Eine Boeing in der Luft.
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Boeing unter Druck: Ein Wendepunkt, den Anleger jetzt nicht ignorieren sollten

Arlington — Der kriselnde Flugzeugbauer Boeing (Boeing Aktie) muss die Auslieferung seines Großraumjets 777X um ein weiteres Jahr verschieben; die erste Maschine soll nun erst 2027 an ihre Erstkundin, die Deutsche Lufthansa, ausgeliefert werden. Die erneute Verzögerung schlägt bei Boeing mit weiteren 4,9 Milliarden US-Dollar (4,2 Mrd Euro) zu Buche und hat den Hersteller damit insgesamt schon fast 16 Milliarden Dollar (Dollarkurs) gekostet.

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Marktreaktion und Quartalszahlen

Die Neuigkeiten wurden an den Finanzmärkten zunächst negativ aufgenommen: Die Boeing-Aktie verlor im vorbörslichen US-Handel rund ein Prozent. Boeings Quartalsverlust von 5,3 Milliarden Dollar fiel deutlich höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet.

Gleichzeitig konnte Boeing überraschend den Abfluss von Barmitteln stoppen: Mit rund 200 Millionen Dollar fiel der bereinigte freie Mittelfluss im dritten Quartal sogar positiv aus, während Experten einen weiteren Abfluss erwartet hatten. Der Umsatz legte unerwartet stark um 30 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar zu.

Auslieferungen und Produktion

Die gestiegene Zahl ausgelieferter Flugzeuge trug maßgeblich zur besseren Liquiditätslage bei. So übergab der Hersteller im dritten Quartal 160 Passagier- und Frachtjets an seine Kunden, 38 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellte die Boeing-Produktion nach einem gefährlichen Zwischenfall unter intensive Kontrolle und verbot dem Hersteller, pro Monat mehr als 38 Maschinen der Reihe herzustellen. Entsprechend stark ging die Zahl der Flugzeugauslieferungen 2024 zurück. Seit im Sommer 2024 Kelly Ortberg die Führung des Konzerns von David Calhoun übernahm, darf Boeing die Produktionsrate seiner 737-Reihe wieder auf monatlich 42 Exemplare hochfahren.

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Ursachen: Zwischenfall und frühere Krisen

Anfang 2024 hatte ein Boeing-Mittelstreckenjet vom Typ 737 Max im Flug ein türgroßes Rumpfteil verloren. Passagiere und Besatzung entgingen nur mit Glück einer Katastrophe. Dieser Zwischenfall verschärfte die Krise des Konzerns und führte zu verschärfter Aufsicht durch die FAA.

Schon im Jahr 2019 war Boeing nach dem Absturz zweier Maschinen vom Typ 737 Max mit insgesamt 346 Toten in eine schwere Krise geraten. Das Modell durfte daraufhin mehr als 20 Monate lang weltweit nicht mehr abheben. Zugleich verlor der Konzern seine Position als weltgrößter Flugzeugbauer an den europäischen Hersteller Airbus.

Nach technischen Verbesserungen wurden die Flugverbote zwar aufgehoben, doch weitere Qualitätsmängel bei dem Modell und dem Langstreckenjet 787 "Dreamliner" machten Boeing in den folgenden Jahren zu schaffen. Der Zwischenfall mit dem verlorenen Rumpfteil warf den Konzern erneut zurück.

Stand der 777X-Entwicklung

Die Schwierigkeiten bei der Entwicklung und der Zulassung der 777X sind noch nicht ausgestanden. Die 777X ist die modernisierte Variante von Boeings langjährigem Verkaufsschlager 777, der auch in seiner Variante als Frachtjet stark gefragt ist. Das Flugzeug ist der größte zweistrahlige Passagierjet der Welt.

Dank sparsamerer Triebwerke des Herstellers GE Aerospace, neuartigen Tragflächen und anderen Verbesserungen soll er deutlich weniger Treibstoff verbrauchen als seine Vorgängerin. Fünf bereits fertige Maschinen absolvieren inzwischen Testflüge, doch wichtige Zulassungen lassen weiter auf sich warten. Bei Boeing zeigte sich die Unternehmensführung enttäuscht über die teure Verzögerung. Bei der Lufthansa (Lufthansa Aktie) dürfte man sich kaum überrascht zeigen: Vorstandschef Carsten Spohr plant Insidern zufolge vorerst ohnehin ohne den Flugzeugtyp, auf den er schon seit Jahren vergeblich wartet.

Wettbewerb

Konkurrenzmodell der Boeing 777X ist der Airbus A350, vor allem in seiner Langversion A350-1000. Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will seine Quartalszahlen am Mittwochabend nach Börsenschluss vorlegen.

Fazit für Anleger

Die Nachrichten zur weiteren Verzögerung der 777X und die erneut tiefroten Quartalszahlen erhöhen das Risiko für kurzfristige Kursvolatilität bei Boeing. Anleger sollten die Entwicklung der Zulassungen, die nächsten Quartalszahlen und die Entwicklung des freien Mittelflusses genau verfolgen. Eine konservative Strategie wäre, vorerst auf eine Stabilisierung der Zulassungs- und Produktionslage zu warten oder die Positionen nur schrittweise und mit enger Risikokontrolle (Stopp-Loss, Positionsbegrenzung) anzupassen. Langfristig bleibt die Aktie abhängig von der Fähigkeit des Managements, Qualitätsprobleme dauerhaft zu beheben und Lieferungen planmäßig zu steigern.

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