Nach einer monatelangen Talfahrt zeigt sich bei der Aktie von Microsoft ein erstes Kaufsignal. Ist es für Anlegerinnen und Anleger an der Zeit zuzuschlagen?
Für dich zusammengefasst:
Microsoft hatte in den letzten Wochen Verkaufsdruck.
Die Aktie profitierte von einer Markterholung.
Microsoft ist aktuell ein Underperformer im Nasdaq 100.
Obwohl Microsoft mit seiner OpenAI-Beteiligung, der Cloud-Tochter Azure und Produkten wie Copilot im Mittelpunkt des KI-Booms steht, stand die Aktie in den vergangenen Wochen und Monaten unter anhaltendem Verkaufsdruck. Die Sorge vor einer Disruption durch KI-Tools machte auch vor Microsoft nicht Halt, während die OpenAI-Beteiligung vom Rückenwind zum Klotz am Bein wurde.
Investoren beginnen, die 850 Milliarden US-Dollar schwere Bewertung des KI-Startups zu hinterfragen, nachdem OpenAI im Geschäftskundenbereich deutlich hinter Anthropic zurückzufallen scheint und bei Privatkunden vor allem Alphabet mit Gemini aufgeholt hat. Eventuelle Bewertungsverluste müsste Microsoft aufgrund geänderter Regeln zu Rechnungslegung bilanzieren, was den Gewinn zu belasten droht.
Microsoft mit erstem Kaufsignal: Jetzt Rallye-Chance?
Nichtsdestotrotz konnte auch die Microsoft-Aktie von der Erholung am Gesamtmarkt profitieren, nachdem sich eine Friedenslösung im Iran-Konflikt abzeichnet. Gegenüber ihren jüngsten Tiefs bei rund 350 US-Dollar sind den Käuferinnen und Käufern bereits zweistellige Kursgewinne gelungen. Am Dienstag gelang mit dem Sprung über die 50-Tage-Linie sogar ein erstes prozyklisches Kaufsignal. Steht das Papier jetzt vor einer neuen Rallye?
Microsoft-Aktie: Vom Top- zum Underperformer
Mit einem Plus von 37,4 Prozent in den vergangenen 3 Jahren gehört die Microsoft-Aktie aktuell zu den Underperformern innerhalb der Technologiebranche – dem Nasdaq 100 gelang im selben Zeitraum ein Plus von 97,6 Prozent. Fairerweise muss allerdings festgestellt werden, dass die Underperformance vor allem auf die Kursschwäche in den vergangenen 6 Monaten zurückzuführen ist.
Nach einem Doppel-Top bei 550 US-Dollar sowie fortgesetzten bearishen Divergenzen in den technischen Indikatoren startete ein Abwärtstrend, der durch die KI- und Bewertungssorgen noch verstärkt wurde und zum Unterschreiten der gleitenden Durchschnitte führte, in denen es mit einem Death Cross zu einem Verkaufssignal gekommen war. Auch Horizontalunterstützungen hielten dem Druck nicht stand, sodass Microsoft schließlich auf das Tief aus dem Zoll-Crash im vergangenen Jahr fiel.
Überschaubare Erholung, aber großer Kraftaufwand
Dieses war zuletzt gleichbedeutend mit der Unterkante des Abwärtstrendkanals. Dieser Umstand trug mit den kurzfristigen bullishen Divergenzen im MACD sowie einem zwischenzeitlich überverkauften RSI zum Erfolg der aktuellen Erholung bei. Nun nährt der Sprung über die 50-Tage-Linie die Hoffnungen auf fortgesetzte Kursgewinne.
Allerdings sollten sich Anlegerinnen und Anleger von der Aktie aktuell nicht allzu viel versprechen. Erstens rückt mit 400 US-Dollar eine erste wichtige Widerstandszone näher, da hier neben einer horizontalen Hürde auch die Abwärtstrendoberkante liegt. Und zweitens ist der RSI nach dem Kraftakt der vergangenen Tage bereits wieder im fortgeschrittenen Bereich angelangt, was darauf hindeutet, dass den Bullen die Luft ausgehen könnte.
Mit Blick auf den MACD befindet sich die Aktie außerdem noch immer in einem technischen Abwärtstrend, da dieser noch nicht wieder über der Nulllinie notiert. Das macht zum gegenwärtigen Zeitpunkt wahrscheinlich, dass ein Ausbruchsversuch entweder scheitert oder sich als Fehlsignal entpuppt und ein Anstieg über 400 US-Dollar rasch wieder abverkauft werden könnte.
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