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Renk-Aktie immer tiefer in der Krise: Brechen jetzt alle Dämme?

Die langfristigen Wachstumsziele überzeugen nicht, die Aktie von Panzergetriebehersteller Renk gibt am Donnerstag deutlich nach und verschärft die Korrektur.
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Renk: Neue Verluste nach Kapitalmarkttag

Für deutsche und europäische Rüstungswerte bleibt die Ausgangslage nach einer starken ersten Jahreshälfte angespannt. Zwar konnten sich Aktien wie Hensoldt, Renk und Rheinmetall im Oktober noch einmal auf neue Rekordnotierungen steigern, doch inzwischen stecken die Titel in hartnäckigen Korrekturen.

Vor allem für den Augsburger Panzergetriebehersteller Renk wird die Lage langsam brenzlig, denn nach den auf dem Kapitalmarkttag des Unternehmens vorgestellten langfristigen Ziele reagierten Anlegerinnen und Anleger mit Enttäuschung und ließen die Aktie am Donnerstag zwischenzeitlich auf den tiefsten Kurs seit Mitte Mai abstürzen.

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Verdreifachung der Erlöse und EBIT-Marge von 20 Prozent angepeilt

Bis 2030 will Renk einen Jahreserlös zwischen 2,8 und 3,2 Milliarden Euro erwirtschaften. Das würde gegenüber dem Ergebnis aus dem vergangenen Geschäftsjahr (1,1 Milliarden Euro) eine gewaltige Leistungssteigerung bedeuten.

Gleichzeitig soll die EBIT-Marge auf mehr als 20 Prozent klettern (von derzeit 16,6 Prozent auf bereinigter Basis). Das Unternehmen verweist hierfür einerseits auf wachsende Verteidigungshaushalte und andererseits den starken Auftragsbestand von aktuell 6,4 Milliarden Euro, der Renk mehr Preissetzungsmacht gegenüber Kunden verleiht.

Renk erwartet wachsende Bedeutung des Rüstungsgeschäfts

Mit Blick auf die Verteilung der zukünftigen Erlöse erwarten die Augsburger, dass der Anteil des Rüstungsgeschäfts bis 2030 von aktuell 74 Prozent auf 90 Prozent klettern wird. Dementsprechend soll das Zivilgeschäft künftig nur noch 10 Prozent zum Unternehmensumsatz beitragen. Aktuell sind es 26 Prozent.

Margenverbesserungen will der Konzern unter anderem mithilfe von Skaleneffekten bei der Ausweitung seiner Produktionskapazitäten erreichen. Auch Instandhaltungs- und Wartungsverträge im Rahmen von sogenannten Aftermarkt-Aktivitäten könnten künftig eine verstärkte Rolle. Das Unternehmen schätzt sein Umsatzpotenzial hier auf 3 bis 4 Milliarden Euro bis zum Jahr 2035.

Unternehmensumbau geplant, mehr Eigenständigkeit für neue Produkte

Um die angestrebten Wachstums- und Unternehmensziele zu erreichen, soll die aktuelle Konzernstruktur mit den Sparten Vehicle Mobility Solutions, Marine & Industrie und Slide Bearings (Gleitlager) umgestaltet werden.

Künftig sollen Land- und Marine-Systeme jeweils eigene Sparten bilden. Daneben ist eine Industriesparte sowie ein Segment "New Tech" geplant – dazu sollen beispielsweise unbemannte Bodenfahrzeuge gehören, die autonom agieren können sollen.

Jefferies bestätigt Kaufempfehlung, aber Enttäuschung am Aktienmarkt

Eine erste Einschätzung zur Vorstellung auf dem Kapitalmarkttag lieferte Chloe Lemaire von der US-Investmentbank Jefferies. Sie bekräftigte ihre Kaufempfehlung für die Aktie und beließ das Kursziel bei 80 US-Dollar. Lemaire gilt laut dem Vergleichsportal für Wall-Street-Expertinnen und -Experten TipRanks als eine der zuverlässigsten Analystinnen überhaupt.

Am breiten Markt zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Anlegerinnen und Anleger hatten angesichts der deutlich negativen Kursreaktion offenbar auf ambitioniertere Ziele und eine überzeugendere Strategie gesetzt. Zwischenzeitlich rauschten die Anteile um mehr als 6 Prozent in die Tiefe und fielen so auf den tiefsten Stand seit Mitte Mai.

Absturz unter 200-Tage-Linie, weitere Verluste zu befürchten

Charttechnisch sind die anhaltenden Verluste zu einem gewaltigen Problem geworden, denn Renk notiert inzwischen nicht mehr nur unter der 50-, sondern auch der 200-Tage-Linie. Damit verdichten sich die Anzeichen für einen nachhaltigen Abwärtstrend.

Dieser wird durch die Eintrübung der technischen Indikatoren RSI und MACD bestätigt, die in den vergangenen Monaten bereits für bearishe Divergenzen und damit ein potenzielles Trendwendesignal gesorgt hatten. Überverkauft ist die Aktie unterdessen noch nicht. Der RSI liegt auf Tagesbasis bei knapp 29 Punkten. Es könnte, ehe es zu einer ersten Gegenbewegung kommt, daher zu weiteren Verlusten kommen.

Fazit: Trotz -38 Prozent immer noch zu teuer

Gegenüber ihrem Allzeithoch hat die Renk-Aktie inzwischen zwar mehr als ein Drittel an Wert verloren. Aus einer Bewertungsperspektive ist sie damit allerdings kaum attraktiver geworden. Für das laufende Geschäftsjahr steht ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 57 zu Buche. Für 2026 und 2027 ist Renk mit rund dem 37- beziehungsweise 27-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet. Das liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt von etwa 20. Gleichzeitig ist die erwartete Cashflow-Rendite mit 3,4 bis 2027 äußerst dünn.

Für Anlegerinnen und Anleger gibt es daher aktuell kaum einen Grund, sich hier zu engagieren. Die Aktie steht charttechnisch unter Druck und hat wichtige Unterstützungen aufgegeben. Gleichzeitig sind die Anteile für den gebotenen Gegenwert schlicht zu teuer. US-Werte wie Northrop Grumman, Lockheed Martin und Huntington Ingalls Industries bieten aktuell deutlich mehr für weniger Geld.

Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross


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