Die italienische Bank unter dem umtriebigen CEO Andrea Orcel hat kürzlich einen Teil ihrer Derivate in Aktien gewandelt und hält nun etwa 20 Prozent der Commerzbank-Aktien. Ein weiterer Schritt könnte folgen, bei dem die restlichen Derivate – die etwa 9 Prozent des Unternehmens ausmachen – ebenfalls in Aktien umgewandelt werden. In diesem Fall würde UniCredits Anteil auf rund 29 Prozent steigen, was allerdings keine Pflicht zur Abgabe eines Übernahmeangebots nach sich zieht. Erst ab einem Anteil von 30 Prozent muss Unicredit den anderen Aktionären ein Übernahmeangebot unterbreiten.
Dennoch erwartet Philipp Häßler, Analyst bei der DZ Bank, dass ein solches Übernahmeangebot vorerst nicht kommen wird. Der Widerstand gegen eine mögliche Übernahme der Commerzbank (Commerzbank Aktie) durch Unicredit sei nach wie vor groß. Dies betrifft nicht nur das Management und die Mitarbeiter der Commerzbank, sondern auch die Gewerkschaften und die deutsche Politik. Alle haben sich gegen eine solche Übernahme ausgesprochen, was laut Häßler eine grundlegende Veränderung der Situation eher unwahrscheinlich macht – selbst wenn UniCredit-CEO Andrea Orcel bereit wäre, Zugeständnisse zu machen.
Ein weiteres Argument, das gegen ein baldiges Übernahmeangebot spricht, ist die Tatsache, dass UniCredit mit einem Anteil von knapp 30 % bereits eine Sperrminorität innehat. Das bedeutet, dass UniCredit in der Lage ist, Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Commerzbank zu nehmen, ohne zwingend die vollständige Kontrolle übernehmen zu müssen. Zudem bietet die attraktive Dividendenrendite der Commerzbank von aktuell 2,8 Prozent für UniCredit wenig Anreiz, schnell zu handeln. Die Rendite ist für die Bank aufgrund ihres deutlich niedrigeren Einstandspreises sogar noch lukrativer.
Sollte Unicredit dennoch ein Übernahmeangebot machen, erwartet Häßler keine signifikante Prämie. Er stellt infrage, ob eine Übernahme für UniCredit noch finanziell sinnvoll wäre, wenn sie den freien Aktionären mehr als 30 Euro je Aktie bieten würde. Eine solch hohe Prämie könnte die Übernahme aus finanzieller Sicht unattraktiv machen.
| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
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20
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| Fallender Kurs |
Put
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5
|
10
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20
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Auf Basis der aktuellen Zahlen stufen die Analysten der DZ Bank die Commerzbank-Aktie als fair bewertet ein. Mit einem Kurs/Buchwert-Verhältnis von 1,0 und einer Eigenkapitalrendite von 10,3 Prozent für das Jahr 2026 sehen sie keinen Anlass für eine weitere Kurssteigerung.
Angesichts der starken Kursentwicklung von rund 80 Prozent Plus im laufenden Jahr gehört die Commerzbank-Aktie zwar zu den besten Bankwerten in Europa, doch ohne ein Übernahmeangebot von Unicredit sehen die Analysten das Potenzial für weitere Kursgewinne als begrenzt an. Daher wird die Aktie von Kaufen auf Halten herabgestuft, mit einem unveränderten Fair Value von 28 Euro.
Autor: Ariva-Redaktion
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