In Europa läuft die erste Reaktion auf zwei Schienen: politisch maximale Geschlossenheit, wirtschaftlich Vorbereitung auf Gegenmaßnahmen. EU-Vertreter warnten bereits vor einer „Abwärtsspirale“, und für Sonntag, 18. Januar 2026, wurde ein Krisentreffen der EU-Botschafter einberufen. Parallel melden sich nationale Stimmen klar zu Wort („nicht erpressen lassen“), und aus mehreren Hauptstädten kommt das Signal: Grönlands Sicherheit sei ein NATO-Thema – Zölle seien dafür das falsche Instrument. Für die Märkte heißt das kurzfristig: Headline-Risiko steigt, besonders für exportstarke Sektoren (Autos, Industrie, Chemie) und für Titel mit US-Umsatzexponierung; der Euro kann in solchen Phasen gegenüber dem US-Dollar schwanken, während „defensive“ Bereiche in Europa tendenziell relativ stabiler laufen.
Der Ausblick auf mögliche Reaktionen hängt davon ab, ob Trump schnell deeskaliert oder die Eskalationsstufen tatsächlich ausrollt. Wahrscheinlich ist zunächst ein zweistufiges Vorgehen der EU: erst diplomatischer Druck (NATO-/G7-Kanäle, bilaterale Gespräche), dann – falls nötig – ein gezieltes Vergeltungspaket. In Brüssel wird laut Reuters bereits über „beispiellose“ Gegenmaßnahmen diskutiert, und politisch heikel ist zudem, dass Teile des Europaparlaments Signale senden, ein laufendes EU-US-Handelspaket (mit Zollsenkungen) auf Eis zu legen, solange die Grönland-Zoll-Drohung im Raum steht. Ein realistisches Marktszenario ist daher: kurzfristig risk-off (Vola rauf), mittelfristig sektorale Rotation – und, wenn es in einen echten Zollzyklus kippt, wieder mehr Fokus auf Preisweitergabe, Margen und Lieferketten.
Aufgrund von Martin Luther King haben die US-Börsen bis Dienstag geschlossen. Damit könnte sich der Druck primär in Europa und damit auch im DAX entladen. Dass sich die Amerikaner im DAX „hedgen“ ist immer wieder zu beobachten. Es wird also spannend am Montag. Wochenendindikationen erwarten derzeit einen DAX um 25.000 Punkte.
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