Der Berliner Fernsehturm ist hinter dem Reichstag zu sehen.
Quelle: - pixabay.com:
Google
dpa-AFX  | 
aufrufe Aufrufe: 213

Wohnungskauf in Berlin überfordert auch höhere Einkommen

BERLIN (dpa-AFX) - Wohneigentum in Berlin ist einer Untersuchung zufolge weiterhin so teuer, dass selbst Haushalte mit höheren Einkommen einen Kauf kaum finanzieren können. So übersteigt die durchschnittliche monatliche Kreditrate in der Regel 35 Prozent des Einkommens bei den am besten verdienenden 30 Prozent der Berliner Haushalte, wie der Kreditvermittler Interhyp und das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft (IW) ermittelt haben. "Das ist die Schwelle, ab der ein Immobilienkauf als erschwinglich klassifiziert wird", teilten sie mit.

play Anhören
share Teilen
feedback Feedback
copy Kopieren
newsletter
font_big Schrift vergrößern

"Eine hohe Nachfrage bei gleichzeitig geringem Angebot hat die Preise in Höhen getrieben, bei denen selbst Gutverdiener nur noch bedingt mithalten können", sagte IW-Experte Michael Voigtländer. "Gleichzeitig fehle vielen Haushalten, insbesondere jungen Familien, häufig das nötige Eigenkapital, um sich den Eigenheimerwerb leisten zu können. "Hier braucht es dringend politische Impulse."

Dabei hat sich angesichts gestiegener Einkommen und gefallener Wohnungspreise die Lage zuletzt etwas entspannt. Der die Erschwinglichkeit anzeigende Indexwert in der Untersuchung habe sich in der Hauptstadt zwischen April des vergangenen und April dieses Jahres um 14 Prozent auf 87 Punkte verbessert. Ab einem Wert von 100 gilt die Finanzierung eines Hauses als erschwinglich. Je höher der Wert, desto besser ist das für potenzielle Käufer. Im April 2025 lag der bundesweite Durchschnitt bei knapp mehr als 100 Punkten.

Entspannung bleibt wacklig

Grund für die Entspannung sind demnach steigende Einkommen bei gleichzeitig zurückgehenden Kaufpreisen und niedrigeren Zinsen. Wie lange der Trend anhält, bleibt abzuwarten. "Über die vergangenen zwölf Monate fiel der Index in einigen Regionen aufgrund steigender Preise bereits wieder leicht zurück", teilten die Autoren mit.

In angrenzenden Brandenburger Landkreisen ist die Lage noch schwieriger als in der Hauptstadt. Am wenigsten erschwinglich sind Wohnungen der Untersuchung zufolge in Potsdam. Die Landeshauptstadt kam im April dieses Jahres auf einen Indexwert von lediglich 66,5. Auch in den Kreisen Potsdam-Mittelmark, Havelland, Dahme-Spree oder Oberhavel liegen die Werte noch unter dem Niveau Berlins. Je niedriger der Wert, umso mehr übersteigt die durchschnittliche monatliche Kreditrate die finanziellen Möglichkeiten eines Modellhaushalts im oberen Einkommensdrittel.

Zur Ermittlung der Erschwinglichkeit setzten die Autorinnen und Autoren die durchschnittliche monatliche Kreditrate auf Basis von Interhyp-Daten und das durchschnittliche Nettoeinkommen ins Verhältnis./maa/DP/mis

Hinweis: ARIVA.DE veröffentlicht in dieser Rubrik Analysen, Kolumnen und Nachrichten aus verschiedenen Quellen. Die ARIVA.DE AG ist nicht verantwortlich für Inhalte, die erkennbar von Dritten in den „News“-Bereich dieser Webseite eingestellt worden sind, und macht sich diese nicht zu Eigen. Diese Inhalte sind insbesondere durch eine entsprechende „von“-Kennzeichnung unterhalb der Artikelüberschrift und/oder durch den Link „Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.“ erkennbar; verantwortlich für diese Inhalte ist allein der genannte Dritte.


Weitere Artikel des Autors

Themen im Trend