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Viele Fahrschüler fallen durch die Führerscheinprüfung

BERLIN (dpa-AFX) - Auf dem Weg zum Pkw-Führerschein hat es im vergangenen Jahr in Deutschland erneut hohe Durchfallquoten gegeben. 44 Prozent der Fahrschülerinnen und Fahrschüler scheiterten bei der Theorieprüfung und 37 Prozent bei der praktischen Prüfung. Das zeigt ein aktueller Datenreport des TÜV-Verbands. Die Zahlen beziehen sich auf den Pkw-Führerschein der Klassen B und B17 - B17 steht für begleitetes Fahren ab 17.

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Die Ergebnisse kommen mitten in einer Debatte darüber, wie der Führerschein günstiger werden kann - dazu plant Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) eine Reform.

Durchfallquoten auf hohem Niveau

Der TÜV-Verband sprach von einem hohen, aber weitgehend konstanten Niveau bei der "Nichtbestehensquote" - bezogen auf Erst- und Wiederholungsprüfungen zusammen. 2024 lag die Durchfallquote bei 45 Prozent in der Theorie und ebenfalls 37 Prozent in der Praxis.

Binnen zehn Jahren zeigen sich aber deutliche Unterschiede: 2016 lagen die Durchfallquoten bei 37 Prozent in der Theorieprüfung und 32 Prozent bei der Praxisprüfung.

Unter 18-Jährige erzielen bessere Ergebnisse

Unter 18-Jährige schneiden besser ab: Nur 35 Prozent fielen durch die theoretische und 24 Prozent durch die praktische Prüfung. "Junge Menschen, die am Begleiteten Fahren ab 17 teilnehmen, schneiden in den Prüfungen deutlich besser ab", so Richard Goebelt, Fachbereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband.

Insgesamt stieg die Zahl der Führerscheinprüfungen im Jahr 2025 laut TÜV-Verband auf einen neuen Höchststand: Über alle Klassen hinweg wurden 2,04 Millionen Theorieprüfungen und rund 1,89 Millionen Praxisprüfungen abgelegt.

Im ersten Versuch fallen weniger durch

Beim ersten Versuch scheitern deutlich weniger Fahrschülerinnen und Fahrschüler. Laut TÜV-Verband lagen die Bestehensquoten im Erstversuch im Jahr 2025 bei 63 Prozent in der Theorie und bei 65 Prozent in der Praxis. Die Erfolgsquoten in den Wiederholversuchen waren deutlich schlechter

"Die Gruppe der Wiederholenden tut sich schwer und scheitert häufig sogar mehrfach", so Goebelt. Jede nicht bestandene Prüfung bedeute eine zusätzliche mentale, finanzielle und zeitliche Belastung für die Betroffenen. "Wer den Führerscheinerwerb effizienter und kostengünstiger gestalten will, muss alles daransetzen, den ersten Prüfungsversuch zum Erfolg zu machen."

Geplante Reform

Die Kosten für den Führerschein sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Minister Schnieder hatte im vergangenen Oktober Reformvorschläge für einen günstigeren Führerschein vorgelegt. Geplant sind etwa Vereinfachungen und digitale Lösungen für die theoretischen und praktischen Teile.

An diesem Mittwoch will Schnieder nach Beratungen mit den Ländern weiterentwickelte Vorschläge vorlegen. Seit seiner Reform-Ankündigung ist laut Fahrlehrerverbänden in vielen Fahrschulen die Zahl der Anmeldungen eingebrochen. Der Grund: Viele potenziell neue Fahrschüler warten ab, bis der Führerschein günstiger wird.

Der TÜV-Verband nannte es positiv, dass digitale Lernmittel gestärkt werden sollten. Dazu sollten aber verbindliche, einheitliche digitale Lernstandskontrollen als Voraussetzung für die Prüfungszulassung eingeführt werden. Kritisch zu sehen seien Vorschläge, die auf eine pauschale Absenkung von Anforderungen bei der Fahranfängervorbereitung hinausliefen und damit die Verkehrssicherheit gefährdeten./hoe/DP/zb

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