 2036.
Kurzfristige Bodenbildung und Rebound möglich
Nachdem die Aktie noch am Freitag mit einer Kurszielsenkungen von Berenberg zu kämpfen hatte, zeigten sich Anlegerinnen und Anleger am Montag erfreut über die positive Einschätzung. Das Plus von etwa 4 Prozent sorgte auch bei Renk und Hensoldt für neue Kurshoffnungen. Deren Anteile kletterte um rund 1,5 beziehungsweise 1,0 Prozent.
Ungeachtet der Erholung zum Wochenauftakt ist das Chartbild stark angeschlagen. Die Aktie notiert mit großem Abstand zu ihren gleitenden Durchschnitten und ist zuletzt auf ein neues 52-Wochen-Tief gefallen, was in der technischen Analyse ein Verkaufssignal darstellt. Die nächste relevante Unterstützung ist erst im Bereich von 1.000 Euro zu finden.
Entspannungs- oder gar Trendwendesignale liegen bislang nur wenige vor. Der im überverkauften Bereich liegende RSI deutet jedoch darauf hin, dass das Abwärtspotenzial zumindest kurzfristig ausgeschöpft und die Aktie reif für einen Rebound sein könnte. Erste Kaufsignale lägen jedoch erst oberhalb von 1.450 beziehungsweise 1.650 Euro vor.
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Fazit: Weiter viel Geduld einplanen!
Nach einer Reihe kritischer Einschätzungen äußerte sich am Montag ein Analyst der Citigroup (Citigroup Aktie) positiv zur Aktie von Rheinmetall. Dass es sich dabei um einen als sehr treffsicheren Experten handelte, verlieh der Hochstufung zusätzliches Gewicht. Noch bleibt die Ausgangslage der technisch angeschlagenen Aktie jedoch schwierig.
Mit Blick auf die Unternehmensbewertung sollten Anlegerinnen und Anleger 2026 als Übergangsjahr verbuchen. Ein KGVe von 31,3 ist gegenüber wachstumsstärkeren US-Konkurrenten nur wenig attraktiv. Ein Gewinnvielfaches von 21,2 für 2027 ist schon deutlich attraktiver, signalisiert jedoch auch, dass für eine Erholung der Aktie einiges an Zeit eingeplant und Geduld mitgebracht werden sollte.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross