Tech-Klumpen im Depot? Dividenden könnten jetzt entlasten

Nicolas Ebert Nicolas Ebert
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Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.

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Nach der KI-Rallye suchen Anleger wieder Stabilität. Dividendenaktien bieten Cashflow, Qualität und laufende Erträge. Besonders europäische Banken rücken in den Fokus.
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Nach der starken Rallye rund um Künstliche Intelligenz suchen viele Anleger wieder nach mehr Stabilität im Depot. Marcus Weyerer, Director ETF Investment Strategy EMEA bei Franklin Templeton, sieht deshalb neue Chancen für Dividendenstrategien.

Dividendenaktien hätten sich über verschiedene Marktphasen hinweg als fester Bestandteil breit gestreuter Portfolios bewährt, erklärte Weyerer. Besonders interessant seien sie, wenn sie mit Qualitätskriterien wie soliden Bilanzen, stabilem Cashflow und nachhaltigen Ausschüttungen kombiniert würden.

Der Hintergrund ist die hohe Konzentration in großen Aktienindizes. Viele Kursgewinne wurden zuletzt von wenigen Mega-Cap-Technologiewerten getragen. Franklin Templeton bleibt zwar konstruktiv für Technologie und Künstliche Intelligenz. Gleichzeitig suchen viele Investoren aber nach breiterer Streuung.

Besonders Europa rückt stärker in den Blick

Laut Weyerer zeigen europäische Banken interessante Ausschüttungsprofile. Ihre Bilanzen seien in den vergangenen Jahren deutlich robuster geworden. Zudem könnten viele Institute ihre Dividenden 2026 weiter erhöhen.

Ein Unterschied zu den Vereinigten Staaten liegt in der Kapitalrückgabe. US-Banken setzen häufiger auf Aktienrückkäufe. Europäische Banken schütten dagegen oft einen größeren Teil ihrer Gewinne direkt als Dividende aus. Während viele US-Finanzinstitute Ausschüttungsquoten im niedrigen 30-Prozent-Bereich haben, erreichen zahlreiche europäische Banken 50 Prozent oder mehr.

Für Europa erwartet Franklin Templeton trotz eines schwierigen Umfelds moderates Dividendenwachstum. Banken und Versicherer bleiben profitabel. Die Autoindustrie hatte dagegen ein schwächeres Jahr.

Auch Barron’s sieht Dividendenaktien weiter als wichtigen Baustein. Der S&P 500 bietet zwar nur rund ein Prozent Dividendenrendite. In Bereichen wie Versorgern, Immobilienwerten, Pipelines sowie Kabel- und Telekommunikationsunternehmen seien aber Renditen von mehr als drei Prozent möglich.

Gleichzeitig seien Anleihen wieder attraktiver geworden. Russ Brownback von BlackRock hält die aktuellen Renditen im Verhältnis zur Inflation für interessant. 

Für Franklin Templeton sind Dividendenaktien und Anleihen keine direkten Konkurrenten. Anleihen liefern laufende Erträge. Dividendenstarke Unternehmen können ihre Ausschüttungen dagegen über die Zeit steigern.

Eine europäische Qualitätsdividendenstrategie im ETF-Mantel kommt laut Weyerer derzeit auf rund 4,5 Prozent Dividendenrendite. Ein hochwertiges Portfolio aus Euro-Unternehmensanleihen liefert etwa 3,5 Prozent.

Für Anleger zählt damit wieder mehr als nur Wachstum. In einem Markt, der stark von Künstlicher Intelligenz geprägt ist, gewinnen Cashflow, Dividendenqualität und solide Bilanzen wieder an Bedeutung.

Autor: Nicolas Ebert, sbh-Redaktion



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