Nach dem Glyphosat-Erfolg: Jetzt nimmt Bayer den Schuldenberg ins Visier

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Bayer hat im zweiten Quartal die Markterwartung klar übertroffen, getragen von einer besonders starken Agrarsparte. Nach dem Erfolg vor dem US-Supreme-Court im Glyphosat-Streit rückt jetzt der Schuldenabbau in den Fokus.
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Bayer hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Der Umsatz stieg organisch um 2,2 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro, das bereinigte EBITDA legte um 1,9 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu. Damit lag der Konzern rund zwei Prozent beim Umsatz und sogar elf Prozent beim Ergebnis über den Markterwartungen. Die Jahresprognose bestätigte das Management unverändert.

Zugpferd war erneut die Agrarsparte Crop Science, die knapp 45 Prozent zum Konzernumsatz beiträgt und um 3,5 Prozent wuchs. Besonders stark entwickelte sich Sojasaatgut mit einem Plus von 17 Prozent, begünstigt durch die Rückkehr des Unkrautvernichters Dicamba in den USA. Glyphosat-Herbizide legten dank höherer Preise in Europa um 13 Prozent zu. Das Segment-EBITDA sprang um rund 30 Prozent auf 902 Millionen Dollar (Dollarkurs), die Marge kletterte auf 18,4 Prozent. Für das zweite Halbjahr rechnet Bayer (Bayer Aktie) aber mit schwächerem Wachstum, da die Prognose für Crop Science nicht angehoben wurde.

Consumer Health wuchs nur um 1,5 Prozent, belastet durch einen schwachen US-Markt und eine milde Erkältungssaison, das Segment-EBITDA sank um 3,6 Prozent. Im Pharmageschäft glich Krebsmedikament Nubeqa mit einem Plus von 64 Prozent den Rückgang bei Xarelto und Eylea aus, die unter Generikakonkurrenz leiden. Das Pharma-EBITDA blieb mit 1,1 Milliarden Euro stabil.

Wichtiger als die Zahlen dürfte die juristische Entwicklung sein. Im Juni entschied der US Supreme Court zugunsten von Bayer in den Glyphosat-Klagen und schützte den Konzern vor künftigen Klagen wegen fehlender Warnhinweise. Die Vergleichssumme von 7,25 Milliarden Dollar soll im September final bestätigt werden.

Werte aus dem Artikel:
Bayer Aktie 48,71 € -0,29%

Damit rückt nun der Schuldenabbau in den Vordergrund. Bereits im Juli bündelte Bayer sein US-Glyphosatgeschäft in der neuen Gesellschaft Ruveon LLC und verkaufte eine Minderheitsbeteiligung am Verhütungsmittelgeschäft an Finanzinvestor Apollo für drei Milliarden Euro.

Die Baader Bank bestätigt ihre positive Einschätzung zu Bayer und nennt ein Kursziel von 53,50 Euro. Die Analysten verweisen auf die starke Marktstellung in Crop Science, die Stabilität bei Consumer Health und die erwartete Erholung im Pharmageschäft. Auch eine mögliche Abspaltung der Agrarsparte gilt als denkbarer Weg, um zusätzlichen Wert für Aktionäre freizusetzen.


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