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Trump will sanktioniertes venezolanisches Öl kaufen

Die Ölpreise gerieten Mitte der Woche zwischenzeitlich unter Druck. Auslöser war eine Mitteilung von US-Präsident Trump auf seiner Social Media-Plattform, dass die USA von Venezuela 30-50 Mio. Barrel sanktioniertes Öl aufkaufen würden. Geplant ist demnach, venezolanisches Öl, das in Tankern lagert und aufgrund der seit Mitte Dezember bestehenden US-Blockade nicht exportiert werden konnte, zu Marktpreisen zu erwerben und in die US-Häfen zu liefern. Dieses könnte dann von den Raffinerien an der US-Golfküste verarbeitet werden. Bislang besitzt nur ein US-Ölkonzern eine Lizenz zum Export von begrenzten Mengen Öl aus Venezuela. Heute gibt es ein Treffen im Weißen Haus, an dem zwei große Ölhändler und fast 20 Spitzenmanager der US-Ölindustrie teilnehmen. Dort soll es um die Nutzbarmachung der Ölreserven Venezuelas gehen. Die besagte US-Blockade von sanktionierten Schiffen der Schattenflotten hatte dazu geführt, dass chinesische Käufer zuletzt deutlich weniger venezolanisches Öl kauften. Diese waren zuvor der Hauptabnehmer.

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Der US-Ölmarkt wäre durch die Lieferungen von Öl aus Venezuela überversorgt, so dass die USA dann mehr von ihrem eigenen Öl exportieren könnten. Dadurch würde mehr leichtes Öl aus den USA an den Markt gelangen, was eine Erklärung für den Preisrückgang bei WTI sein kann. China wäre der große Verlierer eines Deals zwischen Trump und Venezuela. Chinesische Abnehmer, zumeist unabhängige Raffinerien, müssten sich nach anderen preisgünstigen Lieferanten umschauen. Das dürften voraussichtlich Iran und Russland sein, die ihr Öl aufgrund der Sanktionen ebenfalls mit Preisabschlägen anbieten müssen. In der Folge könnten somit neue Konflikte mit den USA drohen, wie die Beschlagnahmung zweier sanktionierter Öltanker durch die USA in dieser Woche bereits zeigte. Aber auch kanadisches Öl, das mit dem venezolanischen artverwandt ist, dürfte für chinesische Käufer in Frage kommen. Für den globalen Ölmarkt blieben die Auswirkungen gering, weil es lediglich zu einer Verschiebung der Transportrouten kommen würde, die das Ölangebot nicht beeinflussen.

OPEC-Produktion trotz Produktionsrückgang in Venezuela konstant

Die US-Blockade und die Sanktionen gegen Venezuela blieben im Dezember nicht folgenlos: Laut umfragebasierten Schätzungen der Nachrichtenagentur Bloomberg lag die venezolanische Tagesproduktion im Dezember mit 830 Tsd. Barrel rund 130 Tsd. Barrel niedriger als im November. Dennoch lag die OPEC-Produktion insgesamt mit rund 29 Mio. Barrel pro Tag etwas höher als im Vormonat. Vor allem der Irak hat seine Produktion wieder deutlich gesteigert, und damit nicht nur seine Kompensationspläne nicht umgesetzt, sondern sogar über Quote produziert. Dass die OPEC-Produktion nicht stärker gestiegen ist, ist vor allem Saudi-Arabien zu verdanken, dass seine Produktion im Dezember konstant hielt und damit einen weiteren Monat weniger produziert hat als erlaubt. Insgesamt pendelt die Produktion der OPEC seit September um 29 Mio. Barrel pro Tag.

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