Höchste Rendite seit 2002: Mit diesem Trick holen Sparer mehr Zinsen raus
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert
Nicolas Ebert steht für kompakte Nachrichten mit einem sicheren Gespür für relevante Marktthemen. Nach über 6 Jahren für wallstreetONLINE und ariva.de im Einsatz fühlt sich der Berliner in der Finanzwelt wie zu Hause. Seine Inhalte reichen querbeet von Value-Titeln und den Märkten in Asien über die US Big-Techs bis hin zu aktuellen Top-Performern auf dem globalen Börsenparkett. So entstehen informative News, die Anlegern echten Halt geben.
Langlaufende US-Staatsanleihen rentieren so hoch wie seit 2002 nicht mehr. Sparerinnen und Sparer wittern eine Chance: Mit einer simplen Leiter holen sie mehr Zinsen aus dem Bargeld. Doch es gibt einen Haken.
Für dich zusammengefasst:
Die zehnjährige US-Staatsanleihe rentierte über 5,29 Prozent.
Die 30-jährige Anleihe erreichte eine Rendite von 5,6 Prozent.
Die amerikanische Notenbank hob den Leitzins Mitte September an.
Am Anleihemarkt der Vereinigten Staaten brennt es. Am Dienstag stieg die Rendite der zehnjährigen Staatsanleihe im Tageshoch über 5,29 Prozent. Die 30-jährige Anleihe rentierte mit rund 5,6 Prozent so hoch wie zuletzt 2002. Steigende Ölpreise schüren die Angst vor Inflation.
Für Sparerinnen und Sparer hat der Ausverkauf eine gute Seite. Wie der Finanzsender CNBC berichtet, holen sie mit einer Leiter aus kurzlaufenden Schatzwechseln mehr Zinsen aus ihrem Bargeld. Vince DeCrow, Gründer von Rise Investments in Chicago, spricht von einer "hervorragenden Gelegenheit".
So funktioniert die Leiter
Anlegerinnen und Anleger kaufen mehrere Schatzwechsel mit Laufzeiten von bis zu einem Jahr und staffeln die Fälligkeiten. Läuft ein Papier aus, fließt das Geld in einen neuen Schatzwechsel am Fuß der Leiter. Am Dienstag rentierten dreimonatige Papiere mit rund 4,2 Prozent, zwölfmonatige mit mehr als 4,5 Prozent.
So entsteht ein regelmäßiger Geldfluss. Wer etwa in zwei bis drei Jahren ein Haus anzahlen wolle, brauche die Gewissheit, dass das Geld dann bereitliege, erklärt DeCrow. Bis dahin soll es Zinsen abwerfen.
Notenbank dreht an der Zinsschraube
Rückenwind liefert die amerikanische Notenbank. Mitte September hob sie den Leitzins erstmals seit 2023 an. Händler halten einen weiteren Schritt im Oktober für wahrscheinlich. In diesem Umfeld streut die Leiter das Zinsrisiko.
Wer die Papiere bis zur Fälligkeit hält, sitzt Kursschwankungen aus und legt frei werdendes Geld zu höheren Sätzen an. "Anleger wissen, was sie erhalten werden und wann sie es erhalten", sagt Cooper Howard vom Schwab Center for Financial Research.
Längere Leiter, höheres Risiko
Wer die Leiter auf Laufzeiten jenseits von fünf Jahren ausdehnt, nimmt mehr Zinsrisiko in Kauf. Als Ergänzung eignen sich laut Howard Kommunalanleihen. US-amerikanische Sparerinnen und Sparer genießen zudem einen Steuervorteil, weil Bundesstaaten und Gemeinden die Zinsen auf Schatzwechsel nicht besteuern. Ganz ohne Pflege läuft die Leiter nicht, doch digitale Werkzeuge nehmen laut Howard einen Teil der Arbeit ab.
Fazit
Die Zinsleiter ist kein Renditeturbo. Sie liefert aber planbare Erträge und macht steigende Zinsen zum Verbündeten. Hiesige Anlegerinnen und Anleger tragen allerdings das Währungsrisiko des US-Dollars und gehen beim Steuervorteil leer aus. Wer im Euro bleiben will, baut das Prinzip mit gestaffeltem Festgeld oder kurzlaufenden Bundeswertpapieren nach.
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