Am Handelsplatz in Sydney büßten australische Basiswerte knapp 1,5 Prozent an Wert ein. Überdurchschnittlich stark betroffen war hiervon mit einem Minus von 4,6 Prozent die DroneShield-Aktie, für die sich der charttechnische Ausblick dadurch weiter verdüstert:
Quelle: Investing.com | DroneShield
Starke Gewinne, aber auch eine hohe Schwankungsbreite
Gegenüber dem Stand vor einem Jahr steht ein Plus von fast 160 Prozent zu Buche, das unterstreicht das grundlegend hohe Interesse an den Anteilen und der Drohnenabwehrtechnologie des Unternehmens. Die zwischenzeitlich hohe Schwankungsbreite legt aber schonungslos auch die Probleme offen.
Dazu gehören die hohe Unternehmensbewertung, die starke Abhängigkeit von der Handelsaktivität von Privatanlegerinnen und -anlegern sowie fragwürdige Management- und Offenlegungspraktiken. Vor allem im vergangenen Herbst musste die Aktie daher Federn lassen, wenngleich sie sich zwischenzeitlich gut erholen konnte.
Aktuell beherrscht ein Abwärtstrend das Kursgeschehen
Diese Erholung ist seit Mitte Januar jedoch spürbar ins Stocken geraten. Das lässt sich im Chart einerseits an niedrigeren Hochs sowie andererseits an den Abwärtstrends in den technischen Indikatoren ablesen. Vor allem im Relative-Stärke-Index (RSI) hatten bearishe Divergenzen im vergangenen Jahr für eine Trendwende gesorgt, während die Dynamikverluste jetzt den mittelfristigen Abwärtstrend der Aktie bestätigen.
In der vergangenen Woche hat sich dieser mit dem Unterschreiten der 50-Tage-Linie verschärft, was ein Verkaufssignal darstellt. Dazu kommt mit dem Unterschreiten der Nulllinie durch den Trendstärkeindikator MACD ein zweites. Gleichzeitig signalisiert der RSI mit knapp 36 Zählern technische Schwäche.
Technische Schwäche lässt weitere Verluste befürchten ...
Dadurch dürfte ein Aufsetzen auf der Unterstützung im Bereich von 3 Australischen Dollar (AUD; 1,84 Euro) kaum noch zu verhindern sein. Zwar bestehen hier grundsätzlich Rebound-Chancen, da die Aktie hier immer wieder auf Kaufinteresse gestoßen ist, doch die ausgeprägte technische Schwäche spricht eher für ein Unterschreiten.
Dadurch drohen Verluste bis zur 200-Tage-Linie bei rund 2,77 AUD (1,70 Euro) beziehungsweise bis zur Aufwärtstrendlinie bei 2,50 AUD (1,54 Euro). Bis zu deren Erreichen dürfte der RSI in den überverkauften Bereich abgerutscht sein, was eine Gegenbewegung immer wahrscheinlicher machen würde.
Tiefer als 2 AUD dürfte es allerdings kaum gehen
Bleibt eine solche jedoch aus, drohen Abgaben bis in den Bereich von 2,00 AUD (1,23 Euro). Hier allerdings würde die Unternehmensbewertung mit einem für 2027 geschätzten KGV von etwa 25 attraktiv werden, was das weitere Abwärtspotenzial begrenzen und für fundamentales Kaufinteresse sorgen dürfte.
Für neue Impulse zur Oberseite gilt es rasch die 50-Tage-Linie zurückzuerobern und die Abwärtstrendlinie bei rund 3,60 AUD (2,21 Euro) zu überwinden, was in einen Anstieg in Richtung 4,50 AUD (2,76 Euro) münden dürfte. Für dieses Szenario liefern aber weder der Chart noch die technischen Indikatoren aktuell belastbare Hinweise.
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Fazit: Verluste einplanen und Geduld mitbringen
Trotz eines übergeordneten Aufwärtstrends handelt die DroneShield-Aktie gegenwärtig in einem mittelfristigen Abwärtstrend. Dieser hat sich in der vergangenen Woche verschärft, sodass jetzt der Unterstützungsbereich bei 3,00 AUD ins Visier der Bären gerät.
Wird dieser unterschritten, was mit Blick auf die schwachen technischen Indikatoren wahrscheinlich ist, dürfte die Aktie weitere 10 bis 15 Prozent an Wert einbüßen und ihre Ausgangslage weiter verschlechtern. Der aktuelle Bear-Case ist ein Aufsetzen bei 2,00 AUD, was für Anlegerinnen und Anleger jedoch eine Einstiegschance bedeuten könnte.
Ohne eine klar erkennbare Bodenbildung ist die DroneShield-Aktie gegenwärtig jedoch kein Kauf. Wer bereits investiert ist, muss sich auf weitere Verluste einstellen und sollte für eine Erholung der Aktie einiges an Geduld mitbringen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross