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Weiterhin wenig Frauen an der Spitze von Familienunternehmen

BERLIN/STOCKHOLM (dpa-AFX) - Die deutschen Familienunternehmen treten beim Frauenanteil in ihren Top-Etagen auf der Stelle. Nach einer Studie der gemeinnützigen Allbright Stiftung lag der Anteil der weiblichen Führungskräfte in den 100 umsatzstärksten Familienunternehmen Deutschlands Anfang März dieses Jahres bei lediglich 13 Prozent. Verglichen zum Stichtag vor zwei Jahren ergab sich ein kaum nennenswerter Zuwachs von lediglich 0,4 Prozentpunkten.

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Darüber hinaus seien in der Zwischenzeit wieder verstärkt Männer rekrutiert worden. Lediglich 17 Prozent der Neuzugänge für die Geschäftsführungen der Familienunternehmen seien weiblich gewesen.

"Vollbremsung" beim Frauenanteil in Geschäftsführungen

"Wir beobachten gerade eine Vollbremsung bei der Erhöhung des Frauenanteils in den Geschäftsführungen der deutschen Unternehmen insgesamt", kommentieren die Geschäftsführerin und der Geschäftsführer der Allbright Stiftung, Wiebke Ankersen und Christian Berg. "Für die Familienunternehmen ist das ein besonders großes Problem, denn sie stoppen die Entwicklung, bevor sie richtig gestartet ist." Die Unternehmen müssten jetzt in die besten Köpfe und das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven in der Führung investieren. Nachholbedarf sehen die Autoren der Studie bei der Digitalisierung, bei den Geschäftsmodellen und bei der Zusammenstellung von Führungsteams.

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Einen deutlichen Einfluss auf den Frauenanteil in der Geschäftsführung spielt der Studie zufolge die Transparenz der Unternehmen und der Einfluss auch externer, nicht zu den Familien gehörender Akteure. So seien 20 der 100 größten Familienunternehmen an der Frankfurter Börse notiert und die Aktien zu einem guten Teil in Familienhand - wie etwa bei BMW , Continental (Continental Aktie) , Henkel oder Merck. Bei ihnen liege der Frauenanteil in den Geschäftsführungen bei 19,8 Prozent und entspreche damit etwa dem Durchschnitt aller börsennotierten Unternehmen. Bei nicht-börsennotierten Familienunternehmen insgesamt liege der Frauenanteil in den Führungsetagen bei 11,1 Prozent.

Netzwerke und "immergleiche Rekrutierungsschablone"

Insgesamt seien die Geschäftsführungen der Familienunternehmen "deutlich männlicher, deutscher und stärker von Ingenieuren geprägt" als die Vorstände der 160 im Dax , MDax und SDax notierten Unternehmen, heißt es in der Studie. Eine Herausforderung für die häufig in der Region ansässigen Firmen sei es, überregionale und internationale Führungskräfte anzuziehen.

Auch spielten persönliche und "teils sehr exklusive Netzwerke, in denen kaum Frauen vorkommen, eine wichtige Rolle bei der Auswahl für das Top-Management in den Familienunternehmen", so Ankersen und Berg

- "ebenso wie eine tradierte, immergleiche Rekrutierungsschablone".

Die Studie zeigte auch auf, dass Frauen in dem Zweijahreszeitraum von 1. März 2024 bis 1. März dieses Jahres deutlich häufiger die Geschäftsführung verlassen haben (32 Prozent der weiblichen Geschäftsführungsmitglieder) als Männer (24 Prozent der männlichen Geschäftsführungsmitglieder). Umgekehrt war das Verhältnis bei börsennotierten Unternehmen: Hier gaben 23 Prozent der weiblichen und 38 Prozent der männlichen Vorstandsmitglieder binnen der zwei Jahre ihren Posten ab.

Zahlreiche Familienunternehmen ganz ohne Frauen in der Führung

Ein ausgewogenes Verhältnis von Frauen und Männern in der Geschäftsführung sehen die Autoren bei lediglich sechs Unternehmen, darunter etwa Jungheinrich , Mann + Hummel, Merck oder Voith. 51 Unternehmen dagegen haben demnach keine einzige Frau in der Geschäftsführung, darunter Firmen wie Dachser, Haniel oder Kärcher und die Schwarz Gruppe.

Die deutsch-schwedische Allbright Stiftung setzt sich für mehr Frauen und Diversität in den Führungspositionen der Wirtschaft ein./csc/DP/stk

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