Server-Rallye: Super Micro, HP und Lenovo im Sog von Dells Mega-Quartal

Julian Schick Julian Schick
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Julian Schick schreibt seit 2020 über die Themen, die Anleger bewegen – mit einem besonderen Fokus auf Aktienanalysen, Dividendenstrategien und ETFs. Der ausgebildete Journalist absolvierte die Kölner Journalistenschule und sammelte Erfahrungen unter anderem beim Handelsblatt, der Financial Times Deutschland sowie Euronews und WDR5. Für Ariva bringt er fundiertes Marktwissen und einen klaren Blick für das Wesentliche mit.

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Server in einem Rechenzentrum. (Symbolfoto)
© gopixa / iStock / Getty Images Plus / Getty Images www.gettyimages.de
Dells Quartalszahlen schlagen alle Erwartungen, und die Kursgewinne schlagen auch auf weitere Branchenwerte durch. Was hinter dem breiten Anstieg im Server- und PC-Sektor steckt.
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Die starken Earnings von Server-Spezialist Dell haben am Freitag den gesamten Hardware-Sektor nach oben gerissen. Die Aktie des texanischen Technologieriesen legte vorbörslich rund 38 Prozent zu, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 Zahlen vorgelegt hatte, die Analysten weit hinter sich ließen.

Der Gewinn je Aktie stieg im Jahresvergleich auf mehr als das Dreifache, getragen von starker Nachfrage nach PCs, Speicherlösungen und vor allem KI-Servern, deren Umsatz sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu verzehnfacht hat.

Der Rückenwind erfasste sofort die Konkurrenz: Hewlett-Packard Enterprise gewann vorbörslich gut 16 Prozent, Super Micro Computer rund 10 Prozent, IBM über 5 Prozent. In Hongkong legte Lenovo zeitweise um 22 Prozent zu.

Bei Super Micro kommen noch eigene Nachrichten hinzu. Der Spezialist für KI-Serverinfrastruktur hatte am 28. Mai mitgeteilt, eng mit taiwanischen Behörden zusammenzuarbeiten, um die illegale Umleitung von Servertechnologie in den chinesischen Markt zu unterbinden. Dabei wurden drei Verdächtige festgenommen und fünfzig beschlagnahmte Server sichergestellt, die ursprünglich über einen autorisierten Wiederverkäufer vertrieben worden waren.

Werte aus dem Artikel:

Das Unternehmen betonte, der Erstkauf sei über einen Prüfprozess abgewickelt worden, der über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgegangen sei. Das Problem entstand erst in nachgelagerten Handelsstufen. "Super Micro setzt sich für den Schutz unserer fortschrittlichen Technologien ein und ist stolz darauf, bei dem jüngsten Vorfall eng mit den taiwanischen Behörden zusammengearbeitet zu haben", erklärte das Unternehmen. Der Markt wertete die proaktive Kooperation als positives Signal für Compliance und Verlässlichkeit.

Super Micro ist aktuell besonders stark gefragt: Hyperscaler wie Amazon (Amazon Aktie), Microsoft und Google (Alphabet A Aktie) schrauben ihre Investitionspläne für Rechenzentren weiter nach oben. NVIDIA-Chef Jensen Huang hat öffentlich KI-Infrastrukturausgaben von drei bis vier Billionen US-Dollar jährlich bis zum Ende des Jahrzehnts in Aussicht gestellt, eine Zahl, die inzwischen als Orientierungsgröße durch alle Analystenpräsentationen geistert. Der Markt dreht deshalb weg von KI-Software und hin zu den Ausrüstern: Serverhersteller, Speicherchiplieferanten, Netzwerkkomponenten.

Super Micro ist seit Jahresbeginn bereits rund 43 Prozent im Plus, nachdem das Papier zuvor wegen Margenproblemen unter Druck gestanden hatte. SanDisk, der NAND-Flash-Spezialist, der KI-Training und -Inferenz mit Speicherkapazität versorgt, legte 2025 bisher sogar über 600 Prozent zu. Analystenhaus Bernstein hatte sein Kursziel für SanDisk zuletzt von 300 auf 580 US-Dollar fast verdoppelt, mit Verweis auf die strukturelle Knappheit bei KI-Speicher.

Autor: Julian Schick



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