Gold-Crash – warum Morgan Stanley trotzdem bullish bleibt
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer
Ferdinand Hammer ist seit 2017 als Finanzjournalist tätig. Vor seinem Wechsel in den Börsenjournalismus arbeitete er unter anderem für das Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG). Seine Themenschwerpunkte sind ESG-Investments, US-Technologiewerte und E-Autoaktien.
Gold hat binnen sechs Monaten rund zehn Prozent verloren. Morgan Stanley bleibt trotzdem bullish. Drei Faktoren könnten den Goldpreis stützen. Und bei einer wichtigen Marke sieht die Strategin besonders starken Rückhalt.
Für dich zusammengefasst:
Gold verlor in den letzten sechs Monaten rund zehn Prozent.
Zentralbanken kauften im Juli netto 23 Tonnen Gold.
Chinas Goldimporte lagen in den ersten acht Monaten bei über 1.000 Tonnen.
Gold verliert an Glanz – zumindest was den Kurs betrifft. In den letzten sechs Monaten gab das Edelmetall rund zehn Prozent nach. Anfang dieser Woche näherte es sich einem Siebenwochentief. Amy Gower, Leiterin der Metall- und Bergbaustrategie bei Morgan Stanley, bleibt jedoch auf Sicht von zwölf Monaten positiv. Im CNBC-Interview nennt sie drei Gründe.
Der erste ist die Nachfrage nach physischem Gold. Zentralbanken kauften im Juli netto 23 Tonnen, wie aus Daten des World Gold (Goldkurs) Council hervorgeht. Gower verweist dabei auf China mit 20 Tonnen und Polen mit acht Tonnen. Chinas gesamte Goldimporte, die auch die private und institutionelle Nachfrage abbilden, lagen in den ersten acht Monaten bei über 1.000 Tonnen. Laut Gower steuern sie auf den höchsten Stand seit 2017 zu.
Zweitens bleiben Sorgen um Staatsschulden und tragfähige öffentliche Finanzen ein Argument für Gold. Höhere Anleiherenditen belasten das Metall zwar, da es keine laufenden Zinsen zahlt. An den Märkten wachsen zudem die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank. Gower sieht jedoch ein mögliches Gegenszenario: Eingriffe am Markt für lang laufende Anleihen könnten die Renditen wieder drücken.
Drittens könnte ausgerechnet eine Entspannung im Nahen Osten helfen. US-amerikanische und iranische Vertreter führen Medienberichten zufolge getrennte Gespräche mit Vermittlern über eine Lösung des seit sieben Monaten andauernden Konflikts. Eine schnelle Deeskalation könnte Öl verbilligen. Im September erholten sich die Rohölexporte der Region laut Kpler auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn. Sinken dadurch die Inflationserwartungen, könnten Zinsen wieder nachgeben – und Gold könnte davon profitieren.
Gower rechnet weiterhin mit Schwankungen. Für Anleger nennt sie aber eine konkrete Marke: 4.000 US-Dollar betrachtet sie als starke Unterstützung.
Autor: Ferdinand Hammer, SBH-Redaktion
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