Seit dem Jahreswechsel ist Buffett-Nachfolger Greg Abel für das Portfolio von Berkshire Hathaway verantwortlich – er setzt auf eine radikale Neuordnung.
Für dich zusammengefasst:
Warren Buffett legte zum Jahreswechsel sein Amt nieder.
Greg Abel hat zahlreiche Beteiligungen komplett verkauft.
Nach 55 Jahren an der Spitze von Berkshire Hathaway hat Investorenlegende Warren Buffett zum Jahreswechsel sein Amt niedergelegt und die Führung der Beteiligungsgesellschaft in die Hände seines langjährigen Vertrauten Greg Abel gelegt.
Dieser hatte es mit dem Umbau des Investmentportfolios offenbar eilig, wie die am Freitagabend an die Börsenaufsichtsbehörde SEC übermittelten 13F-Filings beweisen, denn auf zahlreichen Positionen gab es zum Teil gravierende Veränderungen.
Zahlreiche Positionen wurden im vergangenen Quartal komplett verkauft und geschlossen. Dazu gehören auch als nahezu unantastbar geltende Beteiligungen wie die beiden Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard.
Auch von der erst im vergangenen Jahr erworbenen Position auf den kriselnden US-Krankenversicherer UnitedHealth hat sich Abel getrennt. Viele dieser Beteiligungen wurden auf Betreiben von Todd Combs erworben, der Berkshire Hathaway im vergangenen Jahr überraschend verlassen und zur US-Großbank JP Morgan gewechselt hatte.
Es wurde auch aufgestockt und neu gekauft
Neben Komplettverkäufen wurden einige Positionen weiter verkleinert. Dazu gehören der Öl-Multi Chevron, die Bank of America und Nucor. Ungeachtet dessen belegen die Bank of America und Chevron nach dem Beteiligungswert noch immer die Positionen 4 und 6. Nucor hingegen ist auf einen Positionswert von unter einer Milliarde US-Dollar abgerutscht.
Kräftig aufgestockt hat Abel hingegen bei Alphabet, wo Class-C-Aktien im Wert von 1,03 Milliarden US-Dollar erworben wurden und die Position von Class-A-Aktien verdreifacht wurde. Neu sind außerdem die Beteiligungen an der Warenhauskette Macy's und der US-Airline Delta, für die 55,9 beziehungsweise 2,8 Milliarden US-Dollar verausgabt wurden.
Vor allem der Kauf von Delta Air Lines ist überraschend, denn Buffett selbst hatte in der Vergangenheit eingeräumt, dass Luftfahrtgesellschaften ein schwieriges Pflaster wären. Ebenfalls aufgestockt wurden die Beteiligung an der New York Times sowie am US-Hausbauer Lennar. Auch das ist inmitten steigender Anleiherenditen und explodierender Hypothekenzinsen ein überraschender Schritt.
Berkshire Hathaway bewegt noch immer die Kurse
Die Veränderungen im Depot von Berkshire Hathaway verfehlten ihre Wirkung in der US-Nachbörse nicht. Die beiden neuen Kandidaten Macy's und Delta Airlines legten im erweiterten Handel um 5,1 und 2,7 Prozent zu. Auch die New York Times und Lennar profitierten von den vergrößerten Positionen. Ihre Anteile kletterten um 2,9 und 1,3 Prozent.
Nicht zulegen konnte hingegen Alphabet, die Aktie büßte nach einem Minus von 1,1 Prozent im regulären Handel weitere 0,4 Prozent ein, und dass, obwohl die Veränderung hier unter dem Strich am größten ausfiel: Die Class-A-Position ist mit 22,95 Milliarden US-Dollar zur fünftgrößten Position aufgestiegen.
Die Berkshire-Hathaway-Aktie selbst ist gegenüber dem US-Gesamtmarktindex S&P 500 ein Underperformer. Hier stehen sich in den vergangenen 12 Monaten ein Minus von 4,9 Prozent sowie Zugewinne von 26,8 Prozent gegenüber. Auch auf Sicht mehrerer Jahre ist Berkshire Hathaway deutlich hinter die Gesamtmarktentwicklung zurückgefallen.
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