Microsoft-Aktie: Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr!
Max Gross
Max Gross
Max Gross verfügt über langjährige Börsenerfahrung, davon fünf Jahre als Redakteur bei einem der führenden Anlegermagazine Deutschlands. Für ARIVA.DE bereitet er Markt- und Unternehmensentwicklungen fundiert, praxisnah und mit klarem Fokus auf Anlageentscheidungen auf. Sein Schwerpunkt liegt auf US-Aktien, Dividendenwerten und Value-Titeln. Ziel seiner Arbeit ist es, Anlegerinnen und Anlegern relevante Informationen, konkrete Investmentideen und belastbare Impulse für den langfristigen Vermögensaufbau zu liefern. Dafür setzt er auf die Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse.
Einmal mehr stehen am Donnerstag Software-Aktien, darunter auch Microsoft, unter Druck – eine der schlimmsten Befürchtungen der Branche wird jetzt wahr.
Für dich zusammengefasst:
Microsoft und andere Software-Unternehmen zeigen Rückgänge.
Starbucks plant Entwicklung eigener KI-Tools zur Kostensenkung.
Microsoft und IBM-Anteile gaben nach Starbuck-News nach.
Software-Aktien unter Druck: Disruption befürchtet
Schon seit Monaten geht es für die Anteile von Software- und Clouddienstleistungsunternehmen steil bergab. Konzerne wie Microsoft, SAP und ServiceNow, so die Befürchtungen der Expertinnen und Experten, könnten künftig deutlich weniger zuverlässig wachsen als noch in den vergangenen Jahren, da immer leistungsfähigere KI-Agenten Software maßgeschneidert für die Bedürfnisse von Unternehmenskunden programmieren und implementieren können.
Bislang haben sich diese Befürchtungen kaum bewahrheitet. Einzelne Software-Unternehmen, darunter solche vom Abverkauf besonders stark betroffene, zeigten sogar eine Wachstumsbeschleunigung. Dazu gehörten beispielsweise Adobe und Salesforce, die eigentlich als besonders stark gefährdet gelten.
Von der befürchteten Disruption war bislang also wenig zu sehen. Das hat Analystinnen und Analysten immer wieder dazu ermutigt, ihre Kaufempfehlungen für Software-Aktien zu bekräftigen. Auch Anlegerinnen und Anleger griffen gerne zu.
Doch eine zunächst unscheinbare Meldung vom Donnerstagmittag könnte den Sorgen um die kreative Zerstörung von Geschäftsmodellen neuen Auftrieb verleihen – ausgerechnet von einem Konzern, der mit KI so gar nicht in Verbindung zu stehen scheint.
Laut einem Bericht des Finanznachrichtendienstleisters Bloomberg plant der Kaffeeröster Starbucks die Entwicklung eigener KI-Tools mit dem Ziel, gegenwärtig von Microsoft und IBM genutzte Anwendungen zu ersetzen. Bloomberg beruft sich auf eine interne Unternehmenspräsentation.
Starbucks will bei Ausgaben für Microsoft und IBM sparen
Gegenwärtig steuert Starbucks mithilfe von Microsoft-Software seinen Waren- und Inventarbestand. Mithilfe von IBM-Anwendungen wird die Instandhaltung geplant. Laut Aussagen von Technologie-Vorstand Anand Caradarajan gibt Starbucks jährlich rund 400 Millionen US-Dollar für Software-Lizenzen aus. Er sieht hier großes Einsparungspotenzial.
Insgesamt will Starbucks in den kommenden Jahren bis zu 2 Milliarden US-Dollar einsparen. Den Rotstift bei Software-Erlösen anzusetzen und auf Inhouse-Entwicklungen zu setzen, soll nur ein Baustein der Kostensenkungen sein.
Branchenwerte nur dank Oracle und Cybersecurity im Plus
Die Pläne von Starbucks verfehlten ihre Wirkung nicht. Die unmittelbar betroffenen Anteile von Microsoft und IBM gaben am späten Donnerstagnachmittag knapp 2 beziehungsweise 3 Prozent nach. Auch andere Software-Aktien gerieten dadurch unter Druck. ServiceNow büßte zeitweise rund 6 Prozent ein, während sich SAP mit Verlusten von bis zu 2,5 Prozent am Ende des DAX einfinden musste – nur Rheinmetall handelte noch schwächer.
Vom branchenweiten Abverkauf unbeeindruckt zeigten sich dagegen Oracle sowie Cybersecurity-Werte. Mit deren Hilfe gelang dem vielbeachteten Branchen-ETF iShares Expanded Tech-Software Sector trotzdem ein Plus von 0,5 Prozent.
Fazit: Die Versuchung ist groß, doch Anleger sollten ihr widerstehen
Lange schien es, als wären die Vorbehalte und Sorgen gegenüber der Softwarebranche übertrieben, doch der überraschende Vorstoß von Starbucks beweist, dass Unternehmenslenkerinnen und -lenker großes Einsparpotenzial bei Softwarelizenzen sehen und jetzt genau den befürchteten Schritt gehen, Eigenentwicklungen voranzutreiben.
Folgen dem Beispiel von Starbucks künftig weitere Konzerne, dürfte der Druck auf die Software-Branche und die Unternehmensanteile weiter zu nehmen. Die Branche antizyklisch zu kaufen, erscheint angesichts deutlich zurückgekommener Unternehmensbewertung aktuell zwar verlockend, könnte aber zum Griff ins fallende Messer werden.
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