- Die Netflix-Aktie fiel auf unter 64 US-Dollar.
- Im dritten Quartal verdiente Netflix 87 US-Cent je Aktie.
- Die Aktie hat seit Jahresbeginn rund 30 Prozent verloren.
- Energiekrise als Kurstreiber:
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Nicolas Ebert Netflix liefert solide Zahlen, doch die Börse straft die Streaming-Aktie ab. Die Aktie fiel am Mittwoch zeitweise auf unter 64 US-Dollar. So billig war sie zuletzt im August 2024. Viele Analysten raten nun zum Einstieg. Die Reaktion des Marktes sei übertrieben, heißt es an der Wall Street.
Zahlen: Gewinn top, Werbung flop
Im dritten Quartal verdiente der Streamingriese 87 US-Cent je Aktie. Analysten hatten laut LSEG mit 82 US-Cent gerechnet. Der Umsatz traf mit 12,87 Milliarden US-Dollar genau die Erwartungen. Das Plus von knapp zwölf Prozent ist allerdings das kleinste seit drei Jahren. Die operative Marge kletterte auf 34,6 Prozent.
Den Ärger lieferte die Werbung. Netflix rechnet für 2026 nur noch mit rund 2,7 statt drei Milliarden US-Dollar Werbeumsatz. Neue Werbeformate und die Anbindung einiger Werbekunden hätten länger gedauert, erklärte das Management laut Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie). Den Jahresumsatz erwartet Netflix nun bei 51,1 Milliarden US-Dollar, am unteren Ende der bisherigen Spanne. Für das vierte Quartal peilt der Konzern 13,44 Milliarden US-Dollar an, etwas weniger als erwartet.
Analysten: Kaufen statt verkaufen
Die meisten Experten bleiben gelassen. Barclays hält die Reaktion des Marktes für übertrieben hart. Morgan Stanley lobt den Stellenabbau und den Wechsel an der Spitze der Inhaltesparte als entschlossenes Handeln.
Nicht alle teilen den Optimismus. Needham stufte die Aktie auf Halten ab. Analystin Laura Martin fürchtet, dass wachsende Konkurrenz die Margen drückt und das Wachstum bremst.
Netflix-Aktie: Fast ein Drittel weg
Seit Jahresbeginn hat die Aktie um die 30 Prozent verloren. Damit ist sie deutlich günstiger geworden. Das zeigt das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Wer heute einsteigt, zahlt rund 18 US-Dollar für jeden US-Dollar Gewinn. Bliebe der Gewinn gleich, hätte sich der Kaufpreis nach etwa 18 Jahren verdient.
"Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 20 halten wir die Bewertung für ein Unternehmen mit weltweit mehr als 300 Millionen zahlenden Abonnenten für moderat", schreibt Jessica Reif Ehrlich von der Bank of America. Sie rät zum Kauf und sieht das Kursziel bei 90 US-Dollar. Allein im dritten Quartal kaufte Netflix Aktien für rund 4,8 Milliarden US-Dollar zurück.
Fazit
Netflix wächst langsamer, verdient aber deutlich mehr als vor einem Jahr. Die Werbeschwäche wirkt laut mehreren Analysten eher wie ein Zeitproblem als wie ein Nachfrageproblem. Nach dem Absturz ist die Aktie so günstig bewertet wie lange nicht. Wer Geduld mitbringt, bekommt einen Marktführer zum Rabattpreis. Die Konkurrenz bleibt aber das größte Risiko.
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