
Finanzbranche bislang mit schwacher Performance
Für Finanzwerte ist das Börsenjahr 2026 bislang nicht zufriedenstellend verlaufen. Der vielbeachtete Branchen-ETF Financial Select Sector von Anbieter State Street notiert gegenüber dem Jahreswechsel gegenwärtig mit einem Minus von 5,5 Prozent – und das trotz erster eintreffender, sehr starker US-Quartalszahlen wie jenen von BlackRock, JP Morgan oder auch Goldman Sachs.
Noch größer fielen die Verluste zuletzt bei der Deutschen Bank aus. Hier steht gegenüber dem Jahresauftakt ein Minus von rund 15 Prozent zu Buche. Zeitweise waren die Verluste noch deutlich höher. Für Verunsicherung innerhalb der Finanzbranche sorgen einerseits wachsende Risiken im Private-Equity-Bereich sowie ein Anstieg der Delinquenzraten insbesondere bei Verbraucherkrediten.
Gegenüber ihrem bisherigen Jahrestief bei rund 24 Euro haben die Frankfurter inzwischen 18 Prozent an Boden gutmachen können. Doch jetzt trifft die Aktie auf einen vorentscheidenden Widerstand. Versagen die Käuferinnen und Käufer hier, könnte das Papier schnell wieder den Rückwärtsgang einlegen.

Aktie erreicht nach Bodenbildung wichtigen Widerstand
Übergeordnet befindet sich die Deutsche-Bank-Aktie in einem mehrjährigen Aufwärtstrend. Die Performance kann sich trotz der jüngsten Korrektur mit einem Plus von 185 Prozent in 3 Jahren sehen lassen. Sie steht stellvertretend für ein Wiedererstarken europäischer Bankenwerte und erneuertem Investoreninteressen.
In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres war jedoch eine erhebliche Abschwächung der zuvor starken Dynamik zu beobachten. Zwar konnte die Aktie zum Jahreswechsel noch einmal auf neue Mehrjahreshochs klettern, allerdings fehlte die Unterstützung der technischen Indikatoren, sodass bearishe Divergenzen vorlagen.
Das führte schließlich zur Top-Bildung im Bereich von 34 Euro und dem Abwärtstrend der vergangenen Wochen. Dieser war folgenschwer, da die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) nicht nur Horizontalunterstützugnen, sondern auch die gleitenden Durchschnitte aufgab, in denen es darüber hinaus zu einem Death Cross und damit einem Verkaufssignal gekommen ist.
Erst im Bereich von 25 Euro zeigten sich die ersten Käuferinnen und Käufer, sodass hier eine U-förmige Bodenbildung gelungen ist. Die aber steht im Bereich von 27,50 bis 28,30 Euro vor einer erheblichen Herausforderung, da hier einerseits die 50-Tage-Linie sowie andererseits ein Horizontalwiderstand verlaufen.
Ein Erfolg des Anstiegsversuchs ist ungewiss
Gelingt ein Ausbruch, dürfte der Weg frei sein bis rund 30 Euro, wo ein weiterer Ausbruch dank neuer Kaufsignale für die Wiederaufnahme des übergeordneten Aufwärtstrends sorgen könnte. Scheitern die Bullen jedoch, droht ein erneuter Rücksetzer bis 25 Euro, wo der Aufwärtstrend besiegelt und ein neuer, übergeordneter Abwärtstrend starten könnte.
Die Ausgangslage ist aktuell völlig ungewiss. Ein Ausbruch wird befürwortet durch den Trendstärkeindikator MACD, der sich über die Nulllinie verbessern konnte und damit einen neuen (kurzfristigen) Aufwärtstrend anzeigt. Gleichzeitig ist der Relative-Stärke-Index bereits im fortgeschrittenen Bereich angelangt. Damit könnte es der Aktie an weiterem Aufwärtspotenzial fehlen gerade in einem Moment, wo sie darauf angewiesen wäre.
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Fazit: Abwarten und wachsam bleiben
Bereits investierten Anlegerinnen und Anlegern bleibt daher gegenwärtig nur das Abwarten. Für Kurse nachhaltig über 28,30 und 30,00 Euro ist Aufatmen und Dabeibleiben angesagt, für Notierungen unterhalb von 25 Euro (mindestens auf Wochenschlusskursbasis) sollte dagegen der Verkauf erwogen werden, um weitere Verluste zu vermeiden.
Wer an einem Einstieg interessiert ist, sollte die Aktie entweder im Bereich von 25 Euro einsammeln, wenn ein eventueller Pullback hier erneut aufgefangen werden sollte. Alternativ wird der Ausbruch über die 50-Tage-Linie sowie den GD200 gekauft und prozyklisch agiert. Akut besteht jedoch kein Handlungsbedarf.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
