- Bayer kämpft mit den Folgen der Monsanto-Übernahme.
- Die Erlöse fielen um 3,1 Prozent auf 9,66 Milliarden Euro.
- Der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wurde bestätigt.
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Bayer kommt nach wie vor nur langsam aus der Krise
Der einstige deutsche Vorzeigekonzern Bayer kommt nur schwer aus der Krise. Noch immer kämpfen die Leverkusener mit den Folgen der Monsanto-Übernahme. Außerdem entwickelten sich die Geschäfte zuletzt auch in anderen Segmenten schwach, so zum Beispiel in der Agrarchemie-Sparte.
Zwar konnten sich die Anteile in der ersten Jahreshälfte deutlich von ihren Mehrjahrestiefs erholen, doch in den vergangenen Wochen ist das Kursgeschehen zum Stillstand gekommen. Es fehlte an frischen Impulsen, die eine umfangreichere Bewegung gerechtfertigt hätten.
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Kurs |
Call
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5
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10
| |
| Fallender Kurs |
Put
|
5
|
10
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15
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Weitere schwierige Umsatzentwicklung
Für solche dürften aber die am Mittwochmorgen vorgelegten Quartalszahlen sorgen. Die nämlich bieten jede Menge Gesprächsstoff und Anlass zur Interpretation!
Gegenüber dem Vorjahresquartal fielen die Erlöse um 3,1 Prozent auf 9,66 Milliarden Euro. Damit wurden die Erwartungen von 9,79 Milliarden Euro verfehlt. Zumindest um Wechselkursschwankungen bereinigte konnte aufgrund eines höheren Auslieferungsvolumen aber ein Wachstum von 0,9 Prozent erreicht werden.
Vor allem das Nordamerika-Geschäft erholte sich mit einem nominalen Umsatzanstieg um 6,2 Prozent stark. Sorgenkind bleiben dagegen die Geschäfte im Asien-Pazifik-Raum, wo Bayer (Bayer Aktie) Einbußen von 12,7 Prozent hinnehmen musste.
Nordamerika und Agrarchemie "retten" die Zahlen
Bei den Sparten konnte aufgrund des schwachen US-Dollars ausgerechnet das Agrarchemie-Geschäft überzeugen, wo sich die Leverkusener währungsbereinigt um 1,3 Prozent gesteigert haben. Nordamerika legte hier um 8,1 Prozent zu. Bei den Pharmaprodukten legten die Erlöse dagegen nur um 0,4 Prozent zu.
An Boden verloren vor allem Eylea (Makuladegeneration) und Xarelto (Blutgerinnung), die beiden umsatzstärksten Produkte. Dagegen wuchsen Nubeqa (Prostatakrebs) und Kerendia (chronische Nierenerkrankung) mit Wachstumsraten von 56,2 Prozent und 85,4 Prozent kräftig.
Erträge verbessert, aber höhere Rückstellungen belasten
Im Unterschied zur Umsatzentwicklung gelangen Bayer bei den operativen Erträgen deutlichere Fortschritte. Das berichtete EBITDA fiel zwar um 50,8 Prozent auf 462 Millionen Euro. Ursache hierfür sind aber Sondereffekte, darunter eine höhere Finanzreserve für die in den USA noch offenen Rechtsstreitigkeiten, im Gesamtwert von 1,05 Milliarden Euro.
Werden diese herausgerechnet, konnten sich die Leverkusener um 20,8 Prozent auf 1,51 Milliarden Euro steigern. Das bereinigte EBIT landete mit 521 Millionen Euro sogar um 95,1 Prozent über dem Vorjahreswert. Insgesamt erzielte Bayer pro Aktie einen bereinigten Gewinn von 0,57 Euro.
Ausblick bestätigt, trotz Prognosesenkung im Konsumentengeschäft
Seinen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr hat Bayer bestätigt. In der Sparte Consumer Health wird aufgrund eines "zunehmend herausfordernden Marktumfelds" aber eine Nullrunde erwartet. Die Prognose von +2 bis +5 Prozent wurde hier auf -1 bis +1 Prozent gekappt. Die EBITDA- und EBIT-Prognosen wurden um die höhere US-Rückstellung von 500 Millionen Euro jeweils um eine halbe Milliarde Euro gekürzt.

Aktie nach den Zahlen unverändert mit Aufwärtschancen
Unter den längst krisenerprobten Anlegerinnen und Anlegern sorgten die Zahlen für Erleichterung. In der Vorbörse legte die Aktie um rund 2 Prozent zu und konnte diese Gewinne nach einem kurzen Rücksetzer zum Handelsauftakt behaupten.
Mit Blick auf den Chart der vergangenen 12 Monaten handelt Bayer in einer konstruktiven Ausgangslage, seine Erholung von den Mehrjahrestiefs fortzusetzen. Hierfür muss nach der Seitwärtskonsolidierung der letzten Wochen aber die 50-Tage-Linie und der Widerstand bei 28 Euro genommen werden.
In Form der fallenden technischen Indikatoren liegt hierfür leichter Gegenwind vor. Unterstützt wird die Aktie aber durch Supports im Bereich von 26 Euro sowie um die 200-Tage-Linie bei 25,35 Euro herum. Solange diese Zone nicht nachhaltig aufgegeben wird, handelt Bayer mit Aufwärtschancen.
Fazit: Nicht uninteressant, aber die Konkurrenz ist einfach aussichtsreicher
Mit Blick auf die Bewertung dürfte das kommende Jahr entscheidend werden. Für 2026 ist Bayer mit dem 11,3-Fachen seiner erwarteten Gewinne bewertet. Das wäre im Branchenvergleich ein attraktiver Wert. Hierfür gilt es aber weitere Fortschritte zu machen, vor allem auch beim bereinigten Ertrag.
Bilanziell dürfte Bayer aus dem Gröbsten heraus sein, solange es nicht zu neuen, unschönen Überraschungen in den noch offenen Rechtsstreitigkeiten kommt. Einerseits sind weitere Schadensersatzzahlungen durch die Rückstellungen abgesichert, andererseits ist der freie Cashflow auch im zurückliegenden Quartal positiv geblieben und sorgte für Mittelzuflüsse.
Zur Wahrheit um die Bayer-Aktie gehört jedoch auch: Es gibt mindestens ein Dutzend an Chemie- und Pharma-Unternehmen, die aussichtsreicher positioniert sind und die gleichzeitig klare Aufwärtstrends anzeigen. Ein Investment bei Unternehmen wie Merck, Amgen oder Novartis ist jederzeit vorzuziehen.
Autor: ARIVA.DE Redaktion/Max Gross
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